Börsen - Lexikon



Aberdepot Wertpapierverwahrungsform, bei der das Eigentum an den Wertpapieren auf das verwahrende Kreditinstitut übergeht. Der Depotkunde hat lediglich einen Anspruch auf die Rückgabe bestimmter Wertpapiere nach Art und Zahl. Im Fall des Konkurses der Verwahrerin hat der Depotkunde lediglich den Anspruch, aus der Konkursmasse der Depotbank befriedigt zu werden, da ein Aussonderungsrecht nicht besteht.


Abfindung Entschädigung auf Grund einer vertraglichen Vereinbarung oder eines gesetzlichen Anspruchs, die im Zusammenhang mit der Auflösung eines Vertragsverhältnisses und den damit verbundenen Nachteilen geleistet wird. Die Leistungen erfolgen i.d.R. in Geldform (u.U. auch in anderen Vermögensteilen) in einem Betrag oder zeitlich gestaffelten Abschlagzahlungen.
  1. Abfindung im Zusammenhang mit dem Ausscheiden eines oder mehrerer Gesellschafter. Gesellschafter hat Anspruch auf seinen Anteil an den Vermögenswerten (einschl. stiller Rücklagen) und dem Vermögenszugang der Unternehmung. Die Höhe der Abfindung kann im Gesellschaftervertrag ex ante festgelegt sein (selten) oder muß gem. § 738 BGB zum Zeitpunkt der Auseinandersetzung ermittelt werden. Die Erfassung des Vermögens erfolgt über eine Abwicklungsbilanz (Bewertung zum Tageswert). Gesetzlich ist die Abfindung zur Sicherung der außenstehenden Aktionäre
  2. Abfindung, die im Zusammenhang mit der Auflösung von Arbeitsverträgen geleistet wird:


Abhängiges Unternehmen Rechtlich selbständiges Unternehmen, auf welches von einem anderen (herrschenden) Unternehmen gem. § 17 AktG beherrschender Einfluß in unmittelbarer oder mittelbarer Form ausgeübt wird. Formen der Beherrschung: Stehen abhängiges und herrschendes Unternehmen unter einheitlicher Leitung (gem. § 18 (1) AktG), bilden sie einen Konzern. Zum Schutz der Minderheitsaktionäre besteht die Verpflichtung


Abschlagsdividende (Interims-, Zwischendividende, quarter dividend, fractional dividend payment); Abschlagszahlung auf die periodisch (jährlich) anfallende Dividendenausschüttung. I.d.R. erfolgt Dividendenzahlung einmal im Jahr. Gem. § 59 (1) AktG kann die Satzung den Vorstand ermächtigen, nach Ablauf des Geschäftsjahres einen Abschlag auf den voraussichtlichen Bilanzgewinn an die Aktionäre zu zahlen. Allerdings darf der Vorstand eine Abschlagsdividende nur zahlen, wenn ein vorläufiger Abschluß für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Jahresüberschuß ausweist. Die Abschlagsdividende darf bis zu höchstens der Hälfte der Summe betragen, die vom Jahresüberschuß nach Abzug der in die offenen Rücklagen gem. Gesetz oder Satzung einzustellen sind. Außerdem darf gem. § 59 (2) AktG die Abschlagszahlung nicht die Hälfte des vorjährigen Bilanzgewinns überschreiten. Die Abschlagszahlung bedarf gem. § 59 (3) der vorherigen Zustimmung durch den Aufsichtsrat. Die Zahlung einer Abschlagsdividende ist in Deutschland - im Gegensatz zu den USA - nicht üblich.


Abzinsung Verfahren der Zinseszinsrechnung, welches die Errechnung des Barwertes oder Anfangswertes (K0) aus einem gegebenen Endbetrag (Kn) bei gegebener Laufzeit n und Verzinsung i mit Hilfe des Diskontierungsfaktors 1/qn ermöglicht. Der Wert Kn wird mit dem Diskontierungsfaktor multipliziert, wodurch sich K0 errechnet. Die Methode findet Anwendung in der Investitionsrechnung (Kapitalwertmethode) sowie in zahlreichen anderen finanzwirtschaftlichen Fragestellungen, die die Barwertermittlung notwendig werden lassen (Beispiel: Barwertermittlung von Sparbriefen).


Ad-hoc-Publizität Zielt auf den Umstand ab, daß ein Emittent von Wertpapieren, die zum Handel an einer inländischen Börse zugelassen sind, gem. § 15 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) gehalten ist, unverzüglich alle neuen Tatsachen zu veröffentlichen, die in seinem Tätigkeitsbereich eingetreten und nicht öffentlich bekannt sind. Voraussetzung ist, daß die Tatsachen wegen ihrer Auswirkungen auf die Vermögens- und Finanzlage oder auf den allgemeinen Geschäftsverlauf des Emittenten geeignet sind, den Börsenpreis der zugelassenen Wertpapiere zu beeinflussen, oder im Fall zugelassener Schuldverschreibungen die Fähigkeiten des Emittenten, seinen Verpflichtungen nachzukommen, beeinträchtigen können. Die Einhaltung der Ad-hoc-Publizität durch die Emittenten wird durch das Bundesamt für den Wertpapierhandel permanent überwacht. Verstöße können gem. § 39 WpHG mit einer Geldbuße geahndet werden.

Die Ad-hoc-Publizität dient dem Zweck, den Informationsstand aller Marktteilnehmer durch eine schnelle und gleichmäßige Unterrichtung des Marktes zu ermöglichen, um so die Bildung unangemessener Börsenpreise aufgrund fehlerhafter oder unvollständiger Unterrichtung zu vermeiden. Durch die Schaffung von mehr Transparenz und Öffnung dient die Ad-hoc-Publizität damit der Sicherung der Funktionsfähigkeit des Kapitalmarkts und unterstützt zugleich den Mißbrauch von Insiderinformationen ( Verbot von Insidergeschäften gem. §  14 WpHG).


Advance and Decline Method Form der technischen Analyse, mit Hilfe derer die mögliche Kursentwicklung am Aktienmarkt prognostiziert werden kann. Dies geschieht auf der Grundlage eines Vergleichs der täglichen Verläufe eines Aktienindex (z.B. FAZ-Index) und der "Advance and Decline Line", die das Verhältnis der Anzahl der jeweils im Kurs gestiegenen zu den im Kurs gefallenen Aktien darstellt. Solange eine gleiche Entwicklung des Aktienkursindex und der Advance and Decline Line beobachtet werden kann, wird von der Fortsetzung des Markttrends ausgegangen. Andernfalls wird vermutet, daß sich eine andere Marktentwicklung einstellt. Eingehende Aussagen werden allerdings dann nur auf Grund weiterer Indikatoren getroffen.


Agency Theorie beschäftigt sich mit dem Versuch der optimalen institutionellen Ausgestaltung der Beziehung Prinzipal (z.B. Aktionäre) und Agent (z.B. Vorstand einer AG). Ziel ist es, die Anreize für den Agent so auszugestalten, daß seine Interessen denen des Prinzipals entsprechen, Interessenkonflikte daher möglichst nicht entstehen zu lassen. Dies bedingt ein ausgeprägtes System entsprechend effizienter Anreiz- und Kontrollmechanismen.


Agio
  1. Preisaufschlag auf den Nennwert eines Wertpapiers oder den Paritätskurs einer Devise:
    Nennwert bzw. Parität + Agio = Kurs.
  2. Differenz zwischen zwei Kursen wie z.B. zwischen dem Metall- und Papiergeldäquivalent der gleichen Währung oder zwischen dem Nominalwert eines Wertpapiers und seinem Kurswert (ausgedrückt i.v.H.).
Agioberechnungen sind insbesondere üblich im Zusammenhang Gegensatz zum Agio: Disagio.

Aktie (share, stock); Aktien zerlegen das Grundkapital einer Aktiengesellschaft in kleinere Anteile und verbriefen gleichzeitig die Teilhaberrechte an der AG. Die Aktien können gem. § 8 (1) AktG entweder als Nennbetrags- oder Stückaktien begründet werden. Nennbetragsaktien (Nennwert-, Summenaktien) lauten auf eine festen Nennbetrag. Gem. § 8 (1) AktG beträgt der Mindestnennbetrag der Aktie einen Euro. Höhere Aktiennennbeträge müssen gem. § 8 (2) AktG auf volle Euro lauten. Gem. § 8 (3) AktG lauten Stückaktien auf keinen Nennbetrag. Die Stückaktien sind am Grundkapital im gleichen Umfang beteiligt. Dabei darf der auf die einzelne Aktie anteilige Anteil am Grundkapital einen Euro nicht unterschreiten. Der Anteil am Grundkapital bestimmt sich gem. § 8 (3) AktG bei Nennbetragsaktien nach dem Verhältnis ihres Nennbetrags zum Grundkapital, bei den Stückaktien nach der Zahl der Aktien. Für einen geringeren Betrag als den Nennbetrag oder den auf die einzelnen Stückaktie anteiligen Betrag des Grundkapitals dürfen gem. § 9 AktG Aktien nicht emittiert werden (geringster Ausgabebetrag); höhere Emissionsbeträge sind zulässsig.

Die Teilhaberrechte (Aktionärsrechte) sind je nach Aktienart (Stammaktie, Vorzugsaktie) unterschiedlich ausgestaltet. Sie beinhalten grundsätzlich das Recht auf Teilnahme an der Hauptversammlung sowie die damit verbundenen Rechte auf Information, Stimmrecht und Anfechtung von Hauptversammlungsbeschlüssen. Außerdem: Recht auf Dividendenanteil, am Anteil auf Liquidationserlös und Bezugsrecht. Im Einzelfall können die Aktionärsrechte aber bei bestimmten Aktienarten eingeschränkt sein. Aktionärspflichten beziehen sich in erster Linie auf die vollständige Einzahlung plus Agio sowie bei bestimmten Aktienarten auf die Form der Übertragung und Nebenleistungsverpflichtungen.


Aktienarten Aktien werden i.d.R. nach folgenden Kriterien klassifiziert:
  1. Art der Zerlegung des Grundkapitals (Stückelung):
  2. Art der Eigentumsübertragung:
  3. Umfang der verbrieften Rechte (Aktiengattungen; Aktien mit gleichen Rechten bilden gem. § 11 AktG eine Gattung):
  4. Weitere mögliche Ordnungsgesichtspunkte:


Aktienbuch

bei Aktiengesellschaften geführtes Buch, in das gem. § 67 AktG die emittierten Namensaktien und Zwischenscheine unter Angabe des Inhabers nach Namen, Wohnsitz und Beruf einzutragen sind. Gem. § 68 (3) AktG sind auch der Übergang von Namensaktien und Zwischenscheinen im Aktienbuch zu vermerken.


Aktienemission

(Erstbegebung von Aktien). Sie erfolgt

  1. im Rahmen der Gründung (Gründungsemission) gem. § 23 AktG in Form der Sach- oder Bargründung.
  2. im Zusammenhang mit der Grundkapitalerhöhung einer AG.
Der Unternehmung stehen grundsätzlich folgende Emissionsformen offen. Im Rahmen der Selbstemission muß die Unternehmung selbst für die Unterbringung der neuen Aktien sorgen. Dieser Weg steht aber i.d.R. nur Unternehmen mit kleinem Aktionärskreis offen. Ursache: fehlendes oder nicht geeignetes Absatzsystem, Erschwernisse im Emissionsvorgang selbst sowie zu einem späteren Zeitpunkt bei der Börsenzulassung. Die Fremdemission behebt diese Nachteile. Das Unternehmen wendet sich an seine Hausbank oder - im Regelfall - an ein Bankenkonsortium. Dieses übernimmt entweder alle Aktien (Übernahmekonsortium) in Eigenbesitz unter Zahlung eines vereinbarten Preises oder es wird im Rahmen eines Begebungskonsortiums als Kommissionär tätig. Das Risiko der nicht vollständigen Unterbringung der Effekten verbleibt dann allerdings bei der AG (Emissionsverfahren).


Aktiengesellschaft (joint stock company, stock corporation); Kapitalgesellschaft, die für ihre Verbindlichkeiten nur mit ihrem Gesellschaftsvermögen haftet. Rechtsgrundlage ist das Aktiengesetz vom 6.9.1965 i.d.F. vom 28.10.1994 mit allen späteren Änderungen. Die Aktiengesellschaft verfügt über ein festes Grundkapital (Untergrenze in Deutschland: 50.000 Euro), das in Aktien zerlegt und verbrieft ist. Aktien lauten entweder auf einen festen Geldbetrag, in Deutschland mindestens 1 Euro (Nennwertaktie) oder auf einen bestimmten Anteil am Reinvermögen als Stückaktien. Diese existieren in den Varianten: echte- und unechte (Quotenaktien) Stückaktien und repräsentieren im Gegensatz zu den Summen- oder Nennwertaktien einen bestimmten Anteil am Reinvermögen der Aktiengesellschaft.

Grundsätzlich haben alle Aktionäre die gleichen Mitgliedschaftsrechte, Gewinnansprüche, Haftungsverpflichtungen und Vermögensansprüche im Liquidationsfall. Ausnahme: wenn neben Stammaktien noch Vorzugsaktien existieren. Im Vergleich zu den Stammaktien sind die Vorzugsaktien dann - zur Kompensation gewähreter Vorrechte (Vorzüge) - im Regelfall ohne Stimmrecht ausgestattet. Die Kapitaleinzahlung der Aktionäre muß mindestens 25% des gezeichneten Kapitals betragen. Der Restbetrag ist auf Anforderung einzuzahlen. Bei Zahlungsverweigerung erfolgt die Kaduzierung. Nicht voll eingezahlte Aktien sind stets Namensaktien, bei denen im Gegensatz zu den Inhaberaktien die persönlichen Daten der Aktionäre im Aktienbuch vermerkt werden müssen. Die Gründung der AG unterliegt gem. §§ 23 ff. AktG umfangreichen Vorschriften.

Organe der AG sind die Hauptversammlung, der Aufsichtsrat und der Vorstand, deren Zuständigkeiten eindeutig abgesteckt sind. Die Hauptversammlung der Aktionäre ist zuständig für Fragen, die mit der Satzung, Grundkapitalausstattung (Kapitalerhöhung, Kapitalherabsetzung), Umwandlung, Fusion, Bestellung der Prüfer und Aufsichtsratsmitglieder der Kapitalgeberseite zu tun haben. Der Aufsichtsrat bestellt und überwacht den Vorstand. Dieser leitet die Aktiengesellschaft. Eingehende rechtliche Vorschriften regeln die Rechnungslegung (Jahresabschluß und Geschäftsbericht), Pflichtprüfung sowie die Veröffentlichung des Jahresabschlusses (Publizitätsgesetz). Daraus ergibt sich ein weitreichender Anleger- und Gläubigerschutz. Der Anlegerschutz wird noch durch Prospekthaftung im Zusammenhang mit der Zulassung von Aktien zum Börsenhandel erhöht.

Insgesamt haben die Aktiengesellschaften durch die normierenden Vorschriften des Aktiengesetzes sowie die i.d.R. hohe Fungibilität der Aktien eine im Vergleich zu Unternehmen anderer Rechtsformen ausgesprochen günstige Ausgangsposition in der Kapitalbeschaffung, läßt man einmal den Kostenaspekt außer Betracht. Die Bedeutung der Aktiengesellschaft ergibt sich aus ihrer Fähigkeit, große Kapitalbeträge finanzieren zu können. Mit dem Gesetz für kleine Aktiengesellschaften, das am 10.8.1994 in Kraft getreten ist, wurde die Rechtsform der AG für den Mittelstand attraktiver gemacht. Damit wurde keine neue Rechtsform geschaffen. Ziel war es, die Aktiengesellschaft mit ihren spezifischen Strukturmerkmalen in Erinnerung zu rufen.


Aktienindex (Aktienkursindex); Kennziffer, die i.d.R. börsentäglich die Veränderungen von Aktienkursen (mehrere oder alle), bezogen auf einen willkürlich gesetzten Basiswert im Zeitablauf widerspiegelt. Die Indexberechnung erfolgt überwiegend nach Laspeyres (Commerzbankindex), z.T. auch nach Paasche (z.B. FAZ-Index). Aktienindizes können den gesamten Markt (Gesamtindex) oder lediglich einzelne Branchen (Branchenindex) erfassen. Bekannteste deutsche Aktienindices sind der Deutsche Aktienindex DAX, Commerzbankindex und der FAZ-Aktienindex. Weitere Aktienindices berechnen und veröffentlichen die BHF, die Frankfurter Börse, das Statistische Bundesamt und die WestLB.


Aktienmantel Eine Wertpapierurkunde besteht aus Mantel und Bogen. Der Aktienmantel ist die Bezeichnung für die gefaltete Doppelseite der (eigentlichen) Wertpapierurkunde. In ihm ist das Migliedschaftsrecht als Hauptrecht verbrieft. Zusammen mit dem Bogen stellt der Mantel die Urkunde der Wertpapiere dar. Nur Aktienmantel und Bogen zusammen sind verkäuflich.


Aktienoption Option, die den Inhaber
  1. eines entsprechend strukturierten Optionsscheins zum Bezug (Call-Option) von Aktien innerhalb eines bestimmten Zeitraums (American Option) oder zu einem bestimmten Zeitpunkt (European Option) unter Zuzahlung eines bestimmten Betrages berechtigt. Derartige Optionsscheine werden entweder im Zuge der Emission einer Optionsanleihe oder als Naked Warrants emittiert.
  2. einer Wandelobligation dazu berechtigt, innerhalb des vorgegebenen Wandlungszeitraums oder zu(m) vorgegebenen Wandlungstermin(en) die Wandelanleihe in eine definierte Anzahl von Aktien -ggf. unter Zuzahlung- umzutauschen.
  3. zum Kauf (Aktien-Call-Option) oder Verkauf (Aktien-Put-Option) von Aktien innerhalb eines bestimmten Zeitraums (American Option) oder zu einem bestimmten Zeitpunkt (European Option) zu einem ex ante festgelegten Preis berechtigen.


Aktien-Optionsschein Optionsschein, der das Recht zum Kauf (Call-Optionsschein) oder Verkauf (Put-Optionsschein) von Aktien beinhaltet oder zum Erhalt einer Ausgleichszahlung berechtigt.


Aktienstimmrecht Stimmrecht der Aktionäre. Es handelt sich hierbei um das bedeutendste mitgliedschaftliche und autonom ausübbare Verwaltungsrecht des Aktionärs. Grundsätzlich gewährt jede Aktie das Stimmrecht, welches nach Aktiennennbeträgen ausgeübt wird (§  134 Abs. 1 AktG). Dies bedeutet, daß Aktien mit einem mehrfachen Nennbetrag ein dem kleinsten Nennbetrag entsprechend mehrfaches Stimmrecht haben. Das Prinzip wird durchbrochen durch Die Stimmrechtsausübung erfolgt im Rahmen der Hauptversammlung durch den Aktionär oder einen schriftlich legitimierten Bevollmächtigten. Im Falle einer Sicherungsübereignung kann das Stimmrecht durch den Sicherungseigentümer oder einen Treuhänder ausgeübt werden. Die Form der Stimmrechtsausübung richtet sich gem. § 134 (4) AktG nach der Satzung (vgl. Stimmrecht des Aktionärs).


Aktionärsbrief (newsletter to shareholders); Mitteilung der Aktiengesellschaft an die Aktionäre. Inhalt z.B.: Einladung zur Hauptversammlung, Berichterstattung zur letzten Hauptversammlung, Zwischenbericht zur aktuellen geschäftlichen Lage des Unternehmens.


Aktionärsrechte (shareholders' bzw. stockholders' rights); Rechte der Gesellschafter (Aktionäre) einer Aktiengesellschaft, die durch das Aktiengesetz sowie u.U. weitergehend per Satzung der Gesellschaft festgelegt sind. Sie umfassen grundsätzlich: Allerdings können die Aktionärsrechte bei Vorzugsaktien hiervon abweichend ausgestaltet sein.


Alpha-Beta-Bänder (Bollinger Bands, Bomer Bands); technische Kanalindikatoren, die Richtungsänderungen von Kurstrends möglichst frühzeitig anzeigen sollen. Alpha-Beta-Bänder sind um einen kurzfristigen gleitenden Durchschnitt (10 bis 20 Tage) festgelegt. Um den ermittelten gleitenden Durchschnitt wird eine laufende Standardabweichung herum errechnet. Sie stellt sich als ein Band auf jeder Seite des gleitenden Durchschnitts in Form einer Hüllkurve dar. Das Ausmaß der Bänderplazierung in der Entfernung vom kalkulierten gleitenden Durchschnitt erfolgt in Standardeinheiten. Es ist abhängig von dem zu analysierenden Markt und der in ihm vorherrschenden Volatilität.


Alte Aktie Bezeichnung für eine Aktie, die im Gegensatz zur jungen Aktie entweder im Kapitalerhöhungszeitpunkt mit einem Bezugsrecht oder für das restliche Geschäftsjahr mit einem höheren Dividendenanspruch ausgestattet ist.


American Depository Receipts (ADR´s) Zertifikate (Hinterlegungsscheine), die von US-amerikanischen Banken ausgegeben werden. ADR's verbriefen ausländische Aktien.


American Option Kauf-(Call-) oder Verkaufs-(Put-)option, die, im Gegensatz zur European Option, während ihrer Laufdauer zu jedem Zeitpunkt ausgeübt werden kann.


American Stock Exchange (AMEX) 6 Trinity Place, New York, NY 1006. Wertpapierbörse in New York. Die AMEX trug bis 1921 den Namen New York Curb Exchange.


Amtlicher Handel (Amtlicher Markt); Börsensegment der zum Amtlichen Handel zugelassenen Wertpapiere. Die Börsenzulassung von Wertpapieren zum Amtlichen Handel erfolgt bei bestimmten Wertpapieren kraft Börsenzulassung (§ 41 BörsG). Bei allen übrigen Wertpapieren erfolgt die Zulassung durch die Zulassungsstelle auf Basis der Börsenzulassungs-Verordnung (BörszulV). Die wesentlichen Zulassungsvoraussetzungen zum Amtlichen Handel durch die Zulassungsstelle sind: Dem Zulassungsantrag ist gem. § 13 (1) BörszulV ein Prospekt beizufügen, an den gem. § 45 BörsG ggf. eine Haftung geknüpft ist. Auch Wertpapiere, die im Geregelten Markt und im Freiverkehr gehandelt werden, bedürfen einer Zulassung zum Handel. Allerdings sind hier im Vergleich zum amtlichen Handel die Zulassungskriterien nicht so streng. Der Amtliche Handel unterliegt außerdem im Vergleich zu den anderen beiden Börsensegmenten besonders strenger staatlicher Beaufsichtigung. Aus diesen Gründen bildet der Amtliche Handel das erste Börsensegment (1. Markt). Anfangskurs derjenige Kurs, der für ein Wertpapier, welches zum variablen Handel zugelassen ist, zu Börsenbeginn festgesetzt wird.


Anleihe (loan, bond, Schuldverschreibung, Obligation, Rentenwert, festverzinsliches Wertpapier); Instrument der langfristigen Kreditfinanzierung. Eine Anleihe lautet über einen Gesamtbetrag und wird in Teilschuldverschreibungen zerlegt und verbrieft. Teilschuldverschreibungen sind Inhaber- oder Orderpapiere (Wertpapiere), wobei heute die Ausgabe von Inhaberpapieren vorherrscht. Anleihegläbiger (Obligationäre) haben das Racht auf Rückzahlung des ausgewiesenen Anleihebetrages sowie einer festgelegten Verzinsung. Die Laufdauer von Schuldverschreibungen mit Endfälligkeit schwankt - entsprechend den Bedürfnissen der Emittenten und der aktuellen Kapitalmarktlage - zwischen 5 und 30 Jahren. Daneben gibt es Anleihen, die im Emissionszeitpunkt ohne Endfälligkeit ausgestattet werden (keine Tilgungsverpflichtung), sog. ewige Anleihen: Die Emittentin hat i.d.R. Kündigungsrecht, welches dem Obligationär nur selten eingeräumt wird (Degussa-Klausel). Auch die Form der Tilgung (Gesamttilgung am Ende der Laufzeit, Ratentilgung in den verschiedenen Varianten) wird zum Zeitpunkt der Emission festgelegt. Diese und weitere Merkmale kennzeichnen die Anleihe-Ausstattung. Ihre qualitative Ausgestaltung ist einerseits für die Placierungschance, andererseits für die Höhe der einmaligen und laufenden Kosten sowie die Liquiditätsbelastung des Emittenten entscheidend. Nach der Person des Emittenten werden unterschieden:
  1. Anleihen der öffentlichen Hand: Hierbei handelt es sich im einzelnen um Kassenobligationen, verzinsliche Schatzanweisungen und Schuldbuchforderungen des Bundes, der Länder und Gemeinden, von Bahn, Post und öffentlich-rechtlichen Zweckverbänden.
  2. Bankschuldverschreibungen
  3. Industrieschuldverschreibungen: Anleihen von emissionsfähigen Industrie-, Handels- und Verkehrsunternehmen (Industrieobligation, Industrieanleihe).
Neben der "klassischen" Festzinsanleihe existieren Schuldverschreibungen, die Zwischenformen der Eigen- und Fremdfinanzierung darstellen: Wandelanleihe, Bezugsrechtsobligation als Form der Optionsanleihe, Gewinnobligation und Genußschein. Basierend auf der klassischen Festzinsanleihe (straight bond) und einigen Zwischenformen wurden in jüngster Zeit durch Variation und Kombination unterschiedlicher Merkmale der Anleihe-Ausstattung eine Vielzahl neuer Anleiheformen entwickelt. Diese Produktinnovationen werden oft unter dem Terminus Finanzinnovation subsumiert.


Anleihe-Ausstattung (Anleihe-Konditionen, Anleihe-Bedingungen) im Anleiheprospekt abgedruckte wesentliche wirtschaftliche Daten über die Anleihe. Sie spiegelt die Konditionen wider, zu denen eine Anleihe begeben wird. Somit enthält sie die für den Anleger wesentlichen Informationen, die er im Rahmen seines Investitionskalküls benötigt. Von der Gestaltung der Anleihe-Ausstattung hängt somit das Placierungsrisiko (bzw. die Placierungschance) ab, was dadurch minimiert (bzw. maximiert) werden kann, als die Anleihe-Ausstattung der Kapitalmarktsituation im Emissionszeitpunkt optimal angepaßt ist.

Bei der "klassischen" Festzinssatzanleihe lautet der Anleihenennbetrag in Währungseinheiten (WE), z.B. Euro, DM, US- SFR. Das Anleihevolumen bewegt sich zwischen 20 und mehreren einhundert Mio. WE. Die Stückelung variiert i.d.R. zwischen 100 und 10 000 WE. Während der Emissionskurs und Rückzahlungskurs vom Nennwert abweichen können, wird ein fester Nominalzins ausgewiesen. Die Zinszahlungen erfolgen halbjährlich oder jährlich. Unter Einbeziehung der Größen: Emissions-, Rückzahlungskurs, Laufzeit und Zinszahlungszeitpunkte ergibt sich somit eine von der Nominalverzinsung abweichende Effektivverzinsung. Die Laufdauer bewegt sich zwischen 5 und 20 Jahren; Abweichungen bis zu 100 Jahren (Century-Bonds) sind möglich. Als Besicherungsformen dienen, soweit diese erforderlich ist, in erster Linie Grundpfandrechte, Bürgschaften der öffentlichen Hand und Patronatserklärungen. Anleiheschuldner haben in der Regel eine bestimmte Zeitspanne ex Emmissionsdatum das Recht der vorzeitigen Kündigung (Konvertierung). Anleihegläubigern wird das vorzeitige Kündigungsrecht äußerst selten eingeräumt (Degussa-Klausel). Der Rückzahlungskurs ist i.d.R. nach seiner Höhe und Denomination nominal definiert. Insbesondere an den Euro-Märkten finden sich vermehrt Anleihen, bei denen das Rückzahlungsvolumen indexiert ist. Anleihen ohne Tilgungsverpflichtung sind äußerst selten anzutreffen. Die Tilgungsverfahren lassen sich auf drei Varianten reduzieren: Gesamttilgung am Laufzeitende, Ratentilgung und Tilgung im Annuitätenverfahren. Sonderformen finden sich bei Anleihen, als sie mit speziellen (atypischen) Rechten ausgestattet werden können. Durch die Möglichkeit, verschiedene Anleihekomponenten zu variieren und miteinander zu kombinieren, ergeben sich zahlreiche Anleihevarianten (vgl. Übersicht).

Ausstattungsmerkmale von Anleihen:

  1. Nennbetrag
  2. Anleihevolumen
  3. Stückelung
  4. Emissionskurs
  5. Verzinsung
  6. Rückzahlungkurs
  7. Laufdauer
  8. Besicherung
  9. Kündigungsrecht
  10. Tilgung
  11. Sonderformen


Anleihe-Stripping Verfahren, bei welchem der Coupon vom Wertpapiermantel (Nominalwert) getrennt wird. Anschließend können der Nominalwert und der Zinsteil einzeln als Zero-Bonds (Nullkuponanleihen) gehandelt werden. Vgl.: Stripped Bond


Anteil (share); Grundlage des Beteiligungsverhältnisses (Mitgliedschaft, Kapitalbeteiligung) an Unternehmen. Soweit Mitgliedsrechte an Kapitalgesellschaften verbrieft sind, werden darüber Anteilspapiere ausgegeben (Aktien, Genußscheine). Diese Anteile sind regelmäßig übertragbar, ohne daß durch den Gesellschafterwechsel der Bestand der Kapitalgesellschaft beeinflußt wird. Bei Investmentgesellschaften verbriefen die Investment-Zertifikate die Beteiligung des Anlegers am Sondervermögen einer Kapitalgesellschaft.


Arbitrage ist - unter Berücksichtigung der Transaktionskosten - die gezielte Ausnutzung von Preis-, Kurs- oder Zinsdifferenzen eines Wirtschaftsgutes, die zu einem bestimmten Zeitpunkt an verschiedenen Börsenplätzen gegeben sind. Bei diesen Gütern handelt es sich um Effekten (Effektenarbitrage), Termingeld, Devisen, Edelmetalle und andere Handelsobjekte. Die Zielsetzung der Arbitrage liegen entweder in der Gewinnerzielung (Differenzarbitrage) oder Verlustvermeidung (Ausgleichsarbitrage). Bei der Differenzarbitrage nutzt der Arbitrageur die unterschiedlichen Kursdifferenzen, indem er zwei (oder mehr) entgegengesetzte Kontrakte abschließt. Der Gewinn ergibt sich dann aus der Kursdifferenz. Bei der Ausgleichsarbitrage geht der Arbitrageur zur Absicherung einer Verpflichtung (Kauf oder Verkauf) die günstigste Gegenposition (Verkauf oder Kauf) ein. Differenz- und Ausgleichsarbitrage werden unter dem Begriff Raumarbitrage subsumiert. Bestehen zwischen den verschiedenen Märkten Valutierungsdifferenzen (Ausnahmesituation bedingt durch z.B. Feiertage), ist u.U. Zeitarbitrage möglich.

Arbitrage ist nur auf Basis eines guten Informationssystems möglich. Sie ist für den Arbitrageur im Regelfall risikolos. Auf Grund der modernen elektronischen Informations- und Kommunikationssysteme und die damit gegebene Markttransparenz ist Arbitrage nur noch begrenzt lohnend, da die Margen zu gering sind. Bei der Arbitrage wird daher zunehmend wie beim Zins- und Währungsswap auf die Ausnutzung unterschiedlicher Bonitäten oder Marktzugangsvoraussetzungen abgestellt. Darüber hinaus hat die Arbitrage zwischen verschiedenen Handelsobjekten, wie z.B. zwischen Geldmarktforderungen und Financial Futures, an Bedeutung gewonnen.


Asiatische Option Bezeichnung für eine Optionsvariante, deren Wert sich - im Gegensatz zur Europäischen Option und zur American Option - nicht durch den aktuellen Kurs (Preis) des Basistitels am Tag der Ausübung, sondern durch den Durchschnittskurs (-preis) des Basistitels - bezogen auf einen bestimmten Zeitraum - ergibt.


Ask (Asked Price); angelsächsische Bezeichnung für Briefkurs. Preis, zu welchem ein Finanzinstrument zum Verkauf angeboten wird. Gegenteil: Bid.


Asset Backed Security (ABS) Anleihe, die durch einen Pool definierter Aktiva, wie Kredite (z.B. Automobilkredite, Hypothekarkredite), die durch die Anleiheemittentin eingeräumt wurden, unterlegt ist.


Asset Swap
  1. allgemein: Tausch von Vermögenswerten oder Zahlungsverpflichtungen;
  2. Synonym für Asset-based Swap. Hierbei handelt es sich um einen Zins-Swap. Hier hält derjenige, der den Festzins zahlt, ein Anleiheinvestment, dessen Zahlungsströme (Zinshöhe, Zinszahlungszeitpunkte, Denomination) sich in den Swap-Bedingungen widerspiegeln.


At the money Eine Option bzw. Optionsschein ist "at the money" wenn ihr innerer Wert=0 ist. Dieser Fall tritt ein, wenn Basispreis und der aktuelle Preis des Basisgutes miteinander identisch sind.


Aufgeld
  1. allg. Agio
  2. Kennzahl innerhalb der Optionsschein-Bewertung. Es gibt bei einem Call-Optionsschein (Put-Optionsschein) an, um wieviel Prozent teurer der Erwerb (Verkauf) des Basisobjekts durch Kauf des Optionsrechts und seine sofortige Ausübung gegenüber dem direkten Erwerb (Verkauf) des Basiswerts ist.


Aufwertung Verschiebung des Wechselkurses der inländischen Währung im Verhältnis zu ausländischen Währungen. Bei Preisnotierung, z.B. Euro /1 US-Dollar (Mengennotierung: z.B. £/1 Euro ), fällt (steigt) der Devisenkurs in Reaktion auf die Aufwertung.


Aufzinsungspapier Bezeichnung für ein Wertpapier ohne laufende periodische Zinszahlungen. Der Zinsertrag stellt sich hier aus der Differenz zwischen Rückzahlungskurs und Emissionskurs dar. Beispiel: Zerobond in der Variante Aufzinsungstyp.


Aus dem Geld Option (out of the money option); Bezeichnung für eine Option, die bei sofortiger Ausübung einen negativen Ausübungswert aufweist. Die Option hat somit zu diesem Zeitpunkt keinen inneren Wert. Eine Call-Option (Put-Option) ist out of the money (aus dem Geld), wenn der Kassakurs des Basiswertes unter (über) dem Basispreis der Calls (Puts) liegt. Vgl.: In the money, At the money.


Auslandsanleihen Anleihen, die von ausländischen Emittenten (hierzu gehören auch deutsche Tochterunternehmen, die im Ausland domizillieren) emittiert werden. Entsprechend ihrer Denomination wird zwischen


Auslosung von Anleihen Tilgungsverfahren bei Anleihen, welches derart geregelt ist, daß zu bestimmten Terminen per Auslosung bestimmt wird, welche Serien von Stücken im Rahmen der Tilgung bedient werden. Der Tilgungsbetrag pro Periode ist im Rahmen des ex ante aufgestellten Tilgungsplans definiert.


Außenfinanzierung (externe, exogene Finanzierung, Marktfinanzierung); Deckung des Kapitalbedarfs aus unternehmensexternen Quellen in den Formen von Eigenkapital (Eigenfinanzierung, Beteiligungsfinanzierung) oder/und Fremdkapital (Fremdfinanzierung). Die quantitative Bedeutung der Außenfinanzierung steht in negativer Korrelation zur Innenfinanzierung und schwankt im Zeitablauf. Wesentliche Einflußfaktoren für die quantitative Bedeutung der Außenfinanzierung sind neben der Höhe des Kapitalbedarfs und des Innenfinanzierungspotentials die Konditionen an den Finanzmärkten, die Rechtsform, steuerrechtliche Gesichtspunkte sowie die finanzwirtschaftlichen Ziele der Unternehmung.


Außerbörslicher Wertpapierhandel Wertpapierhandel, der außerhalb der Börsen vornehmlich vor- und nachbörslich praktiziert wird. Der Handel findet in erster Linie zwischen Banken, sowie Banken und Versicherungsgesellschaften oder anderen institutionellen Kapitalanlegern statt.


Außerordentliche Hauptversammlung Bezeichnung für jede Hauptversammlung, die nicht eine ordentliche Hauptversammlung (regelmäßig jährlich wiederkehrende Hauptversammlung gem. § 175 ff AktG) ist. Die außerordentliche Hauptversammlung ist vom Vorstand Baisse Bezeichnung für eine negative Entwicklung an Börsen, die sich in einer gleichgerichteten Kursentwicklung ausdrückt. Sie kann sich auf alle Märkte oder lediglich Teilmärkte erstrecken (Gegenteil: Hausse).


Baisse-Engagement Bezeichnung für eine vertragliche Verpflichtung zum Verkauf von Wertpapieren per Termin, bei der sich der Verkäufer aber in einer Leerposition befindet. Der Verkäufer in seiner Eigenschaft als Baissiersetzt auf sinkende Kurse, zu denen er kurz vor der Lieferungsverpflichtung (Erfüllungstermin) die erforderliche Eindeckung vornehmen will.


Balkenchart (Barchart); stellt für einen jeweils definierten Zeitraum die Höchst- und Tiefstkurse graphisch durch eine senkrechte Linie (sie gibt die jeweilige Kursspanne wieder) dar. Zusätzlich erfolgt im Regelfall auf der Abszisse des Chartblatts eine Darstellung der Börsenumsätze je Zeiteinheit (i.d.R. Börsentag).


Bandbreiten-Optionsschein Optionsschein-Variante, die dem Investor dann einen Gewinn eröffnet, wenn sich der Preis (Kurs) des Basiswertes innerhalb einer ex ante definierten Bandbreite befindet. Ist dies nicht der Fall, erfolgt die Rückzahlung des investierten Kapitals.


Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) (Bank for International Settlements, BIS); Kreditinstitut, welches 1930 für die Abwicklung der deutschen Reparationszahlungen gegründet wurde. Das Kreditinstitut firmiert als Aktiengesellschaft mit Sitz in Basel. Aktionäre der BIZ sind nahezu sämtliche europäischen Notenbanken. Die ursprüngliche Aufgabenstellung entfiel bereits 1931 im Zusammenhang mit dem Hoover-Moratorium. Die Aufgabe der Bank ist heute auf die Förderung der Zusammenarbeit der Notenbanken, die Schaffung neuer Möglichkeiten für internationale Finanzgeschäfte und die Ausübung von Treuhänder- und Agentenfunktionen der ihr übertragenen Zahlungsgeschäfte ausgerichtet. Die Geschäfte der BIZ müssen mit der Politik der Mitglieds-Notenbanken vereinbar sein. Sie umfassen insbesondere Gold- und Devisengeschäfte für eigene Rechnung und für Rechnung der Notenbanken. Außerdem darf die BIZ Konten bei Zentralbanken unterhalten und ihrerseits Einlagen von Zentralbanken entgegennehmen sowie Agenten- und Korrespondentenfunktionen für die Zentralbanken übernehmen. Soweit kein Einspruch durch die Zentralbanken vorliegt, darf die BIZ derartige Geschäfte auch mit Banken-, Handels- und Industrieunternehmen sowie Privatpersonen tätigen. Untersagt sind der BIZ folgende Geschäfte: Notenausgabe, Akzeptierung von Wechseln, Kreditgewährung an Regierungen.

Der Bank wurden im Zeitablauf zahlreiche Agentenfunktionen übertragen. Die weiteren Tätigkeitsfelder der Bank leiten sich in erster Linie aus ihrer Instrumentalfunktion ab, die sie zum Zweck der internationalen Kooperation der Notenbanken erfüllt.


Bankauskunft Auskunftserteilung durch Banken über persönliche, wirtschaftliche und finanzielle Verhältnisse einzelner Kunden. Sie ist grundsätzlich durch den Datenschutz gem. Datenschutzgesetz sowie das Bankgeheimnis stark eingeschränkt. Eine Bankauskunft wird erforderlich:


Banken Kreditinstitute) gem. § 1 (1) KWG Unternehmen, die Bankgeschäfte betreiben, wenn der Umfang dieser Geschäfte einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert. Die einzelnen Bankgeschäfte sind gem. § 1 (1) KWG:
  1. Annahme fremder Gelder als Einlagen ohne Rücksicht darauf, ob Zinsen vergütet werden (Einlagengeschäft);
  2. die Gewährung von Gelddarlehen und Akzeptkrediten (Kreditgeschäft);
  3. der Ankauf von Wechseln und Schecks (Diskontgeschäft);
  4. die Anschaffung und Veräußerung von Wertpapieren für andere (Effektengeschäft);
  5. die Verwahrung und die Verwaltung von Wertpapieren für andere (Depotgeschäft);
  6. die in § 1 des Gesetzes über Kapitalanlagegesellschaften bezeichneten Geschäfte (Investmentgeschäft);
  7. die Eingehung der Verpflichtung, Darlehensforderungen vor Fälligkeit zu erwerben;
  8. die Übernahme von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Gewährleistungen für andere (Garantiegeschäft);
  9. die Durchführung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs und des Abrechnungsverkehrs (Girogeschäft).
Eine Reihe von Institutionen, so z.B. die Deutsche Bundesbank, gelten gem. § 2 (1) KWG nicht als Kreditinstitute i.S. des Gesetzes, obwohl sie eindeutig Bankgeschäfte i.S. des § 1 (1) KWG tätigen. Diese Legaldefinition ist zudem auf den Geltungsbereich der Bundesrepublik Deutschland beschränkt, eignet sich somit auch bei grenzüberschreitender Betrachtung nicht.

Der ökonomische Bankbegriff ist allgemeiner gefaßt und umfaßt i.d.R. in Abhängigkeit vom jeweiligen Untersuchungsgegenstand grundsätzlich alle Institutionen, die national oder/und international Bankgeschäfte tätigen. Außerdem wird meist der makroökonomische Aspekt einbezogen. Dies gilt somit auch für die Zentralnotenbank, die sich von den Geschäftsbanken durch ihre spezifische Funktion unterscheidet. Die Geschäftsbanken lassen sich wie folgt in Anlehnung an die Monatsberichte der Deutschen Bundesbank gruppieren:

  1. Kreditbanken
  2. Girozentralen und Sparkassen;
  3. Genossenschaftliche Zentralbanken und Kreditgenossenschaften;
  4. Realkreditinstitute
  5. Teilzahlungskreditinstitute;
  6. Kreditinstitute mit Sonderaufgaben;
  7. Postbank.
Grundsätzlich ergibt sich im Hinblick auf den Umfang der getätigten Bankgeschäfte die Möglichkeit einer Klassifikation in Universalbanken (Banken die sämtliche Bankgeschäfte tätigen und Spezialbanken (Banken, die lediglich einzelne Bankgeschäfte ausführen).


Bankenaufsicht staatliche Maßnahmen zur Genehmigung und Überwachung der laufenden Geschäftstätigkeit von Banken mit der Zielsetzung, auf diesem Wege Gläubigeransprüche gegenüber den Banken zu bewahren, sowie die Funktionsfähigkeit des gesamten Kreditwesens und die der Währungspolitik zu garantieren. Generelle Ansatzpunkte der Bankaufsicht sind:
  1. Marktzulassung. Sie ist von einer Konzessionserteilung abhängig, wobei das Konzessionsprinzip weltweit in unterschiedlichen Varianten gehandhabt wird. Die Marktzulassung kann dann wieder entzogen werden, wenn Voraussetzungen der Marktzulassungen nicht mehr erfüllt werden und/oder die Bank aus der laufenden Geschäftstätigkeit in Liquiditätsschwierigkeiten geraten ist oder/und außerordentlich hohe Verluste erlitten hat.
  2. Spezifizierung und laufende Überwachung der Geschäftstätigkeit. Die wesentlichen Ansatzpunkte sind hier i.d.R. das Banksortiment, das Geschäftsgebiet und das Geschäftsvolumen.
Die Durchführung der Bankenaufsicht ist vom Staat entweder der Notenbank oder einer eigens hierfür geschaffenen Aufsichtsbehörde übertragen. Die Normen aufsichtsrechtlicher Tätigkeit können der Aufsichtsbehörde vom Staat in Form eingehender gesetzlicher Vorschriften vorgegeben sein. Denkbar ist auch, daß die Aufsichtsbehörden weitgehend ohne detaillierte Vorgaben des Gesetzgebers handeln. In der Bundesrepublik Deutschland wird die Bankenaufsicht durch das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen erfüllt, welches im Wege der Amtshilfe Unterstützung durch die Deutsche Bundesbank erfährt.


Bardividende Dividendenverteilung in bar nach Abzug der körperschaftsteuerlichen Ausschüttungsbelastung (Dividende).


Bärenfalle (bear trap); Terminus, der den Tatbestand kennzeichnet, daß ein Baissier, der sich der technischen Analyse bedient und sich in seinen Entscheidungen vollständig auf sie verläßt, auf Grund einer falschen Prognose, die das technische System anbietet, eine Fehlentscheidung trifft.


Basis Aktie (underlying stock); Bezeichnung für die einer Option als Basisobjekt (Underlying, Basiswert) zugrunde liegende Aktie.


Basis Preis
  1. allgemein: Referenzpreis oder Referenzkurs
  2. (strike price, exercise price); derjenige Preis oder Kurs, zu welchem innerhalb eines festgelegten Zeitraums oder zu welchem Zeitpunkt ein Basisobjekt bei Optionserfüllung gekauft (Call Option) oder verkauft (Put Option) werden kann. Basispreise für Optionen können Kassainstrumente, Terminkontrakte auf Währungen, Zinsen, Optionen auf Optionen und Indizes sein.


Basket Warrant Call-Optionsschein, der zum Bezug (Call-Optionsschein) auf einen Aktienkorb berechtigt. Im Regelfall sind innerhalb eines solchen Korbs Aktien bestimmter Branchen enthalten (z.B. Car-Basket, Railway-Basket, Deutscher Chemie Basket). Denkbar sind aber auch Baskets, die aus Aktien verschiedener Branchen oder aus Aktien und Anleihen zusammengesetzt sind.


BCI 30 Aktienindex Aktienkursindex, welchen die Banca Commerciale Italiana entwickelt hat. Es handelt sich um einen nach Marktkapitalisierung gewichteten Kursindex. Er wird während der Handelszeit auf Basis von jeweils 30 an der Mailänder Börse notierten Aktienwerten errechnet. Diese Werte verfügen über die größte Liquidität und Marktkapitalisierung.

Bear Market Bezeichnung für einen Markt, der sich durch eine fallende Kursentwicklung auszeichnet.


Begebungskonsortium Form eines Emissionskonsortiums, welches für die Emittentin bei der Erstplazierung von Effekten als Kommissionärin tätig wird. D.h., daß das Begebungskonsortium im Auftrag sowie auf Rechnung und Risiko der Emittentin arbeitet. Bei Fehleinschätzungen trägt die Emittentin das Plazierungsrisiko, was insbesondere bei Aktienemissionen zu erheblichen Schwierigkeiten führen kann. (Vgl.: Übernahmekonsortium).


Belegschaftsaktien Aktien, die von Aktiengesellschaften zu Vorzugskonditionen (u.U. ohne Entgelt) an die eigenen Mitarbeiter ausgegeben werden. Die Aktien werden entweder im Rahmen einer bedingten Kapitalerhöhung gem. § 192 (2) AktG geschaffen, oder aus dem Erwerb eigener Aktien gem. § 71 AktG bereitgestellt. Die Belegschaftsaktien unterliegen ex Emission einer Sperrfrist, die gem. § 19a Abs. 1 EStG sechs Jahre beträgt und gem. § 4 Abs. 2 Nr. 2. 5 VermBG mit sieben Jahren festgelegt ist.


Benchmark anglo-amerikanische Bezeichnung für eine Beziehungsgröße (z.B. Referenzzins, Aktienindex), die dem Investor bei einem Investment als Basis für eine Erfolgsbeurteilung dient.


Bermuda Option Kauf- oder Verkaufsoption, die während der Laufdauer zu vertraglich fixierten Zeitpunkten ausgeübt werden kann. Damit kann die Bermuda Option weder dem Typus der American (Style) Option noch dem der European (Style) Option zugeordnet werden.


Beta-Faktor gilt allgemein als Maßgröße, welche die relative Schwankungsbreite eines Finanztitels im Verhältnis zum Gesamtmarkt demonstriert. Ein Beta-Faktor von 1,2 zeigt z.B., daß sich der Kurs eines Finanztitels (z.B. Aktie) um 1,2% stärker bewegt hat, wenn sich der Gesamtmarkt um 1% verändert hat. Der niedrigste Beta-Faktor ist "0" (keinerlei Veränderungen auf Marktveränderungen), der höchste Beta-Faktor ist "2" (extrem volatile Finanztitel).


Bezugsangebot (Bezugsaufforderung); Aufforderung der bisherigen Aktionäre zum Bezug neuer Aktien. Die Veröffentlichung erfolgt im Bundesanzeiger und bei Börsenpapieren im Pflichtblatt der Börse. Depotkunden erhalten eine Benachrichtigung der Hausbank. Reagieren Depotkunden nicht auf ein Bezugsangebot, so verkauft die Hausbank am letzten Handelstag die Bezugsrechte.


Bezugsfrist Zeitspanne für die Ausübung des Bezugsrechts gem. § 186 (1) AktG. Mindestzeitraum ist zwei Wochen. Wird die Bezugsfrist nicht genutzt, verfallen die Bezugsrechte.


Bezugskurs (Bezugspreis) derjenige Kurs (Preis), zu welchem Inhaber von Aktien eines Unternehmens oder ein anderes Basisobjekt erwerben können.


Bezugsrecht (subscription rights, stock rights); Recht der Aktionäre, bei einer Kapitalerhöhung entsprechend ihrem Anteil am bisherigen Grundkapital junge Aktien zu beziehen. Bezugsrechte auf Aktien sind gegeben im Zusammenhang mit Mit der Einräumung des Bezugsrechts soll den Aktionären grundsätzlich die Möglichkeit eröffnet werden, ihren relativen Anteil am Grundkapital zu halten und zugleich Machtstrukturverschiebungen vorzubeugen. Im Regelfall liegt der Emissionkurs von Aktien unter dem des Börsenkurses (Disagio). Hierdurch entsteht einerseits ein Zeichnungsanreiz für die bisherigen Aktionäre, andererseits eine Kapitalverwässerung. Üben bisherige Aktionäre ein Bezugsrecht nicht aus, so erleiden sie bei einem Emissionskurs Börsenkurs zwangsläufig einen Vermögensverlust. Daraus wird deutlich, daß das Bezugsrecht, wird es nicht ausgeübt, wirtschaftlich gesehen eine Vermögensumschichtung darstellt. Sein Wert je Aktie entspricht der Differenz Börsenkurs vor der Kapitalerhöhung zum Kurs, der mit Beginn der Bezugsfrist mit Bezugsrechtsabschlag (ex Bezugsrecht) genannt wird. Der rechnerische Wert des Bezugsrechts wird durch die vier Komponenten Börsenkurs der alten Aktien, Emissionskurs der jungen Aktien, dem Bezugsverhältnis sowie ggf. der Dividendenberechtigung der jungen Aktien abgeleitet. Bezugsverhältnis: Relation altes Grundkapital zu Erhöhungskapital: Emissionskurs: festgelegter Bezugspreis der jungen Aktien. Allgemein ist folgender Weg der Wertermittlung üblich:

Rechnerischer Wert des Bezugsrechts = (Börsenkurs alte Aktie - Bezugskurs) : (Bezugsverhältnis + 1)

Junge Aktien können einen Dividendenvorteil oder -nachteil gegenüber den alten Aktien haben. Ein Dividendennachteil entsteht, wenn die junge Aktie für das laufende Geschäftsjahr nicht voll dividendenberechtigt ist. Ein Dividendennachteil wird zum Bezugskurs addiert (subtrahiert).


Bilanzanalyse Analyse von Bilanz, GuV und Geschäftsbericht mit dem Ziel, einen gesicherten Eindruck über die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage des Unternehmens zu erhalten. Sie ist i.d.R. ein Teil der umfassenderen Finanzanalyse. Die Schwerpunkte der externen Bilanzanalyse sind auf die Beurteilung der Rentabilität, Vermögens- und Kapitalstruktur sowie des finanziellen Gleichgewichts ausgerichtet. Als notwendiges Instrumentarium dient ein auf die Bilanzanalyse ausgerichtetes Kennzahlensystem (Kennzahlen). Im Rahmen der externen Bilanzanalyse können aber nur begrenzt Aussagen gewonnen werden, weil jede Bilanz einen Stichtags- und Vergangenheitscharakter hat. Zudem werden wesentliche Informationen nicht vermittelt. Dies sind z.B. Aussagen über offene Kreditlinien, sog. schwebende Geschäfte, Prolongationsmöglichkeiten bei auslaufenden Krediten, stille Reserven durch überhöhte Abschreibungen, nicht ausgewiesene Wertsteigerungen bei Aktiva etc.


Black & Scholes - Modell Modell zur theoretischen, fairen Bewertung einer europäischen Option auf Aktien. Der Ansatz basiert auf folgenden Prämissen: Es handelt sich um Optionen europäischen Typs, der konstante Zinssatz auf risikolose Anlagen ist bekannt, Soll- und Habenzins sind identisch, Kredite sind in beliebiger Höhe zum risikolosen Zins erhältlich, es erfolgen keine Dividendenzahlungen während der Laufdauer der Option, die Aktienkurse folgen einer zufallsbedingten Kursentwicklung, ihre Renditen sind lognormalverteilt, es herrscht Arbitragefreiheit bei Unterstellung einer konstanten Volatilität, Transaktionskosten existieren nicht.


Blue Chips anglo-amerikanische Bezeichnung für Aktien erstklassiger Unternehmen, insbesondere für solche, die im Dow-Jones-Index erfaßt werden. Sie zeichnen sich durch hohes Rating und i.d.R. ein gutes Kurs/Gewinnverhältnis aus. In Deutschland spricht man von Standardpapieren. Bogen (coupon sheet); Die Wertpapierurkunde besteht aus Bogen (Zinsscheinbogen, Dividendenschein) und Mantel. Der Bogen setzt sich zusammen aus dem Coupon und dem Erneuerungsschein. Coupons sind z.B. der Zinsschein und bei Aktien und Genußscheinen der Gewinnanteilschein (insbesondere Dividendenschein).


Bookbuilding-Verfahren (Buchführungs-Verfahren); Syndizierungsverfahren von Emissionen. Gegenüber dem klassischen Festpreisverfahren ermöglicht das Bookbuilding-Verfahren die Möglichkeit der Einbeziehung der Großinvestoren bei der Emissionspreisfestsetzung. Zugleich wird durch die Emittentin das Ziel der möglichst dauerhaften Titelplazierung verfolgt. Zeitlich verläuft dieses Verfahren in etwa nach folgendem Muster:
  1. Im Rahmen einer "Pre-Marketing-Phase" wird potentiellen Großanlegern die Investitionsmöglichkeit vorgestellt, um vor dem Hintergrund der Marktlage und des spezifischen Chance-Risiko-Profils eine Richtgröße durch Vorgabe einer Spanne für den Emissionskurs für den späteren Emissionskurs herauszuarbeiten.
  2. Im Rahmen der sich anschließenden "Marketing-Phase" werden die potentiellen institutionellen Großinvestoren gezielt angesprochen.
  3. In der sich anschließenden "Order-Taking-Periode" können die Investoren innerhalb einer definierten Preisspanne ihre Zeichnungswünsche abgeben.
Am Ende dieser Phase erstellt der Lead-Manager, der im Regelfall zugleich als Book Runner fungiert, ein Profil der Marktstruktur für diesen Standardwert nach den Gesichtspunkten: Mit dem Abschluß der Order-Taking-Periode liegen die Zeichnungswünsche vor. Auf Basis der nun bekannten Marktstruktur legen Konsortialführer und Emittentin den Emissionspreis fest, der nach ihrer Ansicht in optimaler Weise die Marktstruktur, Investortypen, Stückzahlen und regionale Emissionsgebiete berücksichtigt. Die Zuteilung erfolgt nun in der Zuteilungsphase. Den Konsorten werden im Rahmen der "directed allocation" die Zuteilungsquoten für die zeichnenden Investoren vorgegeben. Zusätzlich sind aber auch weitere Zuteilungen durch die Banken nach freiem Ermessen ("free allocation") möglich. Zur Kurspflege steht den Emissionshäusern im Rahmen der Emission der Greenshoe zur Verfügung. Hierbei handelt es sich um die Option des Emissionskonsortiums gegenüber den Emittentin auf zusätzliches Emissionsmaterial zu Originalkonditionen.


Börse ökonomischer Ort, an welchem fungible, abwesende Güter gehandelt werden. Die Marktveranstaltungen finden regelmäßig innerhalb einer begrenzten Zeit statt. Börsen unterscheiden sich nach Ihrer Bedeutung entsprechend wird die führende Börse eines Landes als Zentral- oder Leitbörse bezeichnet.


Börsenaufsichtsichtsbehörde Übt gem. § 1 (2) BörsG die Aufsicht über die Börse nach den Vorschriften des Börsengesetzes aus. Ihrer Aufsicht unterliegen auch diejenigen Einrichtungen, die sich auf den Börsenverkehr beziehen. Die Aufsicht erstreckt sich auf die Einhaltung der börsenrechtlichen Vorschriften und Anordnungen sowie die ordnungsmäßige Durchführung des Handels an der Börse einschließlich der Börsengeschäftsabwicklung. Für die Durchführung der Aufsicht an der Börse kann die Börsenaufsichtsbehörde gem. § 1 (3) BörsG einen Staatskommissar einsetzen. Grundsätzlich ist die Börsenaufsichtsbehörde zur Teilnahme an allen Sitzungen der Börsenorgane berechtigt.


Börsenauftrag Kauf- oder Verkaufsauftrag von Wertpapieren, der in Deutschland per Bank an die Börse gegeben wird. Börsenaufträge müssen u. a. als Angaben enthalten: Börsenhandel, Zulassung zum Zum Besuch der Börse und zur Teilnahme am Börsenhandel gem. § 7 BörsG ist eine Zulassung durch die Geschäftsführung der Börse erforderlich. Zum Börsenhandel darf nur zugelassen werden, wer gewerbsmäßig bei börsenmäßig handelbaren Gegenständen Die Zulassung von Personen ohne das Recht zur Teilnahme am Handel regelt die Börsenordnung. Die Zulassung eines Unternehmens zur Teilnahme am Börsenhandel ist gem § 7 (4) BörsG entsprechend der Rechtsform an die Vertretungsbefugnis (Einzelkaufmann, Geschäftsführer) der beauftragten Person, ihre fachliche Kompetenz und Seriosität, die ordnungsgemäße Abwicklung der Geschäfte (ggf. Sicherheitleistung) und - soweit der Antragsteller kein Kreditinstitut ist - ein Eigenkapital von mindestens 100.000 DM gebunden. Die Höhe der Sicherheitsleistung nach § 7 Abs. 4 Nr. 3 BörsG bestimmt sich nach Art und Umfang der erstrebten und ausgeführten Geschäftstätigkeit und nach der Zahl der für das antragstellende Unternehmen zugelassenen natürlichen Personen, die für das Unternehmen Geschäfte abschließen. Die Personen, die berechtigt sein sollen, für ein zugelassenes Unternehmen als Börsenhändler zu fungieren, müssen eine entsprechende berufliche Eignung nachweisen und zuverlässig sein. Das Nähere bestimmt gem. § 7 (6) BörsG die Börsenordnung.


Börsenordnung Gem § 4 BörsG erläßt der Börsenrat die Börsenordnung als Satzung. Soweit eine öffentlich-rechtliche Körperschaft Träger der Börse ist, ist die Börsenordnung im Einvernehmen mit ihr zu erlassen. Die Börsenordnung bedarf der Genehmigung durch die Börsenaufsichtsbehörde und muß entsprechende Bestimmungen enthalten über: Bei Wertpapierbörsen muß die Börsenordnung außerdem Bestimmungen über die Zusammensetzung und Wahl der Mitglieder der Zulassungsstelle sowie die Bedeutung und Kurszusätze und -hinweise enthalten.


Börsensegmente (Marktsegmente); Börsenteilmärkte im Wertpapierhandel. Grundsätzlich wird zwischen vertikalen und horizontalen Marktsegmenten differenziert. Vertikale Marktsegmente ergeben sich in erster Linie durch unterschiedliche Vorschriften der Börsenzulassung, Pflichten des Emittenten bereits zugelassener Wertpapiere sowie abweichende Handelsverfahren. Vertikale Börsensegmente sind der Amtliche Handel (1. Markt), Geregelter Markt (2. Markt), Freiverkehr (3. Markt), Neuer Markt. Horizontale Marktsegmente entstehen durch die Aufgliederung von vertikalen Marktsegmente in weitere Teilmärkte (z.B. Kassa-, Termin-, Optionsmarkt).


Brady Bonds Bezeichnung für Anleihen, die im Rahmen der "Brady Initiative" zur Verbriefung von Problemschulden von Entwicklungsländern aufgelegt wurden. Die wertpapiermäßige Unterlegung (Securitisation) wurde vollzogen, indem notleidende Kredite mit einem Abschlag in - im Regelfall längerfristige - Anleihen verwandelt werden. Die Höhe des Abschlags richtet sich nach der Höhe des Kreditrisikos und der Kreditlaufdauer. Grundsätzlich sind Brady-Bonds als ausgesprochen risikoreiche Anlagemöglichkeit anzusehen, finden aber zunehmend wegen ihrer hohen Effektivverzinsung ein zunehmend reges Interesse. So wird geschätzt, daß ca. 10 - 15 % dieser Bonds in den Beständen institutioneller Anleger liegen. Brady-Bonds werden von den Investoren dann besonders präferiert, wenn sie als Floating Rate Notes in Form einer Step Up Issue konzipiert sind.


Briefkurs (Angebotskurs); Bezeichnung für denjenigen Kurs, zu welchem ein Angebot existiert.


Bruttodividende von der Hauptversammlung festgesetzte Dividende ohne Abzug der Körperschaftsteuer.


Bull Market Haussemarkt (vgl. Hausse).


Bullenfalle (bull trap); Terminus, der den Tatbestand kennzeichnet, daß ein Haussier, der sich der technischen Analyse bedient und sich in seinen Entscheidungen vollständig auf sie verläßt, auf Grund einer falschen Prognose, die das technische System anbietet, eine Fehlentscheidung trifft. Gegensatz: Bärenfalle.


Bundesanleihen langfristige Schuldverschreibungen des Bundes (Bundesrepublik Deutschland) mit einem Nennwert von 1.000 DM. Die Laufdauern der Neuemissionen bewegen sich zumeist im Spektrum von 10-30 Jahren. Es existieren über 100 börsennotierte Titel im Laufzeitspektrum 1 Monat bis 28 Jahre. Die Rückzahlung erfolgt zum Nennwert. Bundesanleihen sind mündelsicher, deckungsstockfähig, lombard- und pensionsfähig. Neben den Bundesanleihen emittiert der Bund als weitere mittelfristige Schuldverschreibungen die Bundesobligationen und Bundesschatzbriefe sowie die kurzfristigen Finanzierungsschätze.


Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe) selbständige Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Finanzen mit Sitz in Frankfurt/Main. Das BAWe hat die Aufgabe der bundesweiten Marktaufsicht für das Börsenwesen in der Bundesrepublik Deutschland und nimmt die Funktionen der börsenübergreifenden Marktaufsicht nach den Vorschriften des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) wahr. Damit soll etwaigen Mißständen entgegengewirkt werden, welche die ordnungsmäßige Durchführung des Wertpapierhandels beeinträchtigen oder erhebliche Nachteile für den Wertpapierhandel bewirken können. Das BAWE kann Anordnungen treffen, die geeignet sind, derartige Mißstände zu beseitigen oder zu verhindern. Außerdem vertritt die Behörde die deutschen Interessen in der Internationalen Organisationen der Wertpapieraufsichtsbehörden (IOSCO).


Bundesobligation Schuldverschreibung des Bundes mit einer Laufzeit von fünf Jahren. Diese Titel werden im Rahmen einer Daueremission als Wertrechtsanleihen emittiert. Der Verkauf erfolgt über Kreditinstitute, wobei die jeweiligen Serien der jeweils herrschenden Marktlage (Zinsniveau) angepaßt werden. Bundesobligationen sind zum amtlichen Börsenhandel zugelassen. Die gesamtfälligen Titel haben einen Nennwert von 100 DM, die Zinszahlungen erfolgen jährlich, können vor Börseneinführung nur von natürlichen Personen sowie gemeinnützigen, mildtätigen und kirchlichen Einrichtungen, nach Börseneinführung von jedermann erworben werden. Bundesobligationen sind mündelsicher, lombard-, deckungsstock- und pensionsfähig.


Bundesschatzbriefe Schuldverschreibungen des Bundes mit einem Nennwert von 100 DM. Die Zinszahlungen erfolgen bei Typ A jährlich, bei Typ B als Zinsansammlung am Laufzeitende zusammen mit der Rückzahlung des Anlagebetrages (Nennwert). Bundesschatzbriefe können nur durch natürliche Personen sowie gemeinnützige, mildtätige und kirchliche Einrichtungen erworben werden. Die vorzeitige Rückgabe ist nach dem ersten Laufzeitjahr bis zu 10.000 DM je Gläubiger innerhalb 30 Zinstagen möglich.

Call Option
  1. Bezeichnung für eine Kaufoption (Optionsgeschäft).
  2. Bezeichnet außerdem den Fall, daß dem Emittenten einer(s) Schuldverschreibung, Genußscheins, unter bestimmten Bedingungen ein vorzeitiges Kündigungsrecht eingeräumt wird (Callable Bond).
  3. Berechtigung eines Optionsscheinemittenten zur vorzeitigen Kündigung (jederzeit oder nur zu bestimmten Zeitpunkten bei definierten Nebenbedingungen). Optionsscheine, die mit derartigen Bedingungen ausgestattet sind, werden als Callable Warrants bezeichnet.
  4. Berechtigung eines oder beider Swap-Partner (Swap) eine Swapvereinbarung vorzeitig zu kündigen oder die vereinbarte Laufzeit eines Swap zu verkürzen (Callable Swap).


Candle Charts (Kerzencharts); Methode der technischen Analyse in Japan, die älter ist als die Point-and Figure-Charts oder die Barcharts (Balkencharts). Bei dieser Methode werden grundsätzlich die gleichen technischen Analysen, die mit den westlichen Chartmethoden (z.B. Trendlinien, Gleitende Durchschnitte etc) Anwendung finden, eingesetzt. Allerdings bietet die Chandlestickmethode im Vergleich zu den westlichen Methoden zusätzliche Signale.


Cap
  1. (Zinsdeckel) Höchstzinssatz bei Cap-Floatern (vgl. Floating Rate Notes)-sog. "verbundene Caps".
  2. Unter diesem Begriff werden aber auch die Zinsausgleichsvereinbarungen - sog. "separate Caps" - zusammengefaßt, die als eigenständiges Recht gehandelt werden. Der Käufer eines Cap ist bereit, eine Prämie (Cap-Fee, Cap-Prämie) dafür zu zahlen, daß ihm der Verkäufer die Differenz zwischen einem vereinbarten Zinssatz (Cap-Satz) und dem Marktzinsniveau vergütet, sobald das Geldmarktzinsniveau den vereinbarten Zinssatz überschreitet. Der Käufer des Rechts kann sich damit gegenüber Zinssteigerungen absichern. Seine variabel verzinslichen Verpflichtungen erhalten bei Erreichen des Cap-Satzes Festzinssatzcharakter. Der Verkäufer des Cap erhält für die Zinsausgleichsvereinbarung eine Prämie (Cap-Prämie). Sobald das Marktzinsniveau den Cap-Satz überschreitet, kommt auf ihn eine Zahlungsverpflichtung zu.
Caps werden i.d.R. aus Cap-Floatern abgeleitet. Der Emittent oder Konsortialführer erhält für das eigenständige, von der Anleihe abgetrennte Recht eine höhere Prämie als der Konditionenunterschied zwischen dem normalen Floater und dem Cap-Floater ausmacht. Durch den Verkauf des Cap kann er die Einstandskosten für den dann wieder voll variabel gewordenen Floater reduzieren. Für Caps hat sich ein eigenständiger Markt entwickelt. Die Cap-Prämie wird periodisch oder einmalig in abgezinster Form (flat) bezahlt.


Cash Flow anglo-amerikanischer Begriff, für den im deutschen Sprachraum kein einheitlicher Terminus existiert. Allgemein wird der Cash Flow als der finanzwirtschaftliche Überschuß (Einnahmenüberschuß) einer Periode verstanden. Der Cash Flow findet Anwendung bei den Verfahren der Investitionsrechnung, die im Rahmen der Beurteilung von anstehenden Investitionsvorhaben quantifizierbare Daten für die Entscheidung liefern sollen. Eine Investition wird bei den dynamischen Verfahren (z.B. Kapitalwertmethode, Interne Zinsfußmethode, dynamische Amortisationsrechnung) als Zahlungsreihe verstanden. Diese ergibt sich für die einzelnen Planperioden einer Investition aus der Differenz von geplanten Einzahlungen und Auszahlungen, ggf. mit/ohne Berücksichtigung von Steuern. Im weiteren Verlauf wird dann mit Hilfe eines Kalkulationszinsfußes bei den heute allgemein üblichen Verfahren auf ein Zeitzentrum abgezinst und die Summe der abgezinsten Rückflüsse dem Kapital, welches im Zeitpunkt t0 durch die Investition gebunden werden soll, gegenübergestellt.

Der Cash Flow ist ferner eine wichtige Kennzahl im Rahmen der Bilanz- und Finanzanalyse, insbesondere bei der Wertpapieranalyse und Kreditwürdigkeitsprüfung. Der Cash Flow wird hier i.d.R. zur Analyse der Ertragskraft und zur Durchleuchtung des Finanzierungspotentials (Liquiditätsanalyse) herangezogen.

Cash Flow wird nicht einheitlich definiert. Die Ursache liegt einerseits in der unterschiedlichen Zielrichtung bei seiner Anwendung, da ggf. unterschiedliche Fonds in die Betrachtung einbezogen werden. Andererseits ist sie in der Erhältlichkeit der Daten und damit in der der Berechnungsmethode begründet.

Der Cash Flow kann bei interner Analyse errechnet werden, indem von den Betriebseinnahmen die Betriebsausgaben subtrahiert werden. Dieses Verfahren ist bei externer Analyse selten anwendbar, da dann lediglich die veröffentlichten Abschlüsse vorliegen. Die Ermittlung des Cash Flow erfolgt im Fall der externen Analyse zumeist nach folgendem Schema:


Bilanzgewinn oder -verlust
+ Erhöhung der Rücklagen
(./. Auflösung von Rücklagen)
./. Gewinnvortrag aus Vorperiode
(+ Verlustvortrag aus Vorperiode)
= Jahresüberschuß oder -fehlbetrag
+ Abschreibungen
(./. Zuschreibungen)
+ Erhöhung der langfristigen Rückstellungen
(./. Minderung der langfristigen Rückstellungen)
= Cash Flow (Brutto-Cash Flow)#

Der Brutto-Cash Flow kann um die geplante Gewinnausschüttung bereinigt werden, woraus sich der Netto-Cash Flow ergibt:


Cash Flow Forecast-Rechnung
./. Gewinnausschüttung
= Netto-Cash Flow

Der jeweiligen Zielsetzung entsprechend - Analyse der Ertragskraft oder des (Innen-) Finanzierungspotentials - wird das Berechnungskonzept modifiziert.


Cash Settlement Bezeichnung für
  1. die Kassenregulierung von Effektentransaktionen;
  2. Barausgleich bei Erfüllung einer Kontraktverpflichtung aus Options- oder Terminkontrakten, wenn eine physischen Lieferung der Basisinstruments nicht vorgesehen ist.
  3. Barausgleich bei Optionsscheinen. Hier ist mit der Optionsausübung kein physischer Vorgang verbunden. Der Optionsscheininhaber erhält die Differenz zwischen dem aktuellen Markt- und Basiswert ausgezahlt.


CDAX Abk. für Composite-Dax. Marktkapitalisierungsgewichteter Index der Deutschen Wertpapierbörse AG. In die Berechnung gehen alle deutschen Aktien in den Marktsegmenten Amtlicher Handel, Geregelter Markt und Neuer Markt ein. Dies ermöglicht zugleich die Berechnung von 19 Branchenindices. Der Composite-Dax wird im Gegensatz zu den Subindices minütlich neu berechnet. Die Konstruktion des CDax ist so angelegt, daß er bewährte Strukturen und moderne Berechnungsmethoden miteinander verknüpft. So wurden zur Ermittlung einer langen Indexreihe des CDax, die die Wiederanlage der Dividenden mit einschließt, die Indexwerte des FWB-Indexes als Basis verwendet. Damit stehen Tagesschlußkurse des Composite-Dax bis zum Jahr 1970 zur Verfügung. Regelmäßig werden die Kapitalien aktualisiert. Zugleich erfolgt eine Bereinigung um Bezugsrechtsabschläge und Dividendenzahlungen. Analog zum Dax ist das Basisdatum für den CDax der Ultimo 1987, wobei die Basis des CDax auf 100 (Dax auf 1000) gesetzt wurde.


Certificate of Deposit (CD) Euro-CD, Depositenzertifikat, Einlagenzertifikat, Geldmarktzertifikat) von Banken emittierte Geldmarktpapiere in Form von Inhaberpapieren. Sie werden deshalb auch als verbriefte Bankeinlage bezeichnet. Ihre Laufzeiten sind im Gegensatz zu denen der Commercial Paper standisiert und bewegen sich zwischen 30 Tagen und 5 Jahren. Daher liegt der Schwerpunkt im Laufzeitbereich von 30 bis 180 Tagen. Sie können sowohl mit einem Festzinssatz als auch mit einem variablen Zinssatz (Floating Rate Notes) ausgestattet sein. Der Vorteil der CD's gegenüber den Termineinlagen liegt in der Sekundärmarktfähigkeit. Die Verzinsung der CD's liegt wegen der für den Anleger höheren Fungibilität unter derjenigen vergleichbarer Einlagen.


Chartanalyse Technik zur Analyse und Prognose von Kurs- und Zinsverläufen auf den Finanzmärkten. Im Gegensatz zur Fundamentalanalyse, die sich auf gesamtwirtschaftliche Daten stützt und im Bereich der Aktienanalyse vor allem unternehmensspezifische Faktoren untersucht, zieht die technische Analyse ihre Erkenntnisse aus einer exakten Beobachtung der Kursverläufe unter Einschluß von Umsatzdaten und anderen Kriterien. Von den verschiedenen Chart-Techniken sind die Bar-Chart-Analyse und die Point & Figure-Analyse die gebräuchlichsten. Bei der Bar-Chart-Analyse wird für gleiche Zeitintervalle eine senkrechte Linie in ein Koordinationssystem eingetragen, die jeweils den höchsten und tiefsten Kurs dieses Zeitabschnitts verbindet. Auf der Abszisse werden für denselben Zeitabschnitt die Umsätze aufgezeigt (Charts).


Charts graphische Darstellungen langer Zahlenreihen börsennotierter Werte (Effekten, Devisen, Waren) sowie Indizes (Indexverlauf eines Wertes, einer Branche, eines Gesamtmarkts). Damit bilden Charts die Grundlage für eine Anwendung im Rahmen der Chartanalyse. Unterschieden wird in ihrer Anwendungstechnik zwischen Liniencharts, Balkencharts (Barcharts) sowie Point-and-Figure-Charts. Werden die relevanten Daten der gewählten Methode entsprechend in das Chartblatt eingetragen, so bilden sich nach einer Reihe von Markierungen Muster oder Formationen, die allgemeine Trends für Kursentwicklungen und mögliche Signale für eine Kursumkehr vermitteln. Auf ihrer Basis werden dann Entscheidungshilfen zur Investition oder Desinvestition gewonnen.

Gleitende Durchschnitte werden im Regelfall für 38, 100 oder 200 Tage berechnet. Dabei ist zu beachten, daß der 38-Tage-Durchschnitt eher als der 100-Tage-Durchschnitt und dieser wieder eher als der 200-Tage-Durchschnitt auf Trendänderungen reagiert. Bei einem Aufwärtstrend (Abwärtstrend) wird die Trendlinie vom Chartisten oberhalb (unterhalb) der Kurskurve so gelegt, daß sie zwei Extremwerte miteinander verbindet. Ein Durchstoßen der Durchschnittslinie durch die Kurskurve nach oben (unten) gilt als Indikator für eine weiterhin steigende (fallende) Kursentwicklung. Zusätzlich kann eine Kursentwicklung nach oben bzw. abwärts zwischen zwei parallel verlaufenden Trendlinien - dem Trendkanal - verlaufen. Widerstands- bzw. Unterstützungslinien, die waagerecht verlaufen, sollen eine Begrenzung der Kursentwicklung nach oben bzw. unten markieren. Ein Durchbrechen dieser Linie nach unten bzw. oben gilt als ein Verkaufs- bzw. Kaufsignal.

Im Rahmen der Charttechnik existieren Instrumente, die in erster Linie einerseits eine Trendkonsolidierung prognostizieren sollen, andererseits Techniken, die vornehmlich eine Trendwende signalisieren. Trendfestigungsformationen sind kurzfristig ausgelegt und werden hauptsächlich durch den Keil, die Flagge und den Wimpel dargestellt. Sie ergeben sich dadurch, daß obere und untere Kursausschläge (kurzfristiger Natur) jeweils miteinander verbunden werden. Dadurch ergeben sich typische Muster

Die Grundmuster des Keils, der Flagge und des Wimpels sind dem jeweiligen Trend gegenläufig und zeigen damit im Aufwärtstrend (Abwärtstrend) nach unten (oben).

Zur Prognose einer Trendwende bietet sich die Kopf-Schulter-Formation bei Vorliegen eines Kursaufschwungs an. Das Durchstoßen der Nackenlinie im Bereich der linken bzw. rechten Schulter gilt als Kauf- bzw. Verkaufssignal. Im Verlauf eines Kursabschwungs kann sich dann die umgekehrte Kopf-Schulter-Formation herausbilden, bei der das Durchstoßen der Nackenlinie im Abwärtstrend ein Verkaufsignal, im Aufwärtstrend ein Kaufsignal darstellt. Als weitere Techniken einer Trendumkehrprognose finden die sog. M- und W-Formationen Anwendung, deren Namensgebung sich aus dem für sie typischen Kursverlauf ergibt. Dies gilt auch für die Untertassenformationen.


Clearing planmäßiger, periodischer Ausgleich von Forderungen und Gegenforderungen durch gegenseitige Aufrechnung. Ursprünglich wurde das Clearing nur am Geldmarkt zwischen Geschäftsbanken ihrerseits und der Zentralbank (Clearingstellen der Landeszentralbanken) praktiziert. In neuerer Zeit kam es zur Entwicklung des Industrie-Clearing, also kurzfristigen Geldgeschäften zwischen Industrieunternehmen mit der Zielsetzung des Ausgleichs von Liquiditätsüberschüssen und -defiziten. Clearingsysteme zum Ausgleich im internationalen Wertpapierhandel sind, z.B. Euro-Clear und CEDEL.


Collar Differenz zwischen dem Mindest- und Höchstzinssatz bei Mini-Max-Floatern (vgl. Floating Rate Note). Collars haben sich als eigenständige, von Mini-Max-Floatern losgelöste Rechte (Zinsausgleichsvereinbarungen) bisher im Markt kaum durchgesetzt.


Commercial Paper (CP) (Euro Commercial Paper, Euronotes); Geldmarktpapiere, die als Inhaberpapiere ausgestattet sind. Sie sind insofern mit den Certificates of Deposit (CD's) vergleichbar. Im Gegensatz zu den CD's sind die Laufzeiten nicht standardisiert, sondern können auf individuelle Anlagebedürfnisse der Anleger abgestellt werden. Die Laufzeiten bewegen sich i.d.R. zwischen 30 und 270 Tagen. Die Zinsen werden im Gegensatz zu den CD's abgezinst gezahlt. Commercial Papers werden vornehmlich durch erstklassige Industrieadressen begeben. Darüber hinaus treten in den USA die Niederlassungen ausländischer Banken als Emittenten auf. CP's werden durch Broker vertrieben und durch diese auch auf dem Sekundärmarkt gehandelt. Voraussetzung für die Plazierung und den Handel ist ein ausgezeichnetes Rating der Emittenten. Adressen mit weniger guter Bonität können Commercial Papers mit der Garantie einer erstklassig eingestuften Bank oder Versicherungsgesellschaft begeben (Support facilities, Back-up lines). Eine Variante des klassischen Commercial Paper stellt das Asset-Backed Commercial Paper dar.


Cost Averaging Form der Effektenspekulation, insbesondere mit Investmentzertifikaten, aber auch mit Aktien. Bei ihr erfolgt die Investition regelmäßig über einen längeren Zeitabschnitt hinweg in gleich hohen Anlagebeträgen. Dadurch kann in Phasen sinkender Kurse durch den Erwerb einer höheren Zahl von Anteilen ein u. U. deutlich niedrigerer durchschnittlicher Einstandskurs erzielt werden, als wenn über den gleichen Zeitraum immer die gleiche Anzahl von Anteilen erworben wird. Vor allem bei steigenden Kursen wird wegen des niedrigen durchschnittlichen Einstandskurses eher der Break-Even-Point erreicht.


Coupon (Kupon, Erträgnisschein); Schein, der Aktienurkunden (Dividendenschein) und Urkunden festverzinslicher Wertpapiere (Zinsschein) beigefügt ist. Die Bank zahlt gegen Einreichung des Coupons die (den) fällige(n) Dividende (Zins) aus. Coupons sind für einen längeren Zeitraum, z.B. 10 Jahre, auf dem Couponbogen zusammengefaßt. Ansprüche aus Coupons verjähren nach vier Jahren.


Courtage (Maklergebühr, Maklercourtage, Vermittlungsprovision); Vergütung, die den Maklern für die Vermittlung von Börsengeschäften zusteht. Die Courtagesätze sind im amtlichen Handel einheitlich in ihrer Höhe wie folgt festgeschrieben:


Cross Rate (Usance-Kurs); Wechselkurs einer Währung, der sich aus den Wechselkursen zweier anderer Währungen ergibt. In der Regel werden Cross Rates über die Leitdevise US-, indem z.B. aus einem DM/US- und einem (Schweizer Franken) SFR/US- die Relation DM/SFR bzw. SFR/DM durch Division berechnet wird. In der Praxis sind allerdings stets die Spannen zwischen Geld (G) und Brief (B) in der Berechnung zu berücksichtigen. Dachfonds ® Investmentfonds, die ihre Kapitalanlagen überwiegend in Anteilen anderer Fonds investiert haben.


Dachfonds Investmentfonds, die ihre Kapitalanlagen überwiegend in Anteilen anderer Fonds investiert haben.


DAX Abk. für Deutscher Aktienindex. Durch Bereinigung um Dividendenzahlungen und Bezugsrechtsgewährungen als Performanceindex konzipierter Aktienindex. Er umfaßt die 30 umsatzstärksten deutschen Aktien und repräsentiert damit mehr als 60 Prozent des Grundkapitals inländisch börsennotierter Gesellschaften. Gemessen am Börsenumsatz macht der Handel in diesen Aktien 75 Prozent des deutschen Aktienhandels aus. Der DAX wurde als Realtime-Index konzipiert, wird minütlich neu berechnet und publiziert. Zum Basiszeitpunkt 30. Dezember 1987 wurde die Basis des DAX auf 1000 Punkte fixiert. Der DAX bildet die Basis für eine Reihe von EUREX-Produkten. Neben dem DAX berechnet und publiziert die Deutsche Börse den DAX-Kursindex, MDAX, DAX 100, DAX 100 Branchenindizes, CDAX, SMAX-All-Share-Index.


DAX 100 Aktienindex, der in seinem Aufbau und in seiner Berechnung dem DAX entspricht. Im Unterschied zum DAX sind in ihm 100 deutsche variabel gehandelte Standardwerte enthalten. Zum Zweck der äußerlich deutlichen Trennung zum DAX wurde als Basis Ultimo 1987 = 500 Indexpunkte gewählt.


DAX 100 Branchenindizes Die Deutsche Börse berechnet und veröffentlicht aus den Werten des DAX 100 zehn Branchenindices. Die Branchenindizes werden als Kurs- und Performanceindices minütlich auf Basis der Notierungen der Frankfurter Wertpapierbörse - daneben desgleichen auf Basis der Kurse im IBIS System ermittelt. Der Brancheneinteilung entsprechend werden berechnet: DAX 100-Automobil und Verkehr, DAX 100-Banken, DAX 100-Bau, DAX 100-Chemie und Pharma, DAX 100-Eisen und Stahl, DAX 100-Elektro, DAX 100-Handel und Konsum, DAX 100-Maschinenbau, DAX 100-Versicherungen sowie Versorger. Vgl. auch: DAX


Dax Kursindex Aktienindex, welcher in identischer Zusammensetzung zum DAX konzipiert ist. Im Unterschied zum DAX erfolgt bei dem DAX Kursindex allerdings keine Bereinigung um Dividenden- und Bonuszahlungen.


Deckungsstock ist in der Lebens-, Unfall-, Haftpflicht- und Krankenversicherung derjenige Vermögensteil, der in erster Linie zur Deckung der unmittelbaren Ansprüche der Versicherten bestimmt ist. Er wird vom übrigen Vermögen getrennt verwaltet und dient als Gegenposten zu den Deckungsrückstellungen, welche für die erwarteten Verpflichtungen der Versicherungsunternehmung gegenüber den Versicherten gebildet werden. In den Deckungsstock können nur vom Gesetzgeber als deckungsstockfähig anerkannte Vermögensgegenstände aufgenommen werden. § 54a VAG regelt, welche Vermögenswerte in den Deckungsstock einbezogen werden können. Für die Überwachung des Deckungsstocks sind ein Treuhänder und ein Stellvertreter zu benennen. Für den Aufbau des Deckungsstocks gelten strenge Anlagevorschriften, die den Grundsätzen der Streuung, Sicherheit und Rentabilität Rechnung tragen sollen.


Deckungsstockfähigkeit Eigenschaft von Vermögenswerten, in den Deckungsstock (§ 66 VAG) eingebracht zu werden. Die Prüfung der Vermögenswerte im Hinblick auf ihre Deckungsstockfähigkeit obliegt gem. § 54aII VAG weitgehend den Versicherungsunternehmen.


Deferred shares sog. Nachzugsaktien, die dadurch gekennzeichnet sind, daß sie nicht mit den gleichen Rechten ausgestattet sind wie die Stammaktien. So sind bei den deferred shares in der Regel die Dividendenrechte oder/und die Stimmrechte eingeschränkt. Bei der Einschränkung der Dividendenrechte ist es beispielsweise möglich, daß Dividenden bei Nachzugsaktien erst nach der Bedienung der Stammaktien ausgeschüttet werden. Diese Aktienform kann somit als Gegentyp zur Vorzugsaktie gesehen werden. In Deutschland unterscheiden sich Nachzugs- von Stammaktien im Regelfall durch den Buchstabenaufdruck Lit. B.


Deltafaktor mißt die Veränderung des Optionspreises bei einer Kursveränderung des Basisobjekts um eine definierte Einheit. Der Deltafaktor schwankt bei Kaufoptionen (Verkaufsoptionen) zwischen 0 und +1 (-1 und 0). Den Umfang der Veränderung des Deltafaktors mißt der Gammafaktor.


Deport (Discount); Differenz zwischen höherem Kassakurs einer Währung (Kassa-Devise) und ihrem niedrigerem Terminkurs (Termin-Devise). Die Briefofferte liegt also unter der Geldofferte. Gegensatz: Report

Beispiel: US- DM Kassakurs:1,7500; 3-Monatsterminkurs:1,7050; Deport: 0,0450.


Depot Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren Dritter durch Kreditinstitute gem. § 3 DepotG. Verwahrungsarten sind: Außerdem können Sonderdepots (Treuhand- und Gemeinschaftsdepots) eingerichtet werden; vgl. auch: Depotauszug, Depotgeschäft, Depotstimmrecht.


Depot A,B,C,D Von dieser rein buchhalterischen Trennung sind die Verwahrarten (Sammelverwahrung, Sonderverwahrung) nicht berührt. Vgl. auch: Depot


Depotauszug Aufstellung eines Kreditinstituts über die von ihm aufbewahrten und verwalteten Wertpapierbestände der Depotkunden. Sie wird aus der Verpflichtung zur Depotbuchführung gem. § 14 DepotG abgeleitet. Depotauszüge werden i.d.R. einmal jährlich zum 31.12. erstellt. Vgl. auch: Depot.


Depotgeschäft Tätigkeiten eines Kreditinstituts im Zusammenhang mit der Verwahrung und Verwaltung von Wertgegenständen, insbesondere Effekten (Aktien, Schuldverschreibungen, Investmentzertifikaten, Options- und Genußscheinen) für Dritte. Die Geschäftstätigkeit umfaßt insbesondere die Einlösung von Zins- und Dividendenscheinen, das die Besorgung neuer Couponbogen, die Einziehung ausgeloster Stücke und den Eintausch ausgeloster Stücke, die Bezugsrechtsausübung, die Stimmrechtsausübung. Weiterhin die Kundenbenachrichtigung in bestimmten Fällen, wie z.B.: Ausübung oder Verwertung von Bezugsrechten, Konvertierungen. Die Verwahrung kann im Streifbanddepot oder Sammeldepot erfolgen.


Depotstimmrecht Stimmrecht der Kreditinstitute in der Hauptversammlung einer Aktiengesellschaft gem. § 135 AktG auf Grund ausdrücklich schriftlich dargelegter Weisung (§ 128 AktG) ihres Kunden für seine im Depot hinterlegten und verwalteten Aktien. Die Bank ist an die Weisungen ihres Kunden gebunden.


Deutsche Börse AG steht als Holding an der Spitze der Gruppe Deutsche Börse. Sie ist Trägerin der Frankfurter Wertpapierbörse, der Terminbörse Eurex Deutschland, der Deutsche Börse Clearing AG und der Deutsche Börse Sytems AG. Anteilseigner der Deutsche Börse AG sind Kreditinstitute (81%), die deutschen Regionalbörsen, vertreten durch die Deutsche Börsenbeteiligungs GmbH (10%), sowie Kurs- und Freimakler (9%).


Deutsche Börse Clearing AG Vormals Deutscher Kassenverein AG. Clearing- und Settlementorganisation der Gruppe Deutsche Börse und fungiert damit als Wertpapiersammelbank. Die Deutsche Börse Clearing AG wirkt bei der Regulierung von Wertpapiergeschäften einschließlich einer Gegenwertverrechnung mit. Außerdem übt sie die Depotbankfunktion für Investmentfonds aus und vermittelt Wertpapier-Leihgeschäfte. Alleiniger Aktionär ist die Deutsche Börse AG.


Deutsche Bundesbank Eine der 15 nationalen Zentralbanken im ESZB. Die Deutsche Bundesbank hat als nationale Notenbank für die Bundesrepublik Deutschland die Aufgabe, an der Erfüllung der Zielsetzungen des ESZB mit dem vorrangigen Absicht mitzuwirken, die Preisstabilität zu gewährleisten. Daneben besteht die Aufgabe, für die bankmäßige Abwicklung des Zahlungsverkehrs im Inland und mit dem Ausland zu sorgen, unverändert fort. Die Entscheidung für die Geldpolitik liegt - wie bei den anderen nationalen Zentralbanken - allein bei dem EZB-Rat. Die Bundesbank kann aber im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit andere Aufgaben (z.B. in den Bereichen Bankenaufsicht, Außenwirtschaft sowie Bank des Staates für den Bund) übernehmen, die ihr nach Bundesbankgesetz und anderen Rechtsvorschriften übertragen werden.

Die Bundesbank ist von den Weisungen der Bundesregierung unabhängig, unterstützt aber "unter Wahrung ihrer Aufgabe als Bestandteil des ESZB" (§ 12, Satz2 BbankG) die allgemeine Politik der Bundesregierung. Die Organe der Deutschen Bundesbank sind der Zentralbankrat, das Direktorium sowie die Vorstände der Landeszentralbanken. Der Zentralbankrat setzt sich aus dem Präsidenten (Vorsitzender), dem Vizepräsidenten und den weiteren Vorstandsmitgliedern der Bundesbank sowie den Präsidenten der Landeszentralbanken zusammen.


Deutsche Terminbörse (DTB) siehe Eurex Deutschland


Deutscher Kassenverein Ehemals Wertpapiersammelbank in der Bundesrepublik Deutschland, die durch Verschmelzung mehrerer deutscher Wertpapiersammelbanken/Kassenvereine mit Eintragung in das Handelsregister des Amtsgerichts Frankfurt a.M. am 29. Dezember 1989 entstanden ist. Aufnehmende Gesellschaft war der Frankfurter Kassenverein. Nach Umfirmierung entstand der Deusche Kassenverein AG. Im Jahr 1996 erfolgte die Verschmelzung mit der Deutscher Auslandskassenverein AG. Aufnehmendes Unternehmen war der Deutsche Kassenverein AG. Das Unternehmen firmiert seit 1997 unter dem Namen Deutsche Börse Clearing AG.


Deutsches Aktieninstitut Verband der börsennotierten oder im Umfeld der börsentätigen Unternehmen. Die Hauptaufgabe des DAI besteht in der Förderung der Aktie als Finanzierungsinstrument und als Investment in Deutschland. Damit setzt sich das Deutsche Aktieninstitut für die Verbesserung der rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des deutschen Aktienmarktes ein. Kompetente Beratung und Informationen von Unternehmen, Anlegern und Multiplikatoren ist dabei eine wesentliche Voraussetzung für die Verbesserung des Umfelds der Aktie. Neben Mitgliederservice, Aktivitäten im politischen Raum und Öffentlichkeitsarbeit zu aktienrelevanten Themen, bildet die Förderung der wissenschaftlichen Grundlagenforschung zu aktuellen Finanzmarktfragen einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit des DAI.


Devisen Buchgeld, welches auf fremde Währungseinheiten denominiert und im Ausland zahlbar ist. Devisen existieren in Form von Guthaben oder in Wechseln bzw. Schecks, die auf fremde Währung lauten und im Ausland zahlbar sind.


Devisenmarkt ökonomischer Ort, an dem der Handel von Devisen im fernmündlichen oder fernschriftlichen Wege mit Hilfe elektronischer Systeme (z.B. money-dealing system) oder ggf. an einer Devisenbörse erfolgt. Handelspartner sind Geschäftsbanken, Notenbanken sowie große Unternehmen (Nichtbanken). Handelsobjekte sind Guthaben in den gängigen frei konvertiblen Währungen. Die Konvertibilität der gehandelten Währungen ist die notwendige Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit von Devisenmärkten. Neben Guthaben in US- insbesondere Guthaben in DM, Yen (¥), Pfund Sterling (£), Schweizer Franken (SFR) und Französischen Franken (FF) gehandelt.

Nach den Geschäftsarten lassen sich Kassageschäfte, Termingeschäfte und Swapgeschäfte (Koppelung von Kassa- und Termingeschäft) unterscheiden. Kassageschäfte sind Devisengeschäfte, bei denen sofortige Erfüllung (im Regelfall am zweiten Geschäftstag nach dem Abschlußtag) vereinbart wird. Termingeschäfte sind Devisenhandelsgeschäfte, bei denen zwischen den Zeitpunkten des Geschäftsabschlusses und der gegenseitigen Lieferverpflichtung ein längerer Zeitraum liegt.

Disagio (Abgeld); Preisabschlag auf den Nennwert einer Schuldverschreibung oder einen Darlehensbetrag. Disagioberechnungen auf den Nennwert von Schuldverschreibungen werden im Zuge der Anleiheemission gewährt (Emissionsdisagio), um so eine Adjustierung an die üblichen Marktkonditionen zu erreichen. Ein Disagio bewirkt bei fixierter Nominalverzinsung eine Erhöhung der Effektivverzinsung und gewährt potentiellen Anlegern einen (zusätzlichen) Anreiz für die Anleihezeichnung. Disagioberechnung im Zusammenhang mit Darlehensgewährungen (i.d.R. bei Hypothekarkrediten), auch als Damnum bezeichnet, bewirken eine um den Abschlag verminderte Darlehensauszahlung und eine Erhöhung des Effektivzinses.


Discount Broker Broker, der für die Abwicklung von Effektenkommissionsgeschäften Gebühren berechnet, die unterhalb der üblichen Konditionen liegen. Im Regelfall werden den Kunden im Hinblick auf ihre Investitions- bzw. Desinvestitionsentscheidungen keinerlei Beratungen und sonstige Serviceleistungen geboten.


Dividende Gewinnanteil der Aktionäre, dessen Höhe (in v. H. des Nennbetrages oder in DM pro Aktie) im Rahmen der Hauptversammlung festgelegt wird. Im Regelfall vollzieht sich die Abstimmung auf Basis eines Vorschlags, der durch Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung unterbreitet wird. Hierbei müssen statuarisch festgelegte Gewinnverteilungsformen berücksichtigt werden. Dies gilt insbesondere im Fall der Vorzugsaktien. Die Dividendenhöhe ist generell abhängig von der Ertragskraft, Konjunkturlage und Dividendenpolitik der Unternehmung. Der Dividendenanspruch erlischt nach vier Jahren. Die Dividendenzahlung erfolgt gegen Einreichung des Coupons. Eine Dividendenverteilung ist nicht nur in bar (Bardividende), sondern auch in Wertpapieren bzw. Aktien (Stockdividende) möglich. In Deutschland ist jährliche Dividendenzahlung üblich, in den USA vierteljährliche Zahlung (Abschlagsdividende).


Dividendenanspruch (Dividendenberechtigung); Anspruch des Aktionärs auf Anteil am Gewinn der AG. Bei Aktien gleicher Gattung besteht im Regelfall gleicher Dividendenanspruch; Ausnahme: bei Ausgabe junger Aktien im Zuge der Kapitalerhöhung, wenn auf neue Aktien für den Rest des Geschäftsjahrs eine von den alten Aktien abweichende Dividende gezahlt wird (Bezugsrecht). Solange dies der Fall ist, erfolgt getrennte Kursnotierung.


Dividendenpolitik (dividend policy); Summe aller Absichten, Ziele und Maßnahmen, die auf den auszuschüttenden Gewinn in Form einer Dividende abzielen. Gegenstand einer solchen Politik ist nicht nur die Frage: Zahlung einer Dividende oder nicht und wenn ja, in welcher Höhe? Es geht dabei auch um die Grundsatzentscheidung: Zahlung einer kontinuierlichen (Dividendenkontinuität) oder variablen (gewinnorientierten) Dividende. Unternehmensinterne Bestimmungsparameter dieser Politik sind gesetzliche und satzungsmäßige Bestimmungen, künftiger Kapitalbedarf und die Liquidität der AG, bisherige Dividendenpolitik sowie unternehmensexterne Bestimmungsparameter (z.B. Wünsche der eigenen Aktionäre, Dividendenpolitik der Konkurrenz, Erträge aus Anlagealternativen, Wirkungen auf Gewerkschaften und daraus sich ergebende Reziprozität von Lohnforderungen). Die Maßnahmen der Dividendenpolitik setzen einerseits im Vorfeld bei der Beeinflussung des Gewinnausweises (Bilanzpolitik), andererseits in der Bestimmung der Form (Barausschüttung, Stockdividende, Schütt'-aus-hol'-zurück-Verfahren), der Höhe - effektiv und optisch - (Splitting, Bezugsrechte) sowie des Zeitpunkts der Dividendenzahlung an.


Doppeldeckeranleihe Bezeichnung für einen Emissionsvorgang, bei dem zwei Anleihen zur gleichen Zeit von einem Emittenten begeben werden. Diese unterscheiden sich i.d.R. durch wesentliche Konstruktionsmerkmale, die in der Anleiheausstattung fixiert sind. Sie können zudem auch mit Optionsscheinen ausgestattet sein.

Beispiel: Begebung von zwei Optionsanleihen durch die Dresdner Bank Finance B.V., Amsterdam im Oktober 1986. Erste (zweite) Anleihe: Volumen 500 Mio. DM (250 Mio. US-1999 999 1999 1999, Laufdauer 5 Jahre, Nominalzins 5 % (variabler Zins hier = Libid für Sechs-Monats-Dollar), Emissionskurs 107 (110) Prozent. Jedem Anleihestück über 1000 DM (10 000 US-1999 999 1999 1999 war ein Optionsschein zum Bezug einer (20) Dresdner Bank Aktie(n) zum Optionskurs von 410 DM beigefügt.


Doppelwährungsanleihe Dual Currency Bond); Anleihe, bei der der Emissionsbetrag und die Zinszahlungen in einer anderen Währung (z.B. SF) denominiert sind als die Tilgungszahlung (z.B. US-1999 999 1999 1999. Die Doppelwährungsanleihe kann mit einer Option für den Gläubiger (Put Option) und/oder die Schuldnerin (Call Option) zum vorzeitigen Kündigungsrecht ausgestattet sein. Dadurch ist die Eingrenzung des mit der Zeichnung bzw. Emission verbundenen Wechselkursrisikos möglich. Varianten der Doppelwährungsanleihe sind: Currency Change Bond, Foreign Currency Bond.


Dow-Jones-Index bekanntester amerikanischer Börsenindex, der seit 1897 von der Börsenzeitung des Verlages Dow Jones & Company berechnet wird. Er wird gesondert für eine äußerst geringe Zahl von Spitzenwerten errechnet und börsentäglich publiziert.


Dow Jones Stoxx Indexfamilie Aktienindexfamilie, die durch die STOXX Limited, einem Gemeinschaftsunternehmen von Deutsche Börse AG, der Schweizer Börse, der Pariser Börse und dem Unternehmen Dow Jones, entwickelt und eingeführt wurde. Sie besteht aus 4 Haupt- und 19 Branchenindices. Diese Indices werden für Länder aus dem europäischen Raum und für das Euro-Währungsgebiet berechnet. Vgl.: Dow Jones Euro Stoxx 50, Dow Jones Stoxx 50.


Dow Jones Euro Stoxx 50 spiegelt die Kursentwicklung der 50 führenden Standardwerte der elf Teilnehmerländer an der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion wider.


Dow Jones Stoxx 50 mißt die Wertentwicklung der 50 führenden Standardwerten Europas einschließlich Großbrinanniens und der Schweiz.


Duration Kennzahl, die die durchschnittliche gewichtete Fälligkeit eines künftigen Zahlungsstroms, den ein Investor aus seiner Kapitalanlage (z.B. Anleihe) erwartet, mißt. Sie kann als gewogener Mittelwert der Zahlungszeitpunkte angesehen werden und wird somit auch als die durchschnittliche Bindungsdauer einer Kapitalanlage (i.d.R. Wertpapieranlage) mit exakt festgelegtem Zahlungsstrom definiert.

Die Duration wird von den drei Komponenten Laufzeit, Nominalzins und Marktzinsniveau beeinflußt. Insbesondere die Kenntnis von der Beeinflussung der Duration durch die Höhe des Marktzinsniveaus ist von erheblicher Bedeutung, da sie hierdurch zu einem qualitativen Maß für die Zinssensivität wird. Von Bedeutung ist hierbei, daß der Duration-Ansatz einen linearen Zusammenhang zwischen Änderung des Marktzinssatzes und dem Barwert des Investments (im Regelfall einer Anleihe) unterstellt. Dieser lineare Zusammenhang ist aber im Regelfall nicht gegeben. Auskunft über die Barwertänderung in Reaktion auf eine geringfügige Marktzinsänderung gibt die Modifizierte (Modified) Duration (Hicks-Elastizität).


Durchschnittliche Laufzeit Terminus für die errechnete mittlere Laufzeit einer Anleihe. Bei ihrer Definition gilt die Prämisse, daß die ex ante vorgesehenen Rückzahlungsraten durch eine Tilgung in einer Summe substituiert werden.


DVFA Abk. für Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Anlageberatung e.V. Die DVFA ist der Berufsverband der deutschen Investmentanalysten.

EASDAQ Abkürzung für European Association of Securities Dealers Automated Quotation Market. Bezeichnung für eine geplante Computerbörse in Europa. An dieser Börse sollen grenzüberschreitend die Aktien von schnell wachsenden Unternehmen jeglicher Größe gehandelt werden.


ECU (European Currency Unit); Die Europäische Rechnungseinheit wurde 1979 eingeführt und hatte folgende Funktionen: Mit Einführung des EURO hat die ECU ihre Existenz verloren.


Effektenbörse Börse, deren Handelsobjekte folgende "verzinsliche Massenpapiere" (Effekten) sind: Die Effektenbörse ist eine Refinanzierungsstelle für Effektenbesitzer, die diese von den Emittenten bzw. Emissionsbanken (vgl. Emission) oder aber über die Börse erworben haben. Wertpapierbörsen in der Bundesrepublik Deutschland (Gründungsjahr der Börse in Klammern) in der Reihenfolge ihrer gegenwärtigen Bedeutung: Frankfurt/M. (1885), Düsseldorf (1875), München (1830), Hamburg (1558) und Stuttgart (1860), Berlin (1685), Hannover (1787), Bremen (1614).


Effektenclearing Verfahren, bei dem an einzelnen Börsenplätzen die an der betreffenden Börse gekauften und verkauften Wertpapiere zwischen den am Handel beteiligten Banken im Clearingverfahren ausgeglichen werden. Dabei werden die Käufe und Verkäufe saldiert, wodurch lediglich ein Ausgleich der Salden erfolgt.


Eigene Aktien von einer Aktiengesellschaft ausgegebene Aktien, die sich in ihrem Eigentum befinden. Die Gesellschaft darf gem. § 71 (1) AktG eigene Aktien nur unter bestimmten, dort aufgeführten Voraussetzungen erwerben.Aus eigenen Aktien stehen der Gesellschaft gem. § 71 b AktG keine Rechte zu. Hat die Gesellschaft unter Verstoßgegen § 71 Abs.1 oder 2 AktG erworben, so müssen diese gem. § 71 c Abs. 2 innerhalb eines Jahres veräußert werden. Entfallen auf die Aktien, welche die Gesellschaft in zulässiger Weise erworben hat, mehr als 10 v.H. des Grundkapitals, so muß der Teil der Aktien, der diesen Satz übersteigt, innerhalb von drei Jahren veräußert werden. Wurden Aktien, die innerhalb der vorgesehenen Fristen gem. § 71 Abs. 1 u. 2 AktG nicht veräußert, sind diese gem. § 237 AktG einzuziehen.


Eigenkapitalquote Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital. Die Eigenkapitalquote ist in der Bundesrepublik Deutschland während der vergangenen Jahre laufend gesunken. Die Höhe der Eigenkapitalquote einer Untenehmung ist abhängig von der Größe, Rechtsform, Branchenzugehörigkeit und anderen Faktoren. Zur Entwicklung der Eigenkapitalquote deutscher Unternehmen liegen inzwischen zahlreiche Analysen vor, die insbesondere auf den Zusammenhang von Eigenkapitalquote, Eigenkapitalrentabilität und Investitionstätigkeit abstellen. Für 1993 wurden als durchschnittliche Eigenkapitalquoten errechnet:

Verarbeitendes Gewerbe 23,0% (davon: Elektrotechnik 25,7 %, Maschinenbau 19,2%, Chemische Industrie 37,5 %, Großhandel 14,5 %).


Einheitskurs (Kassakurs); Bezeichnung für den Kurs, der im Rahmen der Einheitsnotierung im amtlichen Handel einmal börsentäglich festgestellt wird. Zum Einheitskurs werden im amtlichen Verkehr alle Börsenaufträge abgerechnet, die nicht im variablen Handel abgewickelt werden. Bei Papieren, die zum variablen Handel zugelassen sind, erfolgt die Kursnotierung dagegen für jeden zustande gekommenen Umsatz. Hiervon abweichend muß die Abrechnung zum Einheitskurs bei Wertpapieren, die zum variablen Handel zugelassen sind dann zum Einheitskurs erfolgen, wenn die Börsenaufträge nicht den Mindestschluß umfassen, oder ein Abschluß im variablen Handel mangels eines Handelspartners unmöglich war, oder lt. Kundenauftrag zum Einheitskurs abgewickelt werden soll.


Einheitsmarkt spezielle Erscheinungsform des Kassahandels, bei der während einer Börsensitzung nur ein Kurs (Einheitskurs) festgestellt wird. Abgewickelt werden an diesem Markt
  1. sämtliche Kundenaufträge, die Wertpapiere betreffen, welche nicht zum variablen Handel zugelassen sind;
  2. Kundenaufträge über zum variablen Handel zugelassenen Wertpapiere, die
In die Preisfeststellung gehen alle Kundenkauf- und -verkaufsaufträge ein. Der Kurs wird dann vom Kursmakler nach dem Meistausführungsprinzip ermittelt.


Emission (emission, issue of securities)
  1. Erstausgabe von Effekten. Ziel einer Emission ist die vollständige, risikofreie und kostengünstige Unterbringung von Wertpapieren zur Kapitalbeschaffung.
  2. Benennung für alle Wertpapiere, die zu einer Emission zählen.
Zunehmend wird die Plazierung von Wertpapieren im Rahmen der Kurspflege erfolgreich praktiziert. Insbesondere Zentralbanken als Konsortialführer (so z.B. die Deutsche Bundesbank) nutzen diese Methode bei der Unterbringung großer Volumina.


Emissionskonsortium bei Bedarf zu gründendes Bankenkonsortium (Gesellschaft bürgerlichen Rechts, § 705 BGB) mit dem Ziel, eine Wertpapieremission unterzubringen. In der Regel ist eine der beteiligten Banken Konsortialführerin, manchmal teilen sich auch mehrere Banken diese Funktion. In Deutschland ist die Einschaltung eines Emissionskonsortiums der Regelfall. Es fungiert zumeist als Übernahmekonsortium, d.h. die Emission wird gegen eine entsprechende Vergütung abhängig vom Volumen, Standing der Emittentin, Kapitalmarktsituation fest übernommen. Anschließend wird die Emission dann am Markt untergebracht. Im Falle von Schwierigkeiten werden Restbestände zunächst in den Eigenbestand genommen und später plaziert. Bei Aktienemissionen müssen die jungen Aktien i.d.R. den Altaktionären zunächst zum Bezug angeboten werden.

Der Erfolg oder Mißerfolg der Unterbringung einer Emission hängt ab von der Plazierungskraft der Konsortialbanken und den Bedingungen der Emission einschließlich des Emissionsvolumens vor dem Hintergrund der allgemeinen Kapitalmarktsituation und den Emissionsbedingungen. Insofern wird das Konsortium die Emittentin vorab entsprechend beraten. Um vor möglichen Regressen aus der Prospekthaftung geschützt zu sein und zur Vorbereitung der Börseneinführung, wird das Bankenkonsortium außerdem im Zusammenhang mit den Emissionsvorbereitungen die erforderlichen Prüfungen vornehmen bzw. durchführen lassen.


Emissionsverfahren
  1. Vorgehen bei der Ausgabe von Effekten. Das Verfahren vollzieht sich in den Stufen:
  2. Im Sinne der Emissionstechnik: Selbstemission, Fremdemission, Konsortialverfahren (Emissionskonsortium, Fremdemission), Tenderverfahren, kombiniertes Konsortial-/Tenderverfahren.
  3. Im Hinblick auf die Distributionsmethoden des Emissionskonsortiums bei der Durchführung der Begebung:


EONIA Abk. für Euro Overnight Index Average. Seit dem 4.1.1999 von der Europäischen Zentralbank auf Basis effektiver Umsätze nach der Zinsmethode act/360 berechneter Durchschschnittsatz für Tagesgelder im Interbankengeschäft. Der EONIA wird über Bridge Telerate publiziert und komplettiert die EURIBOR-Zinsfamilie.

Erneuerungsschein (certificate of renewal, Talon, Zinsleiste); die Wertpapierurkunde besteht aus Bogen (Zins- bzw. Dividendenscheinbogen) und Mantel. Der Bogen setzt sich zusammen aus Zins- bzw. Dividendenschein (Gewinnanteilschein) und Erneuerungsschein. Der Erneuerungsschein ist der unterste Teil des Bogens. Sind die Zins- bzw. Dividendenscheine eines Bogens verbraucht, so dient er dem Bezug weiterer Zinsschein- oder Dividendenscheinbogen. Er trägt den rechtlichen Charakter eines Legitimationspapiers.

Üblicher Text bei Aktien: "Erneuerungsschein zur Aktie im Nennwert von fünfzig Deutsche Mark. Gegen Rückgabe dieses Erneuerungsscheins werden neue Gewinnanteilscheine, deren erster auf Nummer ... zu lauten hat, nebst Erneuerungsschein ausgehändigt". Bei Zinsscheinbogen z.B.: "Erneuerungsschein zum Zinsscheinbogen des 6%igen Hypothekenpfandbriefes über 5000 DM. Dem Inhaber dieses Erneuerungsscheines werden gegen dessen Rückgabe nach dem ... Zinsscheine für weitere 10 Jahre, von denen der erste am ... fällig wird, nebst einem neuen Erneuerungsschein von der Kasse der (z.B.) Baden-Württembergischen Bank ausgehändigt".


Ertragswert
  1. Terminus für den Barwert der erwarteten künftigen Reinerträge einer Unternehmung. Damit zielt der Ertragswert auf den (Gesamt-)Wert des Unternehmens ab. Er ist abhängig von der Höhe der erwarteten Reinerträge, dem zeitlichen Horizont, der für die Dauer des Anfalls künftiger Reinerträge erwartet wird, der Höhe des Kalkulationszinssatzes sowie ggf. von der Erwartung in einen anfallenden Liquidationserlös. Die Ertragswertermittlung erfolgt mit Hilfe spezieller Ertragswertverfahren.
  2. Größe, die bei der Ermittlung des Beleihungswerts einer Immobilie berücksichtigt wird. Danach ist der Ertragswert der um den Erhaltungsaufwand verminderte kapitalisierte Jahresmietwert. Der Erhaltungsaufwand wird in x Prozent des kapitalisierten Jahresmietwerts angesetzt. Die Höhe des Ertragswerts hängt vom Alter und Zustand des Objekts ab.
  3. Im Zuge der Einheitswertermittlung für land- und forstwirtschaftliche Betriebe wird deren Wirtschaftsteil mit einem Ertragswert angesetzt. Grundlage hierfür bietet das Bewertungsgesetz (BewG).


Eurex Eurex Deutschland, vordem Deutsche Terminbörse (DTB) ist der Derivatemarkt der Gruppe Deutsche Börse. Die Eurex entstand 1998 nach der Fusion von Eurex Deutschland und der Schweizer Terminbörse SOFFEX. Die Eurex ist als reine Computerbörse konzipiert und eröffnet damit die Möglichkeit den standortunabhängigen Vollzug des Computerhandels über angeschlossene Terminals auf einer elektronischen Handelsplattform. Die Handelsrichtlinien und Zulassungsregeln sind harmonisiert. Es existiert ein gemeinsames Clearinghaus.


EURIBOR Abk. für Euro Interbank Offered Rate. Interbanken Geldmarktsatz für 1 Woche, sowie 1 bis 12 Monatgelder. Mit dem 1. Januar 1999 wurden die nationalen Referenzzinssätze in Euroland - wie z.B. der FIBOR - durch die EURIBOR-Zinsfamilie ersetzt. Euribor-Sätze werden als ungewichtete Durchschnitte aus den Briefsätzen von 57 Panelbanken (47 aus Euroland, 4 aus der übrigen EU und 6 aus Nicht-EU-Staaten) ermittelt. Die jeweiligen Sätze gelten als die Prime Rate der berichterstattendenden Banken. Zur Vermeidung von Verzerrungen werden die höchsten und niedrigsten 15% der gemeldeten Sätze in die Berechnung nicht einbezogen. Die Berechnung der berechneten ungewichteten Durchschnittsätze erfolgt seit dem 30.12.98 durch Bridge Telerate nach der Zinsmethode act/360. Die ermittelten EURIBOR-Sätze werden an jedem Target-Handelstag um 11.00 Uhr Brüsseler Zeit über Bridge Telerate publiziert.

Die EURIBOR-Sätze bilden die jeweiligen Bezugsgrößen für die meisten variablen Anleihen sowie die ausgehandelten variablen Kreditverträge in der EU. Die EURIBOR-Familie wird durch den EONIA für Tagesgeld vervollständigt.


EURO Bezeichnung der einheitlichen Währung, die am 1.1.1999 in 11 Mitgliedsländern der Europäischen Gemeinschaft (Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Oesterreich, Portugal und Spanien) eingeführt wurde. Damit begann die 3. Stufe der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion.


Euro-Dollarmarkt (Euro-Geldmarkt); ist als internationaler Geldmarkt ein Teilmarkt der internationalen Finanzmärkte. Während in den Anfangszeiten die gesamte Geschäftstätigkeit in US-Dollar als einziger Währungseinheit abgewickelt wurde, bildeten sich später eigene Marktsegmente für andere Währungen, wie £:, DM, SFR, Yen. Auch die zunächst gegebene geographische Eingrenzung auf Europa mit dem Hauptfinanzplatz London, später zusätzlich Luxembourg, wurde aufgeweicht. Heute wird diese Marktbezeichnung allgemein für internationale Geldmärkte verwendet, die nicht eindeutig lokalisiert sind. Die in Asien gelegenen Euromärkte werden z. Zt. auch mit dem Terminus Asien-Dollarmarkt belegt. Auf den Euro-Dollarmärkten legen Banken, andere Finanzintermediäre, Unternehmen, Regierungen und Privatpersonen kurzfristig liquide Mittel an, während aus dem gleichen Kreis entsprechende Finanzmittel nachgefragt werden.

In der Regel bieten die kapitalnachfragenden Unternehmen bestimmte Titel (mit/ohne Einschaltung von Banken) an. Sie erhalten im Gegenzug eine bestimmte Menge an Währungseinheiten und lösen nach Fristablauf die Papiere wieder ein. Die Kapitalanbieter nehmen diese Titel bis zur Endfälligkeit in ihr Portefeuille. Sie haben aber auch die Möglichkeit, bei plötzlich auftretendem Liquiditätsbedarf die Papiere am Markt unter Kursabschlag zu veräußern. Bei den Titeln handelt es sich um Euro-Commercial Papers (ECP's), Certificates of Deposit (CD's), Bankakzepte (bankers acceptances). Die Verzinsung ist abhängig von der Laufzeit, Bonität des Kapitalnachfragers und vom Marktzinsniveau. Sie erfolgt auf der Basis LIBOR (CD's auf LIBID) plus Aufschlag (minus Abschlag). Die Papiere werden i.d.R. mit dem entsprechenden Diskont (abhängig vom Marktzinssatz, Laufzeit und Bonität) ausgegeben.

Die Grenzen zwischen Euro-Dollarmarkt und Euro-Kreditmarkt verschwimmen z.T., da sich in jüngster Zeit neue Finanzierungsformen auf Basis der Geldmarktinstrumente am Eurokredit durchgesetzt haben.


Euro-Kapitalmarkt internationaler Markt für mittel- bis langfristige Kapitalanlagen bzw. Finanzierungsquelle bei entsprechendem Kapitalbedarf. Kapitalnachfrager sind Länder (Staatsadressen), Industrieunternehmen, Banken oder andere Finanzintermediäre. Finanzierungsinstrumente sind Euro-Anleihen in allen Varianten, Anleihen mit Festzinssatz (straight bonds) und Floating Rate Notes in allen Formen. Auch in den übrigen Komponenten der Anleihebedingungen (Anleihe-Ausstattung) finden sich im Vergleich zur klassischen Festzinsanleihe starke Variationen, was zu entsprechender Typenvielfalt geführt hat. Die Anleihen sind vornehmlich in US-. Daneben finden sich Anleihen hauptsächlich in £-Sterling, Yen, SFR, DM sowie indexiert in ECU oder SDR. In wachsendem Umfang werden auch Euro-Equitiesüber diesen Markt finanziert. Seit 1983 hat dieser Markt im Verhältnis zum Euro-Kreditmarkt weiter an Bedeutung zugenommen.


Euro-Kreditmarkt internationaler Markt für kurz- und mittelfristige Kredite sowie Darlehen. Diese werden den Kreditnachfragern (Unternehmen, Länder, Städte, Gemeinden etc.) von Bankenkonsortien angeboten. Diese syndizierten Kredite oder Darlehen sind nur in äußerst seltenen Fällen mit Festzinssatz für die gesamte Laufdauer ausgestattet, da die Kreditgeber sich am Euro-Dollarmarkt kurzfristig revolvierend refinanzieren müssen. Hierdurch entstehen den Banken Zinssatzänderungs- und Anschlußfinanzierungsrisiken. Das Zinssatzänderungsrisiko können sie in jedem Fall auf den Kreditnehmer überwälzen. Aus diesem Grund erfolgt periodisch - 3, 6 Monate - eine Zinsanpassung. Referenzzins ist i.d.R. LIBOR. Hinzu kommt ein Aufschlag, der der Bonität des Kreditnehmers und der allgemeinen Marktsituation Rechnung trägt. Aufgrund der oben beschriebenen Technik (Zinsanpassung und -überwälzung tragen diese Kredite die Bezeichnung "Roll-over Kredite". Das Risiko der Anschlußfinanzierung kann über "Escape-Klauseln" ausgeschlossen werden. Sie sollen den Banken die Möglichkeit einer vorfristigen Vertragsauflösung im Falle der nicht erhältlichen Anschlußfinanzierung eröffnen. Der Schuldner muß in diesem Fall den offenen Kredit sofort tilgen. Notenbanken, die BIZ und nationale Aufsichtsbehörden bezweifeln aber, daß in einer derartigen Situation dieser Mechanismus funktioniert. Die Kredite lauten i.d.R. über Beträge von 50 Mio. US- darüber. Sie werden in US- £, DM, SFR herausgelegt. Die Bedeutung der Euro-Kredite hat relativ zu anderen Finanzierungsinstrumenten, die während der letzten Jahre entwickelt worden sind, erheblich abgenommen. Die Substitution erfolgte hauptsächlich aus zwei Gründen: Die neuen Instrumente sind im Vergleich zum Euro-Kredit kostengünstiger und ermöglichen eine flexible Anpassung an die Bedürfnisse des Kreditnehmers. Die neuen Finanzierungsinstrumente wurden durch eine Kombination von Geldmarkttiteln (Euronotes, Euro-Commercial Papers, Certificates of Deposit), Einräumung von Kreditlinien (back up facilities) - nicht in allen Fällen - und Roll-over-Technik erreicht (Securitization).


EUROTOP 100 INDEX auf Realtime-Basis berechneter Aktienindex der Amsterdamer Optionsrealtimebörse (EOE-OPTIBEURS). In diesen Aktienindex sind die 100 liquidesten Aktien aus neun Ländern (Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Schweiz, Schweden, Spanien) einbezogen. Auf den EUROTOP 100 werden an einigen Terminbörsen Futures und Optionen gehandelt.


Euro-Währungsraum Bezeichnung für das Gebiet, für welchens der EURO per Vertrag durch die beteiligten EU-Mitgliedstaaten als einheitliche Währung eingeführt wurde.


Eurozinsmethode (act/360) Zinsberechnungsmethode, die bei geldpolitischen Operationen Anwendung findet. Die Zinsen werden taggenau berechnet. Für die Ermittlung des Zinsdivisors das Jahr zu 360 Tagen angenommen.


Evergreen Facility Kredit-Fazilität mit unbegrenzter Laufzeit. Diese ist nur durch Kündigung aufhebbar.


Exotische Optionen sämtliche Optionsvarianten, die nicht den klassisch strukturierten Optionen (Plain Vanilla Optionen) in den Call- und Put-Varianten zuzuordnen sind. Entsprechend der Klassifizierung nach dem Kriterium der Gegenleistung bei Barausgleich ergibt sich folgende Unterscheidung:
  1. Festbetrag (z.B. Range Optionen),
  2. Differenz zwischen Basispreis und Marktpreis


Expenses (Out-of-pocket-Expenses); Nebenkosten, die im Rahmen eines Kreditgeschäfts enstehen bzw. enstanden sind. Sie sind durch den Kreditnehmer zu übernehmen.


External Indebtedness Verschuldung des Kreditnehmers (a) gegenüber Gebietsfremden in nationaler (heimischer) Währung oder/und (b) in Fremdwährung.

Face Value Bezeichnet den Nominalwert einer Schuldverschreibung oder eines anderen Investments zum Zeitpunkt seiner Fälligkeit.


Factoring Leistungsangebot durch vertraglich fixierten Ankauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen durch einen Factor. Hierbei handelt es sich um ein Kreditinstitut oder spezielles Finanzierungsinstitut. Factoring kann folgende Teilangebote umfassen: Entsprechend dem vertraglich fixierten Umfang, wird unterschieden in:

Wird dem Schuldner die Abtretung der Forderungen an den Factor mitgeteilt, so handelt es sich um notifiziertes Factoring. Erfolgt keine derartige Mitteilung an den Schuldner, so handelt es sich um nicht-notifiziertes Factoring. Durch Factoring wird eine umsatzbezogene Finanzierung erreicht (de facto handelt es sich aber um eine Finanzierungsersatzmaßnahme). Entsprechend dem Rechnungsanfall erfolgt ein Aktivtausch auf der Sollseite der Bilanz. Ein Sperrbetrag von 10 - 20% des jeweiligen Forderungsbetrages wird für evtl. Skontoziehungen, Reklamationen, Rabatte etc. nicht bevorschußt. Die Finanzierungsfunktion durch den Factor erfolgt aber lediglich im Rahmen des Standardfactoring. Dagegen wird im Rahmen des Maturity Factoring die Finanzierungsfunktion durch den Factor nicht erfüllt, da der Ankauf lediglich zum individuellen Fälligkeitszeitpunkt der Forderung erfolgt. Die Delkrederefunktion bietet einen vollständigen Schutz vor dem Ausfallrisiko. Die Kosten für die Inanspruchnahme der Delkrederefunktion sind von der Bönität der Abnehmer und der Länge der Zahlungsziele abhängig. Sie werden im Regelfall mit 0,1 - 0,5 % des Umsatzes berechnet. Allerdings sind hier auch gesonderte Berechnungsmodalitäten möglich. Die Dienstleistungsfunktion ist abhängig vom vereinbarten und mengenmäßigen Leistungsanfall. Entsprechend entstehen Kosten in Höhe von ca. 0,5 - 3,0 % des Gesamtumsatzes


Fair Value theoretisch richtiger oder gerechter, da arbitragefreier Preis bzw. Wert eines Termininstruments (Option, Optionsschein, Futures und Swaps). Käufer und Verkäufer sind hier nicht schlechter gestellt als bei einem entsprechendem Kassageschäft.


FAZ-Aktienindex gewichteter Kursindex, der sich nach Paasche errechnet. Veränderungen der Aktienkurse, die auf Kapitalveränderungen zurückgehen, werden durch einen Ausgleichsfaktor eliminiert. Durch Dividendenzahlungen bedingte Kursrückgänge werden wie Kursverluste behandelt. Erfaßt werden die Kurse von 100 Aktiengesellschaften, deren Werte in Frankfurt variabel gehandelt werden und einem ausreichenden Grundkapital zum Börsenhandel zur Verfügung stehen (vgl. Free Float). Als Subindices werden zusätzlich folgende Branchenindices errechnet: Banken, Versicherungen, Elektroindustrie, Bau- und Grundstückswerte, Großchemie, Sonstige Chemiewerte, Versorgungsaktien, Auto- und Zulieferindustrie, Maschinenbau, Grundstoffe, Handel und Verkehr, Konsumgüter. Der Index ist mehrfach (1970, 1982, 1988, 1993) auf die jeweiligen Marktgegebenheiten neu ausgerichtet worden.


FAZ-Performance-Index Performance-Index, der die Wertentwicklung einer Anlage am deutschen Aktienmarkt insgesamt darstellt. Außerdem werden Sub-Indices errechnet.


Festpreisverfahren klassisches Verfahren der Emissionskursfestsetzung im Zuge einer Emission. Hierbei legt die Emittentin allein oder gemeinsam mit dem Emissionskonsortium den Bezugskurs der Wertpapiere fest. Bei der Zielsetzung, die Emission schnell, vollständig und kostengünstig zu plazieren, ergibt sich die Schwierigkeit der Fixierung des optimalen Bezugskurses. Bei den zwischenzeitlich außerordentlich stark gestiegenen Emissionsvolumina gewinnt das Bookbuilding-Verfahren zunehmend an Bedeutung, da hier die Investoren in den Preisbildungsprozeß einbezogen werden. Damit ist hier der Preis eine Funktion der Nachfrage und nicht, wie beim Festpreisverfahren, die Nachfrage eine Funktion des Preises.


Festzinsanleihe Anleiheform, die durch feste halbjährliche oder jährliche Zinszahlungen charakterisiert ist, die über die gesamte Laufzeit unverändert bleiben (klassischer Anleihetyp). Vgl.: Anleihe, Industrieobligation


FIBOR Abk. für Frankfurt Interbank Offered Rate. Interbanken Geldmarktsatz für 1 bis 12-Monatsgelder am Finanzplatz Frankfurt a. Main, der - ebenso wie der Tagesgeld-Fibor - mit der FIBOR-Überleitungsverordnung vom 10.Juli 1998 zum 1.1.1999 durch den EURIBOR (Euro Interbank offered Rate) und den EONIA-Satz (Euro Overnight Average Index) ersetzt wurde. Die Fibor-Überleitungs-Verordnung wurde im Rahmen von § 3 Abs.2 des Diskontsatz-Überleitungsgesetzes erlassen.


Fill-or-kill (FOK) Variante eines limitierten Auftrags, der zur Durchführung von Optionsgeschäften an Terminbörsen erteilt wird. Danach kann der Börsenauftrag nur sofort und vollständig ausgeführt werden. Kann die Order nicht zu den Konditionen der Auftragserteilung vollständig ausgeführt werden, ist sie hinfällig (Immediate-or-cancelled).


Financial Futures (Finanzterminkontrakte); standardisierte Terminkontrakte auf Finanztitel, die auf Basisgrößen lauten, die dem Geld-, Kapital- oder Devisenmarkt (Aktien, Anleihen, Devisen, Indices) zuzuordnen sind. Der Käufer bzw. Verkäufer eines Finanzterminkontrakts verpflichtet sich, gegen Hinterlegung einer Kaution gegenüber der Börsen-Clearingstelle (Clearing-House) das im Kontrakt definierte Finanzinstrument in einer bestimmten Menge zu einem bestimmten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Standardisiert sind die Kontrakteinheiten und die Erfüllungstermine. Im Regelfall erfolgen bei den Transaktionen, die den Kontrakten zugrunde liegen, keine physischen Erfüllungen am Laufzeitende. Offene Kontrakte werden vielmehr während der Laufzeit durch entsprechende Gegengeschäfte glattgestellt. Dies geschieht, indem der Käufer (Verkäufer) eines Terminkontrakts einen identischen Terminkontrakt verkauft (kauft). Bei niedrigem Kontraktpreis ist durch den Käufer bzw. Verkäufer bei Abschluß ein Bargeldeinschuß (Initial Margin) an die Börsen-Clearingstelle (Clearing House) in Höhe von x % (ist jeweils individuell festgelegt) zu zahlen, die dem Margin Account gutgeschrieben wird. Börsentägliche Neuberechnungen können zu Gutschriften führen oder Nachschußzahlungen auslösen.

Financial Futures sind in den Formen von Currency Futures (Devisenterminkontrakte), Interest Rate Futures (Zinsterminkontrakte), Stock Index Futures (Terminkontrakte auf Börsenindizes) bekannt. Sie werden zu spekulativen Zwecken (Spekulationsinstrument) aber auch zum Hedging (Sicherungsinstrument) eingesetzt. Im Gegensatz zu den Optionen ist die Zahl der Grundstrategien bei den Futures wesentlich geringer. Die Futures-Strategien ergeben sich aus der Kombination der zwei Basisstrategien Long-Position und Short-Position in Kontrakten unterschiedlicher Laufzeit.


Finanzanalyse (financial analysis); Untersuchung einer Kapitalanlage (z.B. Kauf von Effekten, Kredithingabe, Zeichnung von Anteilen einer Unternehmung etc.) auf ihre mögliche Vorteilhaftigkeit bzw. Unvorteilhaftigkeit. Sie dient als Entscheidungsgrundlage für die Durchführung/Unterlassung von Investitionen oder Desinvestitionen. Die Finanzanalyse im Zusammenhang mit dem Erwerb von Aktien erfolgt auf Basis der Fundamentalanalyse und/oder Chartanalyse. Bei Anleihen, Commercial Papers und CD's spielen Rating und Duration eine große Rolle. Vor der Kreditvergabe schließlich steht die Kreditwürdigkeitsprüfung. Finanzanalyse wird unternehmensextern (Kapitalanleger, Banken, Finanzanalysen, Konkurrenz etc.) und unternehmensintern betrieben. Materielle Basis sind Bilanz, GuV und sonstige Daten (z.B.: Umsatz, Auftragslage, Investitionsplanung). Analyseschwerpunkte sind: Methoden und Techniken finden sich in einer Vielzahl von Rechenwerken (Bilanzanalyse; Kennzahlenanalyse; Kreditwürdigkeitsprüfung; Kapitalflußrechnung, wie z.B. Bewegungsbilanz, Funds Statement, Cash Flow Statement; Finanz-, Liquiditäts-, Investitionsplanung) ihren Niederschlag.


Finanzierung i.e.S. die Deckung eines gegebenen Kapitalbedarfs; weitere Einschränkungen nach den Kriterien Form, Fristigkeit, Verwendungszweck des Kapitals sind möglich. I.w.S. umfaßt Finanzierung sämtliche Finanzdispositionen, d.h. Kapitalbeschaffung und -disposition bzw. -anlage (Investition und Kapitaltilgung). Sonderformen der Finanzierung sind u.a. Vorfinanzierung, Zwischenfinanzierung, Anschlußfinanzierung, Umfinanzierung, Außenhandelsfinanzierung, Absatzfinanzierung, Projektfinanzierung. Von Finanzierung zu trennen sind die Finanzierungsersatzmaßnahmen.


Finanzierungskosten (Kapitalkosten); sämtliche Kosten, die einem Unternehmen im Zusammenhang mit der Finanzierung eines gegebenen Kapitalbedarfs für den Kapitalüberlassungszeitraum einstehen. Man unterscheidet folgende Kostenkategorien:
  1. Nach der Häufigkeit ihres Entstehens: einmalige und laufende Finanzierungskosten.
  2. Nach dem Kriterium, welche Faktoren die Finanzierungskosten beeinflussen, gelangt man zur Unterscheidung zwischen quantitativen und qualitativen Kosten.
  3. Nach dem Kriterium des Kostenverhaltens: fixe sowie variable Kosten.
Die Unternehmensleitung strebt in der Regel "Optimierung" der Finanzierungskosten an. Die Möglichkeiten hierzu sind kurz- bis mittelfristig recht begrenzt (z.B. Substitution teuer finanzierten Kapitals durch kostengünstigere Mittel gleicher oder minderer Qualität, u.U. unter Verletzung des Postulats der Fristenkongruenz). Langfristig gelingt eine Optimierung durch Schaffung einer optimalen Kapitalstruktur und Verlegung von Mittelbeschaffungsmaßnahmen über lange Zeiträume hinweg in besonders günstige Marktphasen.


Finanzinnovation Terminus, der einerseits lediglich neue Produkte an den Finanzmärkten umfaßt (Produktinnovationen), andererseits veränderte oder erstmalig praktizierte finanzwirtschaftliche Vorgänge, die sich im Zeitablauf vollziehen (Prozeßinnovationen) einbezieht.

Bei Produktinnovationen handelt es sich entweder um reine Finanzierungsinstrumente oder Instrumente zur Absicherung bestimmter Marktrisiken oder Finanzierungsinstrumente, mit denen Techniken zur Absicherung gegen Marktrisiken gekoppelt sind. Die Produktionnovationen unterscheiden sich von bisherigen Instrumenten und/oder Techniken

Prozeßinnovationen ergeben sich in erster Linie durch konsequente Nutzung des hohen technischen Fortschritts in den Bereichen des Nachrichtenwesens, Zahlungsverkehrs und der EDV (z.B. SWIFT, Cash Management Systeme). Teilweise konnten die Finanzinnovationen nur entstehen, weil die notwendigen institutionellen und/oder rechtlichen Voraussetzungen geschaffen wurden (z.B. Geldmarktfonds, moderne Nachrichtentechnik, Deregulation, Swap Network). Die Entwicklung von Finanzinnovationen hat mehrere Ursachen. Allgemein werden folgende Gründe genannt: stringente Bankengesetzgebung in den USA (Regulation), die zu spät gelockert wurde; weltweiter Inflationsprozeß während der 70er Jahre, Ölkrisen; starke Schwankungen von Wechselkursen und Zinssätzen. Die Marktteilnehmer, insbesondere zunächst die Kapitalanlager, waren nicht mehr bereit, die Risiken zu tragen. Für die Banken ergab sich damit die Notwendigkeit zur Entwicklung geeigneter Refinanzierungsinstrumente. Inzwischen existiert eine Fülle von Instrumenten, die die wechselseitige Verlagerung von Risiken und Chancen zwischen den Marktteilnehmern erlaubt.

Die nationalen Bankenaufsichtsbehörden, Notenbanken und die BIZ beurteilen inzwischen einen großen Teil der Finanzinnovationen sehr kritisch, da die Anwendung der neuen Instrumente bzw. Techniken teilweise mit erheblichen Zins-, Liquiditäts- und/oder Währungsrisiken verbunden ist.


Finanzintermediäre (Financial Intermediaries, sekundäre Finanzinstitute); Institutionen, die auf den Geld-, Kredit- und Kapitalmärkten neben den Geschäftsbanken zwischen Kapitalangebot- und -nachfrage vermitteln. Finanzintermeditation wird in einem erheblichem Umfang an den Effektenbörsen betrieben. Durch die Dienste der sekundären Finanzinstitute (Versicherungsgesellschaften, Kapitalanlegegesellschaften, Bausparkassen etc) steigen die Anlage- und Finanzierungschancen der übrigen Marktteilnehmer. Daher wird oft von der Existenz der Marktintermediäre und ihren Aktivitäten auf den hohen Entwicklungsstand des jeweiligen Finanzmarktes geschlossen. Umgekehrt zeigt das Vorhandensein von Finanzintermediären jedoch, daß der Markt noch unvollkommen ist, da diese bei einem vollkommenen Markt mangels Gewinnchancen verschwinden müßten.


Finanzpolitik Summe aller Überlegungen, Absichten und Maßnahmen der Unternehmensleitung, die auf die Formulierung der Finanzierungsziele und ihre Realisierung ausgerichtet sind. Wesentliche Aktivitäten sind in diesem Zusammenhang: Festlegung der Finanzierungsziele, Finanzanalyse, Finanzplanung, Liquiditätsplanung, Finanzdisposition, Finanzkontrolle.


Finanzwirtschaft Die Betriebswirtschaftslehre unterteilt in leistungswirtschaftliche (Beschaffung, Fertigung, Absatz) sowie finanzwirtschaftliche Funktionsbereiche der Unternehmung. Die Finanzwirtschaft kann in Kapitalwirtschaft (Kapitalbeschaffung, -verwaltung, -verwendung) und Zahlungsmittelwirtschaft (Zahlungsmittelbeschaffung, -verwaltung, -verwendung) gegliedert werden.


Floating Rate Note variabel verzinsliche Anleihe, bei der die Verzinsung während der Laufzeit in definierten Zeitabständen (i.d.R. alle drei, sechs Monate) an das gegebene Marktzinsniveau angepaßt wird. Insofern handelt es sich bei dem Floater um eine zinsindexierte Anleihe. Zur Abwicklungstechnik wird ein bestimmter Geldmarktsatz (z.B. LIBOR, Euribor, LIBID) als Referenzzins definiert, zu (von) welchem definierte Aufschläge (oder Abschläge) zugerechnet (abgezogen) werden. Floater sind sowohl für Emittenten als auch für Investoren gleichermaßen interessant, was sich national wie international in hohen Emissionsvolumina niederschlägt. Floating Rate Notes haben die Besonderheit, daß sie im Regelfall mit einem vorzeitigen Kündigungsrecht durch die Emittenten (Call Option) ausgestattet sind. Kündigungsvarianten sind der "Stepped Call" (Kündigung nur zu Couponterminen möglich) und der "Rolling Call" (Kündigung zu jedem Termin nach Ablauf eines bestimmten Datums möglich).


Floor
  1. (Zinsausgleichszertifikat) Optionsschein (Typ European Option), der das Recht auf Zinsausgleichszahlungen verbrieft. Die Zinsausgleichszahlungen errechnen sich im Regelfall aus der Differenz um die ein bestimmter Referenzzinssatz (z.B. Euribor) an einem Stichtag unter einer festgelegten Zinsuntergrenze liegt.
  2. Bezeichnung für eine garantierte Zinsuntergrenze, die teilweise bei Floating Rate Notes (Floater) in den Anleihebedingungen festgeschrieben wird. Ihre Existenz garantiert den Investoren, daß die Verzinsung der Anleihe im Verlauf einer Niedrigzinsphase auf ein Minimalniveau festgeschrieben wird; Gegenteil: Cap.
Footsie übliche Abkürzung für den Financial Times Stock Exchange 100-Aktienindex (vgl.: FTSE-100-Index).


Forfaitierung regreßloser Verkauf einer längerfristigen Forderung durch den Exporteur an eine Finanzierungsinstitution mit Stellung entsprechender Sicherheiten (z.B. Wechsel, Bankgarantie, Akkreditiv). Die Forfaitierung ist dementsprechend als eine auf Forderungsverkauf beruhende Vermögensliquidation zu verstehen, die Finanzierungs-, Delkredere- sowie Inkassofunktionen umschließt.


Forward Rate Agreement (FRA) (Future Rate Agreement, Terminsatzgeschäft); unbedingtes, nicht börsengängiges Termingeschäft. Ifnerhalb dieses Termingeschäfts vereinbaren die Vertragspartner im voraus für einen bestimmten Betrag einen Zinssatz für eine in der Zukunft liegende Periode (Referenzperiode, deren Beginn in der Zukunft liegt) und ein zugrunde liegendes (fiktives) Nominalvolumen. Ein Kapitaltransfer erfolgt nicht. FRA's werden zum vertraglich vereinbarten Zeitpunkt im Wege des Zinsausgleichs durch die Zahlung der vereinbarten Zinsdifferenzen beglichen. Die Gesamtlaufdauer eines FRA beträgt höchstens 24 Monate und gliedert sich in eine Vorlaufzeit (beträgt mindestens einen Monat) und die daran anschließende Referenzperiode (läuft über maximal (12 Monate). Längere Zinsperioden können durch Verknüpfung mehrerer FRA's abgesichert werden.


FRABBA Standardvertrag für Forward Rate Agreements, der von der British Bankers' Association entwickelt wurde.


Free Float
  1. freier Vorgangspuffer;
  2. freie Pufferzeit;
  3. finanzwirtschaftliche Bezeichnung für die in einem Markt umlaufenden Titel einer Emission, die sich somit nicht in festen Händen befinden. Je höher die Quote der umlaufenden Titel am gesamten emittierten Titelbestand ist, desto günstiger wirkt sich dies auf die Effizienz der Kursbildung im entsprechenden Marktsegment aus. Typisch ist, daß das Blue-Chip-Segment (in Deutschland das DAX-Segment) durch einen hohen Free Float, das Small-Cap-Segment hingegen durch einen relativ niedrigen Free Float gekennzeichnet ist. Ein gewisser Ausgleich wird hier aber im Regelfall durch eine erhöhte Umlaufgeschwindigkeit geschaffen.


Freie Makler (Freimakler); freie, nicht vereidigte Makler, die neben den Kursmaklern an den Börsen zur Teilnahme am Börsenhandel zugelassen sind. Diese unterliegen, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, wie die Kursmakler der Aufsicht durch die Börsenaufsichtsbehörde. Die Aufsicht umfaßt sämtliche börslichen und außerbörslichen Geschäfte im Rahmen des Handelsgewerbes und bezieht sich auf die Einhaltung der börsenrechtlichen Vorschriften und Anordnungen. Die freien Makler übernehmen entweder im geregelten Markt oder im Optionshandel die Kursfestellung (skontoführende Makler). Sie sind aber auch für die im Freiverkehr gehandelten Wertpapiere (Freiverkehrsmakler) zuständig.


Freiverkehr (Freiverkehrsmarkt); Börsensegment, welches am 1.5.1988 geschaffen wurde. Dies geschah durch die Zusammenfassung der bis dato existierenden Marktsegmente geregelter Freiverkehr und ungeregelter Freiverkehr. Im Freiverkehr werden die Wertpapiere gehandelt, die nicht zum Amtlichen Handel, Geregelten Markt oder IBIS rugelassen sind. Im Gegensatz zum Amtlichen Handel und Geregelten Markt ist der Freiverkehr im Börsengesetz nicht näher geregelt. Es gilt ein vereinfachtes Zulassungsverfahren ohne Prospekthaftung. Der Markt unterliegt aber der Mißbrauchsaufsicht.


Fremdemission Verfahren bei der Begebung (Erstplacierung) von Aktien und Anleihen, bei dem die Unterbringung der Effekten im
  1. Konsortialverfahren zu festen Konditionen erfolgt. Hierbei wird im Zuge der Emission ein Bankenkonsortium (vgl. Emissionskonsortium) eingeschaltet, welches als Übernahmekonsortium, Begebungskonsortium oder als kombiniertes Übernahme- und Begebungskonsortium fungiert.
  2. Tenderverfahren besorgt wird.
  3. Konsortial-/Tenderverfahren vollzogen wird. Es handelt sich hierbei um eine kombinierte Emissionstechnik.
Funktionsweise: Unterbringung einer Quote des Gesamtemissionsvolumens bei einem Begebungskonsortium im Konsortialverfahren sowie anschließende Plazierung der Restquote des Emissionsvolumens bei anderen Banken oder sonstigen Finanzintermediären im Tenderverfahren. Die Kosten der Fremdemission bei Aktienemissionen (Anleiheemissionen) belaufen sich auf 7% - 9% (4,5% - 5%) des Emissionsvolumens (Emissionskosten).


Front Bond (Host Bond); Zinsoptionsanleihe mit beigefügtem Zinsoptionsschein (Bond Warrant). Dieser berechtigt zum Bezug einer Folgeanleihe (Back Bond) zu vorgegebenen Konditionen.


Front Running
  1. Vorkaufen von Händlern bei Wertpapieremissionen (per Selbstzuteilung) in Kenntnis hoher Orderaufträge durch die Kunden des eigenen Hauses. Den Kunden werden dann in diesem Fall weniger günstige Kurse abgerechnet.
  2. Handeln von Analysten eines Brokers oder Bank an Märkten auf eigene Rechnung nach den vorgesehenen Empfehlungen bevor diese anschließend Kunden als offizielle Ansicht des Hauses zu angenommenen Gesamt- oder/und Teilmarktentwicklungen dargestellt werden.


FTSE-100 Index (Abk. für Financial Times Stock Exchange 100 Share Index); Aktienindex, der die Aktienwerte der 100 größten Aktiengesellschaften des Vereinigten Königreichs enthält. Der FTSE-100 Index wurde im Jahr 1984 mit dem Ziel eingeführt, einen neuen Aktienindexkontrakt an der LIFFE einzuführen.


Fundamentalanalyse Methode zur Prognose von Aktienkursentwicklungen, die darauf basiert, daß der Kurs einer Aktie durch den "inneren Wert" einer Unternehmung determiniert ist. Der innere Wert der Unternehmung wird durch relevante betriebswirtschaftliche Größen, die für die gegenwärtige Ertragslage und die künftige Ertragsentwicklung der Unternehmung von Bedeutung sind, bestimmt. Er wird weiterhin durch unternehmungsexterne Parameter beeinflußt. Fundamentalanalytiker gehen davon aus, daß mittel- bis langfristig der errechnete innere Wert und der Börsenkurs zueinander in positiver Korrelation stehen. Driften beide Werte im Zeitverlauf auseinander, wird die Aktie der Unternehmung preiswert oder teuer. Die Anwendung einer einheitlichen Konzeption zur Errechnung des inneren Wertes ist bislang nicht erkennbar. Offensichtlich wird z.Zt. im Rahmen der Fundamentalanalyse die Methode der "present value theory" präferiert. Sie basiert auf dem Konzept der Kapitalwertmethode und errechnet als Kapitalwert den inneren Wert (Gegenwartswert der Aktie unter Berücksichtigung des Gewinns und einer angenommenen Wachstumsrate des Gewinns über einen definierten Zeitraum bei einem definierten Kapitalisierungszinsfuß).


Fungibilität allgemeine Kennzeichnung der Eigenschaft von Gütern, Devisen, Effekten und standardisierten Terminkontrakten, leicht austauschbar (handelbar, marktgängig) zu sein. Fungibilität ist bei Effekten, Devisen und Terminkontrakten i.d.R. ohne weiteres erreichbar, nicht jedoch bei Waren. Hier ist vorab die Typisierung unerläßlich.


Fusion (Verschmelzung); rechtliche und wirtschaftliche Vereinigung zweier oder mehrerer vordem selbständiger Unternehmen. Eine Fusion kann durch Aufnahme einer anderen Unternehmung oder durch Neubildung vollzogen werden. Bei der Fusion durch Aufnahme verliert zumindest ein Unternehmen seine rechtliche und wirtschaftliche Selbständigkeit. Sein Vermögen wird auf die aufnehmende Unternehmung übertragen. Die Fusion durch Neubildung hat zur Folge, daß die Vermögen der beteiligten Unternehmen zusammengefaßt und in eine neue Unternehmung eingebracht werden. Fusionsmotive sind Diversifikationsstreben, Streben nach Marktmacht, Zielsetzung der kostengünstigeren Massenproduktion, Konzentration der Kapitalkraft. Für die AG ist die Fusion gem. §§ 339 - 358a AktG, für die GmbH gem. §§ 19 - 35 KapErhG geregelt.


Future-Long-Position entsteht durch den Kauf eines Future-Kontrakts. Der Käufer eines Future-Kontrakts verpflichtet sich, am Liefer- bzw. Erfüllungstag den Basiswert zu einem im voraus vereinbarten Preis (Kurs) zu übernehmen. Dabei erwartet der Käufer eine Anstieg der Kurse des Basiswerts während der Kontraktlaufzeit. Die Höhe des aus einer Future-Long-Position resultierenden Gewinns hängt davon ab, wie weit der Future-Kontrakt zum Zeitpunkt der Glattstellung bzw. bei Fälligkeit über dem vereinbarten Einstandspreis (-kurs) notiert. Damit ist mit einer Future-Long-Position eine theoretisch unbegrenzte Ertragsmöglichkeit gegeben. Das mit der Abnahmeverpflichtung verbundene hohe Verlustrisiko kann der Inhaber einer Long-Position nur dadurch ausräumen, indem er eine entsprechende Future-Short-Position (d.h. selber Basiswert, gleiche Fälligkeit) eingeht.


Future-Short-Position entsteht durch den Verkauf eines Future-Kontrakts. Der Verkäufer eines Future-Kontrakts verpflichtet sich, am Liefer- bzw. Erfüllungstag den Basiswert zu einem im voraus vereinbarten Preis (Kurs) zu liefern. Dabei erwartet der Verkäufer einen fallenden Kurs (Preis) des Basiswerts während der Kontraktlaufzeit. Die Höhe des aus einer Future-Short-Position resultierenden Gewinns hängt davon ab, in welchem Umfang der Future-Kontrakt zum Zeitpunkt der Glattstellung bzw. bei Fälligkeit unter dem Einstandspreis (-kurs) notiert. Damit ist mit einer Future-Short-Position eine theoretisch sehr hohe Ertragsmöglichkeit verbunden. Das mit der Lieferverpflichtung verbundene hohe Verlustrisiko kann der Inhaber einer Future-Short-Position nur dadurch ausräumen, indem er eine entsprechende Future-Long-Position (d.h. selber Basiswert, gleiche Fälligkeit) eingeht.


Futures standardisierte Terminkontrakte mit eindeutig festgelegten Eigenschaften. Im Rahmen eines Futureskontrakts verpflichtet sich die eine Vertragspartei eine definierte Menge einer "Ware" (Rohstoff oder Finanztitel) einer festgelegten Qualität zu einem festgesetzten Preis an einem bestimmten Ort zu liefern. Die andere Vertragspartei verpflichtet sich zur Abnahme. Dem Kontraktgegenstand entsprechend, spricht man von Financial Futures (Finanzterminkontrakte) und die Commodity Futures (Warenterminkontrakte). Finanz- und Warenterminkontrakte werden an eigens dafür eingerichteten Terminbörsen (z.B. Deutsche Terminbörse) gehandelt. Die physische Abnahme aus dem Kontrakt ist heute oftmals nicht mehr notwendig, da im Rahmen des Cash Settlement lediglich Ausgleichszahlungen erfolgen.

Gammafaktor demonstriert den Umfang der Veränderung des Deltafaktors in Reaktion auf die Kursschwankungen des Basisobjekts, das dem Optionskontrakt zugrunde liegt.


Garantiekapital (Haftungskapital);
  1. Eigenkapital einer Unternehmung unter dem Gesichtspunkt der Haftungsfunktion. Sein Volumen wirkt in positiver Korrelation zur Möglichkeit der Finanzierung mit Fremdkapital und fixiert damit letztendlich die Gesamtkapitalausstattung der Unternehmung. Im besonderen Maße sind Kreditinstitute gem. §§ 10, 10a KWG gehalten mit ausreichend hohem Eigenkapitalanteil ausgestattet zu sein, da die Eigenkapitalquote das Geschäftsvolumen limitiert.
  2. aus dem eingezahlten Grundkapital und dem Reservefonds zusammengesetztes Kapital bei Hypothekenbanken und Grundkreditanstalten. Es muß in einer bestimmten Relation zum Refinanzierungsvolumen (Umfang der im Umlauf befindlichen Pfandbriefe zuzüglich der aufgenommenen Darlehen) stehen.


Geld Die Begriffsumschreibung setzt nach neuerer Auffassung an den Funktionen an, die das Geld erfüllt bzw. erfüllen soll. Diese Funktionen, die ein Zahlungsmittel erfüllen muß, um als "Geld" charakterisiert zu werden, sind: Tauschmittel-, Recheneinheits- und Wertaufbewahrungsfunktion. Das Maß, in welchem diese Funktionen vom Geld erfüllt werden können, hängt vom Vertrauen der Wirtschaftssubjekte in das Geld (Preisstabilität) ab. Ursprünglich konnte diese Geldfunktion nur durch ein Aktivum (z.B. Gold, Silber) in einer bestimmten Qualität und Menge erfüllt werden. Inzwischen sind derartige Aktiva in modernen Volkswirtschaften durch abstrakte Forderungsrechte ersetzt worden. Der Emittent der Forderungsrechte garantiert, daß den Forderungsrechten im entsprechenden Umfang Aktiva gegenüberstehen. Die Funktionen des Geldes werden durch Zentralbankgeld, Geschäftsbankengeld und Geldsubstitute (Zahlungsanweisungen, Zahlungsverpflichtungen) erfüllt.


Geldkurs
  1. derjenige Kurs an Effektenbörsen, zu welchem Nachfrage existiert, aber kein Angebot vorliegt;
  2. Ankaufskurs für Devisen durch Banken;
  3. Ankaufskurs, der durch Market Maker verbindlich gestellt wird (vgl. Deutsche Terminbörse).


Geldmarkt Markt für kurzfristige Kredite; Geldmarkt im engeren Sinne ist der Markt für Notenbankgeld und Geldmarktpapiere (Tagesgeld-, Monatsgeld-, Diskont-, Devisenmarkt). Die Geldmarktsätze (Zinssätze am Geldmarkt) richten sich in erster Linie nach der Liquiditätssituation der Marktteilnehmer in Abhängigkeit von der Offenmarktpolitik der Zentralnotenbank sowie nach der Fristigkeit.

Geldmarktpapiere (-titel) i.e.S. sind Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen der öffentlichen Hand. Zu den Geldmarktpapieren i.w.S., die an internationalen Geldmärkten gehandelt werden, zählen die Certificates of Deposit, Commercial Papers und Euronotes. Marktteilnehmer sind in Deutschland in erster Linie die Deutsche Bundesbank und Kreditinstitute, weiterhin im begrenzten Maße Kapitalsammelstellen (z.B. Lebensversicherer).

Der Geldmarkt erfüllt in erster Linie eine Liquiditätsausgleichsfunktion zwischen den Banken. Damit wird zugleich ermöglicht, fristgerecht notwendige liquide Mittel zinsgünstig zu beschaffen oder überschüssige Liquidität anzulegen. An den internationalen Märkten kommen als Marktteilnehmer Fonds, Versicherungen, Industrie- und Handelsunternehmen hinzu. Sie nutzen die Liquiditätsausgleichsfunktion des Marktes im verstärkten Maße für ihre Belange.


Geldmarktpapiere (Geldmarkttitel); i.e.S. sind auf dem Geldmarkt gehandelte Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen der öffentlichen Hand. Zu den Geldmarktpapieren i.w.S., die an internationalen Geldmärkten gehandelt werden, zählen die Certificates of Deposit, Commercial Papers und Euronotes.


Geldmenge
  1. i.w.S. sämtliche Aktiva, die Funktionen des Geldes erfüllen können.
  2. i.e.S. das Geldvolumen (umlaufende Geldmenge), das sich aus Zentralbankgeld und Geschäftsbankengeld zusammensetzt. Diese Geldmengenaggregate bieten Ansatzpunkte notenbankpolitischer Maßnahmen (vgl. Notenbank). Allgemein wird die Ansicht vertreten, daß die Wirkungen der notenbankpolitischen Maßnahmen effizienter sind, wenn einzelne Komponenten der Geldmenge gezielt beeinflußt werden. Aus diesem Grund werden verschiedene Geldmengenarten (international i.d.R. mit M 1, M 2, M 3 bezeichnet) definiert.
Die Europäische Zentralbank unterscheidet:


Geldpolitik Synonym für institutionierende Währungspolitik. Sie ist auf die Ausgestaltung des Geldwesens eines Währungsraums (z.B. Notenbankgesetzgebung, Durchführung einer Währungsreform, Schaffung notwendiger Institutionen zu ihrer Realisierung) gerichtet und legt damit die Voraussetzungen für die Realisierung der funktionellen Währungspolitik (vgl. Notenbank).


Genossenschaft Gesellschaften von nicht geschlossener Mitgliederzahl, welche die Förderung des Erwerbs oder der Wirtschaft ihrer Mitglieder mittels gemeinschaftlichen Geschäftsbetriebs bezwecken (§ 1 (1) GenG). Die eingetragene Genossenschaft ist juristische Person und Kaufmann (§ 17 GenG). Sie entsteht durch Eintragung in das Genossenschaftsregister gem. §§ 3, 13 GenG. Das "genossenschaftliche Prinzip" umfaßt die Gleichberechtigung sämtlicher Mitglieder ohne Rücksicht auf die Höhe der Kapitalbeteiligung, die Selbstverwaltung sowie den gemeinschaftlich begründeten Geschäftsbetrieb.

Genossen zeichnen einen obligatorischen Geschäftsanteil und leisten Einzahlungen in Höhe von mindestens 10 %. Die Höhe der Einzahlungen auf den Geschäftsanteil einschließlich der zugeschriebenen Gewinne, abzüglich realisierter Verlust ergibt gem. § 19 GenG das Geschäftsguthaben eines Genossen. Dieses Geschäftsguthaben ist die Basis für die Verrechnung der anteiligen jährlichen Gewinne bzw. Verluste und die Abfindung beim Austritt eines Genossen. Organe der Genossenschaft sind:

Die Genossenschaft haftet für Verbindlichkeiten aus der Geschäftstätigkeit aus dem Genossenschaftsvermögen. Im Konkursfall haben Mitglieder gem. den statuarischen Regelungen keine, begrenzte oder unbegrenzte Nachschußpflicht.


Genußschein (Genußrecht, participation certificate); verbrieft Vermögens-, nicht aber Mitgliedschaftsrechte an einem Unternehmen und kann als Kapitalform eindeutig weder dem Eigen- noch dem Fremdkapital zugeordnet werden. Der Genußschein verbrieft i.d.R. Ansprüche auf Anteil am Reingewinn, am Liquidationserlös oder auf den Bezug neuer Genußscheine und ggf. Aktien. Die Verbriefung anderer Vermögensrechte ist durchaus möglich. Genußscheine werden als Inhaber- oder Namenspapiere emittiert, wobei die Inhaberpapiere dominieren. Die Emission ist gem. § 221 (3) an die Zustimmung von mindestens 3/4 Mehrheit des bei einer Hauptversammlung vertretenen Grundkapitals gebunden. Gem. §  221 (4) haben die Aktionäre ein Bezugsrecht. Genußscheine werden einerseits zur Finanzierung eines gegebenen Kapitalbedarfs emittiert, andererseits soll ihre Ausgabe auch die Kapitalbeschaffung mit Hilfe anderer Instrumente erleichtern. Diese Aufgabe dominierte in Deutschland zumindest bis vor wenigen Jahren.

Im Unterschied zu Aktien und Anleihen bestehen keine gesetzlichen Vorschriften zur Ausgestaltung der Genußrechte. Dieser Umstand ist für die Emittenten vorteilhaft, da sie die Ausgestaltung auf ihre individuellen Bedürfnisse ausrichten können. Für die Investoren ergibt sich damit allerdings der Nachteil, daß sie vor jeder Anlageentscheidung eine eingehende Prüfung der vertraglichen Bedingungen vornehmen müssen. Dies nicht zuletzt deswegen, da fast alle Genußscheine nachrangig sind. Somit können im Konkursfall die Investoren ihre Ansprüche erst geltend machen, wenn die vorrangigen Gläubiger bedient worden sind. Die Emission von Genußscheinen erfolgt im Zuge

Genußscheine wurden in jüngster Zeit auch von deutschen Unternehmen im stärkeren Umfang emittiert. Sie gewähren der Unternehmung generell den Vorteil, daß mit ihrer Ausgabe keinerlei Mitgliedschaftsrechte verbunden sind. Ihre Emission ist vorteilhaft im Vergleich zur Emission von Stammaktien, weil sich die Aktionärsstruktur nicht verschiebt, im Vergleich zu stimmrechtslosen Aktien, da auch ein zeitlich begrenztes Aufleben des Stimmrechts nicht entstehen kann und im Vergleich zu Anleihen, da keine festen Zins- und Tilgungsverpflichtungen bestehen. Sie bieten schließlich generell den Vorteil, daß bei entsprechender Ausgestaltung, Körperschaft-, Gewerbeertragsteuer und Vermögensteuer entfallen. Hierzu ist vor ihrer Emission eine entsprechende Abstimmung mit dem Bundesfinanzminister und dem zuständigen Landesfinanzminister notwendig. i.d.R. verbriefen Genußscheine ihren Inhabern Bezugsrechte bei der Emission neuer Genußscheine. Die Laufdauer kann begrenzt oder unbegrenzt (mit/ohne Kündigungsrecht) sein.

Bei Optionsgenußscheinen handelt es sich um Optionsscheine, die in Verbindung mit Genußscheinen emittiert werden. Sie berechtigen unter bestimmten Bedingungen zum Bezug von Aktien der Emittentin. Die Optionsscheine sind i.d.R. von den Genußscheinen abtrennbar und können gesondert gehandelt werden. Wandelgenußscheine verbriefen ihren Inhabern das Recht, diese unter bestimmten Voraussetzungen sowie unter Zuzahlung eines Betrages in Aktien des Unternehmens zu tauschen.


Geregelter Markt Zweites Börsensegment an den deutschen Wertpapierbörsen, das neben dem amtlichen Markt und dem Freiverkehr jenen Unternehmen den Zugang zu den Börsen eröffnet, die die Minimalanforderungen des amtlichen Handels nicht erfüllten oder den bis zum 1. 5. 1988 existierenden geregelten Freiverkehr nicht nutzten, obwohl sie an anderen Börsen zum amtlichen Handel zugelassen waren.

Über die Zulassung entscheidet der Zulassungsausschuß auf Basis eines Zulassungsantrags im Zulassungsverfahren. Im Regelfall ist die Zulassung vom Emittenten zusammen mit einem Kreditinstitut zu beantragen, das an einer deutschen Wertpapierbörse mit dem Recht zum Handel zugelassen ist. Kreditinstitute, die selbst Emittenten sind, können den Antrag allein stellen; Emittenten können auch zusammen mit einem anderen Unternehmen, das kein Kreditinstitut ist, unter bestimmten Voraussetzungen (fachliche Eignung, Gewährleistung ordnungsgemäßen Börsenhandels, Anlegerschutz) den Antrag stellen. Ansonsten gelten für das Zulassungsverfahren die Vorschriften für die amtliche Notierung. Bei der erstmaligen Zulassung von Aktien oder sonstiger auf Nennbetrag (nicht auf Nennbetrag) lautender Wertpapiere eines Emittenten, die nicht an einer anderen inländischen Wertpapierbörse notiert werden, gilt die Voraussetzung, daß ein Nennbetrag von mindestens 500 000 DM (eine Mindeststückzahl von 10 000) dem Markt zur Verfügung steht oder in absehbarer Zeit zur Verfügung stehen wird. Dem Antrag sind ein vom Emittenten unterschriebener Unternehmensbericht sowie weitere Unterlagen (Satzung, Handelsregisterauszug etc.) beizufügen. Schließlich verpflichtet sich der Emittent zur Publikation des Jahresabschlusses, Lageberichts etc. und verpflichtet sich zur Druckausstattung der Wertpapiere, die den Anforderungen der inländischen Börsen entsprechen müssen. Die Publizitätsvorschriften sind am geregelten Markt insofern geringer, als die Zwischenberichtspflicht anders als im amtlichen Markt nicht zwingend ist. Zur Gewährleistung des Anlegerschutzes wurde der geregelte Markt in die Insider-Richtlinien einbezogen (zur Bedeutung des geregelten Marktes im Vergleich zu den anderen Börsensegmenten vgl. Amtlicher Handel).


Geschäftswert (Firmenwert); wird durch den Mehrwert ausgedrückt, den ein Unternehmen als Ganzes gegenüber der Summe der gemeinen Werte seiner einzelnen Wirtschaftsgüter (Vermögen und Schulden) hat. Dem Verfahren entsprechend, welches im Zuge der Unternehmensbewertung herangezogen wird, ergibt sich eine unterschiedliche Differenz zwischen dem Wert der Unternehmung als Ganzes und ihrem reinen Substanzwert. Unterschieden wird zwischen dem originären und dem derivativen Geschäftswert. Während der originäre Geschäftswert durch die erfolgreiche Tätigkeit der Unternehmung im Zeitablauf selbst geschaffen wird, entsteht der derivative Geschäftswert durch Erwerb gegen Entgelt. Der originäre Geschäftswert kann handels- und steuerrechtlich nicht aktiviert werden. Dagegen ist der derivative Geschäftswert gem. § 255 (4) HGB handelsrechtlich aktivierungsfähig und dann entweder in jedem folgenden Geschäftsjahr zu mindestens einem Viertel durch Abschreibungen zu tilgen, oder planmäßig über die Jahre der voraussichtlichen Nutzung abzuschreiben. Steuerrechtlich besteht für den derivativen Geschäftswert gem. § 6 Abs. 1 EStG ein Aktivierungsgebot.


Geschlossener Fonds (closed end fund); Investmentfonds mit fixiertem Gesellschaftskapital, der Anteile nur zeitweilig bis zu einem bestimmten Umlaufsvolumen emittiert, diese dann aber nicht zurücknimmt. Die Anteile werden im Regelfall am Markt gehandelt.


Gewinn je Aktie (earnings per share); wesentlicher Bewertungsfaktor im Rahmen der fundamentalen Aktienanalyse. Ziel ist, den Gewinnbegriff einheitlich zu definieren, um damit die Vergleichbarkeit über einen längeren Zeitraum zu ermöglichen. Er soll frei sein von Bewertungseinflüssen, um dem tatsächlich erwirtschafteten Ergebnis zu entsprechen. Da der veröffentlichte Jahresüberschuß nur sehr beschränkt aussagefähig ist (Bewertungsspielraum), wird der der Wertpapieranalyse zugrunde gelegte Gewinn nach finanzanalytischen Gesichtspunkten ermittelt.

Anstelle des ausgewiesenen Bilanzgewinns einer AG hat sich in Deutschland der Gewinnbegriff der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Analyseberatung (DVFA-Formel) durchgesetzt: Es wird vom ausgewiesenen Jahresüberschuß ausgegangen. Dieser wird von allen Sondereinflüssen, insbesondere von außerordentlichen, aperiodischen und dispositionsbedingten Aufwendungen und Erträgen bereinigt.

Die Kennzahl dient der Börsenbewertung von Aktien. Sie erlaubt eine Aussage über die Ertragskraft eines Unternehmens und ermöglicht Vergleiche im Zeitablauf (Zeitvergleich) und zwischen einzelnen Unternehmen (Betriebsvergleich) auf der Basis des Kurs/Gewinn-Verhältnisses. Eine Vergleichbarkeit ist aber nur dann gegeben, wenn die Berechnung nach einheitlichen Grundsätzen erfolgt. Die Höhe des Gewinns per Aktie wird entscheidend von der Kapitalstruktur beeinflußt. Gesellschaften mit relativ niedrigem Grundkapital weisen im Vergleich zu solchen, mit relativ hohem Grundkapital einen höheren Gewinn per Aktie auf. Die Aussagefähigkeit wird dadurch eingeschränkt.


Gewinnabführungsvertrag verpflichtet eine Aktiengesellschaft oder eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (§ 291 AktG) ihren gesamten Gewinn an das beherrschende Unternehmen abzuführen. Abschluß, Änderung und Wirksamwerden von Unternehmensverträgen regelt § 293 AktG. Steuerrechtlich werden derartige Vereinbarungen unter bestimmten Bedingungen bei Organschaftsverhältnissen anerkannt (§ 14 KStG). Das Einkommen der Organgesellschaft wird dann dem Organträger (Muttergesellschaft) zugerechnet und nur von diesem versteuert. Auch eine GmbH kann sich zur Gewinnabführung verpflichten.


Gewinnanteilschein (dividend coupon, dividend warrant); Aktienurkunden und Genußscheinen ist der sog. Bogen beigefügt, der 10 bis 20 fortlaufend numerierte Gewinnanteilscheine (Coupons) enthält. Sie sind eine Form der Anteilsscheine und heißen bei Aktien Dividendenscheine. Gewinnanteilscheine verbriefen den Anspruch auf die Auszahlung des jeweils durch die Hauptversammlung festgestellten Reingewinns nach Maßgabe der Beteiligungshöhe. Sie dienen auch zur Erhebung junger Aktien oder einer zusätzlichen Ausschüttung (Bonus). Im Regelfall verjährt der Auszahlungsanspruch auf einen fällig gewordenen Gewinnanteilschein nach vier Jahren.


Gewinnrücklage Rücklage gem. § 272 (3) HGB, die im abgelaufenen oder einem früheren Geschäftsjahr aus dem Ergebnis gebildet worden ist. Gewinnrücklagen werden (mit Ausnahme der Sonderposten mit Rücklageanteil) somit aus thesaurierten Gewinnen (Gewinnthesaurierung) nach Abzug von Einkommen- und Gewerbeertragsteuer gebildet.


Gezeichnetes Kapital gem. § 272 (1) HGB das Kapital, auf das die Haftung der Gesellschafter für die Verbindlichkeiten der Kapitalgesellschaft gegenüber den Gläubigern beschränkt ist. Soweit ausstehende Einlagen auf das gezeichnete Kapital existieren, sind diese entweder auf der Aktivseite der Bilanz vor dem Anlagevermögen gesondert auszuweisen oder getrennt vom gezeichneten Kapital abzusetzen.

Gilts festverzinsliche oder variabel verzinsliche britische Staatstitel. Laufzeitbezogen werden sie wie folgt bezeichnet: Treasury Bills, Short Gilts, Medium Gilts, Long Gilts oder Undated Gilts. Rückzahlbare Gilts werden nach dem Tilgungszeitpunkt in Single-dated Gilts oder Double-dated Gilts klassifiziert.


Glattstellung Bezeichnung für einen Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Devisen zum Ausgleich einer offenen Position.


Gläubigerschutz Der Gläubiger einer Forderung wird vom Gesetz regelmäßig nur vor Uneinbringlichkeit seiner Forderungen infolge unredlichen Verhaltens seines Schuldners geschützt. Dazu dienen vor allem Strafnormen (§§ 283 - 283d, 289 StGB, 82 GmbHG, 399 ff. AktG), Kapitalerhaltungsvorschriften (§§ 30 GmbHG, 57 AktG) sowie zahlreiche Haftungsvorschriften, besonders im Recht der Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften. Dem Schutz der Gläubiger dienen auch Normen über die Liquidation von Gesellschaften und über die Abwicklung von Konkurs und Vergleich.


Gleitzinsanleihe Bezeichnung für eine Anleihe, bei der die periodisch anfallenden Zinszahlungen im Verlauf kontinuierlich steigen. Damit handelt es sich bei der Gleitzinsanleihe um eine Variante der Staffelanleihe (Step up Bond).


Good-till-cancelled (GTC) Variante eines uneingeschränkt limitierten Auftrags, der zur Durchführung von Optionsgeschäften an Terminbörsen erteilt wird. Danach hat der mit dieser Restriktion versehene Auftrag bis zum Widerruf Gültigkeit.


Good-till-date (GTD) Variante eines uneingeschränkt limitierten Auftrags, der zur Durchführung von Optionsgeschäften an Terminbörsen erteilt wird. Danach hat der mit dieser Ausführungsrestriktion versehene Auftrag nur bis zum definierten Zeitpunkt (angegebenes Datum) Gültigkeit.


Gratisaktie Berichtigungs-, Kapitalberichtigungs-, Wertberichtigungs-, Frei- oder Zusatzaktie) Bezeichnung für Aktien, die im Rahmen von Kapitalerhöhungen aus Gesellschaftsmitteln gem. §§ 207 - 216 AktG ausgegeben werden. Bei Ausgabe von Gratisaktien z.B. im Verhältnis von 2 : 1 erhält ein Aktionär für zwei alte Aktien eine Gratisaktie. Mit der Ausgabe von Gratisaktien ist kein Finanzierungseffekt verbunden, da keine neuen Kapitalien von außen zufließen. Es wird lediglich ein Passivtausch durch Umwandlung von Kapitalrücklage und Gewinnrücklagen in Grundkapital vollzogen. Der Bilanzkurs sinkt. Das Vermögen der Aktionäre bleibt unverändert. Nach Ausgabe von Gratisaktien im Verhältnis 2 : 1 hat der Aktionär drei Aktien mit einem Kurswert wie vorher die zwei Aktien.

Motive für die Ausgabe von Gratisaktien: Ist der Börsenkurs wegen zu hoher Rücklagen im Verhältnis zum Grundkapital sehr hoch, wird die Aktie schwer handelbar. Außerdem müssen hohe Nominaldividenden gezahlt werden, was nach außen u.U. negativ wirkt. Durch die Kapitalverwässerung können nun die Nominaldividenden gesenkt werden. Die Aktienkurse sinken, und die Aktien werden besser fungibel.


Greenshoe Terminus für eine Mehrzuteilungsoption. Diese räumt einem Emissionskonsortium im Rahmen eines Bookbuilding-Verfahrens ggf. die Möglichkeit ein - über das ursprünglich anvisierte Emissionsvolumen hinaus - ein bestimmtes Volumen an Mehrzuteilungen zu Ursprungskonditionen am Markt zu plazieren


Grundkapital (Nominalkapital, Aktienkapital, capital stock); gezeichnetes Kapital (Nominalkapital) der Aktiengesellschaft, das in Aktien zerlegt ist. Der Mindestnennbetrag beträgt 50 000 Euro. Das Grundkapital darf nicht mit dem Gesellschaftsvermögen verwechselt werden, dessen Höhe sich im Zeitpunkt des Gründungsaktes mit dem Grundkapital decken kann, während der Unternehmensexistenz aber ständigen Schwankungen unterliegt. Den Gesellschaftsgläubigern gegenüber erfüllt das Grundkapital die Garantiefunktion. Die Beteiligung des einzelnen Aktionärs an der AG entspricht bei Nennwertaktien dem Verhältnis des Nennbetrags seiner Aktien zum Grundkapital und bei Quotenaktien der Summe Bruchteile am Grundkapital.


Grundpfandrecht im Sachenrecht das Pfandrecht an Grundstücken. Grundpfandrechte dienen hauptsächlich der Kreditsicherung. Sie sind Verwertungsrechte, für die aus dem Grundstück Geldleistungen zu erbringen sind. Hierfür haftet der Wert des Grundstücks. Werden die Geldleistungen nicht erbracht, kann sich der Inhaber des Pfandrechts durch Zwangsvollstreckung (Zwangsverwaltung, Zwangsversteigerung) in das Grundstück befriedigen. Grundpfandrechte sind entweder Hypothek, Grundschuld oder Rentenschuld. Sie werden in Abt. III des Grundbuchs eingetragen.


Grundschuld Grundstücksbelastung der Art, daß eine bestimmte Geldsumme aus dem Grundstück zu zahlen ist (§ 1191 BGB). Bedeutsam ist sie wie die Hypothek vor allem als Kreditsicherungsmittel. Im Unterschied zur Hypothek fehlt bei ihr die rechtliche Verbindung mit einer Forderung. Sie ist deshalb neben der Sicherung langfristiger Darlehen (z.B. Hypothekarkredit), die regelmäßig durch Tilgungen abgetragen werden, auch zur Sicherung von Kontokorrentkrediten geeignet, die in wechselnder Höhe in Anspruch genommen werden können. Auch wenn der Kredit vorübergehend nicht oder nicht in voller Höhe beansprucht wird, bleibt die Grundschuld entgegen der Hypothek in ihrer Höhe bestehen, da sie von einer persönlichen Forderung unabhängig ist und lediglich eine dingliche Haftung begründet. Sie besitzt zur Sicherung verschiedener Kreditarten ein höheres Maß an Mobilität und Anpassungsfähigkeit. Die Grundschuld kann wie die Hypothek als Brief- oder Buchgrundschuld begründet werden.

Habenzinsen Zinsen für von Kunden bei Banken eingelegte Guthaben. Ihre Höhe richtet sich - in Abhängigkeit der allgemeinen Marktsituation - nach der Art (Spareinlagen, Festgelder, Termineinlagen, Sichteinlagen), der Dauer der Festlegung (Fristigkeit), der Höhe der Einlage sowie der Verhandlungsmacht des Kunden.


Handel per Erscheinen Bezeichnung für den Handel von Wertpapieren bevor die effektiven Stücke lieferbar sind. Die Wertpapierlieferung erfolgt nach Erscheinen.


Handelsüberwachungsstelle Börsenorgan, welches von einer Wertpapierbörse unter Beachtung von Maßnahmen der Börsenaufsichtsbehörde eingerichtet und betrieben wird. Die Handelsüberwachungsstelle überwacht den täglichen Börsenhandel und die Börsengeschäftsabwicklung. Zu diesem Zweck erfaßt sie die relevanten Daten über den Börsenhandel und Börsengeschäftsabwicklung. Sie wertet diese Daten systematisch und lückenlos aus und führt ggf. die notwendigen Ermittlungen durch. Im Falle von Unregelmäßigkeiten im Börsenhandel oder/und in der Börsengeschäftsabwicklung ist sie zur Information der Börsengeschäftsführung und der Börsenaufsichtsbehörde verpflichtet. Einzelheiten ihrer Aufgabenstellung und Kompetenzen sind gem. § 1b BörsG geregelt.


Hauptversammlung Organ der Aktiengesellschaft. In der Hauptversammlung (HV) üben die Aktionäre, soweit gesetzlich nicht anderweitig geregelt, ihre Rechte in den Angelegenheiten der AG aus. Die HV beschließt in allen Fällen, die im Gesetz und der Satzung gem. § 118 AktG ausdrücklich bestimmt sind. Dies sind insbesondere gem. § 119 AktG:
  1. die Bestellung der Mitglieder des Aufsichtsrats mit Ausnahme derjenigen, soweit sie nicht zu entsenden oder als Aufsichtsratsmitglieder der Arbeitnehmervertreter zu wählen sind;
  2. die Verwendung des Bilanzgewinns;
  3. die Entlastung der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder;
  4. die Bestellung des Abschlußprüfers;
  5. Satzungsänderungen;
  6. Maßnahmen der Kapitalbeschaffung und -herabsetzung;
  7. die Bestellung von Prüfern zur Prüfung von Vorgängen bei der Gründung oder der Geschäftsführung;
  8. die Auflösung der Gesellschaft.
Über Fragen der Geschäftsführung kann die HV nur auf Verlangen des Vorstands entscheiden. Das Procedere der Entlastung von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern ist gem. § 120 AktG geregelt. Die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung ist gem. §§ 92 (1), 122 (1) AktG geregelt.


Hausse positive Entwicklung an Börsenmärkten, die sich in einer gleichgerichteten Kursentwicklung ausdrückt.


Hebel (Leverage-Faktor, Leverage indicator); Der Hebel eines Optionsscheins wird als eine statische Kennzahl verstanden. Er wird durch das Verhältnis aktueller Kurs des Basiswerts multipliziert mit dem Optionsverhältnis dividiert durch den Kurs des Optionsscheins dargestellt. Damit demonstriert die Kennzahl das Verhältnis Kapitalbetrag, der zum Kauf des Basiswerts aufgewendet werden müßte zu Kapitalbetrag, der zum Erwerb des Optionsscheins erforderlich wäre.


Hedge Bezeichnung für eine Position, die als Gegenposition zu einer offenen Position und den daraus möglicherweise resultierenden Risiken aufgebaut wurde bzw. aufgebaut werden soll. Vgl.: Hedging.


Hedging Instrument der Risikopolitik zur teilweisen oder vollständigen Ausschaltung eines gegebenen Risikos durch Eingehen eines kompensatorischen Risikos. Die sich hierdurch ergebende Gesamtposition ist dann entsprechend ganz oder teilweise ausgeglichen. Hedging ist überall dort anwendbar, wo die Möglichkeit zum Aufbau einer Gegenposition besteht. Finanzwirtschaftlich ist Hedging im Zusammenhang mit der Abdeckung von Zins-, Kurs- und Wechselkursrisiken relevant. Zur teilweisen oder vollständigen Ausschaltung von Wechselkursrisiken ist Hedging hier in verschiedenen Formen möglich:


Historische Volatilität kennzeichnet als Indikator die Varianz oder Standardabweichung der Schwankungsintensität eines Preises bzw. Kurses eines Basisobjekts oder Finanzinstruments für einen zurückliegenden Zeitraum. Der Indikator wird zur Prognose der möglichen künftigen Volatilität eines Kurses oder Preises herangezogen. Besser ist hierzu aber in bestimmten Situationen möglicherweise die Implied Volatility als Maß geeignet.


Homebanking Abwicklung von Bankgeschäften durch die Privatkunden von zu Hause oder einem anderen Ort, der sich außerhalb der Bank befindet, aus. Dem Privatkunden wird so die Möglichkeit eröffnet, auch außerhalb der Schalteröffnungszeiten z.B. Kontostände zu erfahren, Überweisungen oder Kapitalanlagen zu tätigen, Kredite zu beantragen, Informationen zu Aktien-, Anleihe- und Devisenkursen etc. zu erhalten. Realisierbar ist Homebanking allerdings nur, wenn eine geeignete Einrichtung besteht, die von den Banken und ihren Privatkunden akzeptiert wird. Denkbar wäre die Realisierung des Homebanking auch mit Hilfe von Bankaußendienstmitarbeitern, die die Bankkunden außerhalb der üblichen Geschäftszeiten aufsuchen. Dieser Weg wurde bisher nicht beschritten, da der Aufbau einer schlagkräftigen Außendienstorganisation mit sehr hohen Aufwendungen verbunden ist.


Hypothek (mortgage); zur Sicherung einer Forderung dienende Belastung von Grundbesitz (Grundstück und Gebäude), die den Gläubiger berechtigt, die Zahlung einer bestimmten Geldsumme aus dem Grundbesitz zu verlangen (Grundpfandrecht) und sich notfalls durch Verwertung desselben wegen seiner Forderung zu befriedigen (§§ 1113 - 1190 BGB). Das Entstehen oder Bestehen des Grundpfandrechts in Form der Hypothek ist vom Entstehen oder Bestehen einer persönlichen Forderung abhängig, zu deren Sicherung die Hypothek dient (akzessorisches Recht). Am häufigsten wird die Hypothek zur Kreditsicherung verwendet, insbesondere für den langfristigen Bodenkredit (Hypothekarkredit). Hier erhält der Gläubiger ein rechtlich und im Wert beständiges Pfand, das er durch Zwangsvollstreckung verwerten kann. Unter Risikogesichtspunkten ist zwischen 1. und 2. Hypothek zu unterscheiden.

Die Hypothek kann als Buch- oder Briefhypothek begründet werden. Anders als bei der Buchhypothek, die nur im Grundbuch eingetragen wird, erhält der Gläubiger bei der Briefhypothek nach der Eintragung im Grundbuch eine vom Grundbuchamt ausgestellte Urkunde, den Hypothekenbrief. Er erleichtert die Übertragung der Hypothek, die durch Zession und Übergabe des Briefes außerhalb des Grundbuchs erfolgen kann. Die normale Form der Hypothek ist die sog. Verkehrshypothek, die faktisch nur bei der Entstehung akzessorischen Charakter hat. Hinsichtlich des Bestands ist sie durch den öffentlichen Glauben des Grundbuchs gedeckt. Nach der Art der Tilgung wird unterschieden nach:

Neben der Verkehrshypothek (i.d.R. Briefhypothek) existiert die Sicherungshypothek, die im Gegensatz hierzu nur als Buchhypothek zulässig ist. Die Höchstbetragshypothek ist lediglich als eine Variante der Sicherungshypothek zu sehen. Hier wird nur ein Höchstbetrag definiert, bis zu welchem das Pfankdobjekt haften soll.


Hypothekenzins Hauptbestandteil des Hypothekarkreditpreises, der sich aus folgenden Komponenten zusammensetzt: Unterschieden wird nach festen, langfristig veränderbaren (Zinsanpassungsklausel) und variablen Hypothekenzinsen (Zinsgleitklausel). Die Höhe der Hypothekenzinssätze richtet sich in erster Linie nach der Länge der Zinsfestschreibung in Abhängigkeit des jeweils aktuellen Kapitalmarktzinsniveaus.

Im-Geld-Option (in the money option); Bezeichnung für eine Option, die bei sofortiger Ausübung einen inneren Wert (>0) aufweist. Eine Call (Put) Option befindet sich "im Geld", wenn der Basispreis unterhalb (oberhalb) des aktuellen Kurses liegt. Vgl.: Aus dem Geld Option.


Immediate-or-cancelled (IOC) Variante eines limitierten Auftrags, der zur Durchführung von Optionsgeschäften an Terminbörsen erteilt wird. Danach soll der Börsenauftrag sofort möglichst vollständig ausgeführt werden. Etwa nicht ausgeführte Teile werden annulliert.


Immobilienfonds Investmentfonds, bei dem das Fondsvermögen in Immobilien (unbewegliche Vermögensgegenstände) angelegt wird. Bei offenen Immobilienfonds wird das Fondsvermögen in Zertifikaten verbrieft. Damit sind diese handelbar, was dem Investor die Möglichkeit der jederzeitigen teilweisen oder vollständigen Trennung ermöglicht. Die Zahl der Investoren kann zudem durch das Fondsmanagement per Emission neuer Zertifikate jederzeit vergrößert werden. Dies ist bei geschlossenen Immobilienfonds nicht möglich. Der geschlossene Fonds gilt mit der vollständigen Zeichnung des notwendigen Kapitals zum Erwerb einer oder mehrerer ex ante im Prospekt definierter Immobilien als geschlossen. Zusätzliche Anteilscheine können vom Fondsmanagement nicht mehr emittiert werden.


Implied Volatility (Implizierte Volatilität); stellt die antizipierte Kursveränderungsrate des Underlying einer Option über die Restlaufzeit dieser Option dar. Unterstellt wird bei diesem Ansatz, daß die vom Markt erkannten Optionspreise den theoretischen Optionspreisen entsprechen. Die implizierte Volatilität wird errechnet, indem der Marktpreis bzw. Kurs einer Option als "fair value" in ein Optionspreismodell eingesetzt und dieses nach der Volatilität aufgelöst wird.


In the money Eigenschaft einer Option, die bei sofortiger Ausübung einen inneren Wert aufweist.


Index-Fonds (Index Fund); Investmentfonds, der so strukturiert ist, daß er in seinem Aufbau einem bestimmten, allgemein anerkannten Börsenindex entspricht. Der mit dieser Kapitalanlagestrategie verbundene Vorteil liegt einerseits darin, daß der Fonds im Ergebnis nicht schlechter abschneidet als der Börsenindex (z.B. S. & P 500). Andererseits eröffnet diese Kapitalanlagestrategie die Möglichkeit der Index-Fund-Arbitrage mit Hilfe des Programmhandels.


Indexierte Anleihe (Indexed Bonds); Anleihen, bei denen die Emissionsdenomination (z.B. Rechnungseinheiten-Anleihe) oder/und Zinszahlungen (z.B. Floating Rate Notes) oder /und Tilgung (z.B. Aktienindex-Anleihe, Sachwertanleihe, Rechnungseinheiten-Anleihe) an einen Index gekoppelt sind (Anleihe-Ausstattung). Als Index kommen z.B. die Inflationsrate, die Aktienkursentwicklung oder die Veränderung von Währungsparitäten in Frage. Die bislang bekannteste indizierte Schuldverschreibung stellte die Young-Anleihe dar, welche 1930 zur Finanzierung von Reparationszahlungen aus dem Ersten Weltkrieg begeben wurde und eine Bindung an die Goldpreisentwicklung aufwies. In der jüngsten Vergangenheit wurden im Zusammenhang mit der Restliberalisierung des deutschen Kapitalmarktes mehrere Anleihen mit einer Bindung an Aktienindizes aufgelegt und damit die Möglichkeit geschaffen, durch Erwerb eines solchen Wertpapiers indirekt an der Kursentwicklung des gesamten Aktienmarktes teilzunehmen.


Indossament (Giro, indorsement, endorsement); Übertragungsvermerk auf einem Orderpapier, insbesondere beim Wechsel. Mit Hilfe des Indossaments überträgt der Inhaber des Orderpapiers (Indossant, Girant) das Eigentum und damit das Recht aus dem Papier auf den von ihm im Indossament Genannten (Indossatar, Giratar). Nach dem Wechselgesetz hat das Indossament eine dreifache Wirkung: Die übliche Form des Indossaments lautet: "Für uns an Fa. ... oder Order ... (Unterschrift)." Man unterscheidet folgende Arten von Indossaments:
  1. Kurz- oder Blankoindossaments bestehen nur aus der Unterschrift des Indossanten. Es macht den Wechsel zum Inhaberpapier, da der Empfänger nicht namentlich genannt ist.
  2. Durch die sog. "Angstklausel" "ohne Obligo" schließt der Indossant für sich jede Mithaftung aus.
  3. Rektaindossament: Durch den Zusatz "nicht an Order" (Rektaklausel) wird die Weitergabe des Wechsels verhindert, der Indossant haftet nur dem Indossatar, nicht den weiteren Nachmännern.
  4. Inkassoindossament (Vollmachts- oder Prokuraindossament): Durch den Zusatz "zum Einzug" oder "zum Inkasso" wird der Wechselempfänger (meist ein Kreditinstitut) nur zum Einzug der Wechselsumme berechtigt. Eine Haftung trägt er nicht.
  5. Pfandindossament: Durch den Zusatz "Wert zum Pfand" wird der Wechsel nur zur Sicherung übergeben, der Indossant bleibt Eigentümer. Eine Weitergabe ist nur zum Inkasso möglich.


Industrieobligation als Schuldverschreibung (vgl. Anleihe) von emissionsfähigen Industrie-, Handels- und Verkehrsunternehmen das klassische Instrument der langfristigen Kreditfinanzierung. Die Emissionsfähigkeit ist in diesem Fall nicht von der Rechtsform abhängig, sondern vom Finanzierungsvolumen (wegen der hohen einmaligen und laufenden Kosten möglichst umfangreich) und von den Bonitätsforderungen des Marktes an die Emittentin: Man hat die Wahl zwischen Eigen- oder Fremdemission. Üblich ist die Fremdemission unter Einschaltung eines Konsortiums (Übernahme- oder Begebungskonsortium).

Industrieobligationen existierten bis vor wenigen Jahren lediglich in Form der klassischen Festzinsanleihe (straight bond). Durch die marktbedingten Möglichkeiten und Notwendigkeiten der Variation einzelner oder mehrerer Ausstattungsmerkmale (Anleihe-Ausstattung) entstanden zahlreiche neue Formen, z.B. Floating Rate Notes in verschiedenen Varianten, Zerobonds, Anleihen in Verbindung mit Zins- und Währungsswaps. Weitere Sonderformen, die der Kreditfinanzierung nicht eindeutig zugeordnet werden können, sind Wandelanleihen und Optionsanleihen. Die Festzinsanleihe hat in Abhängigkeit der jeweiligen Marktsituation i.d.R. in Deutschland folgende Ausstattungsmerkmale:

  1. Anleihevolumen: 50 Mio. DM und darüber;
  2. Nennbetrag: in DM;
  3. Stückelung: 100 DM, 500 DM , 1000 DM, 5000 DM, 10 000 DM;
  4. Verzinsung: fest über gesamte Laufzeit;
  5. Zinstermine: halbjährlich/jährlich;
  6. Ausgabekurs: pari/unter pari;
  7. Rückzahlungskurs: pari/über pari;
  8. Laufdauer: festgeschrieben;
  9. Kündigungsmöglichkeit:
  10. Tilgung:
Industrieobligationen besitzen i.d.R. aufgrund ihrer Börsenfähigkeit eine hohe Fungibilität. In Abhängigkeit ihrer Nominalverzinsung und Restlaufdauer ist eine Investition in Festzinsanleihen bei sich verschiebenden Marktzinssätzen mit entsprechenden Kursrisiken bzw. -chancen verbunden. Das jeweilige Ausmaß hängt von der Restlaufdauer, dem Nominalzinssatz und dem Ausmaß der Marktzinsvariation ab. Bei Zerobonds ist dieser Effekt stärker ausgeprägt. Bei Floating Rate Notes ist die Wirkung einer Marktzinsverschiebung i.d.R. nicht so gravierend. Eine generelle Aussage ist in diesem Fall aber wegen der zahlreichen Produktabwandlungen lediglich eingeschränkt möglich, da z.B. Cap-Floater, Mini-Max-Floater, Perpetual Floating Rate Notes, Mismatched-FRN's, Drop-Lock-FRN's bei Variationen von Marktzinssätzen ihrer jeweiligen Ausstattung und Restlaufdauer entsprechend in ihrer Kursentwicklung unterschiedlich reagieren.

Die mit der Festzinsanleihe verbundenen einmaligen Kosten im Rahmen des Emissionsvorgangs betragen ca. 4 % - 5,5 % des Nominalbetrages. Sie setzen sich zusammen aus Kosten der Vorbereitung und Auflegung (Konsortialprovision, Gebühren für staatliche Genehmigung, sonstige Kontroll- und Prüfkosten, Veröffentlichungs- und Druckkosten), Besicherungskosten und Kosten der Börseneinführung. Die laufenden Kosten umfassen die periodischen Zinszahlungen, Coupon-Einlösungsprovision, Marktpflegekosten, Tilgungskosten.

Die Industrieobligation hat als Finanzierungsinstrument in Deutschland laufend an Bedeutung verloren und ist im Inland weitgehend durch das Schuldschein-Darlehen abgelöst worden. Außerdem sind die deutschen Unternehmen unter Einschaltung ihrer ausländischen Tochterunternehmen (reine Finanzierungsgesellschaften) mit ihren Anleihewünschen am Inlandsmarkt (vgl. Auslandsanleihen) und den internationalen Märkten aufgetreten. Als Grund hierfür wird angenommen, daß die Unternehmen über den Weg der Auslandsemissionen das inzwischen aufgehobene Genehmigungsverfahren gem. §§ 795, 808a BGB umgangen haben. Die Finanzierung erfolgte allerdings in jüngster Zeit nicht in Form von klassischen Festzinsanleihen, sondern über die Emission von Floating Rate Notes und Optionsanleihen.


Inflation anhaltende Preisniveausteigerungen bzw. Kaufkraftschwund des Geldes. Die Entstehung der Inflation wird allgemein in der Existenz einer inflatorischen Lücke gesehen. Sie ist gegeben, wenn das Güterangebot unterhalb der monetären Gesamtnachfrage liegt.

Problematisch sind Fragen der Inflationsmessung. Welcher Preisindex gilt als repräsentativer Indikator (z.B. Preisindex der Lebenshaltung, Preisindex für das Bruttoinlandsprodukt)? Welches Wägungsschema (Paasche-Index, Laspeyres-Index) wird in diesem Zusammenhang verwendet? Nach dem Ausmaß der Preisniveausteigerung in einer Zeiteinheit wird zwischen schleichender, trabender oder Hyperinflation unterschieden.

Finanzwirtschaftlich ist die Inflation für die Unternehmung von erheblicher Bedeutung, da sie einerseits wachsenden Kapitalbedarf induziert, andererseits die Kapitalgeber in Phasen anhaltender Preisniveausteigerungen nicht mehr bereit sind, das Geldentwertungsrisiko allein zu tragen. Sie werden dann versuchen dieses Risiko auf die Kapitalnachfrager abzuwälzen. Instrumente hierfür sind Wertsicherungsklauseln und die Verkürzung der Kapitalüberlassungsdauer bei gleichzeitiger periodisch revolvierender Zinsanpassung in Koppelung an einen Referenzzinssatz mit Risikozuschlag.


Inhaberaktie (bearer share, bearer stock); Aktie, die auf den Inhaber und nicht auf den Namen lautet. Diese Form ermöglicht gem. § 929 BGB eine schnelle und formlose Übertragung (Einigung und Übergabe). Die Inhaberaktie ist daher in Deutschland im Gegensatz zur Namensaktie vorherrschend.


Inhaberpapier Wertpapier, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß jeder Inhaber ohne die Verpflichtung eines Berechtigungsnachweises am Papier, das verbriefte Recht geltend machen kann. Bei einem Inhaberpapier wird das verbriefte Recht durch Übereignung des Papiers (Einigung und Übergabe gem. §  929 (1) BGB) übertragen.


Inhaberschuldverschreibung Schuldverschreibung (vgl. Anleihe), die mit einer Inhaberklausel versehen ist. Dieser Vermerk ist nicht ausdrücklich notwendig, wenn üblicherweise Inhaberpapiere vorliegen. Die Geltendmachung der mit der Inhaberschuldverschreibung verbundenen Rechte steht gem. § 793 BGB ausschließlich dem jeweiligen Besitzer zu.

Der Aussteller der Inhaberschuldverschreibung verpflichtet sich zur Leistung an den Inhaber der Urkunde, ohne daß der Inhaber ein Recht an der Urkunde nachweisen muß. Er kann ihm auch nur solche Einwendungen entgegensetzen, welche die Gültigkeit der Ausstellung betreffen oder sich aus der Urkunde ergeben oder dem Aussteller unmittelbar gegen den Inhaber zustehen (§ 796 BGB).

Die Leistungspflicht des Ausstellers wird somit durch die Vorlage der Urkunde eingeleitet, wobei der Aussteller auch durch die Leistung an einen nicht zur Verfügung berechtigten Inhaber befreit wird (§ 793 Abs. 1 BGB). Die Inhaberschuldverschreibung wird durch Übereignung übertragen. Auch der Erwerber einer gestohlenen Urkunde wird gem. § 935 Abs. 2 BGB Eigentümer und erwirbt damit das Recht aus dem Papier.

Der Vorteil der Inhaberschuldverschreibung ist im Gegensatz zur Namensschuldverschreibung in ihrer leichten Übertragbarkeit begründet. Aus diesem Grund sind die bedeutenden verzinslichen Wertpapiere ausschließlich Inhaberschuldverschreibungen.


Innerer Wert
  1. spiegelt sich bei einer Aktie entweder im errechneten Ertragswert oder im Substanzwert;
  2. errechnet sich bei einer Option aus der Differenz von Basispreis und Kassapreis des Basiswertes. Er ergibt sich bei einer Call-Option aus der positiven Differenz zwischen Kassa- und Basispreis. Eine Put-Option hat einen inneren Wert, wenn der Kassapreis unter dem Basispreis liegt. Somit errechnet sich der innere Wert aus der positiven Differenz zwischen Basispreis und Kassapreis.


Insider Als Insider wird gem. § 13 WpHG betrachtet, wer Kenntnis von einer nicht öffentlich bekannten Tatsache hat, die sich auf einen Emittenten von Insiderpapieren oder auf Insiderpapiere bezieht und geeignet ist, im Falle ihres öffentlichen Bekanntwerdens den Kurs der Insiderpapiere erheblich zu beeinflussen (Insidertatsache). Eine Bewertung, die ausschließlich auf der Basis öffentlich bekannter Informationen erstellt wird, ist keine Insidertatsache, selbst dann nicht, wenn sie den Kurs von Insiderpapieren erheblich beeiflussen kann. Vgl.: Adhoc-Publizität.


Insidergeschäfte, Verbot von Einem Insider ist es gem. § 14 WpHG verboten,
  1. unter Ausnutzung seiner Kenntnis von einer Insidertatsache, Insiderpapiere für eigene oder fremde Rechnung oder für einen anderen zu erwerben oder zu veräußern,
  2. einem anderen die Insidertatsache unbefugt mitzuteilen oder zugänglich zu machen,
  3. einem anderen aufgrund der Basis seiner Kenntnis von einer Insidertatsache den Erwerb oder die Veräußerung von Insiderpapieren zu empfehlen.
Sollte ein Dritter Kenntnis von einer Insidertatsache haben, so ist es ihm verboten den Erwerb oder die Veräußerung von Insiderpapieren zu empfehlen. Wer gegen das Verbot von Insidergeschäften gem § 14 WpHG handelt wird gem. § 38 WpHG mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit einer Geldstrafe bestraft.


Insiderpapiere sind Wertpapiere, die
  1. an einer inländischen Börse zum Handel zugelassen oder in den Freiverkehr einbezogen sind, oder
  2. in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Gemeinschaften oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum zum Handel an einem Markt im Sinne des § 2 Abs. 1 WpHG zugelassen sind. Der Zulassung zum Handel an einem Markt oder der Einbeziehung in den Freiverkehr steht gleich, wenn der Antrag auf Zulassung oder Einbeziehung gestellt oder öffentlich angekündigt ist.
Als Insiderpapiere gelten auch Rechte auf Zeichnung, Erwerb oder Veräußerung von Wertpapieren; Rechte auf Zahlung eines Differenzbetrages, der sich aus der Wertentwicklung von Wertpapieren bemißt; Terminkontrakte auf einen Aktien- oder Rentenindex sowie Rechte auf die Zeichnung, Erwerb oder Veräußerung von Finanzterminkontrakten, die Wertpapiere zum Gegenstand haben oder sich auf einen Index beziehen, in den Wertpapiere einbezogen sind oder sonstige Terminkontrakte, die zum Erwerb oder zur Veräußerung von Wertpapieren verpflichten. Einzelheiten sind gem. § 12 WpHG geregelt.


Insolvenz Unvermögen, die ordnungsgemäßen finanziellen Forderungen dauerhaft erfüllen zu können. Formen der Insolvenz sind die Zahlungsunfähigkeit und die Überschuldung, wobei beide einander nicht ausschließen. Unternehmenspolitische Folgerungen einer Insolvenz: Sanierung, Vergleich, Konkurs.


Institutionelle Anleger Kapitalanleger, die aufgrund ihrer originären Geschäftstätigkeit die in ihr Portefeuille hereingenommenen Kapitalbeträge an den Finanzmärkten - insbesondere am Kapitalmarkt - investieren. Aufgrund der umfangreichen Kapitalbeträge, die sie (z.B. Investmentfonds, Versicherungen) einsetzen, beeinflussen sie mit ihrer Investitions-, Desinvestitionstätigkeit oder Abstinenz in erheblichem Maße das Geschehen an den Finanzmärkten.


Interessewahrende Order (IW-Order) Kauf- oder Verkaufsauftrag, der möglicherweise den Kurs erheblich beeinflussen könnte. Hier erhält der Makler die Anweisung, der Marktsituation entsprechend, die Abwicklung in mehreren Schritten vorzunehmen. IW-Orders unterliegen einer Meldepflicht gegenüber der Handelsüberwachungsstelle. Dies gilt auch für die Dokumentation der Ausführungsschritte und die Abwicklung einer jeden IW-Order.


Internationale Finanzmärkte Finanzmärkte, die im Gegensatz zu den nationalen Finanzmärkten grenzüberschreitend existieren und somit nicht ein geographisch und/oder politisch fest umgrenztes Gebiet abdecken. Sie werden nach folgenden Kriterien klassifiziert: Die nähere Kennzeichnung erfolgt dann jeweils durch Kombination der oben bezeichneten Kriterien (z.B. Euro-Kapitalmarkt, Euro-Dollar-Markt, Asien-Dollar-Markt).


Inverse Zinsstruktur ist gegeben, wenn die langfristigen Zinssätze für Kapitalanlagen unterhalb derjenigen für kurzfristige Anlagen liegen (vgl. Zinsstruktur).


Investment Banking Geschäftssparte des Bankgeschäfts, die sich mit Instrumenten zur Kapitalmarktfinanzierung von Unternehmen beschäftigt. Die Hauptaufgabe des Investment Banking besteht in der Vorbereitung, Betreuung und Durchführung von Wertpapieremissionen sowie in der Entwicklung neuer Wertpapierformen (vgl. Finanzinnovationen), die den spezifischen Bedürfnissen von Schuldnern und Anlegern entsprechen. Beispiele solcher Innovationen stellen neue Anleihekonstruktionen wie Zerobonds, Floating Rate Notes, Stripped Bonds, Doppelwährungsanleihen sowie mit zusätzlichen Optionsrechten versehene Schuldverschreibungen dar. Der Aufschwung des Investment Banking hängt mit der zunehmenden Verbriefung von Krediten (vgl. Securitization) zusammen, die dazu führte, daß das von Banken aus Kundeneinlagen refinanzierte Unternehmenskreditgeschäft teilweise durch Direktverschuldung der Kapitalnehmer am Wertpapiermarkt ersetzt wurde.


Investmentclub Gemeinschaft von Sparern (im Regelfall Kleinanleger), die auf gemeinsame Rechnung Wertpapiergeschäfte tätigen. Die Zahl der Investmentclubs wird für die USA mit über 17.000, Frankreich mit über 15.000, Deutschland mit über 5.000, Niederlande mit über 700, Großbritannien mit über 500 angegeben.


Investmentfonds Sondervermögen einer Investmentgesellschaft des Vertragstyps, das aus dem gegen Ausgabe von Anteilscheinen eingelegten Geld der Anlager gebildet wird und für gemeinschaftliche Rechnung der Einleger von der Investmentgesellschaft im eigenen Namen nach dem Grundsatz der Risikomischung in handelbaren und vertretbaren Werten (Wertpapieren, Immobilien, Waren, und Warenkontrakten) angelegt wird.

Jahresabschluß Handelsbilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie ggf. Lagebericht bilden gem. § 242 (3) den Jahresabschluß. Er ist für das vergangene Geschäftsjahr gem. § 242 (3) HGB innerhalb der einem ordnungsgemäßen Geschäftsgang entsprechenden Zeit aufzustellen.

Der Jahresbericht hat gem. § 264 (2) HGB unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft zu vermitteln:


Jahrescoupon einmal jährlich anfallende Zinszahlungen bzw. Couponeinlösung bei Anleihen. Im Gegensatz zum Halbjahrescoupon, bei dem die Zinszahlungen halbjährlich anfallen, erreicht der Schuldner durch Rationalisierung in der Bearbeitung sowie durch die Verschiebung der Zinszahlungen auf einen Termin eine Kostensenkung.


Jex Abk. für Jumbo-Pfandbrief-Index. Der Index umfaßt alle derzeit in Deutschland gehandelten Jumbo-Pfandbriefe. Er wird minütlich aus Reuters-Kursen und aus täglichen Börsenkursen errechnet und publiziert.


Joint Venture

Gemeinschaftsunternehmen, an welchem mindestens zwei voneinander unabhängige Unternehmen, mit Sitz jeweils in einem anderen Land, beteiligt sind. Die Beteiligungsquote sollte möglichst jeweils 50% betragen. Die Beteiligung an Joint Ventures durch mehrere Gesellschafter wird zunehmend beobachtet. Sitz des Gemeinschaftsunternehmens befindet sich im Land eines der Gesellschafter. Joint Ventures arbeiten als private Entwicklungsbanken (Bereiche: Export-, Entwicklungs-, Investitionsgüterfinanzierung), Consortium Banks für Dienstleistungen (Bereiche: Leasing, Factoring, Franchising, Investment Banking), Consortium Banks zur Abwicklung grenzüberschreitender Dienstleistungen (Bereiche: Effektenverkehr, z.B. EURODEAL, EUROCLEAR, CEDEL; Zahlungsverkehr, z.B. SWIFT; Kreditkontrolle, z.B. Institute of International Finance).


Jumbo-Bonds (Jumbo-Anleihen); an den Finanzmärkten übliche Bezeichnung für Anleihen, die sich durch große Emissionsvolumina (Losgrößen: möglichst in Höhe von 1 Mrd. und größer), Marktpflege der Titel (permanentes Stellen von Geld-/Briefspannen) und verbindliche Preisstellungen (über 50 Mio. DM über Handelsbildsschirme) auszeichnen. Im Rahmen des Plazierungsverfahrens findet zunehmend das Negotiated Fixed Price Reoffer-System Anwendung.

Insbesondere bei Pfandbriefen haben sich die Jumbo-Emissionen (Jumbo-Pfandbriefe) durchgesetzt, da diese den Emittenten im Vergleich zu den bisherigen Daueremissionen erhebliche Kostenvorteile bieten. Hier waren bislang - bei einer nahezu unübersehbaren Titel- und Serienzahl - Emissionsvolumina von 20 - 40 Mio DM nicht unüblich.


Junge Aktien Bezeichnung für neue Aktien, die im Rahmen einer Grundkapitalerhöhung emittiert werden (vgl. Aktienemission).


Jungschein Bezeichnung für die unwiderrufliche Erklärung einer Aktiengesellschaft oder einer Anleiheemittentin gegenüber einer Wertpapiersammelbank, dieser die jungen Aktien oder neuen Anleihestücke unmittelbar nach ihrer Drucklegung auszuliefern. Damit eröffnet der Jungschein die Möglichkeit, auch noch nicht gelieferte Wertpapiere vor ihrer effektiven Lieferung bereits


Junk Bonds risikoreiche Teilschuldverschreibungen (vgl. Anleihe), die in den USA oft im Rahmen von Leveraged Buyouts emittiert werden. Junk Bonds sind hochverzinsliche Papiere mit niedrigem Rating.

Kapitalanlage (Geldanlage, Vermögensanlage, investment, investment of funds); Investition von Geldbeträgen zu anderen als Verbrauchszwecken in Bei Kapitalanlagen ohne laufenden Ertrag wird u. U. einerseits auf überproportionale Wertsteigerungen des Anlageobjektes spekuliert. Dies ist u. U. bei der Anlage in Edelmetallen, Edelsteinen, Antiquitäten, Münzen, Briefmarken, Immoblilien möglich. Die Wahrscheinlichkeit, daß diese Anlagestrategie gelingt, steigt (fällt) mit wachsender (sinkender) Inflationsrate. Andererseits können derartige Kapitalanlagen auch in Erwartung einer niedrigeren Besteuerung der Kapitalerträge aufgrund eines geringeren sonstigen Einkommens zum Fälligkeitszeitpunkt (z.B. in Form von Zerobonds) vorgenommen werden. Kapitalanlagen mit laufendem Ertrag umfassen entweder reine Gläubigerrechte (Spar- und Termineinlagen, Darlehen, fest oder variabel verzinsliche Wertpapiere, Rentenfondsanteile, Bauspar-, Versicherungsverträge) oder Eigentümer- bzw. Teilhaberrechte (Beteiligungserwerb an Unternehmen, z.B. Aktien, oder Immobilien in direkter Form oder indirekt über den Erwerb von Aktien- bzw. Immobilienfondsanteilen).

Die Ziele der Kapitalanlage liegen im Streben des Investors nach:

  1. Sicherheit: Minimierung des Risikos eines teilweisen oder völligen Herrschafts- und/oder Substanzverlustes;
  2. Rentabilität: Erwirtschaftung eines möglichst hohen Ertrags für den Zeitraum der Kapitalüberlassungsdauer;
  3. Liquidität: Optimierung der Kapitalanlage in der Form, daß Geldnähe der Kapitalanlage und ein eventueller Kapitalbedarf des Anlegers aufeinander abgestimmt sind; Minimierung der Risiken, die mit der künstlichen Liquidität der Kapitalanlage zum Zeitpunkt tn-x und/oder einer anderweitigen Finanzierung eines möglichen Kapitalbedarfs zum gleichen Zeitpunkt verbunden sind.
Die Verfolgung dieser Ziele in ihrer jeweils extremen Ausprägung führt zwangsläufig zu Zielkonflikten, weswegen entsprechende Zielkompromisse geschlossen werden müssen. Dies setzt eingehende Kenntnisse über Anlagealternativen einschließlich der ihnen innewohnenden Chancen und Risiken, Konditionen sowie Wirkungsmechanismen, Einflußfaktoren und Trends an den nationalen und internationalen Geld-, Kredit- und Kapitalmärkten voraus. Hinzu kommt die Beherrschung bestimmter Analyse- und Prognosetechniken - ggf. computerunterstützt. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, daß die Kapitalanlagepolitik institutioneller Anleger (Investmentfonds, Lebensversicherer etc.) sowie diejenige bei großen individuell privat oder durch Treuhänder verwalteten Vermögen anders verläuft als bei kleinen Kapitalanlagevolumina (unter 100 000 DM). Zu berücksichtigen ist schließlich, daß insbesondere bei kleinen Kapitalanlagen die Anlageentscheidung schwer reversibel ist, da mit einer eventuellen Desinvestition erhebliche Verluste verbunden wären (z.B. Kapitalanlage in Lebensversicherungen).

Die Ziele der Kapitalanlagepolitik werden in Form einer Zielfunktion formuliert, wobei eines der Ziele, im Normalfall das Rentabilitätsziel, die zu optimierende Variable bildet, während die anderen Ziele in Form von Nebenbedingungen Eingang finden.


Kapitalerhöhung (Kapitalaufstockung);
  1. bei Unternehmen mit variablem Eigenkapital (Einzelunternehmung, Personengesellschaften): formlos durch unmittelbare Verbuchung auf dem Eigenkapitalkonto.
    1. Einzelunternehmung: Einzahlung von Mitteln aus dem Privatvermögen sowie durch Selbstfinanzierung. Außerdem ist die Kapitalerhöhung durch Aufnahme stiller Gesellschafter möglich, ohne daß hierdurch die Rechtsform geändert werden muß. Ansonsten bleibt nur die Möglichkeit der Umgründung.
    2. OHG: Einzahlungen von Mitteln aus den Privatvermögen der Gesellschafter, durch Selbstfinanzierung und/oder grundsätzliche Möglichkeit der Aufnahme neuer Gesellschafter. Allerdings erhöht sich bei zu großer Anzahl der Gesellschafter die Wahrscheinlichkeit intrapersoneller Konflikte bei der Ausübung der Führungsfunktionen.
    3. KG: Einzahlungen von Mitteln aus dem Privatvermögen des Komplementärs und durch Zahlungen der bisherigen Kommanditisten. Weiterhin durch Selbstfinanzierung sowie durch die Aufnahme eines weiteren Komplementärs sowie zusätzlicher Kommanditisten, die dann insgesamt entsprechende Zahlungen leisten. Da auch zwischen Komplementären leicht intrapensionelle Konflikte entstehen können, bleibt oft nur der Weg, neue Kommanditisten zu gewinnen.

  2. bei Unternehmungen mit festgelegtem Stamm- bzw. Grundkapital (GmbH, AG, KGaA): gesetzlich geregelt.
    1. Aktiengesellschaft
      • Effektive Kapitalerhöhung durch Ausgabe junger Aktien (Bilanzverlängerung):
        Die ordentliche Kapitalerhöhung begründet neue Mitgliedschaftsrechte, daher haben bisherige Aktionäre ein Bezugsrecht auf die jungen Aktien. Sie wird mit Dreiviertel-Mehrheit des vertretenen Grundkapitals oder, falls statuarisch davon abweichend festgelegt, mit entsprechender Mehrheit beschlossen. Unterpari-Emission junger Aktien (Ausgabe unter Nennwert) ist verboten. Das Agio ist der gesetzlichen Rücklage zuzuweisen, nach neuem Bilanzrecht in die Kapitalrücklagen einzustellen.
        Die bedingte Kapitalerhöhung (Bezugsaktien) erfolgt nur unter bestimmten Bedingungen, wie Ausgabe von Wandelanleihen oder Bezugsrechtsobligationen (Optionsanleihe, Optionsgenußschein), zur Vorbereitung einer Fusion mehrerer Unternehmen mit dem Ziel, den alten Aktionären zukünftig den gleichen Beteiligungsanteil zu sichern (Aktionäre der aufzunehmenden Gesellschaft werden abgefunden) sowie zur Gewährung von Bezugsrechten an Arbeitnehmer (Erfolgsbeteiligung, Belegschaftsaktien). Der Nennbetrag des bedingten Kapitals darf die Hälfte des Grundkapitals nicht übersteigen. Bedingtes Kapital ist in der Bilanz zu vermerken (§ 152 Abs. 1 AktG).
        Das genehmigte (autorisierte) Kapital dient der kurzfristig notwendigen Außenfinanzierung durch Emission neuer Aktien und der Ausgabe von Belegschaftsaktien; die Hauptversammlung ermächtigt den Vorstand, zu einem späteren Zeitpunkt (aber innerhalb von höchstens fünf Jahren) das Grundkapital zu erhöhen. Die Außenfinanzierung mit Eigenkapital wird dadurch flexibler, da sie somit die optimale Kapitalmarktsituation unter Berücksichtigung des Finanzierungsvolumens ausnutzen kann. Das genehmigte Kapital darf die Hälfte des Grundkapitals nicht überschreiten.
      • Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln (Passivtausch). Das Grundkapital wird durch Ausgabe von Gratisaktien berichtigt (Umwandlung offener Rücklagen im Grundkapital). Hier ist ein Finanzierungseffekt nicht gegeben.
    2. Gesellschaft mit beschränkter Haftung: Das Stammkapital wird gegen Einzahlungen erhöht; kein genehmigtes Kapital und keine bedingte Kapitalerhöhung möglich.


Kapitalflucht legale oder illegale Verlagerung von Kapitalanlagen in andere(n) Staat(en). Die Motive hierfür sind:


Kapitalherabsetzung führt zur Verminderung des Eigenkapitals bzw. bei Kapitalgesellschaften zur Herabsetzung des Grund- bzw. Stammkapitals. Die Möglichkeiten hierzu sind rechtsformspezifischer Natur.
  1. Kapitalgesellschaften
    1. Gesellschaft mit beschränkter Haftung:
      • Eine Kapitalherabsetzung zu Lasten von Rücklagen erfolgt durch Umwandlung und Auszahlung auf Basis eines Gesellschafterbeschlusses.
      • Eine Kapitalherabsetzung durch Verminderung des Stammkapitals ist nur aufgrund eines entsprechenden Beschlusses der Gesellschafterversammlung (§  47 GmbHG) möglich; dreimalige Bekanntmachung in den Gesellschaftsblättern; Befriedigung derjenigen Gläubiger, die mit diesem Beschluß nicht einverstanden sind (§  58 GmbHG); Registeranmeldung des Kapitalherabsetzungsbeschlusses ist erst ein Jahr nach der dritten öffentlichen Bekanntmachung möglich. Zahlungen können erst nach Registereintragung erfolgen.
    2. Aktiengesellschaft: Eine Kapitalherabsetzung kann in drei unterschiedlichen Formen auf der Basis eines Hauptversammlungsbeschlusses mit Dreiviertelmehrheit vorgenommen werden.
      • Mit der ordentlichen Kapitalherabsetzung gem. §§ 222 - 228 AktG ist eine Teiliquidation verbunden. Neben der Dreiviertelmehrheit im Hauptversammlungsbeschluß ist ihr Zweck anzugeben. Der Hauptversammlungsbeschluß ist dem Handelsregister zur Eintragung anzumelden. Erst mit der Eintragung gilt das Grundkapital als herabgesetzt. Die Kapitalherabsetzung hat grundsätzlich durch Herabsetzung des Aktiennennbetrages (Herabstempelung) zu erfolgen. Eine Ausnahme hiervon wird dann notwendig, wenn durch die Herabstempelung der Mindestnennbetrag unter DM 50 sinken würde. In diesem Falle findet das Verfahren der Aktienzusammenlegung Anwendung.
      • Die vereinfachte Kapitalherabsetzung gem. § 229 - 236 AktG dient der Sanierung, weswegen bei ihr keine Rückzahlung von Eigenkapital erfolgt.
      • Die Kapitalherabsetzung durch Einziehung von Aktien gem. § 237 - 239 AktG kennt zwei Verfahren:
        1. Einziehung nach Erwerb von eigenen Aktien;
        2. Zwangseinziehung; diese ist aber nur erlaubt, wenn sie in der ursprünglichen Satzung oder durch Satzungsänderung vor Übernahme oder Zeichnung von Aktien angeordnet oder gestattet war. Bei Einziehung sind die Vorschriften über die ordentliche Kapitalherabsetzung gem. §§ 222 AktG zu befolgen. Dies gilt nicht, wenn Aktien, auf die der volle Nennbetrag oder der höhere Ausgabebetrag geleistet ist entweder der Gesellschaft unentgeltlich zur Verfügung gestellt oder zu Lasten des Bilanzgewinns oder einer anderen Gewinnrücklage eingezogen werden. In die Kapitalrücklage ist in diesen Fällen ein Betrag einzustellen, der insgesamt dem Nennbetrag der eingezogenen Aktien entspricht. Abweichend von den Vorschriften des §  222 (1) kann in diesen Fällen die Hauptversammlung gem. § 237 (4) AktG die Kapitalherabsetzung mit einfacher Mehrheit beschließen.

  2. Personengesellschaften
    1. Einzelunternehmung: Kapitalherabsetzung durch Gewinn- oder Privatentnahmen und bei realisierten Verlusten problemlos möglich;
    2. OHG: ähnlich wie bei der Einzelunternehmung. Allerdings können die Gesellschafter gem. § 122 HGB Privatentnahmen lediglich in Höhe von 4 % ihres Kapitalanteils plus - soweit dies nicht zum Schaden der Gesellschaft gereicht - den diesen Betrag übersteigenden Anteil am Gewinn entnehmen. Jede weitere Entnahme bedarf eines Gesellschafterbeschlusses.
    3. KG: Für Komplementäre gilt die gleiche Regelung wie bei der OHG. Kommanditisten können nur Gewinnanteil - und diesen auch nur nach voller Leistung ihrer Kapitaleinlage - entnehmen. Über die Gewinneinlage hinaus kann lediglich eine Kapitalentnahme über die Herabsetzung der Kapitaleinlage erfolgen. Hierzu ist ein Gesellschafterbeschluß sowie seine Eintragung in das Handelsregister notwendig.


Kapitalmarkt Markt für mittel- und langfristiges Kapital (Beteiligungen; Aktien: Aktienmarkt; Kredite; festverzinsliche Wertpapiere, z.B. Anleihen, Hypothekenpfandbriefe: Rentenmarkt). Der Handel erfolgt an Wertpapierbörsen (organisierter Kapitalmarkt) oder an freien (nicht organisierten) Kapitalmärkten.


Kapitalmarktpapiere Wertpapiere aller Art, die am Kapitalmarkt gehandelt werden. Dies sind in erster Linie Aktien und Anleihen.


Kapitaltheorie finanzwirtschaftliche Entscheidungslogik, in der Gleichgewichts-Modelle konstruiert werden. Sie beschäftigt sich damit, wie unter bestimmten Prämissen auf Basis bestimmter Modellansätze Entscheidungen getroffen werden, die zu einer optimalen Unternehmensfinanzierung unter gleichzeitiger Berücksichtigung der optimalen Kapitalverwendung (Investition) führen. Dabei existiert bislang kein in sich geschlossenes System einer Kapitaltheorie, sondern eine Vielzahl von Modellansätzen zu unterschiedlichen Teilaspekten, so z.B. Modelle zur Bestimmung des Kapitalvolumens (Modigliani-Miller-Theorem), Ausschüttungs- und Verschuldungsanalyse (Gordon, Lintner) etc.

Im Gegensatz zu älteren Modellansätzen heben neuere Ansätze die Prämisse des vollkommenen Marktes auf, berücksichtigen den Risikoaspekt im Rahmen der Investitions- und Finanzierungsentscheidungen und beziehen explizit spezifische alternative multipersonale Unternehmensziele mit ein.

Die Praktikabilität der (Entscheidungs-)Modelle ist allerdings gegenwärtig noch gering. Strittig ist z.B., welche Zielfunktionen in den Programmierungsmodellen für die Bestimmung der Höhe des Investitionsvolumens, der optimalen Zusammensetzung des Investitionsprogramms und optimalen Gestaltung des Finanzierungsprogramms (Kapitalstruktur) als Entscheidungsprämisse zugrunde gelegt werden soll. Wie sollen die Interessenlagen der potentiellen Kapitalgeber berücksichtigt werden? Wie können nichtquantifizierbare Zielvorstellungen berücksichtigt werden? Zielkonflikte können nicht immer berücksichtigt werden. Auch bestimmte Verhaltensgrößen (Risikobereitschaft, Bonitätsvorstellungen usw.) potentieller Kapitalgeber sind bislang nicht quantifizierbar und bleiben somit in den Modellen bislang unberücksichtigt.


Kassageschäft (Kassengeschäft); Ausdruck für Börsengeschäfte, deren Merkmal eine kurzfristige Erfüllung (Lieferung, Abnahme und Bezahlung) ist. Bei Kassageschäften in Wertpapieren hat z.B. die Zahlung des Kaufpreises bei Lieferung zu erfolgen (Gegensatz: Termingeschäft).


Kassahandel Börsenhandel, bei welchem sämtliche Geschäfte (Kassageschäfte) mit sofortiger (in Deutschland zweitägiger) Erfüllung am Kassamarkt abgewickelt werden. Im Gegensatz zum Kassahandel erfolgt im Terminhandel die Erfüllung zu einem späteren Zeitpunkt.


Kaufoption (Call-Option); Option, die ihren Erwerber berechtigt, aber nicht verpflichtet, innerhalb einer bestimmten Frist oder zu einem bestimmten Zeitpunkt vom Verkäufer die Lieferung des Basisobjekts zum Basispreis zu erwerben.


Kaufsignal in der Chartanalyse üblicher Begriff. Ein Kaufsignal gibt dem Chartanalytiker (vgl. Chartanalyse, Charts) einen Hinweis zum Erwerb des betreffenden Wertpapiers. Gegenteil: Verkaufssignal.


Kennzahlen, finanzwirtschaftliche Standardkennzahlen, die im Rahmen der finanzwirtschaftlichen Kennzahlenanalyse Anwendung finden und bestimmte Analysefelder abdecken sollen. Ihre Anwendung erfolgt i.d.R. in einem mehrperiodischen Unternehmens- und ranchenvergleich. Basismaterial sind die Bilanz und GuV für die jeweils einbezogenen zurückliegenden Perioden sowie Planbilanzen für Prognosezwecke. Zur Verbesserung der Aussagefähigkeit müssen die einzelnen Kennzahlen weiter aufgeschlüsselt oder andere Kennzahlen zu Erklärungszwecken herangezogen werden. Die Aussagefähigkeit einer Analyse mit Hilfe von Kennzahlen erhöht sich durch die Anwendung von Kennzahlensystemen. Denn die den Systemen inhärente Systematik schließt jegliche Willkür im Hinblick auf die Einbeziehung oder Nichteinbeziehung von Kennzahlen im Rahmen einer Analyse aus. Die bislang existierenden Systeme können in zwei Kategorien eingeordnet werden:

Bislang konnte aber keines der Systeme überzeugen. Eine Theorie als Basis für ein logisch-deduktives Kennzahlensystem, welches eine Insolvenz- bzw. eine Nicht-Insolvenzprognose zuläßt, existiert bis dato noch nicht. Die empirisch-induktiven Systeme sind zu wenig getestet, gelten i.d.R. nur für bestimmte Branchen in bestimmten Ländern und halten wissenschaftstheoretischen Kriterien nicht stand.


Kleinaktionär Aktionär, der lediglich Aktien einer Unternehmung im geringen Umfang besitzt.


Knock-out Optionen (Barrier-Options, Up/Out-Options, Down/Out-Options); Bezeichnung für an den Devisen- und Edelmetallmärkten verbreitete Call- oder Put-Optionsvarianten (sog. exotische Optionsvarianten), die grundsätzlich wie klassische Call- oder Put-Optionen funktionieren. Im Gegensatz zu diesen erlöschen sie aber nicht nur am Ende der jeweiligen Laufzeit, sondern u. U. schon eher. Dieser Fall tritt dann ein, wenn der Preis (Kurs) des Basisgutes ein festgelegtes Niveau (Schwelle) erreicht bzw. unter- (Putvariante) oder überschreitet (Call-Variante).

Kombizinsanleihe Anleihevariante, die durch die Kombination eines Zerobonds (Nullkuponanleihe) und einer Hochkuponanleihe entsteht. Der Konstruktionseffekt ist derart, daß der Investor während der ersten Jahre der Laufdauer keinerlei Verzinsung seiner Anlage erhält. Während der Schlußphase, die sich über mehrere Jahre erstreckt, werden dagegen hohe Zinszahlungen geleistet. Die Kurse von Kombizinsanleihen steigen demnach bis zum ersten Termin der Zinszahlungen und fallen dann bis zum Tilgungszeitpunkt auf das Niveau des Tilgungskurses.


Kommanditgesellschaft (KG) Personengesellschaft, die mindestens zwei Gesellschafter hat. Davon haftet mindestens ein Gesellschafter mit seinem gesamten Vermögen für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft (Komplementär). Mindestens ein zweiter Gesellschafter haftet bis zur Höhe seiner Kapitaleinlage (Kommanditist). Die Kommanditgesellschaft wird allgemein als Variante zur Offenen Handelsgesellschaft gesehen. Bei den Rechtsmerkmalen der Kommanditgesellschaft gem. §§ 161 - 171 HGB sind weiterhin neben den Vorschriften des OHG die Vorschriften für die BGB-Gesellschaft zu berücksichtigen.


Kommanditgesellschaft auf Aktien ist als Kapitalgesellschaft (§§ 278 - 290 AktG) eine mit eigener Rechtspersönlichkeit ausgestattete juristische Person. Die KGaA verfügt über mindestens einen persönlich haftenden Gesellschafter (Komplementär), der den Gläubigern der Gesellschaft mit seinem gesamten Vermögen im vollen Umfang haftet. Die Kommanditaktionäre haften mit ihren in Aktien verbrieften Einlagen.


Kommunalanleihe Anleihe, die von Städten, Gemeinden und Gemeindeverbänden am Kapitalmarkt begeben wird (im Gegensatz zu Staatsanleihen stets genehmigungspflichtig). Als Sicherheit dienen Vermögen und Steuerkraft der Emittenten. Die Kommunalanleihe ist lombardfähig und mündelsicher. Sie ist direktes Finanzierungsinstrument im Gegensatz zum indirekten Finanzierungsinstrument Kommunalobligation.


Konkurs in der Konkursordnung (KO) geregeltes gerichtliches Verfahren, in dem alle Gläubiger anteilig (d.h. gleichmäßig, aber nur teilweise) durch Zwangsvollstreckung in das gesamte Vermögen des Gemeinschuldners (Konkursmasse) befriedigt werden sollen.

Die Voraussetzung zur Einleitung eines Konkursverfahrens ist im Falle einer dauerhaft vermuteten Zahlungsunfähigkeit (Illiquidität) gem. § 102 (1) KO gegeben. Zahlungsunfähigkeit ist gem. § 102 (2) KO insbesondere dann anzunehmen, wenn Zahlungseinstellung erfolgt ist. Für Kapitalgesellschaften sowie sonstige juristische Personen und nicht rechtsfähige Vereine gilt als weiterer Konkursgrund ihre Überschuldung. Der Konkurs kann durch ein Vergleichsverfahren abgewendet werden (Vergleich). Die Eröffnung des Konkurses erfolgt auf Antrag des Gemeinschuldners oder eines Konkursgläubigers vom Konkursgericht. Damit wird das Vermögen des Schuldners gem. § 6 KO dem Konkursverwalter unterstellt, der die Konkursmasse verwertet und nach Rang und Prozentsatz an die Konkursgläubiger verteilt. Die Konkursgläubiger haben gem. § 138 KO ihre Forderungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums anzumelden. Gläubiger, denen gem. §§ 47 - 51 KO ein Absonderungsrecht zusteht, sind aus der Konkursmasse vorab zu befriedigen. Aus der Konkursmasse sind Massekosten (gem. § 58 KO) und Masseschulden (gem. § 59 KO) zu bedienen. Die Rangordnung ergibt sich aus § 60 KO. Die restliche Konkursmasse wird gem. § 61 KO verteilt.


Konsolidierung
  1. Umfinanzierung (Fundierung): Umwandlung kurzfristiger Verbindlichkeiten in langfristige, z.B. durch Ausgabe von Anleihen (fundierte oder konsolidierte Schulden oder Fundierungsanleihen), Aufnahme langfristiger Kredite, Passivtausch bei der Kreditorenfinanzierung, Außenfinanzierung mit Eigenkapital.
  2. gleichbleibende Tendenz am Aktienmarkt.


Konsortialführerin (book runner); Kreditinstitut, welches im Rahmen eines Emissionskonsortiums die Geschäftsführung und Vertretung übernimmt. Im Regelfall übernimmt die Konsortialführerin die größte Quote der Emission.


Konsortialgeschäft trägt die Merkmale des Partizipationsgeschäfts (von zwei oder mehreren Personen oder Unternehmen gemeinsam durchgeführtes Geschäft mit bestimmter Verteilung der Haftung und des Erfolgs). Es ist meist im Bankgewerbe anzutreffen, wobei als Geschäfte i.d.R. Emissionsgeschäfte (vgl. Emissionskonsortium), Kreditvergaben (Konsortialkredit), Bürgschaftsübernahmen in Frage kommen. Die Konsortialführung wird (u.U. im jährlich wechselnden Turnus) durch ein beteiligtes Kreditinstitut übernommen. Der Konsortialführer führt das Konsortialkonto. Die Konsortialmitglieder sind anteilsmäßig am Gewinn und Verlust beteiligt. Der Konsortialführer erhält für seine Dienste eine ex ante vereinbarte Vergütung (Führungsprovision).


Konsortium bei Bedarf gegründeter Zusammenschluß von Unternehmen zu einer Gesellschaft Bürgerlichen Rechts (§ 705 BGB), wie z.B. das Bankenkonsortium und dessen häufigste Erscheinung, das Emissionskonsortium. Das Konsortium ist eine Außengesellschaft. Die Vertretung gegenüber Dritten erfolgt durch einen zur Geschäftsführung berufenen Konsorten. Basis des Konsortiums ist ein formfreier Konsortialvertrag. Das Konsortium wird i.d.R. mit der Erreichung des gesetzten Ziels aufgelöst.


Kontrakt Bezeichnung für die Abschlußeinheit, die an Terminbörsen für Options- und Futuresgeschäfte vorgeschrieben ist. Die Kontraktspezifikationen sind bis auf den Preis des Kontrakts standardisiert. Festgelegt sind bei Futures- und Optionskontrakten somit folgende Größen: Menge und Qualität des Basiswerts sowie die Laufzeit. Bei Optionskontrakten ist außerdem die Angabe des Basispreises definiert.


Konvertibilität Berechtigung, jederzeit inländische in ausländische Währung und umgekehrt zum Zweck einmaliger oder laufender Transaktionen umzutauschen sowie Guthaben in beliebiger ausländischer Währung zu halten.

Volle Konvertibilität ist gegeben, wenn jede Person berechtigt ist, jede beliebige Währung gegen eine andere zu tauschen, zu transferieren oder als Guthaben zu halten. Eingeschränkte Konvertibilität liegt vor, wenn entweder der zur Konvertibilität ermächtigte Personenkreis eingeschränkt ist (z.B. nur Exporteure und Importeure oder nur Inländer oder nur Ausländer), oder/und die Konvertibilität sich auf bestimmte Transaktionen beschränkt oder/und Guthaben in ausländischer Währung nicht gehalten werden dürfen.


Körperschaftsteuer (KSt) Ertragsteuer auf das Einkommen inländischer juristischer Personen. Steuerpflichtige Körperschaften sind nach § 1 KStG: Kapitalgesellschaften, Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften, Versicherungsvereine a. G., gewerbliche Betriebe von juristischen Personen öffentlichen Rechts. Unbeschränkt steuerpflichtig (sämtliche Einkünfte) sind Unternehmen, die ihren Sitz oder Geschäftsleitung in der Bundesrepublik Deutschland haben.

Ausländische Körperschaften haben nur das inländische Einkommen zu versteuern (beschränkte Körperschaftsteuerpflicht gem. § 2 KStG). Der Körperschaftsteuertarif beträgt gem. § 23 KStG im Regelfall 45% auf die thesaurierten Gewinne des zu versteuernden Einkommens. Bei Gewinnausschüttung sinkt der Tarif auf die Ausschüttungsbelastung von 30%. Die Eigentümer haben die ausgeschütteten Gewinne der Einkommen- oder Körperschaftsteuer zu unterwerfen. Die bereits geleisteten und bescheinigten Körperschaftsteuerzahlungen werden dann bei der Berechnung der abschließenden Steuerschuld berücksichtigt (körperschaftsteuerliches Anrechnungsverfahren).


Kraftloserklärung von Wertpapieren wird in folgenden Fällen notwendig:
  1. bei abhanden gekommenen oder vernichteten Aktien (auch bei Schuldverschreibungen). Sie erfolgt durch das sog. Aufgebotsverfahren (§ 72 AktG), richterliches Ausschlußurteil;
  2. wenn unrichtig gewordene Urkunden trotz Aufforderung nicht zur Berichtigung oder zum Umtausch eingereicht wurden;
  3. wenn bei einer Kapitalherabsetzung (§ 226 AktG) die notwendigen Urkunden zur Herunterstempelung oder zum Umtausch nicht eingereicht werden;
  4. im Falle der Kaduzierung (Zwangsausschließung).
In den Fällen (2) bis (4) erfolgt die Kraftloserklärung durch die Gesellschaft selbst. Die Bekanntmachung und genaue Bezeichnung geschieht in den Gesellschaftsblättern.


Kreditauskunft Auskunftserteilung und -einholung durch eine Bank bei einer Anfrage oder im Zusammenhang mit eigener Kreditgewährung. Bei der Auskunftseinholung bedient sich die Bank der Wirtschaftsauskunfteien (z.B. Schufa) sowie anderer Banken. Bei der Auskunftserteilung gibt sie - streng vertraulich - unter Wahrung der Interessen des Kunden die gewünschte Auskunft. Zulässigkeit, Umfang sowie Inhalt von Bankauskünften richten sich nach Nr. 10 AGB und finden ihren Niederschlag in den Grundsätzen für die Durchführung des Bankauskunftsverfahrens zwischen Kreditinstituten. Im Regelfall handelt es sich um Fragen nach der Kreditwürdigkeit und dem Geschäftsgebaren. Häufig sind auch Auskunftserteilungen und -einholungen im Auslandsgeschäft (Bankauskunft).


Krumme Aufträge Bezeichnung für an der Börse gehandelte Verkaufs- oder Kaufaufträge, die gößer oder kleiner als Schlußeinheit sind.


Kummulative Dividende (nachzahlungspflichtige Dividende); Verpflichtung zur Dividendennachzahlung auf Vorzugsaktien gem. § 193 (1) AktG, wenn aufgrund schlechter Ertragslage eine Dividendenzahlung ausfällt. In diesem Falle ist in den Folgeperioden eine entsprechende Nachzahlung vorzunehmen (gem. § 140 (2) AktG). Vorteile für diese Aktionäre bestehen in zweifacher Hinsicht: Schwankende Ertragslagen werden mittelfristig ausgeglichen und im Falle von stimmrechtslosen Vorzugsaktien erhalten deren Inhaber unter bestimmten Bedingungen gem. § 140 (2) AktG ein zeitlich befristetes Stimmrecht.


Kündigung von Anleihen Anleiheschuldner haben oft das Recht (Call-Option), diese den ursprünglich vereinbarten Anleihebedingungen (insbesondere nachhaltig veränderte Kapitalmarktlage) entsprechend zu kündigen (häufig nach 5 - 7 Jahren) und vorzeitig zurückzuzahlen oder die Anleihe mit neu festgelegten Zins- und Tilgungsmodalitäten anzubieten (Konversion). Die Kündigung kann eine Teil- oder Gesamtkündigung (Rückzahlung des gesamten ausstehenden Anleihebetrags) sein.

Den Gläubigern steht grundsätzlich kein Kündigungsrecht (Put-Option) zu. Ausnahmen gibt es bei Sonderformen, z.B. Perpetual Floating Notes (Floating Rate Notes), und Anleihen, die mit der Degussaklausel ausgestattet sind. Diese Kündigungsrechte werden generell bei Emittenten mit sehr geringer Bonität oder in äußerst schwierigen Kapitalmarktlagen in die Anleihebedingungen aufgenommen.


Kurs Preis von (an der Börse gehandelten) Wertpapieren, Devisen und fungiblen (vertretbaren) Waren. Der Kurs ist als Marktpreis das Ergebnis des im Zeitpunkt der Kursbildung bestehenden Verhältnisses von Angebot und Nachfrage (Kursfeststellung).


Kursabschlag ergibt sich, wenn sich aus bestimmten Gründen an der Börse niedrigere Kursnotizen erfolgen. Kursabschläge werden vornehmlich in Form eines


Kurs-Cash Flow-Verhältnis (KCV oder K/CF) Aktienkurs dividiert durch Cash Flow je Aktie. Kennzahl, die neben dem KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) zunehmend in der Fundamentalanalyse Verwendung findet. Das KCV bzw. K/CF wird allgemein als Indikator angesehen, der die Beziehung zwischen dem Kurswert der Aktie und dem dahinterstehenden leistungswirtschaftlichen Potential demonstriert.


Kursfeststellung Preisfeststellung von Wertpapieren an den Wertpapierbörsen. Kursfeststellung und Veröffentlichung erfolgen je nach Börsenordnung durch Mitglieder des Börsenvorstands unter Hinzuziehung von Kursmaklern oder ausschließlich durch Kursmakler.
  1. Variable Kurse: Fortlaufende Notierung aller an der Börse tatsächlich zustande gekommenden Kurse. Der Variable Handel in Deutschland ist begrenzt. Der Kursmakler setzt umfaßt (jeweils Mindestschluß).
  2. Einheitskurs: Bei Aktien mit kleinen Umsätzen wird täglich durch Konzentration der Nachfrage und des Angebots auf einen Zeitpunkt ein Einheitskurs gerechnet. Ziel ist es, die meisten Wertpapiere abzurechnen (größtmöglicher Umsatz, Stauprinzip).
  3. Kursfeststellung für Wertpapiere im Auktionsverfahren durch Gebot und Zuruf zu verschiedenen Kursen oder durch Festsetzung eines Einheitskurses nach Angebot und Nachfrage.


Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) (Price-Earning-Ratio bzw. PER); Verhältniszahl, die sich aus der Gegenüberstellung des Kurses einer Aktie mit dem auf diese Aktien entfallenden Reingewinn ergibt. Der gesamte Reingewinn der Gesellschaft muß zu diesem Zweck auf die gesamten Aktien, die sich im Publikumsbesitz befinden, umgerechnet werden. Da der in der Bilanz veröffentlichte Jahresgewinn nur sehr beschränkt aussagefähig ist, empfiehlt es sich, den Gewinn je Aktie zugrunde zu legen. Das Kurs/Gewinn-Verhältnis zeigt, zum wievielfachen des Perioden-Reingewinns eine Aktie gehandelt bzw. bewertet wird. Zeit- und Unternehmensvergleiche ermöglichen die Aussage über die Preiswürdigkeit einer Aktie (Über- oder Unterbewertung), wobei diese um so preiswürdiger ist, je niedriger das Kurs/Gewinn-Verhältnis ist. Wachstumsaktien rechtfertigen ein höheres Kurs/Gewinn-Verhältnis als Renditewerte. Kurs-Gewinn-Verhältnisse ausgewählter internationaler Aktienmärkte im Zeitraum 1990 - 1995:


Kursmakler (Amtliche Makler); Den Kursmaklern obliegt die Feststellung der amtlichen Börsenpreise an den Wertpapierbörsen (Effektenbörse). An der Warenbörse wirken sie bei der amtlichen Feststellung mit. Insofern sind an Börsen, an denen Börsenpreise amtlich festgestellt werden, Kursmakler zu bestellen. Die Bestellung und Entlassung der Kursmakler erfolgt durch die Börsenaufsichtsbehörde nach Anhörung der Börsengeschäftsführung. Kursmakler dürfen Eigengeschäfte soweit tätigen, als diese zum Spitzenausgleich erfolgen.


Kursmaklerkammer ist gem § 30 (6) BörsG an jeder Börse als Körperschaft öffentlichen Rechts zu bilden. Sie wirkt bei der Bestellung und Entlassung von Kursmaklern neben der Börsengeschäftsführung mit. Außerdem ist sie von der Börsengeschäftsführung vor Verteilung der Geschäfte unter den einzelnen Kursmaklern zu hören.


Kurspflege
  1. Die Kurspflege bei Aktien ist schwierig und soll insbesondere eine zu große Disproportionalität zwischen "Geschäftsentwicklung der Unternehmung" und "Aktienkursentwicklung" vermeiden helfen. Auch spekulative Kursbewegungen sollen dadurch weitgehend eliminiert werden. Ein geeignetes Mittel dürften hier aber die umfassende und tatsachengemäße Publizität sein. Große Bedeutung kommt der Kurspflege bei einer bevorstehenden Kapitalerhöhung zu. Die Emissionsbanken werden hier bestrebt sein, den Kurs der Aktien in die Höhe zu treiben, um den Bezug junger Aktien zu fördern.
  2. Die Aufgabe der Kurspflege am Rentenmarkt besteht darin, den Börsenkurs nicht zu sehr unter den Emissionskurs fallen zu lassen. Dies wird möglicherweise allerdings dann schwierig, wenn das Marktzinsniveau erheblich über den Nominalzins der Schuldverschreibung steigt, was notwendigerweise - insbesondere bei einer langen Restlaufzeit - zur Kurssenkung niedrig verzinslicher Papiere führt.
  3. Das Instrument der Kurspflege wird aber sehr oft auch als Emissionsweg benutzt. Das Emissionskonsortium hält in diesem Fall einen bestimmten Teil des Emissionsvolumens in den eigenen Büchern und bringt die Titel dann schrittweise für eigene Rechnung im Markt unter.
  4. Kurspflege ist u.U. zugleich ein Instrument der Notenbank, um im Rahmen der Offenmarktpolitik die ihr als notwendig erscheinenden notenbankpolitischen Maßnahmen erfolgreich durchzuführen.


Kurswert Kennzeichnet den Wert eines Wertpapiers auf Grund seines Börsenkurses. Zu unterscheiden ist zwischen dem Kurswert bei Stücknotiz (Stücknotierung) und demjenigen bei Einheitsnotiz (Einheitsnotierung). Bei der Stücknotierung (Notierung von Effekten in Währungseinheiten pro Stück) entspricht der Kurswert dem Kurs des Wertpapiers. Bei der Prozentnotierung (Notierung von Effekten in v.H. des Nominalwerts) ergibt er sich nach der Formel:

Kurswert = (Nominalbetrag * Kurs) : 100


Kurszettel (Kursblatt, Kursbericht); Liste der Kurse, die von den amtlichen Börsenbehörden (im Amtlichen Kursblatt) herausgegeben wird. Kurszettel enthalten die im amtlichen Handel und geregelten Markt festgestellten sowie die im Freiverkehr ermittelten Kurse und die von Banken zusammengestellten Kurse sonstiger unnotierter Papiere (Beilagen zum amtlichen Börsenblatt). Die Veröffentlichung erfolgt durch Börsen- oder Tageszeitungen.

Bei der Gestaltung des Kurszettels wird grundsätzlich unterschieden zwischen festverzinslichen Wertpapieren und Aktien des Inlands sowie ausländischen Rentenwerten und Aktien. Neben dem Tageskurs geben Kurszettel auch Auskunft über den Vortageskurs, die Wertpapier-Kenn-Nummer und die Stückelung. Von großer Bedeutung, weil sie die Marktlage des jeweiligen Wertpapiers erläutern, sind die Kurszusätze.

Lambda l stellt die prozentuale Veränderung eines Optionspreises dividiert durch die prozentuale Veränderung ihres Basispreises dar und ist damit ein Maß für die Elastizität der Option auf Preisveränderungen des Basiswertes (Underlying).


Länderanleihen Neben Bund, Gemeinden und sonstigen öffentlichen rechtlichen Körperschaften gibt es auch Anleihen, die von den Ländern emittiert werden. Die mittel- und langfristigen Länderanleihen werden als Finanzierungsinstrument eingesetzt, um große, durch den ordentlichen Haushalt nicht oder nur schwer zu deckende Beträge für Investitionszwecke (z.B. Straßen-, Kanalbau, Investitionen im Hochschulbereich etc.) zu finanzieren. Allerdings präferieren die Bundesländer das Schuldscheindarlehen als Finanzierungsinstrument gegenüber den Länderanleihen.


Länder-Jumbo Bezeichnung für eine gemeinsame Großanleihe mehrerer Bundesländer (Variante einer Länderanleihe) mit einem Emissionsvolumen von mehreren Mrd. DM. Der sog. Länder-Jumbo stellt eine Sammelanleihe dar, bei der die beteiligten Bundesländer die Schuldendienst-Verpflichtungen (Zins- und Tilgungsleistungen) entsprechend ihrer jeweiligen Quote am Gesamtvolumen übernehmen. Die Anleihe wird von einem Bankenkonsortium plaziert, wobei diese Institute zugleich als Market-Maker fungieren.


Landeszentralbank (LZB) Als Hauptverwaltung ein unselbständiger Teil der Deutschen Bundesbank innerhalb eines Bundeslandes. Die LZB hat im Rahmen der Aufgabenstellung innerhalb des eigenen Bereichs eigenständige Befugnisse in Verwaltungsangelegenheiten sowie in der Durchführung der einheitlich geregelten Geschäfte. Sie wird von einem Vorstand geleitet. Ihm steht ein Präsident vor, der vom Bundespräsidenten ernannt wird. Die Präsidenten der Landeszentralbanken sind zugleich Mitglieder des Zentralbankrates (vgl. Deutsche Bundesbank).


Langläfer Bezeichnung für Anleihen mit langer Laufdauer, i.d.R. 15 und mehr Jahre, wobei entweder die Rest- oder Gesamtlaufdauer gemeint sein kann. Gegenteil: Kurzläufer.


Laufende Verzinsung Verzinsung einer festverzinslichen Schuldverschreibung, bezogen auf den Kaufpreis. Die Laufzeit und der Tilgungsbetrag bleiben unberücksichtigt.


Laufzeit generelle Kennzeichnung für Zeitraum einer Kreditüberlassung, wobei das Laufzeitende durch den (letzten) Rückzahlungstermin definiert ist (vgl. Anleihe-Ausstattung). Eine Verkürzung der Laufzeit entsprechend den vertraglichen Vereinbarungen ist u.U. möglich durch vorzeitige Kündigung oder verstärkte Tilgung.


Leerposition bezeichnet die Lage eines Verkäufers, der eine offene Position (ungedeckte Position) durch sein Baisse-Engagement eingegangen ist. Die mit der Leerposition verbundene Gewinnmöglichkeit (Verlustgefahr) liegt in der möglichen positiven (negativen) Differenz zwischen Verkaufs- und Einstandskurs.


Leerverkauf (Blankoverkauf); Verkauf von Wertpapieren (Waren) an der Börse (Warenbörse), ohne daß sie sich im Besitz des Verkäufers befinden. Der Verkäufer tätigt ein derartiges Geschäft in der Erwartung, daß die Kurse zum Erfüllungstermin ein niedrigeres Niveau haben, da er sich dann zu einem niedrigeren Einstandskurs eindecken kann.


Leichte Aktien Bezeichnung für Aktien, die einen niedrigen Kurs haben. Die Ursache kann in einer ungünstigen Bewertung durch den Markt oder - häufiger - in einer hohen Stückelung des Grundkapitals (äußerst niedriger Nennwert oder sehr geringe Quote am Grundkapital) liegen. Da im Ausland oft kein Mindestnennwert vorgeschrieben ist oder Quotenaktien möglich sind, finden sich leichte Aktien dort öfter.


Leistungsbilanz Unter- (Teil-) bilanz der Zahlungsbilanz, die die Handels-, Dienstleistungsbilanz sowie die Bilanz der unentgeltlichen Übertragungen zusammenfaßt (enthält).


Leitbörse führende Börse eines Wirtschaftsraums. Deren Kursentwicklung wirkt bestimmend auf das Geschehen der kleineren Nachbarbörsen. Für Deutschland übt die Frankfurter Wertpapierbörse die Leitbörsenfunktion aus.


Letzter Kurs Bezeichnung für den Kurs, der im variablen Handel am Börsentag zuletzt notiert wurde.


Leverage Effekt (Financial-Leverage-Effekt, trading on the equity, income gearing); Hebelwirkung, bei der durch einen vermehrten Einsatz von Fremdkapital die Eigenkapitalrentabilität erhöht wird. Der Effekt wird aber nur unter der Bedingung wirksam, daß zwischen der Gesamtkapitalrentabilität und dem Fremdkapitalzins eine positive Differenz besteht. Die Höhe dieser Differenz und das Ausmaß des Verschuldungsgrades stehen in positiver Korrelation zur Wirkung des Leverage-Effektes. Aus folgenden Gründen wird der Leverage-Effekt nur begrenzt genutzt: LIBID (London Interbank Bid Rate); Zinssatz, zu dem eine Londoner Bank mit erstklassigem Standing (prime bank) bereit ist, Geldmarktkredite am internationalen Interbankenmarkt aufzunehmen.


LIBOR (London Interbank Offered Rate); Zinssatz, zu welchem Banken bereit sind, anderen Banken Geld zu verleihen. Bei den Beteiligten handelt es sich grundsätzlich um Londoner Banken mit erstklassigem Standing (prime banks). Der Zinssatz bildet sich grundsätzlich frei am Markt, d.h. ohne Zentralbankeinfluß. LIBOR ist i.d.R. der Basiszinssatz für alle internationalen Kreditgeschäfte (z.B. Eurodollarkredite am Londoner Markt), wobei auf den LIBOR jeweils ein Aufschlag (spread) in Abhängigkeit von der Bonität des Kreditnehmers erfolgt. LIBOR-Sätze existieren für alle wesentlichen Währungen und für typische Laufzeiten (1, 3, 6, 12 Monate). Der Kreditvereinbarung entsprechend erfolgt die Zinsanpassung periodisch, d.h. alle drei, sechs Monate etc. mit Neufestsetzung des Zinssatzes auf Basis des jeweils aktuellen LIBOR (also LIBOR plus spread). Die Fixierung des LIBOR selbst ist im Kreditvertrag festgelegt. Sie erfolgt durch die Bildung des arithmetischen Mittels der jeweiligen LIBOR-Sätze bestimmter Banken.


LIFFE (London International Futures Exchange); bedeutendste europäische Börse für Financial Futures (Finanzterminkontrakte). Außerdem werden Devisenoptionen (vgl. Optionen) in Form von US- £ gehandelt.


Limit
  1. bei Aufträgen an Effektenbörsen jener feste Kurs, der bei Verkauf (Kauf) nicht unterschritten (überschritten) werden darf. Limitierte Aufträge müssen ausgeführt werden, wenn der limitierte Kurs an der Börse festgestellt wird. Limits gelten den Börsenusancen entsprechend entweder
  2. bei Aufträgen von DTB-Optionen jener feste Preis (Obergrenze oder darunter), zu dem der Auftrag ausgeführt werden muß. Zu unterscheiden ist zwischen:
  3. Bei Devisenhandelsgeschäften gelten die Limits nur jeweils für den Tag, an welchem die Auftragserteilung erfolgt.
  4. Bezeichnung für Kreditlinie


Limitgebühr Gebühr, mit der Bankkunden durch Kreditinstitute bei der Nichtausführung limitierter Aufträge (Limit) belastet werden.


Linienchart stellt über einen längeren Zeitraum hinweg eine Kursentwicklung dar, indem die täglich ermittelten Kurse (z.B. Schlußkurse) in das Chartblatt eingetragen und durch eine Linie miteinander verbunden werden.


Liquidation
  1. Materielle Liquidation:
    Veräußerung vorhandener Vermögenswerte bei der Auflösung einer Unternehmung. Die Gläubigerbefriedigung erfolgt aus dem Erlös der Vermögensgegenstände. Der verbleibende Rest wird unter den Gesellschaftern entsprechend ihrem Kapitalanteil verteilt. Mit der Auflösung der Unternehmung wird diese zu einer Auflösungsgesellschaft, die nach außen durch den Zusatz "i.L." gekennzeichnet ist. Allgemeine Gründe für eine Liquidation sind: Das AktG (vgl. § 260 (1)) nennt folgende Gründe: Die Auflösungsgründe lt. § 60 (1) GmbHG entsprechen denen des AktG weitgehend. Zu Beginn der Liquidation ist gem. § 270 (1) AktG eine Eröffnungsbilanz einschließlich eines erläuternden Berichtes zu erstellen. Im weiteren Verlauf ist nach Beendigung eines jeden Geschäftsjahres ein Jahresabschluß einschließlich eines Geschäftsberichtes aufzustellen. Im Rahmen der Liquidation ist vor allem den Gläubigerschutzinteressen Rechnung zu tragen, was in erster Linie bei Kapitalgesellschaften wegen ihrer begrenzten Haftung erforderlich ist.
  2. Formelle Liquidation erfolgt im Rahmen der Umwandlung im Wege der Einzelübertragung. Bei der Erstellung der Liquidationsbilanz ist bei den Wertansätzen vom Weiterbestand der Betriebswirtschaft auszugehen, da hier lediglich eine Änderung der Rechtsform erfolgt.
  3. Abwicklung von Termingeschäften an der Börse (Skontration).


Liquide Mittel (flüssige Mittel); Kassenbestände (Bargeld), Bank- und Postscheckguthaben sowie bei Bedarf sofort liquidierbare Vermögensbestände (Schecks, rediskontfähige Wechsel, Wertpapiere) der Unternehmung.


Liquidität wird in der betriebswirtschaftlichen Literatur mit unterschiedlichen Inhalten belegt und zielt, der jeweiligen Definition entsprechend, auf folgende Tatbestände ab:
  1. Absolute Liquidität bezeichnet die Nähe eines Gutes zum Geldstadium. Sie zielt auf die Eigenschaft der Güter zur Rückwandlung in Geld ab und kann sich grundsätzlich auf zwei unterschiedlichen Wegen vollziehen:
  2. Die relative Liquidität stellt auf die Unternehmensliquidität i.S. der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit ab, wobei Verbindlichkeiten und Vermögenswerte einander gegenübergestellt werden.
Grundsätzlich ist die Gewährleistung der Liquidität i.S. der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit für jede Unternehmung von immenser Bedeutung, da der Tatbestand der Zahlungsunfähigkeit einen Konkursgrund darstellt.


Liquiditätsreserve umfaßt Kassen-, Bank-, Postscheckbestände, diskontierfähige Besitzwechsel, Wertpapiere des Umlaufvermögens, sonstige Teile des Umlaufvermögens mit hohem Liquiditätsgrad sowie kurzfristig realisierbare Finanzreserven (z.B. offene Kreditlinien, zugesagte Kredite, geplante Kapitalerhöhungen). Liquiditätsreserven sind notwendig zur Sicherung des finanziellen Gleichgewichts der Unternehmung. Ihre optimale Dimensionierung geschieht vor dem Hintergrund, daß durch zu niedrige Reserven u.U. das Liquiditätsrisiko schlagend werden kann, in jedem Fall aber die Unternehmensleitung in ihrem Souverästreben beeinträchtigt wird, und daß zu hohe Reserven die Rentabilität negativ beeinflussen. Die Höhe und Struktur der Liquiditätsreserve ergeben sich damit aus den jeweils verfolgten Finanzierungszielen. Weitere Einflußfaktoren sind die Risikofreudigkeit der Unternehmensleitung, Stabilität, Volumina und Struktur der Zahlungsströme, Industriezweig, Konjunkturlage, Branchenusancen.Die Berechnung der Liquiditätsreserve erfolgt auf der Basis des kurzfristigen Finanzplans.


Lombard Wertpapiere, die zum Zweck der Aufnahme von Lombardkrediten beleihbar sind.


Lombardkredit kurzfristiger Bankkredit, der gegen die Verpfändung beweglicher Vermögensobjekte (gem. §§ 1204 - 1296 BGB), die zudem einen hohen Liquiditätsgrad aufweisen müssen, gewährt wird. Derartige Vermögensobjekte sind grundsätzlich: Effekten, Wechsel, Edelmetalle und Waren. Da sich die Lombardierung auf das Rechtsinstitut der Verpfändung gründet, müssen Effekten (Effektenlombard), Wechsel (Wechsellombard) und Edelmetalle (Edelmetallombard) - sehr selten - der Bank ausgehändigt werden. Waren (Warenlombard) werden i.d.R. gegen Dispositionspapiere (handelsrechtliche Orderpapiere) oder gegen eine Sicherungsübereignung verpfändet. Obwohl die Vermögensgegenstände einen hohen Liquiditätsgrad (leicht realisierbar) aufweisen müssen, ist eine Beleihung zum vollen Marktwert im Beleihungszeitpunkt nicht möglich. Im Fall des Effektenlombards bewegt sich der Lombardkredit i.d.R. zwischen 50% und 75% (teilweise bis zu 90%) des Kurswerts der verpfändeten Papiere.


Long bezeichnet den Besitz von Kassainstrumenten (z.B. Aktien, Anleihen, Devisen etc.) bzw. den Besitz einer Futures- oder Options-Kaufposition. Gegensatz: Short


Long Call eine der vier Grundstrategien im Optionshandel. Sie wird durch den Kauf einer Kaufoption (Call) realisiert. Die Position beinhaltet das Recht, die erworbene Option zu den vereinbarten Bedingungen auszuüben (Kauf) oder verfallen zu lassen. Mit dieser Strategie wird auf steigende Kurse des Basiswerts spekuliert. Das Verlustrisiko ist auf die Optionsprämie begrenzt.


Long Call Emission (long call issue); Anleihe, die nach Ablauf von festgelegten Freijahren vorzeitig, d.h. vor Endfälligkeit, durch den Emittenten gekündigt werden kann.


Long Hedge Erwerb eines Termin- oder Optionskontrakts zum Zweck eines Hedging gegen Zins-, Wechselkursrisiken oder Risiken, die aus Aktienkursentwicklungen entstehen könnten.


Long Position bezeichnet eine Kaufposition eines Marktteilnehmers in einem Kassainstrument, einem Optionskontrakt oder einem Terminkontrakt. Gegenteil: Short Position


Long Put eine der vier Grundstrategien im Optionshandel. Sie wird durch den Kauf einer Verkaufsoption realisiert. Der Inhaber der Position hat das Recht, die erworbene Option zu den vereinbarten Konditionen auszuüben (d.h. die Basiswerte zu verkaufen) oder verfallen zu lassen. Soweit der Investor die der Option zugrunde liegenden Basiswerte in seinem Bestand hält, spricht man von einem protective Put. Erwirbt der Investor die Position, ohne die zugrunde liegenden Basiswerte in seinem Bestand zu halten, hat er eindeutige Erwartungen in fallende bis stark fallende Kursee, da er in diesem Fall an den Kursrückgängen partizipiert. Die Gewinnmöglichkeiten sind bei dieser Strategie ist unbegrenzt. Allerdings kann der Kurs des Basiswerts nicht unter Null fallen.


Long Straddle Strategie im Optionshandel. Sie wird durch den gleichzeitigen Kauf einer äquivalenten Zahl von Call- und Put-Optionen mit jeweils gleichem Basisobjekt, Basispreis sowie übereinstimmender Fälligkeit realisiert.


Look Back Option bezeichnet eine Kaufposition eines Marktteilnehmers in einem Kassainstrument, einem Optionskontrakt oder einem Terminkontrakt. Gegenteil: (Look Back Strike Option, No-Regrets Option); Variante einer Option, die dem Käufer das retroaktive Recht zum Kauf (Verkauf) des Basiswerts (underlying) zu dessen niedrigsten (höchsten) Kurs bzw. Preis innerhalb der Optionslaufzeit einräumt.


Look Back Warrant (Look-Back Optionsschein); Optionsscheinvariante, die ein retroaktives Optionsrecht verbrieft und in den Varianten Call-Look-Back Warrant oder Put-Look-Back Warrant vorkommt. Der Look-Back Warrant räumt dem Inhaber das Recht ein, denjenigen Kurs als Basispreis zu wählen, der für ihn im Verlauf der Ausübungsfrist am günstigsten ist. Dies ist bei der Call-Variante (Put-Variante) der niedrigste (höchste) Kurs. Im Regelfall werden als Basiswerte Aktienindices gewählt, wobei die Look-Back-Warrants zudem oft als Europäische Optionen ausgelegt sind.


Lustlos bezeichnet ein Börsengeschäft bei geringen Börsenumsätzen.

Management Buyout Übernahme eines Unternehmens durch sein Management. Die bisherigen Aktionäre werden durch Aufkauf ihrer Anteile abgefunden. Die Finanzierung erfolgt im Regelfall durch Kreditfinanzierung aus Bankkrediten oder durch Anleiheemissionen (vgl. Junk Bonds). Die Kreditbesicherung erfolgt durch die umfangreichen Aktiva des Unternehmens. Management Buyout ist insofern lediglich eine Variante des Leveraged Buyout, da hier die Übernahme des Unternehmens unter Mitwirkung oder unter Ausschluß des Managements durch Dritte von außerhalb des Unternehmens erfolgt.


Management Shares Aktien, die sich im Besitz des Vorstands und von führenden Mitarbeitern einer Aktiengesellschaft befinden. Sie werden häufig Angehörigen des Managements als Tantieme überlassen.


Mantel
  1. Bei Wertpapieren: Bezeichnung für die gefaltete Doppelseite der (eigentlichen) Wertpapierurkunde im Unterschied zum Bogen und Erneuerungsschein. In ihm ist bei Aktien und Kuxen das Mitgliedschaftsrecht, bei Anleihen das Forderungsrecht und bei Investmentanteilen das Miteigentumsrecht als Hauptrecht verbrieft. Zusammen mit dem Bogen stellt der Mantel die Urkunde der Wertpapiere dar; nur beide zusammen sind verkäuflich.
  2. Bei Gesellschaften: sämtliche Anteile einer Aktiengesellschaft, bergrechtlichen Gewerkschaft oder Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die noch keine Geschäfte betreibt bzw. nicht mehr tätig ist oder sich in Liquidation befindet.


Mantelabtretungsvertrag Vertrag über eine Forderungsabtretung, in dem sich der Schuldner gegenüber seiner Bank verpflichtet, für abgetretene, aber inzwischen eingezogene Forderungen andere Forderungen an das Kreditinstitut abzutreten. Die Höhe des in Anspruch genommenen Kredits ist maßgebend für den Gesamtbetrag der abzutretenden Forderungen.


Marge
  1. Spanne zwischen An- und Verkaufspreis oder zwischen Soll- und Habenzinssatz;
  2. bei der Arbitrage die Kursdifferenz zwischen verschiedenen Plätzen.


Margin (Bareinschuß, Initial margin); Sicherheitsleistung (Einschuß oder Nachschuß), die zur Risikoabsicherung einer Terminposition zu stellen ist. Bei Futures wird zwischen Initial Margin und Variation Margin, die dem täglichen Gewinn- bzw. Verlustausgleich dient, differenziert. Bei Optionen ist die Hinterlegung der Margin nur bei Existenz einer Short Position erforderlich.


Margin Call Nachschußpflicht zur Sicherheit des Brokers oder Kreditgebers bei Termingeschäften. Ein Nachschuß wird dann in Form eines erneuten Einschusses fällig, wenn der erste Einschuß aufgezehrt ist.


Mark to Market Bezeichnung für den Prozeß der börsentäglichen Feststellung einer Risikoposition sowie ihres (teilweisen) Ausgleichs. Dies geschieht durch die preisliche Bewertung einer Position oder eines Portfolios auf Basis der relevanten aktuellen Parameter. Daran schließen sich die erforderliche Sicherheitenanpassung sowie die Gewinn- bzw. Verlustverrechnung an.


Market-Maker
  1. Professioneller Börsenhändler, der gleichzeitig größere Mengen von Wertpapieren zu einem (relativ niedrigeren) Geldkurs nachfragt und zu einem (relativ höheren) Briefkurs anbietet und dadurch die Preisfindung der betreffenden Wertpapiere ermöglicht. Mit der Inanspruchnahme der Dienstleistung des Market-Makers, dessen Gewinn in der Marge zwischen Geld- und Briefkurs besteht, sind für den Marktpartner drei Vorteile verknüpft: Erstens hat er unabhängig von der Marktlage stets einen Partner für den sofortigen Abschluß eines Geschäfts, zweitens ist die Bonität der Market-Maker unzweifelhaft und drittens kommt ein marktgerechter Kurs für die Transaktion zustande. Da die Market-Maker in harter Konkurrenz miteinander stehen, sind die von ihnen festgelegten Preise in der Regel marktnah. Im Falle falscher Kursfestsetzung kumulieren sich bei einem Market-Maker Angebots- oder Nachfragepositionen, während eine zu große Marge zwischen Geld- und Briefkurs sofort zu starkem Umsatzrückgang führt. Daher wird im Market-Maker-Prinzip neben dem in Deutschland vorherrschenden Auktionsprinzip ein effizientes börsliches Kursermittlungsverfahren gesehen.

  2. Marktteilnehmer der Deutschen Terminbörse. Er ist während der offiziellen Handelszeit dazu verpflichtet, jederzeit verbindliche Brief- und Geldkurse zu stellen.


Marktgängigkeit von Wertpapieren ist gegeben, wenn regelmäßige hohe Tagesumsätze erfolgen. Dies setzt im Regelfall die Börsenzulassung zum amtlichen Handel mit allen damit verbundenen Bedingungen voraus.


Marktkapitalisierung (Börsenkapitalisierung, Börsenwert); Marktpreis einer Aktiengesellschaft. Sie errechnet sich aus der Summe aller Aktien multipliziert mit deren Börsenkurs.


MDAX Performance-Index für 70 variabel gehandelte Aktien des Mid-Cap-Segments. Die 70 Aktien sind jene Werte aus dem Dax 100 (Werte 31 - 100), die nicht durch den Dax erfaßt werden. Diese Aktien werden auch im Ibis-System gehandelt. MDAX ist ein Laufindex, der minütlich errechnet und publiziert wird. Der Index wird auf der Basis Ende 1987 gleich 1000 ermittelt.


Medium Term Notes Schuldverschreibungen, die ein Laufzeitspektrum von unter einem Jahr bis zu dreißig Jahren aufweisen. Dies ist allerdings von den Usancen im jeweiligen Markt abhängig. Während in den USA Medium Term Notes im unteren Laufzeitbereich mit 270 Tagen durchaus nicht unüblich sind, müssen DM-Medium Term Notes eine Mindestlaufzeit von zwei Jahren aufweisen. Medium Term Notes werden im Rahmen von Medium Term Notes Programmen emittiert und plaziert.


Mehrheitsaktionär Bezeichnung für einen Aktionär (Großaktionär) oder eine einheitlich handelnde Aktionärsgruppe der oder die sich im Besitz von mindestens 50% des Aktienkapitals einer Aktiengesellschaft (Mehrheitsbeteiligung) befindet. Mittels des Stimmrechts kann der Mehrheitsaktionär einen tiefgreifenden Einfluß auf die AG ausüben. Das entscheidende Problem liegt im Ausgleich der möglichen Interessenkonflikte zwischen Mehrheitsaktionär, der Aktiengesellschaft und den Minderheitsaktionären.


Mehrstimmrechtsaktie Aktie besonderer Gattung, die dem Eigentümer ein erhöhtes, z.B. 100-faches, Stimmrecht einräumt. Diese Aktien wurden in Deutschland immer in Form von vinkulierten Namensaktien ausgegeben. In Deutschland ist die Emission von Mehrstimmrechtsaktien grundsätzlich gem. § 12 (2) AktG unzulässig. Soweit Mehrstimmrechte noch existieren, erlöschen diese gem. § 5 (1) EGAktG am 1. Juni 2003, wenn nicht zuvor die Hauptversammlung mit einer Mehrheit, die mindestens ¾ des bei der Beschlußfassung vertretenden Grundkapitals umfaßt, ihre Fortgeltung beschlossen hat. Hiervon unabhängig kann die Hauptversammlung gem. §  5 (2) EGAktG die Beseitigung der Mehrstimmrechte mit einer Mehrheit beschließen, die mindestens 50 v.H. des bei der Beschlußfassung vertretenden Grundkapitals bedarf.


M-Formation idealisierte Kurs-Umsatzformation, die den Chartisten auf eine obere Trendumkehr hinweist.


MFIs Abk. für Monetäre Finanzinstitute. MFIs umfassen drei Gruppen von Instituten:
  1. die Zentralbanken,
  2. die gebietsansässigen Kreditinstitute im Sinne des Gemeinschaftsrechts der EU. Diese sind definiert als Unternehmen, deren Tätigkeit darin besteht, Einlagen und andere rückzahlbare Gelder des Publikums entgegenzunehmen (einschließlich der Erlöse aus dem Verkauf von Bankschuldverschreibungen an das Publikum) und Kredite auf eigene Rechnung zu gewähren.
  3. alle sonstigen gebietsansässigen Finanzinstitute, deren wirtschaftliche Tätigkeit darin besteht, Einlagen bzw. Einlagensubstitute von anderen Wirtschaftssubjekten als MFIs entgegenzunehmen und auf eigene Rechnung (zumindest im wirtschaftlichen Sinne) Kredite zu gewähren und/oder in Wertpapieren zu investieren. Hierzu sind insbesondere die Geldmarktfonds zuzurechnen .
Vom MFI-Sektor wird der sog. Geldhaltungssektor abgegrenzt. Dieser besteht - mit Ausnahmen der Zentralregierungen - aus allen im Euro-Währungsgebiet ansässigen Nicht-MFIs. Zentralregierungen bilden einen geldneutralen Sektor (Ausnahme: Verbindlichkeiten von Zentralregierungen, die als Sonderposten in die Abgrenzung der monetären Aggregate mit einbezogen sind).

Mid Caps Bezeichnung für die Aktien von gut eingeführten Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 500 Mio. bis 2000 Mio. DM. In Deutschland werden alle Aktien aus dem Dax 100, die nicht zu den 30 Dax-Werten gehören (bzw. im Dax enthalten sind) in das Mid-Cap-Segment eingeordnet. Vgl: Dax, Blue Chips, Small Caps.


Minderheitsaktionär Bezeichnung für einen Aktionär oder eine einheitlich handelnde Gruppe von Aktionären, dessen bzw. deren Aktienbesitz ausreicht, einen Minderheitenschutz in Anspruch nehmen zu können.


Mindestnennbetrag Nennbetragsaktien (Nennwert-, Summenaktien) lauten auf eine festen Nennbetrag. Gem. § 8 (1) AktG beträgt der Mindestnennbetrag der Aktie einen Euro. Höhere Aktiennennbeträge müssen gem. § 8 (2) AktG auf volle Euro lauten. Gem. §  8 (3) AktG lauten Stückaktien auf keinen Nennbetrag. Die Stückaktien sind am Grundkapital im gleichen Umfang beteiligt. Dabei darf der auf die einzelne Aktie anteilige Anteil am Grundkapital einen Euro nicht unterschreiten.


Mindestreservepolitik Im Rahmen der Mindestreservepolitik werden durch die EZB zwei grundsätzliche Zielsetzungen verfolgt. Einerseits sollen die Maßnahmen der Stabilisierung der Geldmarktsätze dienen, andererseirts sind sie ggf. auf die Verstärkung der strukturellen Liquiditätsknappheit im Bankensystem ausgerichtet. Zu diesem Zweck wurde von der EZB zunächst ein Mindestreservesystem installiert. Der EZB-Rat erließ am 1.12.1998 die EZB-Verordnung über die Auferlegung einer Mindestreservepflicht . Diese Verordnung regelt zugleich die Grundzüge des von der EZB angewendeten Mindestreservesystems.


MMI Aktienindex Optionsscheine Kauf- oder Verkaufs-Optionsscheine vom Typ der American Option auf den Major Market Index (MMI), die der Marktlage entsprechend von der Emittentin ausgestattet werden.


Modifizierte Duration (MD) (Modifizierte Macauly-Duration, Hicks-Elastizität); demonstriert die Barwertänderung eines Investments (im Regelfall einer Schuldverschreibung) in Reaktion auf eine Änderung des Marktzinssatzes.


Momentum Trend- und Einzelwertindikator, der in der technischen Wertpapieranalyse Verwendung findet, indem er Kursveränderungen aus dem Vergleich Kurswert (Indexwert) zum Durchschnittskurs (Durchschnittsindex) einer vorhergehenden Periode (10 Tage, 30 Tage, 12 Monate) demonstriert. Ein steigendes Momentum wird als positiver Marktrend, ein fallendes Momentum als negativer Markttrend gedeutet.


Monetäres Aggregat Kann definiert werden als die Summe des Bargeldumlaufs zuzüglich der ausstehenden Beträge bestimmter Verbindlichkeiten von Finanzinstituten, die einen einen hohen Geldgrad oder eine hohe Liquidität (i.S. von Geldnähe) im weitesten Sinne aufweisen. Das Eurosystem hat eine eng gefaßte (M1), eine "mittlere" gefaßte (M2) und eine weit gefaßte Geldmenge (M3) festgelegt. Diese Aggregate unterscheiden sich hinsichtlich des Geldgrads der einbezogenen Aktiva (vgl. Geldmenge).


Money Market Fund Geldmarktfonds in den USA, die in kurzfristige Geldmarkttitel investieren. Die Fondsgesellschaften arbeiten eng mit Kreditinstituten und Versicherern zusammen. Kapitalanleger erhalten auf ihre Kapitalanlagen im Vergleich zu alternativen (kurzfristigen) Investitionsmöglichkeiten eine höhere Verzinsung. Außerdem haben die Anleger die Möglichkeit, Schecks gegen ihre Einlagen auszustellen, wodurch sich der Liquiditätsgrad der Einlagen erhöht.


Moral Suasion Notenbankpolitisches Instrument, mit Hilfe dessen durch die Vertreter der Notenbank versucht wird, durch "gütliches Zureden" die Einsichtsfähigkeit der verantwortlichen Personen der Kreditwirtschaft zu beeinflussen. Hierdurch soll (ohne Druck) ein ihren Vorstellungen konformes Verhalten der Kreditinstitute erreicht werden.


MSCI-Index börsentäglich veröffentlichter Aktienindex, der vom Morgan Stanley Capital International publiziert wird. Der MSCI-Aktienindex wird auf Laspeyres-Basis berechnet. Er basiert auf 1470 Aktienkursen aus 20 Ländern und repräsentiert ca. 60% der Börsenkapitalisierung dieser Länder. Der MSCI-Aktienindex wird als Weltindex sowie in Form regionaler Indices (Nordamerika, Europa, Nordische Länder, Pazifik sowie Ferner Osten; 20 Länder-Indices und 38 Branchen-Indices) publiziert.


Mündelsichere Papiere in § 1807 BGB festgelegte und als besonders risikolos und wertbeständig erachtete Werte: Nach der Verordnung über die Mündelsicherheit der Pfandbriefe und verwandten Schuldverschreibungen sind zur Anlegung von Mündelgeld alle Schuldverschreibungen geeignet, die von einer Hypothekenbank im Sinne des Hypothekenbankgesetzes, von einer öffentlich-rechtlichen Kreditanstalt im Sinne des Pfandbriefgesetzes und von einer Schiffpfandbriefbank im Sinne des Schiffsbankgesetzes ausgegeben worden sind. Ferner sind mündelsicher gewisse Schuldverschreibungen der Deutschen Genossenschaftskasse, der Kreditanstalt für Wiederaufbau und der Deutschen Ausgleichsbank.


Nachschußpflicht gesetzlich, satzungsmäßig oder vertraglich festgelegte Verpflichtung für Gesellschafter, beim Vorliegen bestimmter Voraussetzungen zu ihrer Einlage noch einen Nachschuß, der beschränkt oder unbeschränkt sein kann, zu leisten (häufig bei der Sanierung).
  1. Nachschußpflicht bei der GmbH: Gemäß § 26 GmbHG kann im Gesellschaftsvertrag bestimmt werden, daß die Gesellschafter über den Betrag der Stammeinlage hinaus die Einforderung von Nachschüssen beschließen können. Dabei ist eine Beschränkung der Nachschußpflicht möglich. Wird eine unbeschränkte Nachschußpflicht beschlossen (§ 27 Abs. 1 GmbHG), so kann sich der Gesellschafter dadurch von ihr befreien, daß er innerhalb eines Monats nach der Aufforderung zur Einzahlung seinen Geschäftsanteil, falls er vollständig einbezahlt ist, der Gesellschaft zur Befriedigung aus demselben zur Verfügung stellt (Abandonnierung).
  2. Nachschußpflicht bei Genossenschaften: Nach §§ 105 ff. Genossenschaftsgesetz sind die Genossen dann zum Nachschuß verpflichtet, wenn der Konkursfall vorliegt und die Konkursmasse zur Befriedigung der Gläubiger nicht ausreicht. Bei der eGmbH liegt eine beschränkte Nachschußpflicht vor, bei der eGmuH ist sie unbeschränkt.
  3. Nachschußpflicht war auch bei der bergrechtlichen Gewerkschaft gegeben. Insbesondere bei Kapitalbedarf oder Verlustabschlüssen konnten die Eigentümer der Kuxe zu Nachschüssen, auch als Zubuße bezeichnet, verpflichtet werden. Die Höhe der Nachschüsse wurde jeweils von der Gewerkenversammlung festgelegt. Durch Abandon (Aufgabe des Kuxes) konnten sich die Gewerken der Nachschußpflicht entziehen.
Keine Nachschußpflicht besteht bei OHG, KG, KGaA und AG.


Naked Position Bezeichnung für eine ungedeckte Option oder eine offene Position, die nicht durch Hedging gesichert ist.


Namensaktie Aktie, die auf den Namen des Inhabers lautet (geborenes Orderpapier). Der Aktionär muß in das Aktienbuch der AG eingetragen sein, da nur die in das Aktienbuch eingetragene Person Aktionärsrechte ausüben kann. Nach Indossierung und Übergabe muß der Gesamtvorgang gem. § 68 AktG dem Vorstand der AG angezeigt werden. Dieser veranlaßt dann die Eintragung in das Aktionärsbuch. Wird der Übertragungsvorgang an die Zustimmung des Vorstands per Satzung erschwert, liegen vinkulierte Namensaktien vor. Die Anwendung dieses Aktientyps dient dem Schutz vor Überfremdung und findet sich oft bei Versicherungs-Aktien-Gesellschaften. Diese Unternehmen brauchen i.d.R. zum laufenden Geschäftsbetrieb keine sehr hohe Kapitalausstattung, weswegen die Aktien dieser Gesellschaften in der Regel nicht voll eingezahlt sind. Insofern ist der Überfremdungsschutz zwingend notwendig, da zur Übernahme ein vergleichsweise geringer Kapitaleinsatz notwendig wäre. In zwei Fällen (§ 55 (1) und § 110 AktG) schreibt der Gesetzgeber die Emission vinkulierter Namensaktien vor.

Aktien müssen als Namensaktien ausgegeben werden, wenn sie vor Einzahlung des vollen Einlagebetrages (Nennwert oder Nennwert plus Agio) ausgegeben werden. Werden Aktien als Nebenverpflichtungsaktien (§ 55 (1) AktG) emittiert oder ist ihren Inhabern ein Entsendungsrecht in den Aufsichtsrat eingeräumt (§ 101 AktG), müssen diese als vinkulierte Namensaktien emittiert werden.


NASDAQ (National Association of Securities Dealers Automated Quotations); Bezeichnung für ein US-amerikanisches Kommunikationssystem. NASDAQ hat die Aufgabe, die Geld- und Briefkurse für über 5000 Aktien, die market-maker stellen, über ein zentrales Computersystem landesweit anzuzeigen. Diese Aktien werden im over-the-counter-market gehandelt. Die Kurse können von allen NASDAQ-Mitgliedsfirmen jederzeit abgefragt werden. NASDAQ erhöht somit die Markttransparenz erheblich und ermöglicht zugleich landesweit Abschlüsse zu den günstigsten Brief- und Geldkursen. Der Handel erfolgt bei Aufträgen bis zu 500 Stück im Regelfall automatisch über das NASDAQ-Computersystem. Aufträge über 500 Stück werden im telefonischen Direktkontakt abgewickelt, was bei Orders unter 500 Stück grundsätzlich auch möglich ist.


Nebenplatz Ort, an dem im Gegensatz zum Bankplatz die Deutsche Bundesbank keine Zweiganstalt unterhält.


Nebenwerte Bezeichnung für die Aktien kleiner Aktiengesellschaften, in denen an der Börse nur geringe Umsätze getätigt werden.


Nennwert
  1. auf Anleihen angegebener Geldbetrag, der die Basis für die Verzinsung und Höhe der Forderung des Inhabers gegen den Emittenten im Falle der Tilgung darstellt.
  2. auf Aktien angegebener Geldbetrag. Er definiert den Betrag, der auf die einzelne Aktie am zerlegten gesamten Grundkapital entfällt,. Nennbeträge lauten bei Aktien auf 5 DM (vgl. Mindestnennbetrag gem. § 8 (1) AktG) oder ein Vielfaches davon.
Der Nennwert weicht insbesondere bei Aktien häufig stark vom Kurs- (Markt-) wert ab. Die Differenz zwischen Nennwert und Kurswert ist bei Anleihen von der Differenz zwischen Marktzins und Nominalzins unter Einbeziehung der Restlaufdauer abhängig.


Nennwertaktie (Nennbetrags-, Summenaktie); lautet auf einen festen Nennbetrag. Gem. § 8 (1) AktG beträgt der Mindestnennbetrag der Nennwertaktie einen Euro. Höhere Aktiennennbeträge müssen gem. § 8 (2) AktG auf volle Euro lauten. Der Anteil am Grundkapital bestimmt sich gem. § 8 (3) AktG bei Nennbetragsaktien nach dem Verhältnis ihres Nennbetrags zum Grundkapital.


Nettodividende (Brutto-) Dividende abzüglich Kapitalertragsteuer.


Neuer Markt Handelssegment der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) für Aktien kleiner und mittlerer wachstumstarker Unternehmen aus Branchen mit innovativen Produkten oder Dienstleistungen. Zulassungsvoraussetzungen für Emittenten des Neuen Marktes: Folgepflichten des Emittenten: Quartals- und Jahresberichte nach IAS bzw. US-GAAP sowie regelmäßige Analysten- und Investorenveranstaltungen.

Nicht-MFIs sind alle im Euro-Währungsgebiet ansässigen privaten Haushalte, nicht-finanzielle Kapitalgesellschaften und Finanzinstitute, die keine MFIs sind, sowie Länder, Gemeinden und Sozialversicherungsträger. Zentralregierungen bilden einen geldneutralen Sektor (Ausnahme: Verbindlichkeiten von Zentralregierungen, die als Sonderposten in die Abgrenzung der monetären Aggregate mit einbezogen sind).


Nikkei 225 Aktienindex marktgewichteter japanischer Aktienindex, der aus 225 japanischen Werten mit hoher Marktkapitalisierung ermittelt wird.


Nikkei Index Bezeichnung für eine Reihe von japanischen Aktienindices. Im Normalfall dürfte bei einem fehlenden näheren Hinweis der Nikkei 225 Aktienindex gemeint sein.


Non-underwritten Facility Plazierungsvereinbarung ohne Übernahmeverpflichtungen; Variante der Note-Issuance Facility ohne Absicherungsfazilität. Dies bedeutet, daß die Banken eine Eintrittsverpflichtung bei der Notenemission im Rahmen der Plazierungsbemühungen nicht abgeben. Das Plazierungs- und Anschlußfinanzierungsrisiko verbleibt somit beim Schuldner. Somit eignen sich Non-underwritten Facilities generell nur zur Finanzierung kurzfristigen Kapitalbedarfs. Die Finanzierungskosten sind für diesen Fall extrem niedrig, da sie neben dem Referenzzinssatz plus Aufschlag nur eine geringe Händlerprovision (Dealer Fee) umfassen.


Notenbank (Währungsbank, Zentralbank, Zentralnotenbank); Institution einer Volkswirtschaft oder eines Wirtschaftsraums, die zum Zweck staatlicher Währungshoheit, die ihr übertragen worden ist, als anerkannte Währungsautorität fungiert und zudem oft unternehmerisch disponiert. In erster Linie wird die Währungsbank die Volkswirtschaft oder den Wirtschaftsraum mit Zentralbankgeld versorgen und die Abwicklung des Zahlungsverkehrs sichern. Ansonsten werden im Rahmen der Notenbankpolitik die Ziele Geldwertstabilität, Vollbeschäftigung sowie Zahlungsbilanzausgleich angestrebt. Dabei erscheint die Realisierung aller Ziele zum gleichen Zeitpunkt und/oder über einen mehr oder weniger langen Zeitraum hinweg unmöglich. Zur Zielerreichung setzt die Zentralbank das notenbankpolitische Instrumentarium ein.

Neben ihren originären Aufgaben hat die Zentralbank i.d.R. die Politik der jeweiligen Regierung(en) zu unterstützen und im Rahmen der Bankenaufsicht mitzuwirken oder diese eigenständig zu übernehmen. Im Eurosytem fungiert die Europäische Zentralbank (EZB) als Notenbank. Die notenbankpolitischen Maßnahmen der EZB umfassen die Offenmarktpolitik und die Mindestreservepolitik. Der EZB-Rat ist zuständig für die Geldpolitik, das Direktorium setzt die getroffenen Entscheidungen um.


Notierung Bezeichnung für den festgestellten Börsenkurs (-preis).


Notional Bond (fiktive Anleihe, Hypothetical Bond, Nominal Bond, Synthetische Anleihe); Bezeichnung für eine künstliche, d.h. gedachte Anleihe. Notional Bonds finden in ihrer standardisierten Form bei einer hypothetischen (fiktiven) Ausstattung mit Festzins und fester Laufdauer als Referenzgut für Futures auf Anleihen Verwendung.


Null-Kupon Schatzanweisung Variante einer Schatzanweisung, bei der während der Laufdauer keine Zinszahlungen erfolgen. Die Konstruktion der Null-Kupon Schatzanweisung entspricht derjenigen der Nullkupon-Anleihe (Zerobond) in der Form des Aufzinsungstyps.


Nummernkonto wird im Bankbetrieb nicht unter dem Namen und der Anschrift des Kunden sondern lediglich unter der Kontonummer geführt. Bei Kontoeröffnung wird im Gegensatz zum anonymen Konto eine Identitätsprüfung durchgeführt. Die Verbindung zwischen Kontonummer und Kontoinhaber ist nur einem beschränkten Kreis leitender Mitarbeiter einer Bank bekannt. Da bei Kontoverfügungen eine Identitätsprüfung durchgeführt wird, ist die Sicherheit größer als beim anonymen Konto. Die Diskretion von Nummernkonten wird entscheidend dadurch tangiert, inwieweit bei zivil- und strafrechtlichen Delikten im Rahmen von Auskunfts- und Rechtshilfeersuchen Einblick verlangt werden kann. Nummernkonten haben in der Schweiz und in Luxemburg eine besondere Bedeutung erlangt.


NYSE Abk. für New York Stock Exchange.


NYSE Composite Index Bezeichnung für einen anerkannten US-amerikanischen Börsenindex, dessen Portefeuille dem Gesamtwert des New York Stock Exchange (NYSE) Marktes entspricht. Der Index umfaßt 1505 notierte Aktien, die nach dem Marktwert der Einzelwerte gewichtet sind.

Beim NYSE Composite Index Handel auf Termin (vgl. Financial Futures) wird der Kontrakt wie der Index notiert. Der Kontraktwert ergibt sich aus der Multiplikation des aktuellen Indexes mit dem Faktor 500. Die kleinstmögliche Änderung des Indexes, die sich als Kursänderung des Futures-Kontrakts niederschlägt, beträgt 0,05 Indexpunkte = 25 84

Obligo
  1. Angstklausel ("ohne Obligo" = ohne Gewähr) zur Haftungsbefreiung beim Wechsel (vgl. Indossament);
  2. Ausschaltung einer Gewähr bei Auskünften;
  3. gesamte Verbindlichkeiten eines Schuldners (banktechnischer Ausdruck).


Odd Lot Bezeichnung in den USA für einen Börsenauftrag, bei dem die Anzahl der Aktien oder Anleihen geringer ist als ein Round Lot. Das Round Lot beträgt an der New York Stock Exchange (NYSE) 100 Aktien (beim Handel mit institutionellen Investoren auch 500 Stück) und bei Anleihen 1000 5000 . Investoren, die ein odd lot kaufen oder verkaufen, zahlen eine höhere Vermittlungsgebühr.


Öffentliche Anleihe Anleihe der öffentlichen Hand zur Deckung eines langfristigen Kapitalbedarfs, der durch gewöhnliche Einnahmen nicht finanziert werden kann. Meist geht es um die Finanzierung kapitalintensiver Projekte (z.B. Kanäle, Krankenhäuser etc.), bei denen das Kapital zudem langfristig gebunden ist. Emittenten sind Bund, Länder, Gemeinden, Bahn, Post, öffentlich-rechtliche Zweckverbände. Eine dingliche Besicherung der öffentlichen Anleihen, Kassenobligationen und Schatzanweisungen erfolgt nicht.


Offenmarktpolitik wird durch die Zentralbank an den Finanzmärkten in Form von Offenmarktoperationen praktiziert. Diese bilden das Hauptinstrument des Eurosystems zur Steuerung der Zinssätze und Liquidität am Markt. Außerdem dienen sie der Signalisierung des geldpolitischen Kurses. Offenmarktgeschäfte sind in folgenden Formen möglich: Der größte Teil der Offenmarktgeschäfte wird in Form befristeter Transaktionen gegen die Hinterlegung refinanzierungsfähiger Sicherheiten abgewickelt. Als wichtigste Arten von Offenmarktgeschäften sind die Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Laufzeit eine Woche, Durchführung wöchentlich) und die längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (Laufzeit 3 Minate, Duchführung monatlich) zu nennen. Weiterhin existieren Feinsteuerungs-Offenmarktgeschäfte in Form von befristeten Operationen, definitiven Käufen und Verkäufen von Aktiva, der Hereinnahme von Einlagen oder Devisenswapgeschäften.

Hauptrefinanzierungsgeschäfte und langfristige Refinanzierungsgeschäfte werden im Standardtenderverfahren durchgeführt. Diese Standardtender werden innerhalb von 24 Stunden von der Tenderankündigung bis zur Bestätigung des Zuteilungsergebnisses durchgeführt. Feinsteuerungsgeschäfte werden entweder als Schnelltender oder in Form bilateraler Geschäfte praktiziert. Schnelltender werden im Regelfall innerhalb von einer Stunde von der Tenderankündigung bis zur Bestätigung des Zuteilungesrgebnisses inszeniert. Dabei kann das ESZB in jedem Einzelfal zwischen Festsatztendern (Mengentendern) und Tendern mit variablem Zinssatz (Zinstendern) wählen.

Offenmarktgeschäfte können außérdem in Form struktureller Operationen in Form von befristeten Transaktionen, definitiven Käufen und Verkäufen oder Emission von EZB-Schuldverschreibungen realisiert werden. Tagesgeld können sich die Geschäftspartner der EZB einerseits über die Spitzenrefinanzierungsfazilität (gegen Hinterlegung refinanzierungsfähiger Sicherheiten) beschaffen, andererseits besteht die Möglichkeit Tagesgeld mittels der Einlagenfazilität bei den Zentralbanken des Eurosystems anzulegen.


Omega W Kennziffer, die aussagt, um wieviel Prozent sich eine Wertveränderung einer Option einstellt, wenn sich der Wert des Basisobjekts, das dem Optionskontrakt zugrunde liegt, um einen Prozentpunkt verändert.


Open Interest bezeichnet die Summe aller zu einem bestimmten Zeitpunkt offenen Kontrakt-Positionen (Kauf- und Verkaufspositionen eines Future-Kontrakts oder einer Optionsserie). Das Open Interest gilt als ein Indikator für die Liquidität eines Kontraktes. Mit steigendem open interest entwickelt sich gleichgerichtet die Liquidität.


Opération blanche bestimmte Taktik bei der Ausübung des Bezugsrechts ohne Zuzahlung. Will bzw. kann der Aktionär bei einer Kapitalerhöhung keine zusätzlichen Mittel investieren, besteht die Möglichkeit, Bezugsrechte zu verkaufen. Aus dem Erlös kann der Erwerber die auf die restlichen Bezugsrechte entfallenden neuen Aktien finanzieren.


Opportunitätskosten (opportunity costs); Nutzenentgang, der durch den Verzicht auf eine Alternativanlage entsteht. Die Anwendung des Konzepts der Opportunitätskosten setzt die Existenz eines Allokationsproblems voraus. Der jeweiligen Definition entsprechend, können die Opportunitätskosten auch z.B. als entgangener Gewinn (bezogen auf Kapitaleinsatz: Rentabilität) oder als entgangene Umsätze aus nicht getätigter alternativer Investitionsmöglichkeit etc. interpretiert werden. Das Opportunitätskosten-Prinzip kann nahezu bei allen finanzwirtschaftlichen Fragestellungen im Hinblick auf eine optimale Anlageentscheidung angewendet werden. So muß der Gewinn, der z.B. durch die Investition in eine Kapitalanlage A getätigt wird, immer höher sein als derjenige, der bei einer Investition in die Anlagenalternative B mit der nächsthöheren Gewinnmöglichkeit angefallen wäre.


Option berechtigt den Käufer, verpflichtet ihn aber nicht, gegen Zahlung einer Prämie (Optionsprämie) eine bestimmte Menge (Kontraktgröße) eines Basisobjekts zum fixierten Basispreis (exercise price) innerhalb einer bestimmten Periode (American Option) oder zum Ende der Optionsfrist (European Option) zu kaufen (Call Option) oder zu verkaufen (Put Option). Der Verkäufer (Stillhalter) der Option verpflichtet sich bei Ausübung der Option durch den Käufer zu den vereinbarten Konditionen jederzeit zu liefern oder abzunehmen. Für diese eingegangene Verpflichtung erhält der Stillhalter eine Prämie.

Käufer und Verkäufer (Stillhalter) einer Call-Option bzw. einer Put-Option realisieren mit ihrer Handlungsweise jeweils unterschiedliche Basisstrategien:

Auf diesen Basisstrategien aufbauend, kann eine Vielzahl von Kombinationsstrategien realisiert werden. Basisobjekte können alle denkbaren Kassainstrumente, aber auch Terminkontrakte auf Währungen, Zinsen oder Indizes sein. Börsengehandelte Optionen sind in ihren wesentlichen Elementen standardisiert. Dies sind: Optionen, des gleichen Typs (Call- oder Put-Option) sind, wenn ihnen der gleiche Basiswert zugrunde liegt, einer Optionsklasse zugeordnet. Soweit Optionen im Typ, dem Basispreis und Verfalldatum miteinander identisch sind, gehören sie einer Optionsserie an. Optionen, denen Standardisierungsmerkmale weitgehend fehlen, werden am OTC-Markt gehandelt (OTC-Optionen). Ihr Vorteil liegt gegenüber den börsengehandelten Optionen für die Nutzer darin, daß sie auf die jeweiligen Bedürfnisse individuell zugeschnitten werden. Damit ist aber die Fungibilität der OTC-Optionen auch eingeschränkt.

Die Höhe der Optionsprämie richtet sich entsprechend Nachfrage und Angebot, wird aber maßgeblich vom Kurs des Basiswertes und seiner Volatilität, der Laufzeit, der Entwicklung der Zinssätze und bei Aktienoptionen nach anstehenden Dividendenausschüttungen beeinflußt. Der Börsenhandel von Optionen vollzieht sich an speziellen Börsen (z.B. EUREX, LIFFE, ÖTOB, etc.).


Optionsanleihe (Optionsobligation, Optionsschuldverschreibung, warrant issues, warrant bond); Bezeichnung i.w.S. für besondere Anleihen, die von Aktiengesellschaften emittiert werden. Die klassischen Optionsanleihen verbriefen ihrem Inhaber unter bestimmten Bedingungen das Recht (Optionsrecht) auf den Bezug von Aktien der Emittentin (equity-linked issue). Nach der Art der Bezugsmöglichkeit werden zwei Typen von Optionsanleihen unterschieden: Wandelanleihen und Optionsanleihen (Bezugsrechtsobligation), die im Emissionszeitpunkt in Verbindung mit einem (mehreren) Optionsschein(en) ausgestattet sind.

Neben der equity-linked issue sind inzwischen weitere neuartige Varianten der Optionsanleihe eingeführt worden. Sie eröffnen ihrem Inhaber die Option zum Bezug von:


Optionsgeschäft bedingtes Termingeschäft, welches den Käufer berechtigt, ihn aber nicht verpflichtet, gegen Zahlung einer Prämie (Optionsprämie) ein Basisobjekt zum Basispreis (exercise price) innerhalb einer bestimmten Periode (American Option) oder zum Laufzeitende (European Option) zu kaufen (Call Option) oder zu verkaufen (Put Option). Die Prämie, die der Optionskäufer dem Vertragspartner (Stillhalter) zahlt, ist demnach als Ausgleich für dessen Risiko aus der fortbestehenden Verpflichtung zur Vertragserfüllung zu sehen. Die Optionsprämie wird in ihrer Höhe einerseits von der Laufzeit (Prämie steigt mit zunehmender Laufzeit und fällt mit abnehmender Laufzeit auf Null) und dem Basispreis der Option beeinflußt. Andererseits beeinflussen weitere Größen optionsspezifischer Natur den Optionspreis. Dieses sind z.B. das Optionshandelsvolumen, die Marktgängigkeit des Basisobjekts, die Volatilität des zugrunde liegenden Marktes, das Zinsniveau am Kapitalmarkt, die Börsentendenz etc. Basisobjekte von Optionen können auf börsenfreien Instrumenten oder Terminkontrakten auf Währungen (Devisenoptionen), Zinsen (Zinsoptionen), Indices oder Waren basieren. Eine Option kann der Marktlage entsprechend eine Am-Geld-Option (at the money option), Aus-dem-Geld-Option (out of the money option) oder Im-Geld-Option (in the money option) sein. Der Optionshandel vollzieht sich sowohl in Form börsennotierter Kontrakte als auch außerbörslich im OTC-Markt.


Optionsklasse Standardisierte Optionen desselben Typs (Call oder Put), die den gleichem Basiswert betreffen, werden einer Optionsklasse zugeordnet.


Optionsschein (Warrant); Verbrieft grundsätzlich das eigenständige Optionsrecht zum Bezug (Call) oder Verkauf (Put) innerhalb einer bestimmten Laufzeit (Typ: American Option) oder zum Laufzeitende (Typ: European Option) folgender Basiswerte (underlyings) in einem definierten Bezugsverhältnis zu einem bestimmten Basispreis: Entsprechend werden Optionsscheine in Call- oder Put-Optionsscheine differenziert und dem Basiswert entsprechend als Aktien-, Zins-, Partizipationsoptions-, Währungsoptions-(Currency Warrants), Warenoptions- (Commodity Warrants), Indexoptionsscheine (i.d.R. näher z.B. Aktienindexoptionsscheine) oder Basket Warrants, etc. bezeichnet.

Statt einer physischen Lieferung wird im Zuge der Optionsausübung oft nur der Barausgleich (Cash Settlement) vorgenommen. Traditionell wurden Optionsscheine im Zuge einer Finanzierung durch Ausgabe einer Optionsanleihe emittiert. Seit über zehn Jahren werden Optionsscheine durch Unternehmen ohne die Koppelung an ein Finanzierungsinstrument als Naked Warrants ausgegeben. Emittenten der Naked Warrants sind ausschließlich Banken. Optionsscheine in Verbindung mit Genußscheinen werden im Zeitpunkt der Emission an das Instrument Genußschein gekoppelt. Anschließend können diese - wie bei Optionsanleihen (s.u.) - abgetrennt und gesondert gehandelt werden. Sie verbriefen die Möglichkeit innerhalb eines bestimmten Zeitraums unter Zuzahlung eines bestimmten Betrages zum Bezug von Aktien der emittierenden Unternehmung.

Auch der in Verbindung mit einer Optionsanleihe emittierte Optionsschein kann im Regelfall nach der Emission von ihr abgelöst und separat gehandelt werden. Somit sind hier drei Arten von Optionsscheinen zu unterscheiden: nicht abtrennbare, abtrennbare und abgetrennte Optionsscheine. Nach Abtrennung der Optionsscheine wird die Optionsanleihe zu einer normalen Festzinsanleihe degradiert.

Zur Bewertung von Optionsscheinen werden im Regelfall die statischen Kennzahlen Innerer Wert (Substanzwert, Intrinsic Value), Zeitwert, Aufgeld bzw. Prämie (in DM und/oder i.v.H.), Hebel herangezogen.


Options-Spread gleichzeitiger Kauf und Verkauf von Optionen desselben Typs, die allerdings im Verfalldatum und/oder Basispreis differrieren.


Order Bezeichnung für einen Börsenauftrag und damit in erster Linie eine bestimmte Menge eines Wertpapiers zu kaufen oder zu verkaufen.


Orderdriven Markets (Auktionsmärkte, Auktionsbörse); Bezeichnung für Märkte an der Präsenzbörse, die unter Einschaltung von Maklern dem Auktionsprinzip folgen. Entsprechend der Preisfestsetzungsform können an den deutschen Präsenzbörsen zwei Typen von Order-Driven-Markets unterschieden werden:
  1. Markt mit einer Preisfeststellung (Einheitsmarkt), an welchem die Preisfeststellung nach dem Handelsprinzip erfolgt. Hier wird so verfahren, daß bei gegebener Orderlage der höchste Umsatz realisiert wird (Stauprinzip; Prinzip der Einheitsnotierung). Überhänge im Angebot oder der Nachfrage können durch den Kursmakler evtl. durch Selbsteintritt oder Mengenrationierung ausgeglichen werden (Spitzenausgleich). Kurszusätze erhöhen die Markttransparenz.
  2. Fortlaufender Handel (vgl. variable Notierung). Markt für den Wertpapierhandel mit hohen Umsätzen. Zu Beginn der Handelszeit erfolgt die Auftragsausführung nach dem Stauprinzip. Zur Mitte der Börsenzeit wird desgleichen im fortlaufenden Handel für sämtliche Aufträge, die nicht ausführbar waren und sämtliche Aufträge, die nicht auf die Mindestschlußgröße oder ein Vielfaches lauten, ein Einheitskurs festgestellt.
Gegensatz zu Orderdriven Markets: Quote-Driven Markets.


OTC-Option (over the counter option); Bezeichnung für eine Option, der kein standardisierter Kontrakt zugrunde liegt. OTC-Optionen sind nicht quotiert.


Out of the money (aus dem Geld); Eigenschaft einer Option mit negativem Ausübungswert.


Outright-Geschäft (Outright-Termingeschäft, Solo-Geschäft); Termingeschäft ohne Kassagegengeschäft (Swapgeschaft) und umgekehrt. Es wird im Rahmen der Kurssicherung oder bei Spekulation auf Devisenkursänderung eingesetzt.


Overbought Bezeichnung für einen überkauften Markt, bei dem allgemein mit Kurskorrekturen nach unten gerechnet wird. Die Ursache wird in sehr hohen Kurssteigerungen der jüngsten Vergangenheit gesehen.


Overshooting bezeichnet ungewöhnlich extreme Wechselkursbewegungen, die plötzlich auftreten, fundamental aber nicht erklärbar sind.


Over-the-counter-market (OTC)
  1. Bezeichnung für außerbörslichen Handel mit börsennotierten Wertpapieren;
  2. Bezeichnung für den außerbörslichen Handel mit Terminkontrakten. Derartige Terminkontrakte (OTC-Optionen und Forwards) haben keine standardisierten Kontraktspezifikationen;
  3. Freiverkehrsmarkt für nicht zum offiziellen Börsenverkehr zugelassene Wertpapiere in den USA. OTC ist umfangsmäßig der bedeutendste Wertpapiermarkt der Welt. Auf diesem Markt werden vornehmlich Bank- und Versicherungsaktien, öffentliche und private Anleihen, Investmentanteile sowie sämtliche Neuemissionen vor der amtlichen Börseneinführung gehandelt. Der OTC wird als Bewährungsmöglichkeit vor der offiziellen Börseneinführung angesehen. Zu den Nachteilen dieses Marktes gehören relativ große Spannen zwischen An- und Verkaufspreisen der gehandelten Werte sowie der weitgehend fehlende Schutz vor Betrugsrisiken, weshalb die in Deutschland oft geforderte Einführung eines dem OTC entsprechenden Börsenmarktes bereits aus Anlegerschutzgesichtspunkten scheitern dürfte.
Pakethandel Handel von Aktienpaketen, der sich im Regelfall außerhalb der Börse vollzieht.


Pari-Emission Wertpapieremission, bei der der Emissionskurs dem Nennwert entspricht.


Parkett Ort an welchem physisch der Börsenhandel an einer Präsenzbörse stattfindet. Gegenteil: Computerbörse.


Partizipationsschein Wertpapier, das Vermögensrechte, nicht aber Mitgliedschaftsrechte an einer Aktiengesellschaft verkörpert. Partizipationsscheine werden in der Schweiz als Finanzierungsinstrument verwendet und sind dem deutschen Genußschein ähnlich. Aufgrund des fehlenden Stimmrechts dieser Wertpapiere können sich Unternehmen gegen eine Überfremdung schützen und dennoch risikotragendes, da unter Umständen an Verlusten partizipierendes Kapital beschaffen. Auf Seiten der Anleger sind jedoch keinerlei gesetzliche Regelungen vorgesehen, die es ihnen ermöglichen, steuernd auf die Geschäftspolitik der emittierenden Unternehmung einzuwirken. Insofern ist der Partizipationsschein wie auch der deutsche Genußschein ein Mittel, zwingendes Aktienrecht zu umgehen.


Pay-back-Periode Zeitraum, innerhalb dessen der im Zusammenhang mit einer Investition gebundene Kapitalbetrag wieder zurückgeflossen ist. Die Berechnung der Wiedergewinnungszeit bzw. Amortisationszeit erfolgt ohne Berücksichtigung des Zeitmoments mit Hilfe der statistischen Amortisationsrechnung und mit Berücksichtigung des Zeitmoments im Rahmen der dynamischen Amortisationsrechnung.


Penny Shares (Penny Stocks); in den USA und Kanada existierende Aktien mit sehr niedrigen Nennbeträgen und Kursen (z.T. unter einem Dollar). Sie sind i.d.R. hochspekulative Papiere.


Pensionsgeschäfte "alle Vereinbarungen, nach denen Vermögensgegenstände (z.B. Wechsel, Wertpapiere, Darlehensforderungen) gegen Zahlung eines Betrages auf einen anderen (Pensionsnehmer) mit der Maßgabe übertragen werden, daß sie zu einem im voraus bestimmten oder von dem Pensionsnehmer zu bestimmenden Zeitpunkt gegen Entrichtung des empfangenden oder eines im voraus vereinbarten anderen Betrages zurückerworben werden müssen..." (Monatsbericht der Deutschen Bundesbank, Nov. 1965). Demnach handelt es sich bei einem Pensionsgeschäft um die Koppelung eines Kassa- und Termingeschäfts. Bei echten Pensionsgeschäften verpflichtet sich der Pensionsnehmer gegenüber dem Pensionsgeber zur Rückgabe der Vermögensgüter. Eine derartige vertragliche Verpflichtung besteht bei dem unechten Pensionsgeschäft für den Pensionsnehmer nicht. Im Regelfall wird sich der Pensionsnehmer aber mündlich zur Rückgabe der Vermögensgüter per Termin verpflichten. Pensionsgeschäfte der Deutschen Bundesbank erfolgen im Rahmen ihrer Offenmarktgeschäfte (Offenmarktpolitik, Tenderverfahren).


Performance
  1. Erfüllung, Leistung;
  2. Ausdruck für die Wertentwicklung bzw. den Wertzuwachs von Kapitalanlagen, insbesondere von Investmentanlagen; gibt den Anlageerfolg wieder. Die Performance - für bestimmte Vergleichsperioden unter Berücksichtigung der Ertragsausschüttungen in v. H. ausgedrückt - spiegelt den (Anlage-)Erfolg eines Fonds-Managements. Vgl. Performance-Index.


Performance-Index Index, der die Wertentwicklung bzw. den Wertzuwachs von Kapitalanlagen mißt bzw. aufzeigt. Vgl. z.B.: CDAX, FAZ-Perfomance-Index, PexP.


Perpetual Bond (Perpetual); Anleihe ohne Laufzeitbegrenzung. Derartige Anleihen werden in Deutschland nicht emittiert.


PEX (Deutscher Pfandbriefindex); börsentäglich ermittelter Kursindex für den Pfandbriefsektor, der durch den Verband deutscher Hypothekenbanken und den Verband der öffentlichen Banken entwickelt worden ist. Der Pex und seine Teilindices stellen die Preisentwicklung des deutschen Pfandbriefmarktes und die einzelnen Laufzeitsegmente rückwirkend bis zum 30. 12. 1987 dar. Dem PEX liegen analog zum REX synthetische Anleihen für die Laufzeitklassen von einem bis zu zehn Jahren mit drei Couponklassen mit 6,00%, 7,50% und 9,00% zugrunde. Als Inputdaten werden börsentäglich von 30 Geschäftsbanken, die im Pfandbriefhandel tätig sind, die Renditen gemeldet, zu denen gehandelt worden ist. Zur Vermeidung von Verzerrungen werden die jeweils niedrigsten und höchsten 25% der Renditemeldungen gestrichen. Anschließend wird aus den restlichen 50% der Renditemeldungen für jede Laufzeitklasse das arithmetische Mittel gebildet. Für den einjährigen dünn besetzten Bereich wird ersatzweise der 12-Monats-Euribor-Satz herangezogen. Sodann erfolgt ausgehend von den ermittelten Renditen pro Laufzeit die Darstellung der Spot Rates pro Laufzeit in einem rekursiven Verfahren. Die berechneten Spotrates werden anschließend für jede Laufzeit als Diskontierungssatz zum Zweck der Preisberechnung der 30 synthetischen Pfandbriefe verwendet. Man erhält damit eine Matrix mit Preisangaben für jedes Laufzeitsegment und die Couponklassen. Durch Aggregation über die Couponklassen erhält man für jede Laufzeitklasse einen PEX-Preisteilindex. Die Aggregation über die Laufzeitklassen ergibt dann den PEX Gesamtindex.


PexP Performanceindex, der im Gegensatz zum PEX die Zinszahlungen berücksichtigt.


Placierung endgültige Unterbringung von Wertpapieren (Aktien, Schuldverschreibungen) bzw. eines Aktienpakets durch ein Bankenkonsortium. Anleger können das breite Publikum und/oder institutionelle Großanleger (z.B. Lebensversicherungsgesellschaften, Investmentfonds) sein.


Plain Vanilla Issue anglo-am. Bezeichnung, die für die Emission einer klassisch strukturierten Anleihe verwendet wird. Die Plain Vanilla Issue weist damit keinerlei Besonderheiten in ihrer Konditionengestaltung (Zins, Laufdauer, Emissions- und Tilgungskurs) auf. Vgl.: Festzinsanleihe.


Plazierungsinstitut (Placing Agent); Bank, die als Konsortialmitglied oder eigenständig die Erstplacierung von Wertpapieren betreibt. Vgl.: Emissionskonsortium, Übernahmekonsortium.


Point-and-Figure-Chart Chart, bei der wie bei der Bar-Chart auf der Ordinate die Preise (Kurse) eingetragen werden. Im Gegensatz zur Bar-Chart fehlt aber bei der Point-and-Figure-Chart eine vorübergehende Zeiteinteilung auf der Abszisse. Point-and-Figure-Charts finden vor allen Dingen in den USA Verwendung.


Portefeuille Gesamtbestand an Anlagewerten oder Wertpapieren (Effektenportefeuille) von Banken, Versicherungsgesellschaften, Investmentfonds und Privatpersonen.


Portfolio Selection mathematisch abgeleitete Anlagestrategien, die zur optimalen Zusammenstellung eines Effektendepots herangezogen werden. Das optimale Portefeuille wird auf Basis der Wahrscheinlichkeitsverteilungen für die Gewinnerwartung einzelner Anlagen unter Berücksichtigung der subjektiven Risikopräferenz des einzelnen Investors gebildet. Für das Management von Aktien- und Rentenportefeuilles wurden unterschiedliche Strategien entwickelt; eine Notwendigkeit, die sich schon allein aus den unterschiedlichen Risiken, die diesen Effektarten innewohnen, ergab.


Portfolio-Insurance (Portfolio-Versicherung); Sammelbezeichnung für verschiedene Formen von Hedging-Strategien, die in erster Linie darauf ausgerichtet sind, große Portfolios vor Kursverlusten zu schützen. Dies vollzieht sich unter gleichzeitiger Wahrung der Chance, sich möglicherweise zwischenzeitlich ergebende Kursgewinne realisieren zu können. Die Portfolio-Versicherung erfolgt im Rahmen des Programmhandels. Ihre Instrumente sind:
  1. bei Optionen
  2. Financial Futures (Kauf oder Verkauf von Finanzterminkontrakten).


Power Warrant Optionsscheinvariante, die sich dadurch von klassischen Optionsscheinen unterscheidet, daß der Optionsscheininhaber bei Fälligkeit den quadrierten inneren Wert erhält. Dabei ist die Auszahlungshöhe durch einen Cap begrenzt.


Prime Rate allgemein derjenige Zinssatz, zu welchem die großen amerikanischen Banken kurzfristige Kredite an Industrieunternehmen erster Bonität herauslegen.


Privatplazierung Bezeichnung für ein Plazierungsverfahren, das
  1. im Rahmen einer Selbstemission praktiziert wird,
  2. im Rahmen einer Fremdemission die Titel - abweichend von den Usancen - nicht öffentlich zur Zeichnung aufgelegt werden. Die Titel werden in diesem Fall durch das Emissionskonsortium lediglich einem ausgewählten Kreis von institutionellen Anlegern und/oder der Privatkundschaft zur Zeichnung angeboten. Ein Sekundärmarkt wird u.U. nicht aufgebaut, da die Investoren am Investment in diese Titel im Regelfall bis zum Laufzeitende interessiert sind. Im Fall einer vorzeitig notwendigen Desinvestition kann zumeist ein Markt gestellt werden.


Programmhandel (Programm-Trading); Anwendung computergestützter Marktanalyseprogramme zur Vorgabe von Kauf- bzw. Verkaufsentscheidungen auf der Basis mathematischer Modelle durch einen Computer. Die Notwendigkeit und Vorteilhaftigkeit des Computereinsatzes ergibt sich aus dessen Fähigkeit, große Datenmengen (Kassa-, Terminkurse, Zinssätze, Dividenden, Steuern, Transaktionskosten) schnell und zielgerecht verarbeiten zu können. Damit eröffnet sich die Möglichkeit, Kursentwicklungen auf unterschiedlichen Märkten zu überwachen und auszuwerten, um so ggf. kurzfristig agieren bzw. reagieren zu können. Der Einsatz des Programmhandels erfolgt zu Zwecken


Prospekt (Börsenprospekt, Emissionsprospekt, Zeichnungseinladung, Zeichnungsprospekt);
  1. Bei Emissionen: Kurze Veröffentlichung, die zur Zeichnung des neu ausgegebenen Wertpapiers auffordert und die wichtigsten Angaben über Gesellschaft und die Emissionsbedingungen enthält.
  2. Bei Börseneinführung: Der vor Einführung zu veröffentlichende ausführliche Bericht, von dessen Vorlage nur Bund, Länder und Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft befreit sind (§  41 Börsengesetz). Der Prospekt muß alle für die Beurteilung des Wertpapiers wesentlichen Angaben enthalten, insbesondere Verwendungszweck und Nennbetrag der Emission, Kündigungs- und Beleihungsbedingungen, Kennzeichnung der Wertpapierurkunde, Sicherstellung, Vorzugsrechte, Zweck und Umfang der Gesellschaft, Rechte Dritter an der Gesellschaft, Kapitalhöhe und -zusammensetzung, Gewinnverteilungsvorschriften und Gewinnentwicklung der letzten fünf Jahre, letzte Bilanz und Erfolgsrechnung, Höhe der Hypothekarschulden und Anleihen usw.
Der Prospekt muß in einer Zeitung ("Pflichtblatt") bzw. im Bundesanzeiger veröffentlicht werden (vgl. Zeichnung von Wertpapieren).


Prospekthaftung Sind in einem Prospekt Angaben, welche für die Beurteilung des Wertes erheblich sind, falsch, unrichtig oder unvollständig, haften bei grobem Verschulden gem. § 45 BörsG diejenigen, die den Prospekt erlassen haben, sowie diejenigen, von denen der Erlaß ausgeht (kapitalsuchende Unternehmen und i.d.R. Bank).


Provision Form der Vergütung für die Ausführung oder Vermittlung von Dienstleistungen. Provisionen sind in Form von Bankprovisionen üblich, die von Kreditinstituten für die von ihnen erbrachten bzw. zu erbringenden Leistungen im Kreditgeschäft, Zahlungsverkehr, für den An- und Verkauf sowie die Verwahrung und Verwaltung von Effekten, im Emissionsgeschäft, bei der Vermögensberatung und -verwaltung etc. verlangt werden. Soweit andere Personen (z.B. Makler, Vermögensverwalter usw.) derartige Geschäfte ausüben, erheben auch sie üblicherweise für ihre Tätigkeiten Provisionen.


Publizität Information der Öffentlichkeit durch die Unternehmung zum Zweck der besseren Information. Sie erfolgt auf der Basis gesetzlicher Bestimmungen und/oder freiwillig. Unterschieden wird in gesetzliche und freiwillige Publizität. Dabei ist mit der gesetzlichen Publizität nicht unbedingt eine Information der breiten Öffentlichkeit verbunden.
  1. Gesetzliche Publizität (Offenlegungspflicht)
    1. Registerpublizität:
      • Bestimmte Informationen (z.B. Gründung, Gesellschafter, Kapitalverhältnisse) müssen dem Handelsregister zugeleitet werden. Dieser Art von Publizität unterliegen alle Rechtsformen;
      • Pflicht zur Einreichung von Jahresabschlüssen zum Handelsregister.
    2. Rechnungslegungspublizität:
      • Pflicht zur Bekanntgabe des Jahresabschlusses an Aufsichtsbehörden (z.B. Banken an das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen und an die Bundesbank);
      • Pflicht zur Bekanntgabe des Jahresabschlusses an Mitglieder, Aktionäre bzw. die Hauptversammlung (z.B. bei Bausparkassen in Form der GmbH, Familien-AGs);
      • Pflicht zur Veröffentlichung im Bundesanzeiger (z.B. bei der AG);
      • Pflicht zur Veröffentlichung des Jahresabschlusses von Kapitalgesellschaften gem. HGB zum Schutz von Gläubigern und Anteilseignern. Der Umfang ist größenabhängig und nimmt mit zunehmender Größe zu. Hinsichtlich der Größe gelten gem. § 267 HGB drei Merkmale. Danach müssen Kapitalgesellschaften an zwei aufeinanderfolgenden Bilanzstichtagen drei Merkmale erfüllt haben. Als Kriterien gelten die Höhe der Bilanzsumme, der Umfang der Umsatzerlöse und die Zahl der Arbeitnehmer.
      • Aktiengesellschaften gem. AktG sowie Unternehmen anderer Rechtsformen gem. Publizitätsgesetz in Gesellschaftsblättern.
    3. Börsenpublizität: Zu unterscheiden in: Publizität der börsennotierten AG und Publizität der Börse selbst.

  2. Freiwillige Publizität vollzieht sich in Form von Zwischenberichten wie Quartals- oder Halbjahresberichten, Aktionärsbriefen, Presseinformationen, Werkszeitschriften usw. Das Problem ist hierbei, das Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit zu erkennen und es in für die Unternehmung befriedigender Weise zu decken. Der Vorteil liegt für die Unternehmung in einer Verbesserung des "Goodwill", der Personal- und Kapitalbeschaffungsmöglichkeiten und des Absatzes (Werbeeffekt). Der Informationsgrad der Publizität hängt entscheidend von der qualitativen Komponente ab. Dies wird vor allem bei der Rechnungslegungspublizität deutlich. Diese besitzt nur dann eine Aussagefähigkeit, wenn die veröffentlichten Daten nicht manipuliert sind (Probleme: Bilanzpolitik, Bewertungsvorschriften, Gewinnverschleierung).


Put Option
  1. Synonym für Verkaufsoption. Berechtigung, nicht aber Verpflichtung, eine bestimmte Menge eines Handelsobjekts (Basisobjekt) zu einem vereinbarten Kurs oder Preis (Basispreis, strike price) innerhalb eines festgelegten Zeitraums oder zu einem vereinbarten Zeitpunkt zu verkaufen (vgl. Option). Basisobjekte sind Kassainstrumente, Terminkontrakte auf Währungen, Zinsen und Indices. Für dieses Recht zahlt der Erwerber der Option dem Verkäufer eine Prämie.
  2. Bezeichnung für das vorzeitige Kündigungsrecht des Gläubigers einer Schuldverschreibung (Gläubigerkündigungsrecht). Dieses Kündigungsrecht wird, im Gegensatz zur Call Option (Schuldnerkündigungsrecht), sehr selten eingeräumt. In Deutschland ist die Put Option im Regelfall in Form der Degussa-Klausel üblich.


Put-Call Parität (Put-Call Parity); wird verstanden als Gleichgewichtsbedingung zwischen einem Put und einem Call, einer Position im Basiswert (wobei die Optionslaufzeit und der Basispreis identisch sein müssen) sowie einem Kredit in Höhe des diskontierten Wertes des Basispreises.


Put-Call Ratio Größe, die das Verhältnis des Volumen der gehandelten Verkaufs- (Puts) zum Volumen der gehandelten Kaufoptionen (Calls) in einem Optionsmarkt darstellt. Allgemein gilt, daß die Entwicklung der Put-Call Ratio und die der Marktentwicklung für das Basisobjekt in negativer Korrelation zueinander gesehen werden. Demnach wird im Regelfall unterstellt, daß eine steigende Put-Call Ratio auf eine erwartete negative Markteinschätzung (sinkende Kurse im Markt für das Basisobjekt) durch die Investoren hindeutet. Eine sinkende Put-Call Ratio wird allgemein als Indikation für den umgekehrten Tatbestand im Markt für das underlying angesehen.

Quartalsbericht vierteljährlicher Zwischenbericht einer Aktiengesellschaft.


Quellensteuer Sammelbezeichnung für Sonderformen der Einkommensteuer, deren Erhebung im Abzugsverfahren erfolgt. Hierzu gehören in erster Linie die Lohn- sowie die Kapitalertragsteuern.


Quote-Driven Market Bezeichnung für Markt, an denen Market-Maker verbindlich die Geld- und Briefkurse stellen und die Aufträge entsprechend (Ankauf oder Verkauf) ausführen. In Deutschland erfolgt der Handel nach diesem Prinzip im IBIS-System sowie an der Deutschen Terminbörse (DTB). Gegensatz: Order-Driven-Market.


Quotieren (Quotation); Beschluß der Börse (Zulassungsstelle) über die Zulassung eines Wertpapiers zum amtlichen Börsenhandel und die Aufnahme in das amtliche Kursblatt (in der Schweiz auch kotieren bzw. Kotierung) (vgl. Notierung).

Random-Walk-Hypothese Annahme, nach der die Aktienkurse nicht prognostizierbar sind. Die Ursache liege darin, daß die jeweiligen Aktienkurse sich aus der Schätzung des inneren Wertes der Aktie ergeben. Der Aktienkurs schwankt im Zeitablauf aufgrund der differierenden Einschätzung des Publikums. Er liegt damit ober- oder unterhalb des inneren Wertes. Die Kurse einer Aktie ergeben sich damit, als ob sie durch einen Zufallsmechanismus bewirkt werden. Die einzelnen Kursbeeinflussungsfaktoren konnten bislang nicht eindeutig isoliert werden. Für die Richtigkeit der Random-Walk-Hypothese fehlt bis heute eine eindeutige Bestätigung.


Range-Warrant (Bandbreiten-Warrants); Optionsscheinvariante, die als Europäische Optionen konzipiert ist. Sie eröffnet ihrem Inhaber unter der Bedingung eine Gewinnchance, daß sich zu einem bestimmten Zeitpunkt der Kurs des Basiswerts im Rahmen einer ex ante fixierten Bandbreite befindet. Im Gegensatz zum klassischen Optionsschein erhält der Inhaber des Range-Warrant in jedem Fall das ursprünglich investierte Kapital zurück.


Rating bontitätsmäßige Einstufung der Qualität von Ländern, Banken, Geldmarkt- und/oder Kapitalmarkttiteln in ein Klassifikationssystem. Rating wird von neutralen Ratingagenturen oder von Redaktionen international renommierter Zeitschriften (Institutional Investor, EUROMONEY) u.U. auf Wunsch des Emittenten (z.B. Industrieunternehmen) durchgeführt. Bekannteste und zugleich führende Ratingagenturen sind Standard & Poor's Corporation (New York), Moody's Investors Service (New York), Keefe, Bruyette & Wood's Inc., International Banking Credit Analysis Ltd. (London). Rating zielt auf drei unterschiedliche Subjekte ab: Für den Kapitalanleger eröffnet das Rating somit die Möglichkeit, eine möglichst hohe Markttransparenz hinsichtlich der Bonität des in nationalen und internationalen Märkten befindlichen Materials zu erhalten (Anlegerschutzinteresse). Auf Basis dieser Informationen kann der Kapitalanleger dann entsprechende Strukturierungen innerhalb seiner Portefeuilles nach Ertrags- und Bonitätsgesichtspunkten vornehmen. Das Rating entbindet die Kapitalanleger jedoch nicht von eigenen Bonitätsprüfungen. Die Emittenten sind selbst an einem Rating interessiert, da an einigen Märkten (USA und internationale Märkte) Material nur zu plazieren ist, wenn Emissionen mit einem Ratingsymbol hoher oder höchster Bonitätsstufe ausgezeichnet sind. Zudem ergibt sich für sie der Vorteil, daß bei hoher Einstufung Kapital zu Vorzugskonditionen erhältlich ist.

Standard & Poor's und Moody's verwenden nicht die gleichen Ratingsymbole, gehen aber in der Bewertung ähnlich vor. Nach einer erstmaligen Bewertung und Einstufung wiederholt sich dieser Prozeß für jede Emission periodisch. Dies kann zu einer Herab- oder Heraufstufung führen. Ratings erfolgen für kurzfristige und langfristige Titel mit getrennten Symbolen.


Redeemable Preferred Stocks (rückzahlbare Vorzugsaktien); in den USA gehandelte Form der Vorzugsaktien, die durch Zahlung des Nominalbetrags plus Agio getilgt werden können. Hierfür ist ein Beschluß der Hauptversammlung erforderlich.


Reference Banks Banken, die bei Festsetzung einer Interbankrate eine Quotierung vornehmen.


Referenzzinssatz (Referenzzins); Bezeichnung für einen definierten Zinssatz, auf den sich Kreditgeber und -nehmer im Hinblick auf einen vertraglich vereinbarten Kreditzins, dessen Neufestsetzung periodisch den jeweiligen Marktkonditionen entsprechend erforderlich wird, einigen. Der zu zahlende Kreditzins kommt dadurch zustande, daß auf den definierten Referenzzins ein über die gesamte Vertragslaufzeit hinweg definierter Aufschlag in Form von x Prozentpunkten (z.B. 3 Prozentpunkte) erhoben wird. Sinkt (steigt) der Referenzzins, so verhält sich der vereinbarte Kreditzins in gleicher Wechselbeziehung. Typische Referenzzinssätze sind z.B. LIBOR bei Floating Rate Notes, LIBOR oder andere Interbank Offered Rates bei Euro-Commercial Papers, Note Issuance Facilities, syndizierten Eurokrediten und allen anderen Formen von Roll-over-Krediten.


Refi-Satz Abk. für Refinanzierungszinssatz. Dieser kommt im Rahmen ihrer Offenmarktpolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB) zur Anwendung und exisitiert in der beiden Varianten Hauptrefinanzierungs-Satz (Hauptrefi-Satz) und Längerfristiger Refi-Satz. Als Hauptrefinanzierungsinstrument werden die wöchentlich liquiditätszuführenden befristeten Transaktionen mit einer Laufzeit von zwei Wochen (Wertpapierpensionsgeschäfte) eingesetzt. Basis für diese Geschäfte ist der Hauptrefi-Satz. Die längerfristigen Hauptrefinanzierungsgeschäfte dienen den Banken als zweite Refinanzierungsmöglichkeit. Hier handelt es sich um liquiditätszuführende befristete Transaktionen, die im monatlichen Abstand durchgeführt werden und eine Laufzeit von drei Monaten haben. Basis für diese Transaktionen ist der Längerfristige Refi-Satz. Längerfristige Refi-Geschäfte werden als Zinstender nach dem holländischen Zuteilungsverfahren ausgeschrieben. Hier entspricht der Zuteilungssatz für alle Gebote, die zum Zuge kommen, dem Zinssatz, bei dem das gewünschte Zuteilungsvolumen erreicht wird.


Reingewinn Überschuß der Erträge über die Aufwendungen nach Vornahme von Abschreibungen, Rückstellungen und Rücklagen. Die Bezeichnung nach Aktiengesetz ist Bilanzgewinn. Die Problematik liegt neben der Gewinnermittlung (Bewertungsprobleme) vor allem in der Gewinnverwendung, insbesondere in der Frage, inwieweit der Reingewinn ausgeschüttet oder einbehalten werden soll (Gewinnthesaurierung). Bei Aktiengesellschaften beschließt die Hauptversammlung über die Gewinnverwendung (§§ 119, 170, 174 ff., 253 AktG). Der Anspruch der Aktionäre ist nach § 58 AktG, die Gewinnverteilung nach § 60 AktG geregelt.


Rektapapier Wertpapier, das auf eine bestimmte Person lautet. Kraft Gesetzes ist es kein Orderpapier, d.h., daß es weder formlos noch per Indossament übertragen werden kann. Grundsätzlich muß damit der zur Zahlung Verpflichtete direkt an die genannte Person leisten. Es sei denn, daß die Rechte aus dem Rektapapier abgetreten worden sind. Vgl.: Inhaberpapier.


Rendite jährlicher Ertrag (Dividende, Zins) in v.H. des investierten Kapitals.


Renditedenken leitet sich aus der Dividendenthese ab und besagt, daß der Aktionär an einer möglichst hohen Dividende interessiert ist und an dieser seine Anlageentscheidung orientiert. Dabei geht er von der Überlegung aus, daß Anlagen zum Ziele maximaler Gewinnerzielung vorgenommen werden und daß der Nutzen einer Kapitalanlage primär in seiner liquiden Ausschüttung steht (Ertragsdenken).


Rentabilität (return on investment, Kapitalrentabilität, Kapitalertragskraft, -zahl); Gewinn pro Einheit des investierten Kapitals. Diese Kennzahl dient zur Beurteilung der erwirtschafteten Kapitalverzinsung in einer Periode und ist somit ein wichtiger Maßstab zur Erfolgsmessung (Kontrolle), Analyse und Planung. Die Rentabilität gilt als Standard- oder Normkennzahl.


Renten allgemeine Bezeichnung für festverzinsliche Wertpapiere, insbes. festverzinsliche Anleihen.


Rentenmarkt Bezeichnung für den Teilmarkt des Kapitalmarktes für den Handel mit Rentenwerten.


Rentenwerte Wertpapiere mit fester Verzinsung (festverzinsliche Wertpapiere; Anleihe) im Gegensatz zu Dividendenwerten (z.B. Aktien, Genußscheine) mit in ihrer Höhe wechselnden Dividenden.


Repackaging Umgestaltung von Anleihen am internationalen Kapitalmarkt durch Änderung der Laufzeit, des Zinssatzes, der Währung oder die Zerlegung in mehrere Tranchen, um Emissionen, die in der ursprünglichen Ausstattung vom Markt nicht aufgenommen wurden, attraktiver zu machen. Durch Repackaging können Anleihen stärker auf die aktuellen Marktgegebenheiten und spezifischen Bedürfnisse einzelner Anlegerkreise zugeschnitten und damit erfolgreicher am Sekundärmarkt plaziert werden. Gleichzeitig erhalten Banken, die aufgrund einer Garantievereinbarung zur Übernahme der unveräußerlichen Wertpapiere gezwungen waren, durch Repackaging die Möglichkeit, sich von dem Anleihebesitz zu trennen und somit wieder liquide Mittel für andere Geschäfte zu gewinnen.


Repartieren bezeichnet eine Beschränkung der Zuteilung von Aktien und Anleihen im Zuge einer Neuemission für den Fall, daß eine Überzeichnung vorliegt und eine Erhöhung des Emissionsbetrages nicht erfolgen soll.


Repo-Rate Vergütung, die dem In-Pensionsnehmer durch den In-Pensionsgeber im Rahmen eines Repurchase Agreements zu leisten ist. Die Repo-Rate errechnet sich aus der Differenz von Kauf- und Rückkaufspreis.


Report (Premium); Differenz zwischen dem höheren Terminkurs einer Währung (Währung per Termin) und ihrem niedrigeren Kassakurs (Kurs per Kasse). Vgl.: Swapsatz; Gegensatz: Deport.


Restlaufzeit
  1. bei gesamtfälligen Anleihen (vgl. Anleihe-Ausstattung) die Zeitspanne vom Berichtsmonat bis zur Fälligkeit.
  2. bei Tilgungsanleihen (vgl. Anleihe-Ausstattung) ist zu unterscheiden:


Reverse-Optionsschein Kauf- oder Verkaufs-Optionsschein, bei welchem das den klassischen Optionsscheinen inhärente typische Grundprinzip umgekehrt wird. Hier wird der Anleger innerhalb bestimmter Grenzen zum Stillhalter und er erhält für diese Funktion, in welcher er das begrenzte Verlustrisiko trägt, eine Optionsprämie.

Beispiel:
Emission von Reverse-Optionsscheinen des Schweizerischen Bankvereins (Deutschland) AG auf die zehnjährige Bundesanleihe (Coupon 6,75 Prozent, Fälligkeit 2004). Der Inhaber einer Kaufoption (Verkaufsoption) erhält 20 DM, wenn der Kurs der Anleihe am 26.6.95 den Basispreis von 100 Prozent nicht überschreitet (unterschreitet).


Revolving Credit Kurzfristiger Kredit, der sich bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen unter Anpassung an das jeweils herrschende Zinssatzniveau laufend revolviert.


REX Abk. für Deutscher Rentenindex. Kursindex der Deutschen Wertpapierbörse AG, welcher seit 1991 publiziert wird. Der Index ist von seinem Konzept her ein gewichteter Durchschnittkurs aus synthetischen Anleihen mit konstanter Laufzeit. Die Bildung des gewichteten Durchschnittskurses erfolgt durch die Einbeziehung 30 idealtypischer Anleihen mit ganzzahligen Laufzeiten von 1 bis 10 Jahren und je drei Coupontypen (6%, 7,5% und 9%). Jede der 30 Anleihen wird ihrem Marktanteil entsprechend gewichtet, wobei sich dieser nach der Anzahl der Emissionen in jeder der 30 Laufzeit-/Couponklassen in den letzten 20 Jahren bemißt. Jährlich erfolgt die Überprüfung der Gewichtung. Die Grundgesamtheit bilden alle Anleihen, Obligationen und Schatzanweisungen der Bundesrepublik Deutschland mit fester Verzinsung und einer Restlaufdauer von mehr als 0,5 Jahren. Die Berechnung erfolgt in fünf Teilschritten:
  1. Errechnung der aktuellen Renditen aus den Schlußkursen der Grundgesamtheit;
  2. Errechnung einer Renditestruktur aus den errechneten Renditen in Abhängigkeit von Restlaufzeit und Coupon;
  3. Ermittlung der fiktiven Renditen der 30 Anleihen aus der dreidimensionalen Zins-/ Coupon-/ Laufzeitdarstellung und Umrechnung in die entsprechenden Kurse;
  4. Multiplikation der Kurse mit ihrem Gewicht;
  5. Die Summe der 30 gewichteten Kurse stellt den REX-Gesamtindex dar.
Die Berechnung erfolgt täglich auf Basis der Schlußkurse. Ermittelt werden außerdem Teilindices: Subindex für jede der 30 Anleihen und Gruppenindices für Laufzeit (10).


REXP Abkürzung für Deutscher Rentenindex REXP, REX-Performanceindex. Index, der die Wertentwicklung am deutschen Rentenmarkt messen soll. Performancekomponenten bilden In seiner Zusammensetzung entspricht der Index einem synthetischen Anlageportfolio mit konstanter Laufzeitenstruktur. Enthalten sind 30 idealtypische Anleihen mit ganzzahligen Laufzeiten von 1 bis 10 Jahren und je drei Coupontypen (6%, 7,5% und 9%). Die Grundgesamtheit umfaßt alle Anleihen, Obligationen und Schatzanweisungen der Bundesrepublik Deutschland und des Fonds Deutsche Einheit mit konstanter Verzinsung und einer Restlaufzeit von mehr als 0,5 Jahren. Die Gewichtung erfolgt anhand einer Gewichtungsmatrix, ermittelt aus den Marktstrukturen zweier kompletter Zinszyklen seit 1968. Die Berechnung wird jeweils täglich zum Börsenschluß in zwei Schritten durchgeführt:
  1. Kalkulation des Kursindex REX;
  2. Summation von Kursveränderungen und Zinsertrag zum Performanceindex.
Zudem werden für 30 idealtypische Anleihen und für die Laufzeitklassen 1 bis 10 Jahre die jeweiligen Performance-Teilindices ermittelt.

Risiko, finanzielles Gefahr des Abweichens der Realität von den einst angestrebten Finanzierungszielen. Hiermit ist u.U. das kurz- und langfristige finanzielle Gleichgewicht der Unternehmung gestört. Beispiele: Gefahr des Kapitalentzugs bei Fremd- und Eigenkapital, Unfähigkeit zur rechtzeitigen Bedienung von Krediten (Zins- und/oder Tilgungszahlungen), mit Liquiditätsabzug verbundene Verluste aus Laufzeit-, Währungs-, Zins- und Betragsinkongruenzen sowie offenen Swap-Positionen (Mismatch-Risk).

Ursache hierfür ist die Unsicherheit der Erwartungen hinsichtlich der Entwicklungen an den für die Unternehmung relevanten Märkten und damit die falsche Einschätzung hinsichtlich der Volumina sowie Zeitpunkte künftiger Zahlungsströme (Ein- und Auszahlungen). Außerdem spielen spezifische Risiken im Zusammenhang mit finanzwirtschaftlichen Entscheidungen eine Rolle, insbesondere Risiken aus Laufzeit-, Zins-, Währungs- und Betragsinkongruenzen sowie Kreditrisiken.

Die Quellen des Risikos sind im leistungs- und finanzwirtschaftlichen Bereich der Unternehmung zu suchen und werden daher zunächst in den Zahlungsströmen wirksam: niedrigere (höhere) Einzahlungen (Auszahlungen) als erwartet. Niedrigere Einzahlungen resultieren z.B. aus fehlerhaften Umsatzvorhersagen (Mengen/Preise) und Debitorenprognosen (Änderung der Zahlungsgewohnheiten, Forderungsausfälle), Fehleinschätzung der Kapitalbeschaffungsmöglichkeiten. Höhere Auszahlungen sind bedingt durch Abweichungen bei den erwarteten Preisen für Einsatzfaktoren, Löhnen, Kreditbedingungen der Lieferanten und Banken, durch vorzeitigen Kapitalabzug (Eigen-/Fremdkapital), durch nichtabgedeckte offene Positionen bzw. Inkongruenzen. Eine Verminderung oder Vermeidung des finanziellen Risikos erfolgt durch entsprechende Risikopolitik.


Risikobehafteter Zinssatz Maßgröße, die die Verzinsung eines Investments entsprechend seiner Risikoklasse widerspiegelt. Dabei liegt der risikobehaftete Zinssatz immer über dem risikolosen Zinssatz und errechnet sich damit aus dem risikolosen Zinssatz plus Aufschlag entsprechend der Risikoklasse.


Risikopapier Bezeichnung für ein Wertpapier, das ein Anteilsrecht an einer Unternehmung verbrieft und damit an die potentielle Gewinnentwicklung bzw. an möglichen Risiken gekoppelt ist. Das originäre Risikopapier ist die Aktie. Der Genußschein und die Gewinnobligation sind dagegen als derivative Risikopapiere anzusehen, da sie im Gegensatz zur Aktie kein Anteilsrecht verbriefen, dennoch in ihrer Wertentwicklung an die mögliche Gewinn- und Verlustentwicklung der Unternehmung gekoppelt sind.


Round Lot Bezeichnung für eine Handelseinheit, die an den Wertpapierbörsen der USA üblich ist. Ein round lot umfaßt im Regelfall 100 shares (z.T. auch nur 10 shares) oder ein Mehrfaches davon.


Rückkauf, freihändiger
  1. Bei Tilgungsanleihen:
    Tilgung durch Käufe des Anleiheschuldners. Sie wird immer dann praktiziert wenn der Börsenkurs unter dem Rückzahlungskurs liegt (vgl. Anleihe-Ausstattung).
  2. Bei Investmentanteilen:
    Besitzer von Investmentanteilen können u.U. ihre Anteile an solche Banken verkaufen, die den Kapitalanlagegesellschaften nahestehen. Der Abschlag beim Rückkauf beträgt ca. 4% vom jeweils geltenden Ausgabepreis, während die Rückgabe an die Fondsgesellschaft meist eine Spanne von 5 - 6% zwischen Ausgabe- und Rücknahmepreis vorsieht.


Run Terminus, der für die Beschreibung folgender unterschiedlicher Vorgänge Anwendung findet:
  1. Plötzlich auftretende übermäßige Nachfrage nach einer bestimmten Aktie. Hierdurch treten überdurchschnittliche Kurssteigerungen ein, die ihrerseits weitere Nachfrage stimulieren.
  2. Panik von Einlegern in bezug auf eine Bank, die sich in vermeintlichen oder tatsächlichen Liquiditätsschwierigkeiten befindet. Die Einleger versuchen, durch Abzug ihrer Einlagen diese vor dem möglicherweise drohenden teilweisen oder vollständigen Untergang zu retten.
  3. Panik in einem Markt, in welcher Investoren oder Einleger versuchen, offene Positionen zu schließen, um so entweder weitere drohende Verluste zu vermeiden oder Verluste generell auszuschließen.


Russel Index Index der die Aktien von 2000 US-amerikanischen Unternehmen aus dem Small-Cap-Segment mit einer durchschnittlichen Marktkapitalisierung von 500 Mio. US-ßt. Auf den Russel-Index werden an der CME Future-Kontrakte gehandelt.

S & P 500 (Standard & Poor's 500); Bezeichnung für einen anerkannten US-amerikanischen Börsenindex, dem ein Portefeuille definierter Aktien in einer bestimmten Zusammensetzung zugrunde liegt. Der Index setzt sich aus 400 Industrieaktien, 40 Versorgungswerten, 20 Aktien von Verkehrsunternehmen und 40 Aktien von Finanzinstitutionen zusammen.

Beim S & P 500-Handel auf Termin (Financial Futures) wird der Kontrakt wie der Index notiert. Der Kontraktwert ergibt sich aus der Multiplikation des aktuellen Indexes mit dem Faktor 500. Die kleinstmögliche Änderung des Indexes, die sich als Kursänderung des Futures-Kontrakts niederschlägt, beträgt 0,05 Indexpunkte (= 25 1999 999 1999 1999.


Sachwertanleihe Anleihe, bei der die Tilgung mit der Preisentwicklung eines definierten Gutes (z.B. Gold) indexiert ist (vgl. Anleihe-Ausstattung).


Same-Day-Settlement (SDS) Bezeichnung für die taggleiche Abwicklung von Wertpapiergeschäften.


Sammelverwahrung (Girosammeldepot, Sammeldepot, Girosammelverwahrung) Bezeichnung für Verwahrungsart von Wertpapieren der gleichen Gattung. Die Verwahrung erfolgt durch das Kreditinstitut auf ausdrücklichen Wunsch des Kunden. Im Gegensatz zur Sonderverwahrung (Streifbanddepot) hat der Kunde bei der Sammelverwahrung kein Eigentumsrecht an den von ihm abgelieferten Papieren. Er wird vielmehr zum Miteigentümer nach Bruchteilen am Sammelbestand der betreffenden Gattung. In Sammelverwahrung gegebene Papiere einer Gattung sind, sofern sie zu einem Betriebsvermögen gehören, für Zwecke der steuerlichen Gewinnermittlung nicht mit ihrem individuellen, sondern mit ihren durchschnittlichen Anschaffungskosten zu bewerten. Die durchschnittliche Bewertung aller sammelverwahrten Wertpapiere einer Gattung wird dadurch vermieden, daß für einzelne Teilbestände gesonderte Depots eingerichtet werden. In diesem Fall werden lediglich die in den Teilbeständen geführten Wertpapiere gleicher Gattung mit ihren durchschnittlichen Anschaffungskosten eingesetzt.


Satzung der Aktiengesellschaft von der AG aufgestellte Verfassung (Gesellschaftsvertrag), die für alle Mitglieder verbindlich ist. An der Feststellung der Satzung (§ 2 AktG) müssen sich mindestens fünf Personen beteiligen, zusätzlich bedarf sie der gerichtlichen oder notariellen Beurkundung (§ 23 Abs. 1 AktG). Ein gewisser Mindestinhalt ist gesetzlich vorgeschrieben. Nach § 23 Abs. 3 AktG muß die Satzung Bestimmungen enthalten über Dem gesetzlich bestimmten Mindestinhalt werden regelmäßig noch zahlreiche andere Bestimmungen hinzugefügt. Jede Satzungsänderung bedarf gemäß §§ 179 ff. AktG eines Hauptversammlungsbeschlusses mit einer Mehrheit von mindestens drei Viertel des bei der Beschlußfassung vertretenen Grundkapitals (qualifizierte Mehrheit).


Schatzanweisungen (Schätze); kurz- und mittelfristige Schuldverschreibungen, die vom Bund, seinen Sondervermögen und den Ländern emittiert werden.
  1. Verzinsliche Schatzanweisungen sind wie festverzinsliche Anleihen mit Zinsscheinen ausgestattet und haben eine Laufdauer von drei Monaten bis zu mehreren Jahren.
  2. Unverzinsliche Schatzanweisungen (U-Schätze) sind kurz- und mittelfristige Schuldverschreibungen, begeben von Bund (Bundesschatzanweisung), Ländern und anderen öffentlichen Stellen, die ohne Zinskoupon und somit ohne laufende Verzinsung ausgestattet sind. Die Verzinsung des Kapitals erfolgt im Zuge der Tilgung. Der Emissionskurs ergibt sich somit durch Diskontierug des Rückzahlungsbetrages. Die Laufzeit der Schatzanweisungen beträgt 6 Monate bis zu 2 Jahren. Sie werden bevorzugt von Banken als Geldanlage übernommen, da sie erstklassige Geldmarktpapiere darstellen.


Schiffspfandbriefe Pfandbriefe, die von Schiffspfandbriefbanken ausgegeben werden und deren Mittel über Schiffshypothekarkredite zur Finanzierung des Schiffsbaus eingesetzt werden. Schiffspfandbriefe müssen durch Schiffshypotheken von mindestens gleicher Höhe, Laufdauer und Zinsertrag gedeckt sein.


Schlank untergebracht Börsenausdruck für die schnelle Unterbringung einer Emission auf dem Primärmarkt.


Schlußkurs letzter Kurs, der am Ende einer Börsenversammlung im variablen Handel für ein Wertpapier festgestellt wird. Er ist nicht an allen Börsen ein errechneter Kurs.


Schufa Abkürzung für Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung. Kreditschutzorganisation, deren Mitglieder Kreditinstitute und Unternehmen des Handels sind, die an Privatpersonen Kredite herausgelegt haben. Die Mitglieder der Schufa verpflichten sich im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften zur Mitteilung an die Schufa über Kreditherauslagen und Kreditablehnungen. Die Schufa gibt an ihre Mitglieder im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften ihr vorliegende Informationen weiter über aktuelle und zurückliegende Kreditgewährungen, -ablehnungen, -abwicklungen einschließlich damit verbundener gerichtlicher Verfahren.


Schuldschein-Darlehen lang- oder mittelfristiges Darlehen, das gegen Schuldschein oder Schuldurkunde gem. § 607 BGB, § 344 HGB gewährt wird. Der Schuldschein ist lediglich Beweisurkunde (kein Wertpapier). Die Übertragung erfolgt nach Schuldrecht, d.h. durch Abtretung (gutgläubigen Erwerb gibt es somit nicht). Kapitalgeber sind Kapitalsammelstellen, insbesondere Sozialversicherungsträger, die Bundesanstalt für Arbeit, Privatversicherungsgesellschaften (hier vor allem Lebens- und Unfallversicherer) und Kreditinstitute. Kreditnehmer sind emissionsfähige und nicht-emissionsfähige Unternehmen erster Bonität, die die Bonitätsanforderungen der Kreditgeber und - soweit gegeben - ihrer Aufsichtsbehörden erfüllen (Deckungsstockfähigkeit).


Schütt`aus-hol‘-zurück-Verfahren (Dividendenkapitalerhöhung, Ausschüttungsrückholverfahren); Mittel der Finanzierungs- und Dividendenpolitik. Zunächst werden Beträge als Dividende ausgeschüttet, die anschließend im Wege einer Kapitalerhöhung zurückgeholt werden. Dabei stimmen die Höhe der erwünschten Kapitalaufstockung mit der Summe der zur Ausschüttung beschlossenen Dividende, abzüglich der bei Ausschüttung und Wiederanlage anfallenden Steuern überein. Beim "einperiodischen" Verfahren fallen Ausschüttung und Rückholung der Gewinne in dasselbe Jahr, während beim "mehrperiodischen" Verfahren die Kapitalerhöhung erst nach einigen Jahren bei fortlaufender Ausschüttung erfolgt.

Der Vorteil dieses Verfahrens liegt darin, daß die Gewinne den Aktionären zugute kommen, ohne daß der Gesellschaft auf lange Sicht Liquidität entzogen wird. Im Gegensatz zum Zusatzaktienverfahren muß die Dividende zunächst aber ausgeschüttet werden, bevor sie durch die Kapitalerhöhung in Form von Barmitteln wieder in das Unternehmen zurückfließt. Dabei wird unterstellt, daß sämtliche Altaktionäre von ihrem Bezugsrecht Gebrauch machen. Ein steuerlicher Vorteil ist bei diesem Verfahren nur dann gegeben, wenn sich die Aktionäre in der unteren Progressionszone der Einkommensteuer befinden.


Schwebendes Engagement Bezeichnung für Verpflichtungen aus Wertpapiergeschäften, Arbitrage etc., die noch nicht bereinigt wurden.


Second Marché
  1. Bezeichnung für den Sekundärmarkt in Frankreich.
  2. Kennzeichnung für das Marktsegment an der Pariser Börse, in dem der Handel von Aktien der neu zugelassenen mittelständischen Unternehmen stattfindet. Der Second Marché entspricht in etwa dem deutschen Börsensegment Geregelter Markt.


Securitization wertpapiermäßige Unterlegung bzw. Verbriefung von Kredit- und Einlagepositionen. Die Verbriefung erfolgt in Form kurzfristiger Schuldtitel (Notes), die anschließend im Markt untergebracht werden (z.B. Revolving Underwriting Facility (RUF), Note Issuance Facility (NIF), Commercial Paper).


Selbstemission
  1. Begebung bzw. Unterbringung der Aktien durch die Unternehmung selbst ohne die Einschaltung einer Zwischenstufe (Bank bzw. Bankenkonsortium). Sie wird oft auch als Privatplacierung bezeichnet.
  2. Form der Privatplacierung. Ein Verfahren zur Eigenkapitalbeschaffung mittelständischer Unternehmen, denen der organisierte Kapitalmarkt verschlossen ist. Die Eigenkapitalzufuhr erfolgt durch Unterbringung von Kommanditanteilen oder GmbH-Anteilen bei Privatanlegern. Schwierigkeiten bestehen insofern, als einerseits diese Anteile nicht fungibel sind und andererseits Privatplacierungen durch Banken oder spezielle Emissionshäuser bislang kaum unterstützt werden.


Settlement bezeichnet den Abschluß, die Abwicklung und Erfüllung von Börsengeschäften.


Settlement Day bezeichnet den Erfüllungstag oder Erfüllungstermin bei einem Wertpapiergeschäft. Möglich ist in Deutschland generell das Same-Day-Settlement Verfahren mit der taggleichen Erfüllung.


Short bezeichnet
  1. Leerposition (Verkaufsposition) in Kassainstrumenten (z.B. Aktien, Anleihen, Devisen etc.);
  2. Futures- oder Options-Verkaufsposition.
Gegensatz: Long


Short Call eine der vier Grundstrategien im Optionshandel. Sie wird durch den Leerverkauf eines Call (Call Option) realisiert. Der Inhaber dieser Position hat die Pflicht, zu den vereinbarten Bedingungen auf Verlangen zu liefern. Soweit der Investor die der Option zugrundeliegenden Stücke im Bestand hält, spricht man von einer gedeckten bzw. covered Option. Bei Stagnationserwartungen bzw. geringfügigen Kurssenkungserwartungen in die Entwicklung der Kassakurse des Basiswertes, versucht der Investor damit durch die Prämieneinnahmen die Gesamtperformance seiner Gesamtposition zu verbessern. Befinden sich die Stücke nicht im Bestand des Investors, spricht man von einer ungedeckten bzw. naked Option. Er hat üblicherweise geringfügige Kurssenkungs- oder Stagnationserwartungen und partizipiert entsprechend an Kursrückgängen in Höhe des Prämienaufkommens. Die Verlustmöglichkeiten sind bei einem Short Call praktisch unbegrenzt.


Short Position kennzeichnet eine
  1. offene Position nach einem Leerverkauf von Anleihen, Aktien, Devisen etc.;
  2. Position eines Marktteilnehmers (Stillhalters) nach dem Verkauf einer Option oder eines Terminkontrakts.


Short Put eine der vier Grundstrategien im Optionshandel. Sie wird durch den Leerverkauf einer Put-Option (Verkaufsoption) als Stillhalter realisiert. Der Positionsinhaber hat auf Verlangen die zugrunde liegenden Stücke zu den vereinbarten Konditionen abzunehmen. Er hat Stagnationserwartungen oder geringfügige Kurssteigerungserwartungen in den der Option zugrunde liegenden Basiswert und versucht über die Prämieneinnahmen die Performance seines Gesamtportefeuilles zu verbessern. Das Gewinnpotential ist bei dieser Strategie auf die Prämieneinnahmen beschränkt. Sinkende Kurse des Basiswerts bewirken ein Abgleiten der Short Position in den Verlustbereich, wobei das Verlustpotential insofern begrenzt ist, als der Kurs des Basiswerts nicht unter Null fallen kann.


Short Straddle gleichzeitiger Verkauf von Call- und Put-Optionen mit gleichen Basispreisen und übereinstimmenden Fälligkeiten.


Sigma d beschreibt die Volatilität des Basiswerts (underlying) einer Option.


Small Caps (Abk. für small capitalisation); Neben den Benchmark-Aktien (Blue Chips) werden die übrigen an der Börse eingeführten Aktien zwei weiteren Gruppen subsumiert. Der Gruppe der Small Caps werden in Deutschland die Aktien sämtlicher Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung subsumiert, die unter 500 Mio. DM liegt, welche sich aber zugleich durch hohe Wachstumschancen auszeichnen. Zwischen den Benchmark-Aktien und den Small Caps stehen die Mid Caps.


Small-Cap-Effekt Bezeichnung für das Phänomen, welches die zeitweise bessere Kursentwicklung von Aktien kleinerer Unternehmen (Nebenwerte, Small-Cap-Segment) im Vergleich zu derjenigen von Standardpapieren (insbesondere Blue Chips) beschreibt. Die möglichen Ursachen hierfür sind nicht eindeutig bekannt. Es werden einerseits fundamentale Gründe (z.B. große Wachstumschancen oder/und höhere Innovativonsfähigkeit der kleinen Unternehmen gegenüber Großunternehmen, etc.) genannt (vgl. Fundamentalanalyse). Andererseits werden markttechnische Ursachen (in erster Linie sehr enge Märkte; herabgesetzte Effizienz der Kursbildung, wobei aber bestimmte Anforderungen an den Free Float realisiert werden müssen) angeführt.


Smart Money Fonds US-amerikanische Investmentfonds, die durch eine ausgeprägt risikofreudige Politik (z.B. Leerverkäufe, keinerlei Diversifikation, strategische Blockinvestitionen) hohe Gewinne erwirtschaften wollen. Die vorliegenden Geschäftsergebnisse unterstreichen allerdings, daß im Regelfall durch eine derartige Politik allenfalls gemessen an einem anerkannten Index kurzfristig eine überdurchschnittliche Performance erzielt werden kann.

Sollzinsen Bezeichnung für diejenigen Zinsen, die dem Kreditnehmer für die von ihnen beanspruchten Kredite vom Kreditgeber berechnet werden (Kreditkosten, Zinsen). Ihre Höhe richtet sich nach dem aktuellen Marktzinsniveau und seiner potentiellen Entwicklung, der Länge der Zinsbindungsfrist (Festzins, Gleitzins), der Kredithöhe, Kreditlaufdauer, Kreditverwendung, Kreditbesicherung sowie Verhandlungsmacht des Kreditnehmers.


Sologeschäft (Outright-Geschäft); Bezeichnung für ein Devisentermingeschäft, welches ohne den entsprechenden Abschluß eines Kassagegengeschäftes getätigt wird.


Sonderdepot Bezeichnung für ein Depot, welches für spezielle Zwecke eingerichtet worden ist. Sie sind nicht mit Streifbanddepots zu verwechseln. Sonderdepots sind z.B. Anderdepots, Gemeinschaftsdepots und Treuhänderdepots.


Sonderverwahrung (Streifbanddepot, Streifbandverwahrung); nummernmäßige Erfassung und von den eigenen Beständen bzw. deren Dritter gesonderte Aufbewahrung der Wertpapiere von Depotkunden bei Kreditinstituten mit äußerlich erkennbarer Bezeichnung des Hinterlegers. Die Bezeichnung Streifbanddepot rührt daher, weil die Wertpapiere meist mit einem Streifband versehen werden, das Namen und Nummer des Kunden, Wertpapiergattung, -betrag und -nummer trägt. Sonderverwahrung wird immer dann vorgenommen, wenn nichts anderes vereinbart ist. Der Hinterleger bleibt Eigentümer der verwahrten Wertpapiere.


Spannkurs (Spannenkurs); gestellter Kurs durch den Händler im vor- und nachbörslichen Handel sowie im ungeregelten Freiverkehr. Der Händler ist bereit zu von ihm gestellten Kursen mit einer Spanne zwischen Geld- und Briefkurs (z.B.: 360 zu 365) zu kaufen bzw. zu verkaufen.
Gegensatz: Einheitskurs, Variable Notierung.


Sparbrief langfristiges Refinanzierungsinstrument der Kreditinstitute, welches in verschiedenen Formen emittiert wird.


Spekulation Kauf- oder Verkaufsmaßnahmen eines Wirtschaftssubjekts, die darauf gerichtet sind, aus künftig erwarteten Preis-, Zins- oder Kursänderungen durch einen gegengerichteten Verkaufs- oder Kaufsakt einen Gewinn zu erzielen. Beispiel: Kauf (Verkauf) der Menge eines bestimmten Wertpapiers in der Erwartung, die gleiche Anzahl des Wertpapiers an einem künftigen Zeitpunkt zu einem höheren (niedrigeren) Kurs verkaufen (kaufen) zu können.

Die Spekulation ist damit auf die Ausnutzung sich zwischenzeitlich ergebender Preisdifferenzen gerichtet. Da die Wahrscheinlichkeit besteht, daß die erwarteten Preisdifferenzen nicht nur nicht eintreten, sondern sich in umgekehrter Richtung entwickeln, eröffnet sich mit jedem spekulativ ausgerichtetem Handeln nicht nur eine Gewinn-, sondern auch eine entsprechende Verlustmöglichkeit. Spekulationsobjekte sind in erster Linie Devisen, Effekten (insbesondere Aktien), an Warenbörsen gehandelte Kontrakte und Immobilien. Im Gegensatz zur Spekulation ist die Arbitrage auf die Ausnutzung von Preis-, Zins- und Kursdifferenzen zu einem Zeitpunkt ausgerichtet, weswegen mit ihrer Ausübung sich keine Verluste ergeben können.


Spekulationsgewinn Bezeichnung nach Einkommensteuerrecht für kurzfristige private Veräußerungsgewinne. Sie können, wenn sie 1000 DM überschreiten, als sonstige Einkünfte gem.§ 22 Nr. 2, § 23 EStG einkommensteuerpflichtig sein, wenn bestimmte Zeitgrenzen zwischen Erwerb und Veräußerung einer Sache nicht eingehalten werden.


Spekulationssteuer gesonderte Steuer, die auf Spekulationsgewinne erhoben wird.


Sperrminorität Besitzt eine Einzelperson oder eine Gruppe von Aktionären einen Anteil von mehr als 25%, aber weniger als 50% an Aktien eines Unternehmens, so können von ihr/ihnen Hauptversammlungsbeschlüsse, die eine 75%-ige Mehrheit erfordern, verhindert werden. Hierzu zählen:


Spesen Bezeichnung für sämtliche Gebühren, die bei An- oder Verkauf von Wertpapieren in Rechnung gestellt werden. Dies sind in erster Linie die Maklergebühren, Bankprovisionen, Abwicklungsgebühren.


Spezialwerte Bezeichnung für Aktien kleinerer und mittlerer Unternehmen.


Spitze entsteht
  1. bei einer Aktiengesellschaft im Zusammenhang mit einer mit Kapitalerhöhung, bei der das Erhöhungskapital nicht vollständig auf die ausstehenden Aktien verteilt werden kann. Hinsichtlich der Plazierung dieses Kapitals muß die Hauptversammlung entscheiden.
  2. bei einem einzelnen Aktionär, der bei einer Kapitalerhöhung nicht über genügend oder zu viele Bezugsrechte verfügt. Zum Spitzenausgleich verfügt er über die Möglichkeit eines Zukaufs oder des Verkaufs entsprechender Bezugsrechte.
  3. oft am Einheitsmarkt bei der Ermittlung des Preises auf der Basis des Meistausführungsprinzips in Form von Überhängen. Häufig schafft der Kursmakler für diese Überhänge bei nicht zu großen Volumina den Spitzenausgleich.


Spitzenausgleich Methode zum Ausgleich eines Überhangs der Nachfrage oder des Angebots an den Wertpapiermärkten. Ist ein Einklang zwischen Angebot und Nachfrage nicht erreichbar, können Kursmakler die Aufträge, die nicht erfüllt werden können, zum amtlich festgestellten Einheitskurs selbst übernehmen.


Spitzenrefinanzierungsfazilität Ständige Fazilität des ESZB, die den Geschäftspartnern zur Aufnahme eines Übernachtkredits zur Verfügung steht.


Split-Aktie entsteht durch Vermehrung der Aktien, indem die alten Aktien gegen eine größere Anzahl neuer Aktien (Splitaktien) umgetauscht werden, deren Nominal- oder Stückwerte im entsprechenden Verhältnis herabgesetzt sind. Hierdurch erfolgt keine Kapitalzufuhr. Damit ist auch kein Finanzierungseffekt gegeben. Lediglich die Zahl der Aktien wird erhöht (verdoppelt, verdreifacht etc.). Ziel einer derartigen Maßnahme ist es, die Aktie besser handelbar (leichter) zu machen. Das Verfahren eignet sich für Quoten- und Nennwertaktien gleichermaßen.


Splitting
  1. Teilung von Investmentfondsanteilen in mehrere Anteile, deren Gesamtwert mit dem Wert des ursprünglichen Fondsanteils identisch bleibt. Dieses Verfahren wird von deutschen Investmentgesellschaften dann praktiziert, wenn der Preis der einzelnen Anteile für den Kleinanleger zu hoch angestiegen ist.
  2. Spaltung von Aktien, deren Börsenkurs zu stark gestiegen ist, in zwei oder mehrere Teile. Wird z.B. der Nennwert der Aktie bei einem Split von 1:1 halbiert, erhält der Aktionär, der z.B. 50 Aktien besitzt, weitere 50 Aktien ohne Gegenleistung. Als Konsequenz des Aktiensplitting wird die Aktie leichter, d.h. der Börsenkurs sinkt, und die Aktie ist leichter handelbar (vgl. Gratisaktie, leichte Aktie).
  3. Teilung von im Umlauf befindlichen Optionsscheinen, die anschließend auf gesplitteter Basis gehandelt werden.
    Beispiel: Splitting von Basket Warrants der BZ Bank Zürich AG. Danach ergaben nach dem erfolgten Splitting am 03. 07. 1989 zehn Scheine die gleichen Rechte wie vorher ein Schein. Die zehn Scheine berechtigten bis zum 30. 6. 1990 den Bezug einer Namensaktie Nestlé, Sandoz und Zürich Versicherung sowie von zehn Aktien des Schweizerischen Bankvereins zum Preis von 19.414 SFR.
  4. Bei der Einkommensteuer können verheiratete Einkommensteuerpflichtige getrennt oder gemeinsam veranlagt werden. Dabei bedeutet Splitting, daß das gemeinsame Einkommen bei gemeinsamer Veranlagung zunächst halbiert und für den Hälftebetrag die Steuer aus der Einkommensteuertabelle ermittelt wird. Der so festgestellte Steuerbetrag wird sodann verdoppelt (= gemeinsame Steuerschuld). Durch die Anwendung des Splitting haben Einkommensteuerpflichtige den Vorteil, daß der anzuwendende Progressionssatz erheblich geringer ist, als im Falle der Einzelveranlagung. Das Splitting beeinflußt somit u.a. auch die Höhe des für die Selbstfinanzierung verfügbaren Gewinns nach Steuern von Einzelunternehmen und Personengesellschafte(r)n.


Spread
  1. Differenz (Spanne) zwischen zwei Preisen oder Zinssätzen (z.B. Zinsspanne; Spanne zwischen Devisenankaufs- und Devisenverkaufskurs).
  2. Aufschlag auf den vereinbarten Referenzzinssatz (z.B. Euribor plus 1 %)
  3. Konsortialprovision bzw. -gebühr, die an das Bankenkonsortium zu zahlen ist.
  4. (Option Spread); Strategie des gleichzeitigen Kaufs und Verkaufs von Optionen identischen Typs mit unterschiedlichen oder identischen Basispreisen und/oder Verfallsdaten zum Zweck der Eingrenzung von Gewinn- und Verlustmöglichkeiten.


Spread-Trading gleichzeitiger Erwerb und Verkauf von Zinstitel-Terminkontrakten (Futures), um so Preisdifferenzen zwischen identischen oder verwandten Kontrakten zu arbitragieren.

Ständige Faziliät Fazilität der Zentralbank, die von den Geschäftspartnern in Anspruch genommen werden kann. Das ESZB bietet die Spitzenrefinanzierungsfazilität und die Einlagefazilität als ständige Übernachtfazilitäten an.


Staffelanleihe (Graduated Rate Coupon Bond); Anleihe, bei der sich der Zinsfuß im Zeitverlauf zu fest vorgegebenen Terminen verändert (steigt oder fällt). Die Konditionen sind in den Emissionsbedingungen fixiert. Typische Erscheinungsformen dieses Anleihetyps sind die Bundesschatzbriefe Typ A und Typ B.


Stammaktie (ordinary share); verbrieft dem Inhaber sämtliche Rechte gem. AktG; Recht auf Teilnahme an der Hauptversammlung, Recht auf Auskunftserteilung, Stimmrecht (§ 133 AktG), außer bei stimmrechtslosen Vorzugsaktien; Recht auf Anfechtung der Hauptversammlungsbeschlüsse, Recht auf Dividendenanteil (§ 58 (4) AktG), Bezugsrecht auf Junge Aktien (§ 186 AktG) und Wandelanleihen sowie Recht auf Anteil am Liquidationserlös (§ 271 AktG). Stammaktien können als Namensaktie oder Inhaberaktien ausgegeben werden und sind in Deutschland der wichtigste Aktientyp zur Beschaffung von Eigenkapital der Aktiengesellschaften.


Standardpapiere (vgl. Blue chips); Börsenausdruck für Aktien führender Gesellschaften erstklassiger Bonität. Typische Standardpapiere z.B. BHF Bank, BASF, Bayer, Commerzbank, DaimlerChrysler, Deutsche Bank, Dresdner Bank, General Electric, Hoechst, IBM, Lufthansa.


Standardtender vgl. Offenmarktpolitik


Step Down Issue Variante einer Floating Rate Note, bei der die Margen, welche auf den Referenzzinssatz aufgeschlagen werden, im Zeitablauf abnehmen.


Step Up Issue Variante einer Floating Rate Note, bei der die Margen, welche auf den Referenzzins aufgeschlagen werden, im Zeitablauf steigen.


Stepped Call bezeichnet eine Kündigungsklausel, die in Einzelfällen in den Anleihebedingungen bei Floating Rate Notes enthalten sein kann. Diese gibt dem Emittenten - nach Ablauf einer Sperrfrist ex Anleiheemission - das Recht der vorzeitigen Kündigung zu einem jeweiligen Coupontermin.


Steuerfreie Wertpapiere Grundsätzlich sind alle Erträge in- und ausländischer Wertpapiere steuerpflichtig. Ausnahmen:


Steueroasen (Steuerparadiese); Niedrigsteuerländer, die entweder keine oder erheblich niedrigere Steuern erheben, als die meisten Industrie- und Entwicklungsländer. Typische Steueroasen sind z.B. die Schweiz, Liechtenstein, Bahamas, Monaco, Zypern. Das Steuergefälle zwischen den Steueroasen und den übrigen Ländern ist ein Anreiz zur Verlagerung von Vermögen und Einkünften aus Hoch- in Niedrigsteuerländer, z.B. durch Gründung von Basisgesellschaften. Maßnahmen gegen die Kapitalflucht sind in ihrer Wirksamkeit dann begrenzt, wenn die Ausnutzung des Steuergefälles unter Ausnutzung legaler Möglichkeiten vollzogen wird (z.B. Wohnsitzverlegung).


Stillhalter (Optionsschreiber, Writer); Verkäufer einer Option, der sich gegen Zahlung eines Entgelts (Prämie) der Wahlhandlung des Käufers (die Option auszuüben oder nicht auszuüben) unterwirft. Der Verkäufer einer Kaufoption (Call-Option) ist Stillhalter in Wertpapieren, Devisen etc., während der Verkäufer einer Verkaufsoption Stillhalter in Geld ist. Zu unterscheiden ist zwischen


Stimmrecht des Aktionärs Recht, das der Aktionär in der Hauptversammlung ausüben kann. Es handelt sich hierbei um das bedeutendste mitgliedschaftliche und autonom ausübbare Verwaltungsrecht der einzelnen Aktionäre. Grundsätzlich gewährt jede Aktie das Stimmrecht, welches nach Aktiennennbeträgen, bei Stückaktien nach deren Zahl ausgeübt wird (§ 134 Abs. 1 AktG). Dies bedeutet, daß Aktien mit einem mehrfachen Nennbetrag ein dem kleinsten Nennbetrag entsprechend mehrfaches Stimmrecht haben. Das Prinzip wird durchbrochen durch
  1. die Stimmrechtserweiterung bei Mehrstimmrechtsaktien bzw. Stimmrechtsvorzugsaktien (vgl. Vorzugsaktien),
  2. Stimmrechtsbegrenzung durch die statuarische Verankerung eines Höchststimmrechts und
  3. Stimmrechtsaufhebung bei stimmrechtslosen Vorzugsaktien (§ 12 AktG), .
Die Stimmrechtsausübung erfolgt im Rahmen der Hauptversammlung durch den Aktionär oder einen gem. § 134 (3) AktG schriftlich legitimierten Bevollmächtigten. Im Falle einer Sicherungsübereignung kann das Stimmrecht durch den Sicherungseigentümer oder einen Treuhänder ausgeübt werden. Die Form der Stimmrechtsausübung durch Kreditinstitute und geschäftsmäßig Handelnde richtet sich nach §  135 AktG. Die Form der Stimmrechtsausübung richtet sich gem. § 134 (4) AktG nach der Satzung.


Stockdividende (stock dividend, Wertpapierdividende); Übertragung von Reingewinn auf das Grundkapitalkonto, wobei den Altaktionären ohne Gegenleistung zusätzliche Aktien (Stamm- oder Vorzugsaktien) zugeteilt werden. Es handelt sich hierbei um keine echte Dividende, da keinerlei Ausschüttung vorliegt. Je nach der Periode, der die Gewinne entstammen, unterscheidet man:
  1. Erhöhung des Grundkapitals aus den in den Rücklagen gesammelten Gewinnen mehrerer Jahre. Dies entspricht in Deutschland der Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln (vgl. Gratisaktien).
  2. Erhöhung des Grundkapitals aus den Gewinnen des abgelaufenen Geschäftsjahrs.


Stop-buy-Auftrag (stop-buy-order); Kaufauftrag, der billigst ausgeführt wird, sobald der Kurs ein gesetztes Limit überschreitet. Für Anleger, die sich bei steigenden Kursen engagieren wollen, ist diese Auftragsform interessant. Zudem können sich die Investoren mit dieser Auftragsform davor schützen, daß sie eine unerwartete Hausse verpassen.


Stop-loss-Auftrag (stop-loss-order); Verkaufsauftrag, der bestens ausgeführt wird, sobald der Kurs das vom Anlieger gesetzte Limit unterschritten hat. Der exakte Verkaufskurs kann aber durch einen Stop-loss-Auftrag nicht festgelegt werden. Diese Auftragsform ermöglicht es dem Aktionär, einen bereits erzielten Gewinn weitgehend zu sichern bzw. einen möglichen Verlust einzugrenzen.


Straddle Variante einer Optionskombination. Sie existiert in den Ausprägungen: Vgl.: Option


Strangle Variante einer Optionskombination. Sie existiert in den Ausprägungen: Vgl.: Option


Strap Kombinierte Optionsstrategie, die der Straddle-Variante ähnelt. Im Unterschied zum Straddle werden bei einem Strap im Regelfall zwei Calls mit einem Put verbunden. Vgl.: Option


Strike price
  1. Emissionskurs;
  2. Abrechnungskurs im Rahmen eins Wertpapiergeschäfts;
  3. Basispreis (exercise price).


Strip Kombinierte Optionsstrategie, die der Straddle-Variante ähnelt. Im Unterschied zu dieser wird aber bei einem Strip ein Call mit zwei Puts verbunden. Vgl.: Option


Stripped Bond festverzinsliche Schuldverschreibung, bei welcher das Recht auf die Kapitalrückzahlung (Wertpapiermantel) von den Zinsscheinen getrennt wurde. Der Käufer des Stripped Bond erwirbt also ökonomisch gesehen eine Nullkuponanleihe (Zerobond), da ihm keine laufende Verzinsung zufließt. Der Ertrag des Anlegers ergibt sich ausschließlich aus dem Kursgewinn während der Restlaufzeit, da er das Wertpapier vor Fälligkeit zu einem Barwert von unter 100% erwirbt und ihm die Rückzahlung durch den Emittenten zum Nennbetrag garantiert wird. Die Zinsscheine werden ebenfalls zum Barwert veräußert. Somit können durch Coupon-Stripping zwei Nullkuponanleihen (Zerobond) gehandelt werden, wodurch die hohe Nachfrage nach dieser Wertpapierart befriedigt werden kann.


Stückelung gibt die Unterteilung der Aktien oder Anleihen in verschiedenen Nominal- (Nenn-) beträge an (vgl. Nennwert, Stücknotierung). Bei Aktien beträgt die Stückelung 5 DM (vgl. Mindestnennbetrag), höhere Nennbeträge müssen jeweils auf volle Deutsche Mark lauten. Bei Anleihen ist eine Stückelung in Teilschuldverschreibungen (50 100, 500, 1000, 5000, 10000 DM) gebrächlich. Die Aufteilung des Fondsvermögens von Investmentgesellschaften erfolgt auf die Zahl der ausgegebenen Anteilsscheine (mit denen 1, 5, 10, 100 oder mehr Anteile verbrieft werden). Die Stückelung wird meistens im Kurszettel angegeben.


Stücknotierung Seit 1969 werden Börsenkurse für amtlich gehandelte Papiere in Deutschland in DM je Stück ausgedrückt und nicht mehr in v.H. des Nennwertes notiert. Dieses Verfahren ist im Ausland seit jeher üblich.


Stückzinsen bezeichnen den Ertragsanteil bei einem verzinslichen Wertpapier, der anteilig auf den Zeitraum zwischen zwei Zinsterminen fällt. Stückzinsen werden bei der Veräußerung eines Wertpapiers zeitanteilig dem Veräußerer und Erwerber seit dem 1. 7. 1986 wie folgt angerechnet: Grundsätzlich werden die Stückzinsen dem Verkäufer bis einen Tag vor der Valutierung zugerechnet, während sie dem Käufer ab Valutierungstag zustehen. Der Monat wird bei festverzinslichen sowie variabel verzinslichen Wertpapieren (Floating Rate Note) und deutschem Referenzzinssatz mit einheitlich 30 Tagen angesetzt. Bei variabel verzinslichen Wertpapieren mit ausländischem Referenzzinssatz (z.B. LIBOR, LUXIBOR) erfolgt die Stückzinsenberechnung unter Berücksichtigung der tagesgenauen Differenz zwischen letztem Zinstermin und Verkaufstag. In der Berechnungsformel wird dann das Jahr mit 360 Tagen angesetzt.

Substanzwert
  1. einer Aktie wird auch z.T. als ihr innerer Wert bezeichnet. Er errechnet sich aus dem Quotienten Nettovermögen plus geschätzte stille Reserven dividiert durch die Anzahl der emittierten Aktien. Der innere Wert der Aktie wird allerdings im Regelfall unter Berücksichtigung der künftig erwarteten Erträge der Unternehmung errechnet, weswegen dem Ertragswertverfahren (vgl. Ertragswert) der Vorrang gegeben wird;
  2. einer Option schlägt sich in ihrem inneren Wert nieder;
  3. eines Optionsscheins schlägt sich in seinem inneren Wert nieder.Wert.


Swap
  1. Kombination von Kassageschäft und Termingeschäft im Devisenhandel (Devisen-Reportgeschäft);
  2. Tausch von Zahlungsverpflichtungen mit dem Ziel, relative Vorteile zu arbitieren. Derartige relative Vorteile können ihre Ursache aus der unterschiedlichen Bonität und Stellung der Partner am Markt und/oder unterschiedlichen Konditionen am nationalen Markt und internationalen Finanzmärkten haben. Swaps ermöglichen die Ausnutzung von komparativen Vorteilen an den verschiedenen Märkten und implizieren damit letztlich Finanzinnovationen. Swapfähig sind Zinszahlungsverpflichtungen aufgrund unterschiedlicher Zinsbindungszeiträume, Währungen oder Zinszeiträume und Währungen. Entsprechend wird zwischen Zinsswaps, Währungsswaps sowie Zins- und Währungsswaps unterschieden.


Swapsatz zeitbezogene Differenz zwischen dem Termin- und Kassakurs einer Währung. Die Differenz zwischen Termin- und Kassakurs ist der Swap, der in der Untereinheit der betreffenden Währung (in der Bundesrepublik: Pfennig je ausländische Notierungseinheit) ausgedrückt wird. Währungen mit positiver Differenz (Terminkurs minus Kassakurs) weisen einen Report, solche mit negativer Differenz einen Deport auf. Diese Differenz wird in Bezug zum Kassakurs gesetzt. Um diesen Prozentsatz mit einem Zinssatz vergleichen zu können, erfolgt eine Umrechnung auf das Jahr - bei der Drei-Monatsdevise wird also mit vier multipliziert. Der Swap stellt damit die Kurssicherungskosten des internationalen Kapitaltransfers dar. Im allgemeinen gleicht der Swapsatz das zwischenstaatliche Zinsgefälle aus. Bei vermuteter Paritätenänderung ergeben sich jedoch positive oder negative Erfolgssätze bei internationalen Kapitalbewegungen.


SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication); wurde 1973 zur Beschleunigung des internationalen Zahlungsverkehrs sowie der Nachrichtenübermittlung gegründet und ist tätig seit 1977. Die SWIFT angeschlossenen Banken können internationale Zahlungsaufträge über das System abwickeln. Dies vollzieht sich mit der Hilfe von Terminals, die über nationale Konzentratoren (Rechenzentren) mit einer der drei Schaltzentralen (Operating Centres) - Europa: Brüssel oder Amsterdam, USA: Culpeter - verbunden sind. SWIFT arbeitet in über 130 Ländern. Das Transaktionsvolumen entfällt auf den Zahlungsverkehr, den dokumentären Zahlungsverkehr, Geld- und Devisenhandel sowie auf den Wertpapiersektor.


Synthetic Forward Kombination eines Long European Call und eines Short European Put mit identischem Verfalltag und Ausübungspreis.


Synthetische Position (Artificial Position, Synthetic Position); ergibt sich aus der Kombination mehrerer Optionen und ihres Basiswertes. Im Ergebnis ist das neue synthetisch geschaffene Gewinn-/Verlustprofil mit einem anderen Finanzinstrument identisch.


Synthetischer Basiswert Bezeichnung für ein fiktives Wertpapier. Dieses wird für den Terminhandel als Kontraktgegenstand künstlich geschaffen (Ausgestaltungsmerkmale: Zins, Laufdauer) und ist im Kassahandel somit physisch nicht lieferbar. Beispiel: Basiswert des BUND-Future; fiktive langfristige Schuldverschreibung des Bundes oder der Treuhandanstalt mit einer Nominalverzinsung von 6 Prozent und einer Laufdauer von achteinhalb bis zehn Jahren.


Systematisches Risiko gem. der Kapitalmarkttheorie wird das mit einem Investment verbundene Gesamtrisiko in systematische und unsystematische (Teil-)Risiken aufgefächert. Als systematisches Risiko einer Kapitalmarktanlage wird jener Teil des Gesamtrisikos verstanden, dessen fundamentale Ursachen in der Kapitalanlagegruppe (z.B. deutsche Anleihen) liegen. Die Risikoursachen können dann z.B. aus Zinssatzänderungen, Inflation, politischen Ereignissen, Naturkatastrophen hergeleitet werden.


Tafelgeschäft Wertpapiergeschäft, bei dem die Abwicklung zwischen dem Kreditinstitut und dem Bankkunden durch Übergabe der Stücke gegen Barzahlung erfolgt.


Tagesgeld (call money); Notenbankguthaben, das mit eintägiger Rückzahlungsfrist zur Verfügung gestellt wird und vor allen Dingen für den Spitzenausgleich im Zahlungsverkehr dient. Tagesgeld wird üblicherweise vormittags bis 12 Uhr zur Verfügung gestellt und ist i.d.R. bis 12 Uhr des folgenden Tages zurückzuzahlen. Es wird im Regelfall über ein LZB-Konto abgerechnet. Der Satz für Tagesgeld ergibt sich aus dem jeweils aktuellen Marktgeschehen am jeweiligen Platz und wird nicht offiziell festgestellt (vgl. Geldmarkt).


Tagesorder limitierter Börsenauftrag (Limit), dessen Gültigkeitsdauer auf einen bestimmten Tag bestimmt ist.


Taxkurs geschätzter Kurs ohne Umsatz für ein Wertpapier. Der Taxkurs wird vom Makler gebildet, wenn keine Kauf- und Verkaufsaufträge vorliegen.


Teileingezahlte Aktien Aktien, deren Nennbeträge nicht voll eingezahlt sind. Teileingezahlte Aktien müssen immer Namensaktien sein, da die Aktionäre bei erforderlicher Volleinzahlung der Unternehmung bekannt sein müssen. Die Mindesteinzahlung beträgt 25% des Nominalwertes. In Deutschland ist lediglich die Emission teileingezahlter Aktien erlaubt.


Telefonhandel
  1. Effektenhandel per Telefon auf dem sog. "ungeregelten Freiverkehrsmarkt". Die gehandelten Objekte sind alle Effekten, die in keinem der Börsensegmente gehandelt werden.
  2. außerbörslicher Handel (vgl. Vor- und Nachbörse) per Telefon. Gegenstand sind alle Effekten, die in den Börsensegmenten (Amtlicher Handel, Geregelter Markt, Freiverkehr) gehandelt werden.


Tenderverfahren (Tender Issue); Methode zur Plazierung von Wertpapieren. Im Regelfall werden die Effekten dem Meistbietenden unter Beachtung eines Mindestpreises verkauft. Die schriftlich einzureichenden Gebote müssen Menge und Preis umfassen. Das gesamte Emissionsvolumen wird derart untergebracht, daß in der Reihenfolge vom Höchstgebot an abwärts zugeteilt wird. Varianten: Das ESZB führt die Offenmarktgeschäfte (vgl. Offenmarktpolitik) im Regelfall in Form von Tenderverfahren durch, wobei Mengentender (Festsatztender) und Zinstender (Tender mit variablem Zinssatz) zum Einsatz kommen.


Termineinlagen (befristete Einlagen, Termingelder); nicht dem Zahlungsverkehr dienende befristete Einlagen bei Banken mit vereinbarter Kündigungsfrist. Hierbei wird unterschieden zwischen Festgeldern, Kündigungsgeldern und Depositenzertifikaten.


Termingeschäfte Geschäfte an Börsen oder außerbörslichen Märkten, bei welchen der Preis zum Abschlußzeitpunkt fixiert wird, die Erfüllung jedoch erst per Termin erfolgt. Gegensatz: Kassageschäfte. Dem Gegenstad entsprechend wird zwischen Devisen-, Effekten- und Warentermingeschäften unterschieden. Termingeschäfte werden wie folgt klassifiziert:
  1. feste Termingeschäfte, die in jedem Fall zu erfüllen sind (z. B.: Financial Futures). Hier besteht u.U. die Möglichkeit, die Erfüllung per Prolongation herauszuzögern;
  2. bedingte Termingeschäfte, die einer der beteiligten Parteien die Möglichkeit eröffnen, zwischen Erfüllung und Aufgabe des Geschäfts gegen ein Reuegeld zu wählen. Varianten der bedingten Termingeschäfte sind: Prämiengeschäfte (Vor-, Rückprämiengeschäft), Stellageschäfte, Nochgeschäfte, Optionsgeschäfte.
Unterschieden wird weiterhin in:


Termingeschäftsfähigkeit wurde mit der Novellierung des Börsengesetzes (Fassung des Änderungsgesetzes vom 1. 8. 1989) neu geregelt. Danach ist ein Börsentermingeschäft verbindlich, wenn
  1. auf beiden Seiten als vertragsabschließende Kaufleute beteiligt sind (Einzelheiten vgl. § 53 (1) BörsG.
  2. Ist nur eine der beiden Vertragsseiten Kaufmann, so ist das Börsentermingeschäft verbindlich, wenn der Kaufmann einer gesetzlichen Banken- oder Börsenaufsicht untersteht und den anderen Teil vor Geschäftsabschluß gem. § 53 (2) BörsG schriftlich darüber informiert, daß
Die Unterrichtungsschrift wird den Kunden inzwischen in standardisierter Form durch die deutschen Kreditinstitute vorgelegt. Sie ist ein Jahr nach der ersten Unterrichtung zu wiederholen und darauf im Rhythmus von drei Jahren. Für Nichtkaufleute ergibt sich damit Börsentermingeschäftsfähigkeit per Information.


Terminkontrakt üblicherweise Futures. Bezeichnung für ein standardisiertes Termingeschäft, bei dem sich der Verkäufer zur Lieferung einer bestimmten Ware oder eines bestimmten Finanzinstruments (jeweils definiert in Art und Qualität) in einer festgelegten Menge zu einem fixierten Preis und fest vereinbarten Termin verpflichtet. Der Käufer verpflichtet sich seinerseits, die Ware oder das Finanzinstrument zu den Vertragskonditionen abzunehmen. Börsenterminkontrakte sind im Kontraktvolumen, in der Art und Qualität der Ware oder des Finanzinstruments sowie dem künftigen Vertragserfüllungszeitpunkt standardisiert.


Thetafaktor Größe, die die tägliche Wertveränderung des Zeitwerts einer Option in Abhängigkeit ihrer sinkenden Restlaufzeit sowie der des Basisobjekts, das dem Optionskontrakt zugrunde liegt, demonstriert.


Tick Preisintervall, Bezeichnung für die kleinste Einheit, in der sich ein Kurs (Preis) verändern kann.


Tilgungsanleihen Rückzahlung (Amortisation) insbesondere von Anleihen und Hypothekarkrediten nach einem bei der Emission festgelegten Tilgungsplan.


Timing Wahl des geeigneten Zeitpunkts für Kauf- und Verkaufsentscheidungen am Effekten- und Warenterminmarkt. Timing ist erforderlich, da Effekten und Waren Kursschwankungen unterliegen, aus denen der Anleger Nutzen ziehen kann. Richtiges Timing ermöglicht erhebliche Kursgewinne. Die Formelanlageplanung versucht, durch Auswertung von Kennzahlen und Kurstrendanalysen (vgl. Charts) den Unsicherheitsfaktor bei der Wahl des Anlagezeitpunkts weitgehend auszuschalten. Darüber hinaus versteht man unter Timing die Wahl des richtigen Emissionszeitpunkts (Terminplanung von Kapitalerhöhungen).

Kurzfrist-Timing liegt dann vor, wenn über eine Kapitalerhöhung und deren Bedingungen bereits entschieden ist und nur noch der Zeitraum mit den günstigsten Placierungschancen ermittelt werden muß. Es gilt hierbei die allgemeine Grundregel, daß Aktien in Hausse- und Schuldverschreibungen in Baisse-Zeiten emittiert werden sollten. Günstiger Zeitpunkt ist z.B. Gewinnausschüttung (Schütt'-aus-hol'-zurück-Verfahren). Entscheidende Kriterien für die Wahl des Emissionszeitpunkts sind der Kapitalbedarf der Gesellschaft, die Struktur des Aktionärskreises und die Kapitalmarktlage. Ziel des Timing ist es, den Zeitpunkt mit dem geringsten Plazierungsrisiko und einer günstig realisierbaren Wertpapierausstattung zu finden. Durch das Langfrist-Timing soll die termingerechte Aufbringung des notwendigen Eigenkapitals über lange Zeiträume hinweg sichergestellt werden (Problem der langfristigen Finanzplanung).


Tranche Bezeichnung für
  1. den Teilbetrag einer Wertpapieremission, wobei
  2. für ein Special Drawing Right (SDR).


Treasury Bills Bezeichnung für
  1. Schatzwechsel, die vom US-Schatzamt in Form von 90-, 180-, 270- und/oder 360-day bills emittiert werden. Die Titel weisen Laufzeiten von 91, 182, 273 oder 365 Tagen auf, werden in abgezinster Form emittiert und zu pari getilgt. Die Emission erfolgt in Form von Schatzwechselauktionen, wobei 90- und 180-day bills wöchentlich, 270- und 360-day bills monatlich verauktioniert werden.
    Stückelung: Untergrenze 10 000 US- Obergrenze 1 000 000 US-163
  2. Schatzwechsel, die vom britischen Schatzamt emittiert werden. Die Titel weisen im Gegensatz zu den US-amerikanischen Titel normalerweise lediglich Laufdauern von bis zu 91 Tagen auf. Die Emission erfolgt laufend durch Direktplazierung oder wöchentlich im Tenderverfahren.
    Stückelung: Untergrenze 5 000 £, Obergrenze 1 000 000 £.


Triple Witching Day der sog. Dreifache Hexensabbat. Jeweils letzter Handelstag für den Dax-Future, die Aktien- und Dax-Optionen. Der Tripple Witching Day fällt auf den dritten Freitag im März, Juni, September und Dezember eines jeden Jahres. Bei den jeweils hohen Handelsvolumina könnten sich theoretisch Auswirkungen auf die Preisgestaltung an den relevanten Märkten einstellen, was aber bislang nicht erkennbar gewesen ist.

Übernahmekonsortium Form eines Emissionskonsortiums, welches im Zuge einer Fremdemission zum Zweck der effizienten Erstplazierung von Effekten gebildet wird. Dabei übernimmt das Übernahmekonsortium diese Effekten vom Emittenten, um sie anschließend auf eigene Rechnung und eigenes Risiko am Markt unterzubringen (Grundlage: Übernahme- und Bezugsvertrag). Nicht plazierte Restbestände verbleiben - zumindest für einen gewissen Zeitraum - im Eigenbesitz der Konsortialbanken (vgl. Begebungskonsortium).


Übernahmekurs Kurs, zu welchem Wertpapiere von einem Emissionskonsortium oder einer einzelnen Bank vom Emittenten übernommen werden.


Überzeichnung ist gegeben, wenn die Nachfrage bzw. gezeichneten Beträge die Menge neu emittierter Wertpapiere übersteigt. In diesem Fall besteht die Möglichkeit, wie folgt zu reagieren: Beschränkung der Zuteilung (Repartierung) oder Erhöhung des Emissionsbetrages. Beruht die Überzeichnung auf einer spekulativ bedingten Nachfrage, spricht man von Konzertzeichnung.


Umgekehrte Untertasse idealisierte Kurs-Umsatzformation, die den Chartisten auf eine obere Trendumkehr hinweist.


Umtausch von Aktien Ein Aktienumtausch kommt i.d.R. bei zwei Gelegenheiten vor:


Underpriced Bezeichnung für einen Finanztitel, der


Underwriting Fee Vergütung, die an Konsortialbanken zu zahlen ist, wenn sie das Risiko der Nichtplazierung als Konsortialmitglieder im Rahmen eines Übernahmekonsortiums übernehmen, indem sie die nicht untergebrachten Titel übernehmen und ggf. eine Kreditlinie einräumen.


Unlimitierte Aufträge Kauf- oder Verkaufsaufträge, die unbegrenzt sind und somit zu jedem Kurs ausgeführt werden können.


Unsystematisches Risiko gem. der Kapitalmarktheorie werden unsystematische Risken als investmentspezifisch angesehen. D.h., daß deren Ursache immer auf das spezifische Investment gesehen werden muß (Bsp.: Bonitätsrisiko bei Anleihen, Krediten; Genehmigungsrisiko bei einer Bauinvestition). Zusätzlich zum unsystematischen Risiko ist aber das systematische Risiko in die Gesamtbetrachtung einzubeziehen.


Unternehmensbericht ist gem. § 73 (2) BörsG in unterschriebener Form dem Antrag auf Zulassung zum geregelten Markt beizufügen. Der Antrag soll Angaben über den Emittenten und die Wertpapiere enthalten, die für die Anlageentscheidungen von Relevanz sind. Derartige Informationen sind insbesondere Erklärungen zur aktuellen Geschäftslage, zur Geschäftsprognose und der letzte veröffentlichte Jahresabschluß; außerdem eine Erklärung, daß keine Erkenntnisse über Umstände vorliegen, die bei Zulassung der Wertpapiere zwangsläufig zu einer Übervorteilung der Investoren oder allgemeiner Interessen führen würde. Unter gewissen Bedingungen kann gem. § 73 (22), (3) BörsG von der Vorlage des Unternehmensberichts abgesehen werden. Für einen unrichtigen Unternehmensbericht gelten die Haftungsregelungen gem. §§ 45 - 49 BörsG (vgl. Prospekthaftung).


Untertasse idealisierte Kurs-Umsatzformation, die den Chartisten auf eine untere Trendumkehr hinweist.


Unverzinsliche Schatzanweisung (U-Schätze, Unverzinsliche Schatzanweisungen); Schuldverschreibungen des Bundes, seiner Sondervermögen und der Bundesländer. Die U-Schätze werden abgezinst diskontiert und bieten somit ihren Investoren keine laufende Verzinsung. Die Emission der Titel erfolgt im Tenderverfahren. Stückelung: Nominalbeträge ab 100.000,- DM, die durch 5.000,- DM teilbar sind. U-Schätze werden nicht in effektiven Stücken ausgegeben. Sie werden in Sammelurkunden verbrieft. Am Markt werden durch die Emittenten zwei unterschiedliche Varianten angeboten:
  1. U-Schätze, die durch die Deutsche Bundesbank auch vor Fälligkeit zurückgenommen werden. Die Laufzeiten bewegen sich zwischen sechs Monaten und bis zu zwei Jahren.
  2. N-Titel, die vor ihrer Fälligkeit nicht zurückgenommen werden müssen. Die Bundesbank kann allerdings N-Titel in gesonderten Rückkaufaktionen zurückkaufen. Die Laufzeiten der N-Titel bewegen sich zwischen drei Monaten und bis zu 2 Jahren.
Unverzinsliche Schatzanweisungen werden nicht an der Börse gehandelt. Die Papiere sind mündelsicher, deckungsstockfähig und lombardfähig.


Usancen Allgemein übliche Bezeichnung für Handelsbräuche, die in vielen Wirtschaftsbereichen gebräuchlich sind. Usancen sind entweder mündlich überliefert oder schriftlich fixiert. An den deutschen Wertpapierbörsen sind die Usancen heute in den Bedingungen für den Amtlichen Handel, Geregelten Markt und den Freiverkehr schriftlich festgehalten.

Value Line Index Beim Value Line Index-Handel auf Termin (vgl. Financial Futures) wird der Kontrakt wie der Index notiert.


Valuta
  1. (Wertstellung, Valutierung); Buchungsdatum der Wertpapiere nach Geschäftsabschluß an der Börse oder Zeitpunkt, zu dem die Gutschrift (und damit Verzinsung) bzw. Belastung auf dem Bankkonto durch die Bank erfolgt (per valuta). Sie wird jeweils auf den Bankbelegen angezeigt. Bei Einziehung vor einem bestimmten Zeitpunkt (z.B. 10 Uhr) erfolgt die Valutierung noch am selben Tag (d.h. mit der Verbuchung). Bei Überweisungen erfolgt die Wertstellung am Tage der Auszahlung bzw. Überweisung. Das Datum der Ausstellung hat keinen Einfluß auf die Wertstellung. Bei Wertpapier- und Devisentransaktionen erfolgen Lieferung und Zahlung zwei Werktage später.
  2. Sammelbegriff für fremde Währungen.


Variable Kurse diejenigen Kurse, die sich im variablen Handel laufend über die gesamte Börsenzeit ergeben. Vgl.: Variable Notierung.


Variable Notierung Fortlaufende Preisfeststellung im variablen Handel während der Börsenzeit. Im Gegensatz zur Einheitsnotierung erfolgt eine Kursnotierung für jeden Abschluß, der innerhalb der Börsenzeit stattfindet (USA: "dealing by making a price"). Die sich im variablen Handel laufend über die gesamte Börsenzeit ergebenen Kurse werden als variable Kurse bezeichnet. Während der erste variable Kurs einer Börsensitzung als Anfangskurs bezeichnet wird, trägt der letzte variable Kurs die Bezeichnung Schlußkurs.


Variabler Handel (Variabler Markt, Variabler Verkehr); Markt für diejenigen Wertpapiere, für welche über die gesamte Börsenzeit hinweg - entsprechend der Auftragslage - Abschlüsse getätigt werden können. Im Gegensatz zum Einheitsmarkt erfolgt die Kursfeststellung laufend. Vgl.: Variable Notierung.


Variation Margin wird bei Futures-Kontrakten börsentäglich zum Zweck des Ausgleichs der noch vorläufigen Gewinne und Verluste aus den offenen Terminpositionen berechnet.


VDAX Abk. für DAX-Volatilitätsindex (Volatilitätsindex für den Deutschen Aktienindex). Dieser Volatilitätsindex der Deutsche Börse AG, soll per Konstruktion eine Aussage über die von den Marktteilnehmern erwartete Volatilität innerhalb der nächsten 45 Kalendertage treffen. Der VDAX wird von der Deutsche Börse AG einmal börsentäglich um 13.45 Uhr veröffentlicht. Die Ableitung der erwarteten Schwankungskurse wird aus den Geld- und Briefkursen für Dax-Optionen vorgenommen. Diese werden von den Marktmachern der DTB angegeben. Die implizierten Volatilitäten von jeweils acht Kauf- und Verkaufsoptionen auf den DAX werden durch den VDAX in einer Kennziffer gebündelt. So bedeutet ein VDAX von 15, daß eine Schwankungsbreite des DAX von 15% auf Jahresbasis erwartet wird.


Vega (Kappa); Kennziffer, welche die absolute Änderung des Optionspreises in Reaktion auf die Änderung der Implied Volatility des Basisobjekts um einen Prozentpunkt mißt. Sie stellt damit die Ableitung der Optionsfunktion nach der Volatilität dar (vgl. Option).


Venture Capital Bezeichnung für Eigenkapital, welches jungen Unternehmen, die ihr Wachstum nicht aus eigener Kraft finanzieren können und von Banken mangels Sicherheiten keine bzw. keine ausreichenden Kredite erhalten, durch eine spezialisierte Gesellschaft (Venture Capital Fonds) zur Verfügung gestellt wird. Der Fonds, der sich seinerseits durch Ausgabe von Zertifikaten an institutionelle Anleger und Private refinanziert, führt eine zukunftsbezogene Bonitätsprüfung durch (Selektionsphase), stellt eine Minderheitsbeteiligung zur Vergütung (Investitionsphase) und gewährleistet intensive Beratung und Betreuung (Überwachungsphase). Da überwiegend innovative Unternehmen in Zukunftsbranchen durch Venture Capital gefördert werden, kommt der Risikokapitalvergabe auch eine gesamtwirtschaftliche Funktion im Rahmen der Technologieförderung und Strukturpolitik zu.


Verfalldatum (expiration date, expiry); ist bei
  1. Optionsgeschäften der letzte Zeitpunkt (Tag), bis zu welchem die Optionsausübung möglich ist;
  2. Optionsscheinen der letzte Zeitpunkt (Tag), bis zu welchem die Optionsausübung möglich ist;
  3. Futures oder Forward Kontrakten der endgültige Erfüllungstermin.


Verkaufssignal in der Chartanalyse üblicher Begriff. Ein Verkaufssignal gibt dem Chartanalytiker (vgl. Charts) einen Hinweis zum Verkauf des betreffenden Wertpapiers. Gegenteil: Kaufsignal.


Vinkulierte Aktien (gebundene Aktien); sind kraft aktienrechtlicher Bestimmungen immer Namensaktien (§ 68 Abs. 2 AktG), deren Übertragung auf andere Personen lt. Satzung an die Zustimmung der Gesellschaft "gebunden" ist. Diese für Eigentumsübertragungen erforderliche Zustimmung erteilt der Vorstand oder, falls entsprechende Satzungsvorschriften vorliegen, der Aufsichtsrat oder die Hauptversammlung. Die Vinkulierung, die aus den Aktienurkunden nicht ersichtlich zu sein braucht und die die freie Negoziabilität der Aktie einschränkt, wirkt auch gegen einen gutgläubigen Erwerber der Urkunde, hindert aber nicht einen Rechtsübergang kraft Gesamtrechtsnachfolge (z.B. bei Erbfällen, Fusionen usw.), Pfandverkauf oder Pfandkauf durch den Konkursverwalter. Wenn eine Vinkulierung, also Bindung der Übertragbarkeit von Namensaktien an die Erfüllung bestimmter, in der Satzung verankerter Voraussetzungen, nicht im ursprünglichen Gesellschaftsvertrag bzw. in einem Kapitalerhöhungsbeschluß festgesetzt wurde, kann die Vinkulierung nur mit Zustimmung aller davon betroffenen Aktionäre durchgeführt werden. Die Vinkulierung von Namensaktien ist generell möglich. Sie ist z.B. gesetzlich notwendige Voraussetzung für das Recht bestimmter Inhaber bestimmter Namensaktien, Mitglieder des Aufsichtsrats benennen und in ihn entsenden zu dürfen.

Vinkulierungen sind ein manchmal sehr geeignetes Instrument, um ein Unternehmen vor einer Überfremdung und unerwünschten Einflußnahme zu schützen (z.B. im Falle einer Familien-AG), die Zusammensetzung der Aktionäre der Gesellschaft unter Kontrolle zu halten bzw. im gewünschten Sinne zu lenken. Vinkulierungen sind in der Bundesrepublik Deutschland vor allem bei Versicherungsgesellschaften verbreitet, deren Aktien meist nicht voll eingezahlt sind und deren Aktienkapital als letzte Reserve dient. Gesetzlich sind vinkulierte Namensaktien gem. §  (4) KAGG für Kapitalanlagegesellschaften (Investmentgesellschaften) vorgeschrieben.


Volatilität
  1. Schwankungsmaß der Variabilität von Wertpapierkursen, Zinssätzen und Devisen. Allgemein üblich ist die Messung der Volatilität eines Wertpapierkurses durch die Berechnnung der Standardabweichungen relativer Kursdifferenzen.
  2. Sensitivität einer Variablen auf die Veränderung einer anderen Größe. Beispiel: Kursveränderung eines verzinslichen Wertpapiers in Reaktion auf die Veränderung des relativen Marktzinssatzes.
  3. Maßstab für die mittlere Schwankungsbreite des Basisobjekts (Underlying) von Optionen. Methoden: vgl. historische Volatilität, Implied Volatility.


Volksaktien Bezeichnung von Aktien, die im Zuge der (Re-) Privatisierung des Bundesvermögens geschaffen und an einen breiten Personenkreis zu Vorzugskonditionen gestreut wurden.


Von Ihnen Börsenausdruck für die Zustimmung eines Wertpapierkaufs. Dabei nennt der Käufer lediglich die Wertpapiermenge unter gleichzeitiger Annahme des geforderten Preises.


Vor- und Nachbörse Handel von börsennotierten Wertpapieren außerhalb der Börsenzeit; im weiteren Sinne sämtlicher Handel in solchen Werten, der nicht über den Makler läuft. Die Abschlüsse erfolgen zum Börsenpreis, der von diesen Abschlüssen nicht beeinflußt wird. Hierin wird eine Beeinträchtigung der "richtigen" Preisermittlung gesehen und die Forderung nach Börsenzwang erhoben. Dieser Forderung hat die deutsche Bankwirtschaft 1968 durch eine freiwillige Vereinbarung der Börseneinschaltung entsprochen, sofern dies von den Auftraggebern nicht ausdrücklich untersagt wurde.


Vorratsaktien (Verwertungsaktien, Verwaltungsaktien); Aktien, die im Zuge der Emission oder in der Ausübung eines bei einer bedingten Kapitalerhöhung eingeräumten Rechts von einem Dritten (Vermögensverwalter, Hausbank, Bankenkonsortium) für Rechnung der Aktiengesellschaft übernommen werden und nicht in den Umlauf gelangen. Vorratsaktien werden bis zur Verwendung vom Dritten für die AG gehalten. Über ihre Verwendung entscheidet allein der Vorstand der AG, obwohl der Dritte für die volle Einlage haftet.


Vorzugsaktie (preferred stock (share), privileged stock, priority share); gewährt Inhabern im Vergleich zu Stammaktien Vorzüge, die in einer besonderen Form der Stimmrechtsausgestaltung, im Dividendenanspruch oder in der Bevorzugung bei der Verteilung des Liquidationsvermögens liegen können. Werden die Vorzüge zusätzlich zu den uuml;blichen Rechten gewährt, handelt es sich um absolute Vorzugsaktien. Bei relativen Vorzugsaktien sind mit der Gewährung von Vorzügen Einschränkungen bei anderen Rechten verbunden. Wachstumsaktien (growth shares, growth stocks); Aktien von Unternehmen, bei denen überdurchschnittliche Wachstumsraten hinsichtlich der Umsätze, Investitionen und Erträge erwartet werden. Die mit diesen Erwartungen verbundene günstige Bewertung schlägt sich i.d.F. in hohen Kursen nieder, was u.U. zu niedrigen Dividendenrenditen führt. Typische Wachstumsaktien sind Aktien von Unternehmen aus der elektrotechnischen, elektronischen, chemischen, pharmazeutischen Industrie sowie aus dem Bereich des Flugzeugbaus und der Automobilindustrie.


Währung
  1. allgemein übliche Bezeichnung für das jeweils gültige Zahlungsmittel innerhalb eines Währungsraums, definiert als Geldeinheit (z.B. DM-Währung);
  2. Umschreibung für die Geldverfassung eines Staates, die im Rahmen der institutionierenden Währungspolitik (z.B. Ausgestaltung der Notenbankgesetzgebung, Durchführung einer Währungsreform) durch die Legislative formuliert wird.


Wandelanleihe (Wandelobligation, Wandelschuldverschreibung, convertible bond); Schuldverschreibung von Aktiengesellschaften, die ihrem Inhaber das Recht verbrieft, sie unter bestimmten Bedingungen in eine (mehrere) Aktie(n) der emittierenden Unternehmung umzutauschen. Der Inhaber einer Wandelanleihe hat aber keine Verpflichtung zur Wandlung. In diesem Falle hält er die Wandelanleihe bis zu ihrer Fälligkeit. Gegebenenfalls veräußert er den Titel früher. Bei Ausübung des Wandlungsrechts erfolgt, i.d.R. unter Zuzahlung, der Austausch von Wandelanleihen in eine (mehrere) Aktie(n). Somit wird Fremdkapital durch Eigenkapital substituiert, neue (zusätzliche) Liquidität fließt der Unternehmung u.U. in Form von Zuzahlungen zu. Außerdem verbessert sich die Eigenkapital/Fremdkapital-Relation.

Die Emission von Wandelanleihen ist gem. § 221 (1) AktG in Verbindung mit §§ 192, 193 AktG nur aufgrund eines Hauptversammlungsbeschlusses möglich, der mindestens ¾ Mehrheit des bei der Beschlußfassung vertretenen Grundkapitals umfassen muß. Der Vorstand erhält gem. § 221 (2) AktG die Ermächtigung zur Emission von Wandelanleihen für ünf Jahre, wobei gem. § 221 (4) AktG die Aktionäre auf Wandelanleihen ein Bezugsrecht haben. Bis zur Ausübung des Wandlungsrechts (Zeitpunkt der Umwandlung) wird die Wandelanleihe wie eine normale Festzinsanleihe verzinst. Allerdings liegt der Nominalzins als Ausgleich für den Vorteil des Wandlungsrechts immer unter dem einer vergleichbaren Festzinsanleihe (in Deutschland durchschnittlich 100 bis 400 Basispunkte).

Bei der Emission einer Wandelanleihe sind neben den bei einer Industrieschuldverschreibung üblichen Komponenten (Laufdauer, Nominalzinssatz, Zinszahlungstermine, Disagio, Besicherung etc.) folgende Größen zusätzlich festzulegen:


Wandelgenußscheine Genußscheine, die mit Wandelrechten auf Aktien ausgestattet sind. Hierbei handelt es sich im Regelfall um Inhaberpapiere, auf deren Nennbetrag eine jährliche Ausschüttung in Höhe der x-fachen Dividende - mindestens jedoch in Höhe von x% des Nennbetrages - erfolgt. Zugleich wird den Inhabern der Wandelgenußscheine das Recht eingeräumt, diese in einem ex Emissionszeitpunkt definierten Verhältnis unter Zuzahlung eines bestimmten Betrags in Aktien der Emittentin zu tauschen. Die Laufdauer der Genußscheine sowie die Wandlungsfrist sind im Regelfall begrenzt. Die Wandelgenüsse können mit einem vorzeitigen Kündigungsrecht (Call Option) der Emittentin ausgestattet sein.


Warenbörse Handelsobjekte dieser Börsen sind bewegliche Sachgüter (soweit vertretbar und nicht leicht verderblich). Praktisch bedeutsam sind Warenbörsen nur für Naturprodukte, nicht hingegen für industrielle Erzeugnisse. "Produktenbörsen" gibt es z.B. für Getreide, Mühlenerzeugnisse und Stroh, Spezialwarenbörsen z.B. für Getreide, Kaffee, Zucker, Baumwolle und Jute.


Warenterminbörse In Deutschland nahm die Warenterminbörse (WTB) ihre Geschäftstätigkeit mit dem 17.4.1998 auf. Angeboten wird zunächst ein standardisierter Terminkontrakt (Future) auf Kartoffeln (WTB-Kartoffel-Future) auf vorwiegend festkochende Speisekartoffeln der auf Basis der EU-Normen festgesetzten Handelsklasse 1. Von der WTB wurden folgende Sorten als lieferbar eingestuft: Agria, Secura und Solaria.


Warrant Strike Price


Wechsel (bill of exchange, bill); schuldrechtliches Wertpapier. Die Wechselverbindlichkeit ist abstrakt, d.h. von einem bestehenden Schuldverhältnis losgelöst. Der Gläubiger ist allein durch das Eigentum am Wechsel legitimiert. Man unterscheidet zwei Arten von Wechseln:
  1. Der gezogene Wechsel enthält die unbedingte Anweisung des Ausstellers, bei Fälligkeit an eine im Wechsel genannte Person oder deren Order eine bestimmte Summe zu zahlen.
  2. Der Eigenwechsel (Solawechsel) ist ein Zahlungsversprechen des Ausstellers auf die Zahlung einer bestimmten Summe bei Fälligkeit an eine im Wechsel bezeichnete Person oder deren Order.
Nach dem zugrunde liegenden Geschäft unterschiedet man: Nach der Fälligkeit unterscheidet man: Nach dem Zahlungsort differenziert man Zahlstellenwechsel (Bank befindet sich am Wohnort des Bezogenen) und ansonsten Domizilwechsel.


Wechselkurs (Devisenkurs, exchange rate); Preis einer Währung, ausgedrückt in Einheiten einer anderen Währung. Zwei unterschiedliche Formen der Notierung sind möglich: Wechselkurse gibt es i.d.R. für sämtliche fremde Währungen. Sie können sich aber auch über die Wechselkurse zweier anderer Währungen ergeben (Leitdevise oder Vehikelwährung i.d.R. US  vgl. Cross Rate). Devisenkurse für eine Währung sind nicht einheitlich. So unterscheiden sich: Mit der Möglichkeit, daß Wechselkurse im Zeitablauf schwanken und der Schwankungsintensität, entstehen Wechselkursrisiken, die im Rahmen der unternehmerischen Kurssicherungspolitik abgesichert werden können.


Wertpapier Urkunde über privatrechtliche Besitzverhältnisse, die ein Recht verbrieft, wobei zur Ausübung des Rechts der verbriefte Besitz erforderlich ist. Die Klassifikation von Wertpapieren kann nach folgenden Kriterien erfolgen:


Wertpapieranalyse Analyse, Beurteilung und Bewertung von Wertpapieren (Aktien, Anleihen, Wandelanleihen, Genußscheine etc.) im Hinblick auf die mögliche Vorteilhaftigkeit/Unvorteilhaftigkeit einer potentiellen Investition (Kapitalanlage). Die Wertpapierannalyse wird damit zu einer Durchleuchtung und Beurteilung des Emittenten. Ihre wesentliche Aufgaben besteht in der Auswertung sämtlicher verfügbarer Informationen über die wirtschaftliche Lage des Emittenten. Material liefert die Finanzanalyse. Als Stufen der Wertpapieranalyse werden üblicherweise angesehen:


Wertpapiersammelbank (Effektendepotbank, Kassenverein); Spezialbank, welche die Sammelverwahrung (Girosammelverwahrung) von Effekten sowie den Effektengiroverkehr durchführt und gem. § 1 (3) Depotgesetz von der dafür zuständigen Stelle eines Bundeslandes als Wertpapiersammelbank bezeichnet wird. In der Bundesrepublik Deutschland wurden die Wertpapiersammelbanken und Kassenvereine zu Deutscher Kassenverein AG, inzwischen Deutsche Börse Clearing AG, fusioniert.


Wertrechtsanleihe Anleihe, für die keine effektive Stücke ausgedruckt werden. Die aus der Schuldverschreibung abgeleitete Forderung (Wertrecht) wird nicht in einem Wertpapier verbrieft. Im Fall der Wertrechtsanleihe beruht das Wertrecht auf einer entsprechenden Eintragung im Schuldbuch des Emittenten. Treuhänderischer Verwalter ist eine Wertpapiersammelbank (Kassenverein).


W-Formation idealisierte Kurs-Umsatzformation, die den Chartisten auf eine untere Trendwende hinweist.


Window Warrant Optionsscheinvariante, die ihrem Inhaber die Ausübung während der Laufdauer nur während limitierter Zeiträume ermöglicht.


Windowdressing (Bilanzkosmetik); Maßnahmen im Rahmen der Bilanzpolitik, die darauf gerichtet sind, dem Bilanzleser ein möglichst günstiges Bild, insbesondere von der finanziellen Lage der Unternehmung, zu vermitteln. Banken bedienen sich hierbei vornehmlich des Pensionsgeschäfts, indem sie Wertpapiere in Pension geben und hierfür liquide Mittel erhalten.

Yankee Bonds US 0Anleihen, die von ausländischen Emittenten in den Vereinigten Staaten von Amerika emittiert werden.


You Choose Warrant (As-You-Like-Warrant); Optionsscheinvariante. Sie eröffnet dem Inhaber die zeitlich begrenzte Wahlmöglichkeit, zu entscheiden, ob der Optionsschein mit einem Put- oder einem Call-Optionsrecht ausgestattet sein soll. Im Regelfall sind You Chouse Warrants als Indexoptionsscheine ausgestattet.


Zeichnung von Wertpapieren schriftliche Verpflichtung zur Übernahme eines Betrags neu ausgegebener Wertpapiere. Wertpapiere werden durch ein Bankenkonsortium potentiellen Erwerbern zur Zeichnung angeboten (Zeichnungseinladung). Die Zeichnungseinladung umfaßt die Zeichnungsbedingungen und unterrichtet


Zeichnungsbedingungen definieren die Einzelheiten einer Wertpapieremission. Sie werden im Prospekt und per Zeichnungseinladung (vgl. Zeichnung von Wertpapieren) bekanntgegeben. Wesentliche Komponenten sind bei


Zeitwert
  1. Wert eines Vermögensgegenstandes zu einem bestimmten Zeitpunkt.
  2. Bei Optionen: Differenz zwischen Optionspreis und dem inneren Wert der Option.
  3. Bei Optionsscheinen: Differenz zwischen Kurs eines Optionsscheins und seinem rechnerischen Wert.
Vgl.: Zeitwertverfall


Zeitwertverfall Der Zeitwert einer Option oder eines Optionsscheins nimmt c.p. bei sonst konstanten Bedingungen im Zeitverlauf ab und erreicht mit Ende der Laufzeit der Option den Wert 0. Die Wertveränderung des Zeitwerts einer Option wird durch den Theta-Faktor demonstriert.


Zero-Bond (Nullkuponanleihe); festverzinsliche Wertpapiere, die abgezinst ausgegeben und bei Fälligkeit zum Nennwert getilgt werden. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Anleihen werden die Zinsen nicht periodisch gezahlt, sondern werden thesauriert und dadurch ebenfalls wieder verzinst. Dadurch ist der Wiederanlagezins garantiert (Zinseszinseffekt). Die Differenz zwischen dem Ausgabepreis und dem Nennwert stellt den Ausgleich für die laufenden Zinszahlungen dar. Wirtschaftlich besteht kein Unterschied zwischen Für den Emittenten von Zerobonds liegt der Vorteil darin, daß sich mit diesem Instrument längere Laufzeiten durchsetzen lassen und während der Laufzeit keinerlei Zinszahlungsverpflichtungen bestehen. Da Zerobonds i.d.R. relative lange Laufzeiten aufweisen und die Zinsen gestundet werden, werden an die Bonität des Emittenten besonders hohe Anforderungen gestellt. Aufgrund des Zinseszinseffektes unterliegen Nullkuponanleihen im Vergleich zu den klassischen festverzinslichen traditionellen Anleihen überproportionalen Kursschwankungen. Dieser Effekt wird bei langen Restlaufzeiten u.U. erheblich verstärkt.


Zins Preis, den der Schuldner für die befristete Überlassung von Geld bezahlen muß. Die Zinstheorien versuchen, den Zins und seine Höhe zu erklären. Die Schuldner-Theorien (Wucher-Theorien, Ertragstheorien, Agio-Theorien, Ausbeutungstheorien) begründen ihn aus der Sicht des Kreditnehmers, während die Gläubiger-Theorien ("Verzicht"-Theorien, Arbeitstheorien) ihn aus der Sicht des Gläubigers zu erklären versuchen.

Man unterscheidet Fremdkapitalzinsen und Eigenkapitalzinsen. Hierbei kann es sich um eine nominelle (Nominalzinsfuß) oder effektive Verzinsung (Effektivzinsfuß) handeln. Seitens der Banken wird zwischen Sollzinsen (für ausgereichte Kredite) und Habenzinsen (für hereingenommene Gelder) unterschieden, wobei den Sollzinsen die primäre Bedeutung zukommt. Sie werden als Mittel der Preispolitik genutzt und entweder als Nettozins oder Bruttozins (gesonderte Abrechnung von Zinsen und Bankspesen) berechnet. Die Höhe der Kredit(Soll)zinsen bestimmt sich nach folgenden Determinanten:


Zinskanal ergibt sich für Tagesgeld aus der Differenz von Ober- bzw. Untergrenze der Geldmarktsätze, die im Rahmen der sogenannten "ständigen Fazilitäten" (vgl. Spitzenrefinanzierungsfazilität) für Tagesgeld durch die Europäische Zentralbank (EZB) eingeräumt wird.


Zins- und Währungsswap (Interest and Currency Swap, Zins- und Währungsaustauschvereinbarung, Swap); Der Terminus Swap wurde aus dem Devisenhandel entliehen und hat auf den internationalen Finanzmärkten inzwischen einen neuen Inhalt bekommen. Der Grundgedanke dieser Vereinbarung ist darin zu sehen, über die Arbitrage von relativen Refinanzierungsstärken die eigene Position zu verbessern. Bei einem Swap handelt es sich also um den Austausch von Zahlungsverpflichtungen mit dem Ziel, relative Vorteile zu arbitrieren. Diese können sich z.B. aus der unterschiedlichen Konditionierung auf den einheimischen und internationalen Finanzmärkten oder aus der unterschiedlichen Bonität und Stellung der Partner im Markt ergeben. Da mit dem Swap komparative Vorteile auf Teilmärkten ausgenutzt werden, besteht ein Zwang zur permanenten Auffindung neuer Arbitragemöglichkeiten.

Getauscht werden können prinzipiell die Zinszahlungsverpflichtungen aufgrund unterschiedlicher Zinsbindungszeiträume, die Währung oder beides. Entsprechend unterscheidet man zwischen Zinsswap, Währungsswap sowie Zins- und Währungsswap.


Zinsabschlagsteuer Die Zinsabschlagsteuer gilt mit der Überschreitung der Freibeträge für alle in- und ausländischen Kapitalanleger mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in Deutschland (Gebietsansässige). Personen mit Wohnsitz im Ausland (Gebietsfremde) zahlen (Ausnahme bei Tafelgeschäften, die in Deutschland getätigt werden) keine Zinsabschlagsteuer.


Zinsgefälle
  1. unterschiedliches Zinsniveau an verschiedenen Orten, insbesondere zwischen den Geld und Kapitalmärkten verschiedener Länder. Dieses Zinsgefälle führt u.U. zu einem Geldzufluß zum Zweck entsprechender Investitionen in das Land mit dem höheren Zinsniveau. Andererseits erfolgt in diesem Fall oft die Kreditaufnahme inländischer Unternehmen auf ausländischen Märkten mit niedrigerem Zinsniveau. Entscheidend für die Richtung und Intensität zinsinduzierter Geld- und Kapitalströme sind aber außerdem die Kurssicherungskosten, die im Zusammenhang mit Maßnahmen zur Absicherung gegen Währungsrisiken entstehen. Unterschiedliches Zinsniveau zwischen zwei verschiedenen Währungsgebieten führt dann nicht zu zinsinduzierten Geld- und Kapitalströmen, wenn allgemein eine Abwertung der Währung des Landes mit dem höheren Zinsniveau erwartet wird.
  2. Zinsunterschiede zwischen dem Geld- und Kapitalmarkt eines Landes, wobei innerhalb der einzelnen Märkte weitere Differenzierungen (verursacht durch die Bonität, Laufdauer, Fristigkeit der Kapitalbindung etc.; vgl. Zinsstruktur) auftreten. Der Geldmarktzins ist i.d.R. niedriger als der Kapitalmarktzins. Auch innerhalb des Geldmarkts bilden sich verschiedene Zinssätze. Relevant sind die Fristigkeit (Sätze für Tagesgeld, Monatsgeld, Dreimonatsgeld) und die Bonität (z.B. Sätze für Schatzwechsel des Bundes und der Bundesbahn bei gleicher Restlaufzeit).


Zinsstruktur Die effektiven Zinssätze zu einem bestimmten Zeitpunkt auf den verschiedenen Märkten (Geld-, Kredit- und Kapitalmärkte) unterscheiden sich voneinander u.U. erheblich. Die Ursache für unterschiedliche Zinssätze liegt in der Differenzierung der Bonität, Fristigkeit und Denomination der Kapitalanlagen durch die Investoren.

Die Zinsstruktur spiegelt das Verhältnis dieser Zinssätze zu einem bestimmten Zeitpunkt zueinander wider. Bei der Fülle unterschiedlicher Kapitalanlagen und damit einer entsprechenden Anzahl von Zinsstrukturen, ist eine Konzentration auf Zinsstrukturen bestimmter Kapitalanlagen notwendig. Normalerweise werden die Zinsstrukturen festverzinslicher Wertpapiere (Rentenwerte) gleicher Bonität, Restlaufdauer und Denomination dargestellt. Im Regelfall dürften die langfristigen Zinssätze über den kurzfristigen Zinssätzen liegen. Im umgekehrten Fall, der durchaus realistisch - wenn auch seltener - ist, spricht man vom Vorliegen einer inversen Zinsstruktur. Erklärungsansätze für die Entwicklung der Zinsstruktur liefern unterschiedliche Theorien:

  1. die Erwartungstheorie (J. Fischer, J. R. Hicks, F. A. Lutz);
  2. die Liquiditätsprämientheorie (J. R. Hicks);
  3. die Marktsegmentationstheorie (J. M. Culbertson)


Zulassungsstelle überwacht an der Börse die Zulassung der Wertpapiere zum amtlichen Handel. Sie entscheidet über die Zulassung der Wertpapiere, die mit amtlicher Feststellung des Börsenpreises (amtliche Notierung) an der Börse gehandelt werden, soweit nicht in § 41 BörsG oder anderen Gesetzen etwas anderes bestimmt ist. Außerdem kontrolliert die Zulassungsstelle die Einhaltung aller Pflichten, die sich aus der Zulassung für den Emittenten und das antragstellende Kreditinstitut ergeben.


Zuteilung (Rationierung, Repartierung); bei überzeichneten Emissionen die anteilsmäßige Zuteilung der neu ausgegebenen Wertpapiere. Im Börsenverkehr ist eine Zuteilung dann erforderlich, wenn übermäßige Nachfrage bzw. zu geringes Angebot in gehandelten Wertpapieren vorliegt. Zu dem amtlich festgestellten Kurs wird repartiert.


Zwischenbericht Emittenten zugelassener Wertpapiere müssen gem. § 44b BörsG; §§ 53 ff BörsZulV regelmäßig Zwischenberichte veröffentlichen. In ihnen soll über die Geschäftstätigkeit der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres berichtet werden. Die Zwischenberichte sind außerdem innerhalb von zwei Monaten nach der Beendigung des Berichtszeitraums in einem überregionalen Börsenpflichtblatt oder im Bundesanzeiger oder als Druckschrift zu veröffentlichen, die dem Publikum bei den Zahlstellen auf Verlangen kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Gem. § 53 BörsZulV sind die Mindestanforderungen an den Inhalt des Zwischenberichts festgelegt.




Börsen - Lexikon


Aktien
Anteilspapier, das wirtschaftliches Miteigentum an einem Unternehmen verbrieft.


Aktienanalyse
Untersuchung von Aktien zum Zwecke der Geldanlage und Bewertung der Aktien nach gewissen Kennziffern.


Aktionärsbrief
Regelmäßig schriftlich oder sporadisch erscheinende Mitteilungen der AG oder sonstiger Institutionen an die Aktionäre. Informiert über wichtige Ereignisse und Entwicklungen.


Baisse
Phase starker Kursverluste an der Börse. Das Gegenteil dazu ist die Hausse (Kursgewinne).


Blue Chip
Standardaktie mit hohem ausländischen Ansehen (z.B. Siemens)


Börse
Markt für Wertpapiere, Devisen und Waren, wo vereidigte Kursmakler aufgrund der vorliegenden Aufträge (Angebot & Nachfrage) börsentäglich aktuelle Kurse feststellen.


Börsenmakler
Vermittler von Börsengeschäften. Beim Ankauf und Verkauf erhält der Börsenmakler eine Courtage.


Chart
Grafische Darstellung der Kurs- und Umsatzentwicklung von Wertpapieren, Branchen oder Börsen.


Courtage
Maklergebühr, die einen gewissen Prozentsatz vom Kurswert ausmacht und vom Börsenmakler in Rechnung gestellt wird. In der Regel 0,25% des Aktienwertes.


Crash
Massiver Kurseinbruch von Wertpapieren auf breiter Front (Schwarzer Freitag 1929).


Dax 30
Fortlaufend berechneter Index, in dem 30 deutsche Aktien repräsentiert sind, z.B. Allianz, DaimlerChrysler, Siemens, Deutsche Bank, SAP.


Depot
Gesamtheit der für einen bestimmten Anleger bei einer Bank hinterlegten Aktien, Fonds, Anleihen, Zertifikate, Optionsscheine, Gold, insbesondere Wertpapiere .


Depotgebühren
Gebühren, die die Bank ihren Depotkunden für die Verwahrung in Verwaltung von Wertpapieren in Rechnung stellt.


Dividende
Auf eine Aktie anfallender Anteil an der Gewinnausschüttung der AG, die dem Aktionär gutgeschrieben wird.


Effekten
Bezeichnung für am Kapitalmarkt handelbare Wertpapiere.


Emittent
Herausgeber von Wertpapieren (Banken).


Hausse
Anhaltend starke Aufwärtsbewegung an der Börse.


Inflation
Steigende Preise bzw. Kaufkraftverlust in Folge von deutlich das Angebot übersteigender Nachfrage. Die Inflationsrate liegt im durchschnitt bei 2% pro anno.


Inflationsrate
Die in Prozent ausgedrückte Inflationsrate besagt, in welchem Ausmaß die allgemeinen Lebenshaltungskosten zu einem Zeitpunkt X im Vergleich zum Zeitpunkt XY angestiegen sind.


KGV
Eine wichtige Kennzahl der Aktienanalyse. Das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) errechnet sich aus dem aktuellen Börsenkurs dividiert durch den durch für ein bestimmtes Jahr ausgewiesenen oder von Wertpapieranalysten erwarteten Gewinn bzw. Dividende pro Aktie . Je niedriger das KGV, desto preiswerter ist die Aktie.


Kurs
Aktueller Preis eines Wertpapieres.


Kursgewinn
Neben den laufenden Erträgen wie Dividende, Währungsgewinne, oder Zinsen die zweite Möglichkeit, mit Wertpapieren Geld zu verdienen. Von Kursgewinnen spricht man, wenn man die Papiere zu einem höheren Kurs verkauft, als sie gekauft wurden. 


Kursmakler
Amtlich bestellter und vereidigter Handelsmakler, der an der amtlichen Feststellung von Börsenkursen beteiligt ist.


Kurspflege
Manipulation des Börsenkurses eines bestimmten Wertpapieres nach oben. Die stützenden Käufe erfolgen meist durch Banken und Fonds oder durch andere Institutionelle-Anleger.


Limitierung
Kursbegrenzung bei Börsenaufträgen. Ein Limit legt fest, dass ein Kaufauftrag nicht oberhalb, ein Verkaufsauftrag nicht unterhalb eines festgelegten Kurses ausgeführt werden soll. Der Anleger kann sich durch Erteilung eines Limits vor Kursturbulenzen oder zu geringen Verkaufskursen schützen.


Nebenwerte
Aktien junger bzw. kleinerer Unternehmen (Small Caps), die international wenig bekannt sind oder wenig Beachtung finden. (Blue Chips = Standardwerte)


Nennwert
Der auf der Wertpapierurkunde abgedruckte Betrag. Bei Aktien gibt er den auf eine Aktie entfallenden Anteil am Grundkapital der AG an.


Optionsscheine
Eigenständiges Wertpapier, das dem Inhaber das Recht verbrieft ein bestimmtes Basisinstrument (z.B. Aktien oder Rohstoffe) innerhalb einer bestimmten Frist in einem bestimmten Verhältnis zu einem bestimmten Preis zu kaufen oder zu verkaufen.


Performance
Wertentwicklung eines Anlageobjektes über einen bestimmten Zeitraum z.B. 1Jahr.


Rendite
Ertrag eines Wertpapieres in Relation zum investierten Kapital.


Renten
Mit einem festgelegten Zinssatz ausgestattete Wertpapiere.


Stückzinsen
Bei Kauf oder Verkauf festverzinslicher Wertpapiere werden die seit dem jeweils letzten Zinszahlungstermin angefallenen Zinsen dem Kurswert zugeschlagen, da dem Erwerber der Zinszahlungsanspruch zusteht.


Spekulationssteuer
Wenn zwischen Kauf und Verkauf nicht mindestens 12 Monate vergangen sind, sind Kursgewinne als Spekulationsgewinne zu versteuern. Bis zur Freigrenze von 500 Euro pro Kalenderjahr bleiben auch Spekulationsgewinne steuerfrei.


Spekulationsfrist
Zwischen Kauf und Verkauf müssen mindestens 12 Monate vergangen sein, damit der Gewinn keiner Spekulationssteuer unterliegt.


Standardwerte
Aktien großer wachstumsstarker und gewinnstarker Unternehmen z.B. Siemens oder General Electric.


Terminbörse
Börsenmäßig organisierter Markt für den Terminhandel (Derivate bzw. Futures).


Totalverlust
Verlust des gesamten für den Kauf eines Wertpapieres aufgewendeten Betrages, z.B. wegen Konkurs respektive Insolvenz der AG.


Wertpapier
Urkunde, die ein Vermögensrecht verbrieft, wobei dieses Recht ohne die Urkunde weder geltend gemacht noch übertragen werden kann.


WKN/ISIN (Wertpapier-Kenn-Nummer)
Mit dieser Nummer ist in Deutschland jedes an der Börse gehandelte Wertpapier eindeutig zu identifizieren.


Zeichnung
Angabe eines Angebotes von einer Bank zum Kauf von Wertpapieren bei deren Emission.


Zinsen
Preis, den ein Kreditnehmer für die zeitweilige Überlassung von Geld oder Kapital zu zahlen hat