Wie funktioniert die Börse?




Aktien
Aktien sind verbriefte Anteile an Unternehmen, das heißt, der Kursverlauf hängt langfristig davon ab, wie gut oder schlecht sich das Unternehmen entwickelt. Wer also Aktien kauft wird Teilhaber am jeweiligen Unternehmen, wenn auch meist zu einem sehr geringen Teil.

So funktioniert die Börse
Die Börse arbeitet wie ein Marktplatz, an dem Käufer und Verkäufer zusammenkommen. Wer eine Aktie kaufen oder verkaufen will, teilt die dem anderen mit, indem er seine Absicht per Internet, Telefon oder Fax der Bank mitteilt. Diese gibt dann die Order an einen Makler direkt an die Börse/Parkett oder stellt sie in das elektronische Handelssystem Xetra ein.Beispiel:Ich möchte 35 Siemens-Aktien kaufen und biete maximal 112 Euro. In der Börsensprache heißt das: Kauf von 35 Siemens-Aktien mit Limit 112 Euro. Wenn es jemanden gibt, der zu diesem Kurs eine Aktie verkaufen möchte, kommt es zum Handel. Ansonsten muß man abwarten oder das Limit zum Kauf erhöhen bzw. mehr bieten. Ohne Kauf kein Verkauf und umgekehrt!
Erst wenn ein solcher Handel abgeschlossen wird, kommt ein Kurs zustande. Das sind die Werte, die zum Beispiel im Laufband von n-tv zu sehen sind oder im Zeitungskursteil stehen. Der letzte Aktienkurs zeigt an, wieviel diese Aktie im Moment Wert ist. Danach entscheidet man, bis zu welchem Kurs man kaufen/verkaufen will, ob man auch mehr bietet oder weniger - oder ob man zu jedem Preis, also unlimitiert, kaufen/verkaufen möchte. Dann wird abgewartet zu welchem Kurs jemand darauf eingeht. Das kann erheblich teurer beim Kauf bzw. billiger beim Verkauf sein, deshalb immer limitieren, vor allem als Anfänger.

Warum steigen und fallen Aktien?
Aktien steigen, wenn es dem Unternehmen gut geht und fallen, wenn es schlecht läuft. Aber der Kurs wird auch von Angebot und Nachfrage bestimmt. Wenn sich keiner für das Unternehmen interessiert, obwohl es gut läuft und deshalb die Aktien eher verkauft als gekauft werden, fällt der Kurs trotzdem. Das ist umgekehrt auch möglich. Das Unternehmen läuft schlecht, aber die Aktie ist gerade en vogue und viele wollen sie haben, also steigt der Kurs.

Die Kursbewegung wird von vielen Faktoren beeinflußt:

1. Durch Unternehmensmeldungen, Bekanntgabe von Zahlen, Hauptversammlungen oder Pressekonferenzen usw.

2. Durch Kauf/Verkaufsempfehlungen von Banken, Zeitschriften, Börsenexperten vom Gesamtmarkt z.B. DAX-Verlauf oder anderen Börsen, wichtig hier vor allem Dow Jones (USA) & Nikkei (Japan)

3.Durch das allgemeinen Umfeld wie zum Beispiel Zinsen (je niedriger die Zinsen desto besser für die Aktien), Konjunktur, Politik, weltweiten Krisen (Nahe Osten, Nordkorea, SARS), Kriege, Terrorismus oder anderen Ereignissen.

Die zwei wichtigsten Aktienarten
Aktien gibt es in verschiedenen Arten, die beiden wichtigsten sind Stammaktien und Vorzugsaktien. Sie stehen für den gleichen Teil eines Unternehmens, müßten also etwa gleich viel kosten. Wenn da nicht ein kleiner Unterschied wäre.

Stammaktien haben Stimmrecht, zum Beispiel für Hauptversammlungen. Meist sind mehr Aktien im Verkauf, das heißt, daß ein leichterer Kauf/Verkauf möglich ist. Oft sind die Stämme in den wichtigen Indizes z.B. DAX vertreten, deshalb werden sie zu einem höheren Kurs gehandelt.

Vorzugsaktien haben in der Regel kein Stimmrecht und oftmals sind weniger Aktien im Umlauf. Das heißt, daß der Kauf/Verkauf schwieriger ist. Aber Vorzugsaktien haben ein Recht auf Dividendennachzahlung, bzw. eine höhere Dividende, wenn sie einmal ausfiel. Sie haben meist höhere Dividende oder einen höheren Bonus respektive Rendite als Stammaktien und sie sind selten in Indizes vertreten wie z.B. im DAX oder Eurostoxx 50.

Einige deutsche Firmen haben ihre Stammaktien und Vorzugsaktien bereits zusammengelegt und andere folgen. So wird es diese beiden Aktienarten bald nicht mehr geben, wie zum Beispiel in den USA.



Order - Beispiel



Ausführung einer elektronischen Inlandsorder



Im Bereich Inlandsorder wird eine Verkaufsorder mit Limit für 30 Stück Haitec-Akten (WKN 600520) auf XETRA gesetzt.

  1. Bei einer Order mit Limit wird nur dann verkauft, wenn ein bestimmter Kurs
    (hier 2,55 Euro) erreicht wird.
  2. Der Zusatz Gülitigkeit gibt vor, dass die Order nur für diesen Tag (tagesgültig) oder für den Rest des Monats (ultimo) gilt.
Limitierte Verkaufsorder

Nach Ausführung wird die Order ins Orderbuch eingetragen.

Ausgeführte Verkaufsorder Zustandekommen des daraus folgenden Realtimekurses

Aufgrund der Verkaufsorder wird ein aktueller Kurs (Realtimekurs) ermittelt:

  1. Der Briefkurs (ask) gibt an, zu welchem Kurs ein Wertpapierbesitzer bereit ist, seine Wertpapiere zu verkaufen. Der Geldkurs (bid) gibt an, zu welchem Kurs ein Anleger bereit ist, Wertpapiere zu kaufen.
  2. Die Brief-Size gibt an wieviel Aktien zum Briefkurs angeboten werden.
  3. Das Volumen zeigt, wie viele Aktien seit der Eröffnung der Börse am heutigen Tag bereits gehandelt worden sind.
Aktueller Kurs

Erlärung des Begriffs "Markttiefe"

Die Markttiefe zeigt eine Liste der besten Kauf- und Verkaufsgebote und ist ein wichtiges Instrument zur Beurteilung des momentanen Stands einer Aktie. Infos über die Markttiefe gibt's meist nur gegen Gebühr (z.B TraderMatrix 2.0 von Comdirect.)

Dexia erlaubt jedoch kostenlos Markttiefe 5, d.h. den Einblick in die in die 5 besten (1) Kauf- und (2) Verkaufslimite inkl. des zugehörigen Volumens für ein gewähltes Wertpapier. Hier gezeigt am Beispiel unserer Haitec Aktie.

Tipp: Aufpassen! Ein Makler hat seine Kauf- bzw. Verkauforder schnell wieder gestrichen.

Marktiefe




Wertpapier-Order-Lexikon



Billigst - Kauforder
Ohne Limit erteilte Order zum Kauf von Wertpapieren.
D.h. die Kauforder wird beim nächsten zustandekommenden Kurs ausgeführt.


Bestens - Verkaufsorder
Ohne Limit erteilte Order zum Verkauf von Wertpapieren.
Die Verkaufsorder wird beim nächsten zustandekommenden Kurs ausgeführt.


Limit - Kurslimit
Mit der Angabe eines Limits wird festgelegt, zu welchem Kurs höchstens gekauft bzw. mindestens verkauft werden soll. Kaufaufträge mit Limit empfehlen sich bei umsatzschwachen Papieren. Die Dauer eines limitierten Auftrags lautet wie folgt:
Tagesgültig - für den Tag oder bis ultimo - bis zum letzten des Monats


Stop-buy Order
Stop-buy Order sind limitierte Kauforder.
Sie werden automatisch bei Überschreiten des angegebenen Wertes der Aktie bzw. Wertpapiers ausgeführt. Sie sind nützlich wenn man nur dann kaufen möchte, wenn der Kurs ein aufsteigende Tendenz (200 bzw. 90 Tage-Linie) hat und eine durch das Limit markierte Widerstandslinie durchbricht (Kaufsignal).


Stop-loss Order
Stop-loss Order sind limitierte Verkaufsorder.
Sie werden automatisch bei Unterschreiten des angegebenen Wertes der Aktie bzw. Wertpapiers ausgeführt. Sie dienen zum Schutz vor größeren Verlusten und zur Gewinnabsicherung. Das Stop-loss wird ca 15-20% unter dem Kaufpreis gesetzt. Bei steigenden Kursen sollte er nach oben korrigiert respekive nachgezogen werden.

Fazit: Stop-loss und Stop-buy können je nach Bank mit Kosten verbunden sein.



Nachfrage (Geldkurs) - Angebot (Briefkurs)
Wertpapierkurse werden fortlaufend festgesetzt. Die Festsetzung erfolgt nach Angebot (Briefkurs) und Nachfrage (Geldkurs).
Der Briefkurs gibt an, zu welchem Kurs ein Wertpapierbesitzer bereit ist, seine Wertpapiere zu verkaufen.
Der Geldkurs gibt an, zu welchem Kurs ein Anleger bereit ist, Wertpapiere zu kaufen.


Kurse
Der Echtzeitkurs (Realtimekurs) eines Wertpapiers wird stetig aus Briefkurs und Geldkurs ermittelt. Im Internet erhalten sie oft sog. Neartimekurse mit ca. 15 Minuten Verzögerung. Die Kurse in den Tageszeitungen sind meist sog. Tageskurse (Kurs des Wertpapiers zu einer bestimmten Zeitpunkt z.B. 17:15 Uhr).


WKN/ISIN (Wertpapier-Kennnummer)
Mit dieser Nummer ist in Deutschland jedes an der Börse gehandelte Wertpapier eindeutig zu identifizieren.




Order-Fehler



Bemerkung: Unbedingt vorher selbst recherchieren, nicht erst kaufen und sich dann besorgt fragen, ob die Order sinnvoll war oder warum der heiße Tip plötzlich eine eiskalte Fehlinvestition war. Ob Bankberater, Börsenkenner oder Experte jeder kann sich irren und Fehler machen.


Kaufentscheidungen
Niemals aus einem Impuls heraus investieren, vor allem, nachdem der Kurs bereits stark angesprungen ist. Wenn man dem Kurs hinterherläuft, ist die Gefahr eines Rückschlages sehr hoch, zumindest kurzfristig werden fast immer Verluste eintreten. Das bekannteste Beispiel an der NASDAQ ist YAHOO, die Aktie ist nach einer Empfehlung an einem Tag um über 50 Prozent auf bis zu 15 Euro angestiegen und innerhalb von drei Tagen auf 10 Euro zurückfiel.

Steile Anstiege sind oft Eintagsfliegen. Das Hinterherlaufen ist riskant. Fast immer kommt ein Rückschlag, der genug Zeit für ein Nachforschen gibt, ob das erwartete Potential tatsächlich vorhanden ist oder ob es nur eine Luftblase ist.

Prozentanteile
Auch wenn man absolut überzeugt von einem Wert ist, sollte man nie zu hohe Prozentanteile auf diesen Wert setzen. Ein Irrtum kann teuer werden. Fazit: Nicht mehr als 10% des Kapitals in ein Wertpapier investieren !

Wie recherchiert man Wertpapiere?
Man muß sich den Wert vor Investition unter fundamentalen Gesichtspunkten ansehen. Auch wenn sich das KGV an der NASDAQ in scheinbar anderen Regionen bewegt, ist dieser leicht bestimmenbare Wert ein Anhaltspunkt dafür, wie teuer ein Wertpapier ist im Vergleich mit dem erwarteten langfristigen Gewinnwachstum.


Fazit:
KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) geteilt durch Gewinnwachstum ist kleiner als 1 ist dabei eine gewisse Hilfe, wenn man den Wert über 2-3 Jahre hinweg beobachtet.

Wenn man sich für einen Wert entschieden hat, wird die Order aufgegeben. Dabei ist der bisherige Kursverlauf äußerst wichtig. Zeigt er einen Abwärtstrend und man ist auf kurzfristige Gewinne aus, sollte man eine Bodenbildung oder einen Ausbruch (aus der 200 bzw. 90 Tage-Linie) abwarten. Wenn nichts gegen einen Einstieg spricht, kann man auch für langfristige Anlagen kaufen, wobei man nur Teilpositionen aufbauen sollte, um eventuell billiger nachkaufen zu können.
Fazit: Der Cash-Bestand sollte immer zwischen 15-20% liegen.

Nach einem steilen Anstieg einzusteigen, ist sehr riskant. Man weiß nie, ob es noch weitergeht oder vorher ein Rückschlag einsetzt. Sicherheitshalber sollte man eine Bodenbildung abwarten, das heißt lieber zu einem etwas höheren Kurs auf gesichertem und festen Niveau einsteigen, als das Risiko einzugehen, größere Buchverluste einzufahren. Falls sich der Kurs in einem Aufwärtstrend befindet, sollte man das Kauf-Limit nicht zu tief setzen, da man sonst meistens dem Kurs nachschauen muß.


Limit
Ein klar überlegtes Limit ist immer zu setzen. Bei DAX-Werten ist es nicht unbedingt notwendig. Bei Nebenwerten, z.B. an der NASDAQ, kann man so erheblich kostspieligere Käufe als geplant vermeiden. Das Limit sollte sich auf Bewertung und Kursverlauf begründen.
Fazit:Die Positionen konsequent mit Stoppkurse absichern!
Lassen Sie Gewinne laufen, und begrenzen Sie Verluste.


Dieses Limit muß so gesetzt werden, daß ein Überschreiten eine höhere Bewertung darstellt, als man selbst dem Wert im Moment zugestehen will. Wenn der Wert unterbewertet ist, heißt das aber nicht, daß man das Limit beim fairen Kurs ansetzt, der möglicherweise viel höher liegt.

In diesem Fall schaut man sich den Kursverlauf an, vor allem die Volatilität und die Bewegungsrichtung der letzten Tage spielt eine Rolle. Wenn der Wert zu Tagesschwankungen über 10 Prozent neigt, aber in den letzten Tagen seitwärts lief, reicht zum sicheren Einstieg ein Limit auf Vortagsschluß-Niveau oder sogar darunter.

Bei steigenden Kursen empfiehlt sich ein Kauf-Limit knapp über dem letzten bekannten Kurs. Die genaue Höhe richtet sich nach der Volatilität (Volatilität = Schwankung). Steigen die Kurse über Nacht deutlich an, so ist ein Nachlaufen riskant, aber zum sicheren Einstieg muß das Limit entsprechend hoch angesetzt werden, ansonsten kann man nur auf einen Rückfall unter das Limit hoffen.
Fazit: Ein Rücksetzer ist durchaus wahrscheinlich!

Bei fallenden Kursen ist ein Kauf-Limit knapp unterhalb des aktuellen Kurses ebenfalls meistens der Ausführung sicher, man sollte aber etwas Geduld haben, aber nicht zu lange mit einer nötigen Erhöhung warten, falls der Kurs den Abwärtstrend nach oben verläßt.

Niemals sollte man nach einem überraschend hohen Erstkurs das Kauf-Limit deutlich erhöhen, die Entscheidung über den Wert der Aktie muß vorher feststehen. Wenn der Wert sich nur wenig bewegt, kann man das Limit erheblich dichter an den letzten Kurs setzen. Das verhindert das Ausreißer nach oben und zu hohe Einstiegskurse.


Gestaffelte Limits
Wer größere Summen (10.000 Euro) in einen Wert investieren will, sollte mit gestaffelten Limits arbeiten. Das heißt, z.B. ein Kauf-Limit auf ein Drittel der gewünschten Position auf Basis des Schlußkurses vom Vortag setzen, ein weiteres für ein Drittel wenige Prozent darunter, um Schwankungen innerhalb des Tages optimal zu nutzen und den Rest entweder für Nachkäufe aufsparen, falls der Kurs kräftiger nachgibt, oder direkt ein Limit beispielsweise 10-15 Prozent unter den letzten Kurs setzen, um den Einstiegspreis zu verbilligen, falls es zu Ausschlägen nach unten kommt. Auf jeden Fall sollte man lieber einmal nicht investieren, als zu teuer.


Wertpapier-Ausstieg
Beim Ausstieg ist für kurzfristig orientierte Anleger ein Teilverkauf nach steilem Anstieg ratsam, da man oft nach einer technischen Gegenbewegung billig neu einsteigen kann. Sollte diese wider Erwarten nicht erfolgen, so hat man seine Gewinne sichergestellt und kann mit dem Rest an weiteren Kursgewinnen partizipieren.


Bemerkung: Gewinne sind erst dann wirklich erzielt, wenn sie auch realisiert sind, Buchgewinne sind zwar schön, aber nicht gesichert! Wenn sich Wertpapiere in kürze verdoppelt oder sogar verdreifachen, so kann es sicher nicht schaden, die Hälfte zu verkaufen, Gewinnmitnahmen haben noch niemanden geschadet.

Auch beim Ausstieg sollte ein sinnvolles Limit gesetzt werden und wie beim Einstieg orientiert sein. Niemals aus dem Bauch heraus verkaufen. Das kann dazu führen, daß Gewinne entgehen, wenn die Aktie noch Potential hat. Ein zu tief gesetztes Limit kann teilweise Verluste von Buchgewinnen bringen. Übertrieben hohe Limits hingegen können den Nichtverkauf bedeuten.

Wer langfristig anlegt, braucht weniger über Verkäufe nachdenken, weil die Gewinne erst nach vielen Jahren realisiert werden. Dann gelten die gleichen Regeln wie oben.


Fazit:
Wenn man nach steilen Anstiegen oder bei hohen Gewinnen nicht verkaufen will, sollte man Stopp-Loss-Limits setzen, damit die Gewinne nicht verloren gehen. Als Orientierung dient beispielsweise die Untergrenze eines Aufwärtstrends oder ein starker Widerstand (Charttechnik), dessen Unterschreiten weitere Kursverluste wahrscheinlich erscheinen ließe.

1.Lassen Sie Gewinne laufen, und begrenzen Sie Verluste.
2.Die Positionen konsequent mit Stoppkurse absichern!
3.Ziehen Sie immer die Stoppkurse nach!




Denn Buchgewinne sind keine realen Gewinne!





Märkte und Indizes




Gewichtung der Märkte und Indizes
DOW JONES
NASDAQ; S&P 500
NIKKEI; HSI; Hongkong Stock Exchange Index
EURO 50 Index
DAX; FTSE
MDAX; Neuer Markt
SMAX

Der DOW JONES bestimmt die Weltwirtschaft am meisten. Dann folgen die amerikanische Computerbörse NASDAQ, der japanische NIKKEI oder der deutsche DAX mit seinen Unterindizes MDAX oder Neuer Markt.

DOW JONES
Der DOW JONES ist der amerikanische Aktienindex mit den 30 wichtigsten US-Unternehmen. Hier sind Weltkonzerne wie Walt Disney, IBM, General Electric oder auch General Motors enthalten. Der DOW JONES ist extrem wichtig, weil New York die Weltleitbörse ist – fällt der DOW stark, gehen meist weltweit die Aktienkurse zurück.
Der Name "DOW JONES" geht übrigens auf den gleichnamigen Verlag zurück. 1999 übersprang der DOW erstmals die Rekordmarke von 10.000 Punkten, dabei ist es noch gar nicht so lange her, daß er die 4.000 Punkte nahm.

NASDAQ
Die NASDAQ ist die sog. Computerbörse. Hier werden, vor allem, Aktien von US High-Tech-Firmen und Internet-Unternehmen gehandelt. Die NASDAQ ist deutlich stärker gestiegen als der DOW JONES. Hier gibt es meist erheblich stärkere Kursausschläge als bei den Standardwerten.

S&P 500; S&P Future
Ein in den USA sehr wichtiger Indizes ist der Standard & Poor 500, kurz S&P 500. Er enthält die 500 größten US-Unternehmen und zeigt so die Entwicklung des breiten US-Marktes an. Nicht zu vergessen ist der S&P Future, ein wichtiger Indikator, wenn die US Märkte geschlossen sind. Er wird rund um die Uhr gehandelt und bietet einen gewissen Anhalt über die (kurzfristige) zukünftige Entwicklung des US-Marktes.

EURO-STOXX 50 Index
Ein immer wichtigerer Index ist der EURO-STOXX 50, dem die 50 größten europäischen Unternehmen angehören. Damit wird die Entwicklung der Börse(n) in "Euro-Land" gemessen.
Im Index sind hauptsächlich Industrie-Unternehmen enthalten. HighTech Firmen fehlt es, in Europa, noch an Größe um Eingang in den EuroStoxx zu finden.

DAX
Der DAX ist der Deutsche Aktienindex mit den 30 wichtigsten deutschen Unternehmen (Blue Chips), sozusagen der deutsche DOW Jones. Im DAX sind zum Beispiel die Deutsche Bank, die Allianz, Siemens, DaimlerChrysler, die Deutsche Telekom usw. Der Dax-Verlauf spiegelt die Entwicklung des deutschen Aktienmarktes wider. DAX-Werte sind die sog. Standardwerte. Die durchschnittliche Kurssteigerung im DAX lag früher bei 12 Prozent p.a.; in den letzten Jahren allerdings deutlich höher. DAX-Aufnahmekriterium ist die sogenannte 35/35 Regelung, das heißt das Unternehmen muß in Börsenwert und Umsatz unter den 35 größten sein. Erfüllt ein Unternehmen diese Kriterien nicht mehr, kann es ausgetauscht werden.

MDAX
Nach dem DAX die sog. 2te Liga. Er enthält die Werte 31-100, die 70 größten Unternehmen nach den DAX-Titeln, zum Beispiel: MLP, Jenoptik, Kolbenschmidt, Gold-Zack und Wella. Diese beiden Indizes ergeben den DAX 100, auch C-DAX genannt. Allerdings ist der C-DAX als reiner Index fast unbedeutend.

Neuer Markt-Index (NEMAX All-Share, NEMAX 50)
In Deutschland gibt es seit 1997 den Neuen Markt. In ihm wurde, vergleichbar zum US-Vorbild NASDAQ, ein Markt für kleine, junge Wachstumsunternehmen geschaffen. Die Entwicklung aller (rund 200) Werte dieses Marktsegments spiegelt der sog. NEMAX-AllShare wider. Dazu gesellt sich der NEMAX-50 Index, welcher 50 ausgesuchte Werte des Neuen Marktes vereint.
Der NM-Index ist bisher stärker gestiegen als der DAX, allerdings auch bei sehr viel stärkeren Auf- und Abwärtsbewegungen, insbesondere der Einzelaktien.

Länder-Hauptindizes
Neben den genannten Indizes gibt es unzählige. Jedes Land hat seinen eigenen Haupt-Index. Bekannte sind dabei der Nikkei (Tokioter Börse), der FTSE 100 (Financial Times Stock Exchange – Londoner Börse), der CAC 40 (Pariser Börse) oder der MIBTEL (Mailänder Börse).

Weitere Indizes
Es gibt noch weitere, aber nicht länderspezifische Indizes. Branchenindizes (zum Beispiel für die Autobranche, Finanzbranche oder Chemie), aber auch Indizes, die die Entwicklung ganz Asiens widerspiegeln sollen, oder der MCI-World-Index, der praktisch die weltweite Aktienentwicklung mißt. Doch nicht nur auf Aktien gibt es Indizes. Alles, was mit variablen Preisen gehandelt wird – von Öl über Immobilien oder Anleihen bis hin zu Getreide oder Fleisch wird in Indizes erfasst.

Der Sinn des Indizes
Mit der Veränderung einer einzigen Zahl kann die Entwicklung eines ganzen Marktes – sei es der Aktien-, der Immobilien- oder der Getreidemarkt gemessen und beurteilt werden. Diese Indizes dienen dazu, sich ohne große Schwierigkeiten ein Bild über die Marktlage zu verschaffen. Zusätzlich sind sie die Grundlage anderer Anlageobjekte, wie zum Beispiel Indexzertifikate, Optionsscheine oder Futures.
Während die beiden letztgenannten für einen Anfänger viel zu riskant sind (hier liegen Gewinn und Verlust dicht beieinander), kann auch ein unerfahrener Anleger mit Indexzertifikaten die Chancen der Aktienanlage nutzen. Mit dem Kauf eines Indexzertifikats kauft man sozusagen "den ganzen Markt". Man bezahlt also genau den DM-Kurs des DAX und kann täglich verfolgen, ob man etwas gewonnen oder verloren hat, weil dieses Zertifikat genau den DAX-Kurs repräsentiert.
Und nicht zuletzt sind Indizes auch eine Meßlatte für die Leistung des Anlegers oder Fondsmanagers. Wer es schafft, seinen Depotwert stärker als den DAX zu steigern, kann mit Stolz behaupten, den DAX "outperformed" zu haben. Und was gibt es schöneres, als das erhebende Gefühl, "den Markt zu schlagen".