Kunst-Investment


Kunst-Auktionshäuser-Links



Statue aus der Ming-Zeit

Investieren in schöne Dinge kann sich gleich mehrfach lohnen: Zur Freude am Objekt kann sich im Lauf der Jahre ein ansehnlicher Wertzuwachs gesellen.

Der Erwerb von Kunst und Antiquitäten ist aus mehreren Gründen interessant: Für den Liebhaber und Investor in diese dauerhaften Güter wird die Lebensqualität über den ideellen Wert in Form einer emotionalen Rendite gesteigert und das gesellschaftliche Prestige gehoben. Zudem lässt die Investition auf längere Sicht auch eindrucksvolle finanzielle Renditen erwarten.

Diese hängen neben Materialbeschaffenheit, Größe, Zustand und Authentizität der Anlageobjekte vor allem von der künstlerischen Qualität sowie der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ab und sind denen im Finanzbereich nicht selten mehr als ebenbürtig.

Über die künstlerische Qualität entscheidet als wichtigstes Kriterium die kunsthistorische Bedeutung. Diese beeinflusst in erster Linie deren relative Entwicklung zum Gesamtmarkt. Die Performance des Gesamtmarktes wird indessen entscheidend von der allgemeinen Konjunkturentwicklung bestimmt. Dabei führt das knappe Angebot aufgrund langfristig steigender Einkommen tendenziell zu einem Nachfrageüberhang und damit auf längere Sicht unvermeidbar zu steigenden Preisen. Untersuchungen historischer Zeitreihen belegen diesen Sachverhalt.

Spitzenantiquitäten bringen mehr als 10 Prozent

Jährliche inflationsbereinigte Renditen von mehr als 10 Prozent im Bereich von Spitzenqualitäten des Antiquitätensektors sind keine Ausnahme. So weist die jährliche durchschnittliche inflationsbereinigte Wertentwicklung etwa bei Objekten der chinesischen Keramik (Ming) in den letzten 200 Jahren eine Rendite von 5,3 Prozent auf. Von 1970 bis 2001 lag die Rendite nach dieser Berechnungsmethode bei über 11 Prozent und von 1994 bis 2001 bei etwa 26 Prozent.

Moderne Gemälde internationaler Meister erzielten im Spitzenbereich zwischen 1970 bis 2001 zwischen 8 Prozent bis (zum Beispiel Gerhard Richter) über 20 Prozent Rendite. Historische durchschnittliche jährliche und inflations- bereinigte Preissteigerungen im musealen Alt-Meister-Bereich unterhalb von 5 Prozent über den langen Zeitraum der letzten Jahrhunderte sind eher Ausnahmen.

Auch bei Inflation gute Performance

Allerdings ist zu beachten, dass die Preisvolatilität deutlich höher ist als bei Finanzanlagen, weshalb dem Anleger eine angemessene Liquiditätshaltung abverlangt wird, um die Investition bei einer unerwarteten Kapitalklemme nicht zu einem ungünstigen Zeitpunkt veräußern zu müssen. Im Allgemeinen ist der Kunstmarkt im Bereich der Spitzenqualitäten selbst im schwierigen Umfeld durchaus liquide. Wegen des langfristigen Anlagehorizonts und der engen Marktlage eignen sich Kunst und Antiquitäten in erster Linie zur Diversifikation bestehender Vermögen.

Hohe Auktionsgebühren beim An- bzw. Verkauf von jeweils bis über 20 Prozent des Veräußerungswertes verhindern jede kurzfristige Spekulation. Diese Einschränkung erzwingt eine durchaus erwünschte langfristige Anlagestrategie. Kurzfristige - wie im Finanzbereich übliche - Anlagestrategien enden hier nicht selten im Fiasko.

Eine Voraussetzung für den Erfolg bei der Kapitalanlage in Kunst und Antiquitäten ist allerdings, dass sich der Anleger die notwendigen Marktkenntnisse entweder selbst aneignet oder entsprechende fachliche Beratung sucht und den Markt intensiv beobachtet. Mit diesem Wissen wird er dann nicht jeden Preis akzeptieren und notfalls auf einen Kauf verzichten. Denn der Gewinn, das wissen die Marktakteure, liegt im Einkauf.

Generell gilt: Wer in Kunst und Antiquitäten investieren möchte, braucht naturgemäß einen langen Atem. Dafür wird er aber mehrfach belohnt - nicht nur mit guten Renditen.


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Weltkonjunktur und Preise am Kunstmarkt


Der Außenstehende mag den Eindruck gewinnen, dass die Preisbildung für Kunst entweder dem Zufall oder gar der Manipulation einzelner Marktteilnehmer oder Gruppen unterworfen sei. So hält sich dieses Vorurteil auch hartnäckig. In der Realität vollzieht sich aber die Preisfestsetzung nach den gleichen Gesetzen, die auch in der übrigen Wirtschaft gelten, nämlich über Angebot und Nachfrage. Es handelt sich um einen relativ engen Markt. Seit Jahrhunderten steigen die Preise für Kunstobjekte aufgrund der stetig anziehenden Nachfrage. Sie ist die Folge einerseits der wachsenden Bevölkerung und andererseits der langfristig steigenden Einkommen. Dem steht ein knappes, eng umrissenes Angebot an Kunstwerken gegenüber, das nicht beliebig vermehrt werden kann, so dass der Basistrend für die Preise am Kunstmarkt zwangsläufig nach oben gerichtet bleibt.

Kunst besitzt zwar sowohl einen ideellen als auch materiellen Wert und ist deshalb eine besondere Ware, aber die Kunstwelt muss damit leben, dass sich die Preise für Kunstobjekte nicht allein auf die künstlerische Qualität zurückführen lassen. Vielmehr entziehen sich die Haupteinflussfaktoren für die Preistendenzen am Kunstmarkt pikanterweise der Manipulation durch Marktteilnehmer, denn diese Faktoren sind gesamtwirtschaftlicher Natur. Schließlich wird niemand behaupten wollen, die Gesamtwirtschaft ließe sich durch den bescheidenen Beitrag des Kunstmarktes beeinflussen.


Die nachstehende Grafik macht diesen Sachverhalt transparent.

Weltkonjunktur und Preise am Kunstmarkt

Sie zeigt den engen Zusammenhang zwischen den Wachstumsraten der Weltkonjunktur, gemessen am Weltbruttoinlandsprodukt (BIP), und den Änderungen der Preisentwicklung an den internationalen Kunstauktionsplätzen gegenüber den jeweiligen Vorjahren. Es wird deutlich, dass die Kunstmarktpreise der allgemeinen Konjunktur folgen, auch wenn gelegentliche Zeitverschiebungen zu beobachten sind. Dementsprechend führt der Kunstmarkt kein Eigenleben. Die Summe aller Preisentwicklungen in den einzelnen Sektoren wird ganz offensichtlich von der allgemeinen Wirtschaftskraft bestimmt. Glücklicherweise bewertet der Markt dennoch auch die künstlerische Qualität, denn diese äußert sich in der relativen Marktstellung innerhalb des Gesamtmarktes. So lässt sich analytisch nachweisen, dass kunsthistorisch erstrangige Künstler aus der Vergangenheit, die zu ihren Lebzeiten bereits die relativ höchsten Preise für ihre Werke erzielten, überwiegend auch in unserer Zeit vergleichsweise höher bewertet werden als ihre kunsthistorisch weniger bedeutsamen Kollegen. Das aktuell in der Regel deutlich höhere Preisniveau für diese Spitzenkünstler - absolut gesehen - erklärt sich allerdings ganz wesentlich aus der Steigerung der allgemeinen Wirtschaftskraft seit damals.

Neben der Qualität des Künstlers bestimmen den monetären Wert eines Kunstwerks außer wirtschaftlichen Faktoren selbstverständlich werkimmanente, wie Entstehungsperiode, Material, Seltenheit, Provenienz und Erhaltungsgrad.

Preise von Kunstgütern unterliegen innerhalb des aufwärtsgerichteten Basistrends im allgemeinen starken Schwankungen. Was die aktuelle Lage anbetrifft, so zeigt die Grafik, dass sich die Preisentwicklung an den internationalen Kunstmärkten konjunkturbedingt zuletzt etwas abschwächte. Der Markt befindet sich in einer Konsolidierungsphase, in der das erreichte Preisniveau verarbeitet werden muss. Betroffen sind davon vor allem die unteren und mittleren Marktsegmente. Im Spitzensektor und einigen Teilbereichen wie z. B. im Altmeister-Sektor ist die Konsolidierung weniger ausgeprägt.

Doch es gibt positive Zeichen für einen neuerlichen Aufschwung des Marktes. Eine Vielzahl von Indikatoren lässt inzwischen einen internationalen wirtschaftlichen Aufschwung im Jahresverlauf 2002 erwarten. Davon dürften die Preise in den meisten Kunstsektoren profitieren. Der aufmerksame Blick auf ein ausgewogenes Preis-/Qualitätsverhältnis dürfte sich also für den Sammler mittelfristig auszahlen.



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Fälschungen entlarven
Frage: Könnten Sie uns bitte einige der Methoden erläutern, mit denen Fälscher Kunstwerke verändern und bearbeiten? Sind Unterschriftenverzeichnisse sinnvoll, um Problemen vorzubeugen? Denn des öfteren zögere ich bei kleineren Kunstauktionen und Antiquitätenläden Kunstwerke zu kaufen.

Antwort: Das zeigt ein gesundes Urteilsvermögen Ihrerseits. Fälscher sind bei kleinen Auktionen mindestens genauso ein Problem wie bei großen. Sie verfeinern ihre Fälschungsmethoden genauso erfolgreich wie andererseits Wissenschaftler und Experten Fälschungen entlarven können. Obwohl Fälschungen nur einen kleinen Teil der erhältlichen Kunstwerke ausmachen, ist es trotz allem möglich, dass Ihre Unwissenheit ausgenutzt wird, sofern sie nicht über Expertenwissen verfügen oder der Verkäufer keinen unwiderlegbaren Beweis für die Authentizität eines Kunstwerkes aufbringen kann.

Zu wissen, wie die Kunstwerke des Künstlers aussehen, von dem Sie eine Sammlung anlegen wollen, ist die beste Versicherung gegen Fälschungen. Oft kannten die Leute, die sich hereinlegen ließen, vor dem Kauf der Fälschung nur den Namen des Künstlers und sonst nicht viel. Sie müssen wissen, wie bestimmte Dinge auszusehen haben: wie sieht ein Pinselstrich aus, welche Lieblingsthemen- und Kompositionen hatte der Künstler, wo sind Unterschriften normalerweise angebracht und mit welchen Medien, Materialien und Formaten arbeitet ein bestimmter Künstler? Man sollte außerdem wissen, wie ein Kunstwerk von hinten aussieht, wie es gerahmt ist, aufgestellt oder vorgeführt wird. Wo ist der Titel oder die Nummerierung, und welche Galerie-, Hersteller- oder Verteileraufkleber sollte ein Werk aufweisen?

Schwarzlicht war traditionell die Methode, die verwendet wurde, um Ungleichmäßigkeiten bei Gemälden zu entdecken. Aber unlängst gemachte Fortschritte auf Seiten der Fälscher machen solche Untersuchungen nun noch schwerer. Früher erschienen später aufgetragene Unterschriften im Schwarzlicht vom Rest des Gemäldes abgehoben. Außerdem schienen sie zu leuchten oder leicht zu schimmern. Heutzutage werden nicht-flureszierende Farben verwendet, um diesem Effekt entgegenzuwirken. Deckende Lacke, die alles durchsichtig grün schimmern lassen, werden benutzt, um Ungleichmäßigkeiten zu überdecken. Es lohnt sich aber trotzdem, noch mit Schwarzlicht zu arbeiten. Es zeigt frühere Restaurationsversuche und lässt weitere Schlüsse über die Vergangenheit eines Gemäldes zu.

Eine gute Juwelierslupe mit 30 bis 40facher Vergrößerung dient dazu, haarfeine, altersbedingte Risse ausfindig zu machen, in die neu aufgetragene Farbe hineingelaufen ist. Wenn sich zum Beispiel die Farbe einer Unterschrift in einen mikroskopisch kleinen Riss direkt darunter abgesetzt hat, könnte das bedeuten, dass die Originalfarbe trocknete, alterte und aufriss, lange bevor das Gemälde mit eben dieser Unterschrift signiert wurde. Andere verdächtige Details könnten darauf hinweisen, dass an einem Gemälde herumgedoktert wurde:

  • Alte Rahmen, die verkleinert wurden, um den neuen Gemälden epochenechtes Aussehen zu geben: Sehen Sie nach, ob die Nahtstellen dem Alter des Rahmens entsprechen, oder ob sie frisch geschnitten aussehen.

  • Manchmal wird Papier, altes oder neues, über die Rückseite eines Gemäldes geklebt. Diese Technik wird angewandt, um Ungleichmäßigkeiten, schlechten Zustand oder Manipulationen zu überdecken.

  • Sauber geschnittene Kanten auf der Leinwand oder auf der Arbeitsoberfläche bei denen keine Farbe oder Grundierlack überhängt: Dies könnte bedeuten, dass das Kunstwerk von seiner Originalgröße heruntergeschnitten wurde.

  • Ränder und Markierungen von alten Nägeln oder vom Aufziehen des Bildes könnten ein Anzeichen dafür sein, dass das Bild heruntergenommen, bearbeitet und dann wieder in den selben oder einen anderen Rahmen hineingesteckt wurde.

  • Neue Spannrahmen auf alten Leinwänden. Restauratoren benutzen legitimerweise häufig neue Spannrahmen, wenn die alten nicht mehr in der Lage sind, die Leinwand zu stützen, aber auch Fälscher benutzen sie, um die Identität eines Bildes zu verändern.

  • Bei Grafiken, Aquarellen und anderen Werken auf Papier sind Unterschriften, die frischer und fetter als der Rest wirken oder auf irgend eine andere Weise sich vom Rest des Werkes abheben, suspekt.

  • Aufkleber und Auflistungen von Werken des Künstlers, die unlängst auf die Rückseite eines unsignierten Werkes geklebt wurden. Egal wie gut sie klingen mögen, vergessen Sie nicht, dass das Werk keine Signatur trägt.

    Was Monogramm- und Signaturverzeichnisse angeht, so muss man sagen, dass sie einen nicht hundertprozentig gegen Fälscher schützen können. Erstens kann sich die Unterschrift eines Künstlers im Laufe seiner Karriere verändern. Zweitens kann der Fälscher dasselbe Verzeichnis verwenden, mit dem Sie die Unterschrift verifizieren. Und drittens ist einer der schnellsten Wege an eine Fälschung zu geraten der, wenn die Authentizität eines Werkes ausschließlich an der vorhandenen Signatur ausgemacht wird.

    Vergessen Sie nicht, einen Experten zu Rate zu ziehen, sobald Sie sich nicht sicher sind. Und um Ihre Fähigkeit auszubauen, Fälschungen zu erkennen, studieren und untersuchen Sie so viele authentische Werke als möglich. Merken Sie sich in allen Details, wie sie aussehen. Lernen Sie außerdem von Spezialisten, wie man Fälschungen erkennt, und sehen Sie sich so viele Fälschungen an, wie Sie können. Lassen Sie sich dabei von den Spezialisten erklären, warum diese Werke Fälschungen sind, und trainieren Sie Ihr Auge dadurch, dass Sie regelmäßig Kunstwerke unter professioneller Aufsicht begutachten.



    Mit Nolde wieder ins angestammte Terrain
    Emil Nolde, Hülltoft Hof, 1932
    Der deutsche Auktionsmarkt ist im Frühjahr 2002 wieder in sein klassisches Terrain zurückgekehrt. Denn der Expressionismus hat die Liste mit den 20 teuersten Kunstwerken auf Auktionen in Deutschland wieder voll im Griff. Sah es in der Herbstsaison 2000 noch so aus, als würde sich das deutsche Auktionswesen mit Gemälden von Leger und Matisse auf internationales Parkett begeben, führte im ersten Halbjahr 2001 der holländische Altmeister Gerrit Dou gefolgt von zwei Spitzweggemälden das Ranking an und belegte eine Zeichnung von Caspar David Friedrich in der Herbstsaison 2001 den ersten Platz, so heißt der Star in diesem Frühjahr Emil Nolde.

    Seine bedrohliche Gewitterlandschaft „Hülltoft Hof“ von 1932, die ehemals in der Hamburger Kunsthalle hing und dort den Nazis zum Opfer fiel, weil sie sie als entartete Kunst einstuften, kam bei Grisebach im Juni auf 1,65 Millionen Euro und damit auf den ersten Platz. Daneben schafften es zwei weitere Nolde unter die ersten Zwanzig: Die blau-weiße Meeresstimmung „Lichte See“ von 1915 kam beim Kölner Auktionshaus Lempertz mit 360.000 Euro auf Platz 6 und sein leuchtendes Aquarell „Roter Mohn mit Goldregen in blauer Vase“ – ebenfalls bei Lempertz – mit 170.000 Euro auf Platz 19.

    Auch über die ersten zwanzig Plätze hinaus taucht Noldes Name noch zehnmal unter den Kunstwerken auf, die mehr als 50.000 Euro einspielten. Das gute Abschneiden des norddeutschen Expressionisten entspricht der weltweiten Wertschätzung für dessen Kunst. Wurde doch im Juni bei Christie’s in London der neue Auktionsrekord für ein Nolde-Werk aufgestellt. Sein gefälliger „Blumengarten“ wanderte für 1,95 Millionen Pfund in die Hände eines europäischen Sammlers. Eine dunkle Wolke trübt dieses glänzende Abschneiden: Ein zweites, mit 1,3 bis 1,8 Millionen Euro hochtaxiertes Blumenbild von Nolde ging bei Grisebach zurück.

    Auch sonst füllen Brücke- und Blaue Reiter-Künstler die Zwanziger-Liste auf: Karl Schmidt-Rottluff, Hermann Max Pechstein, Gabriele Münter, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner und Alexej von Jawlensky. Allein Lempertz und das Münchner Auktionshaus Neumeister steuerten mit Altmeistern und Kunst des 19. Jahrhunderts vier Gemälde zu den insgesamt 23 Bilder der Liste bei. Lempertz schickte aus seiner Auktion „Alte Kunst“ den Kölner Meister der Johannes-Vision in das Ranking. Seine beiden gotischen Altartafeln mit Szenen aus der Kreuzlegende erreichten 220.000 Euro und damit Rang 15. Bei Neumeister waren es Marten van Valkenborch und seiner „Heuernte vor Schloss Heverlee bei Löwen“ und Leo von Klenze und Carl Spitzweg aus Neumeisters Spezialgebiet, dem 19. Jahrhundert: Valkenborch Landschaftsgemälde kam mit 240.000 Euro auf Platz 13, Spitzwegs „Der abgefangene Liebesbrief“, von dem eine zweite Version im Museum Georg Schäfer in Schweinfurt hängt, liegt mit einem Zuschlag von 440.000 Euro nahe bei der Taxe von 450.000 Euro und belegt damit Platz 5. Klenzes „Blick auf das Forum Romanum“ von 1840 verfünffachte etwa die Erwartungen von 110.000 Euro, spielte 530.000 Euro ein - ein neuer Auktionsrekord für den vielmehr als Baumeister des Klassizismus in München unter Ludwig I. bekannten Klenze - und wurde Dritter.

    Ein weiterer Rekordpreis wurde mit dem Gemälde „Himmelfahrt“ von Wilhelm Morgner erzielt. Der westfälische Maler, der sich 1912 dem Blauen Reiter anschloss und 1917 mit 26 Jahren früh verstarb, formte aus der biblischen Erzählung eine mystisch-religiöse Farbenexplosion. Sie war bereits 1998 bei Grisebach für 320.000 Mark versteigert worden. Nun wurde ebenfalls bei Grisebach der damalige Rekord mit dem neuen Spitzenpreis von 360.000 Euro überboten. So liegt Morgners „Himmelfahrt“ mit dem Nolde-Gemälde bei Lempertz zusammen auf Platz 6.

    Überhaupt konnte Grisebach seine Position als führender deutscher Versteigerer für klassische Moderne behaupten. Von den 23 Kunstwerken des Rankings stellte das Berliner Haus elf. Neben Neumeister mit den drei und Lempertz mit fünf Gemälden konnten nur noch Ketterer aus seiner Münchner Auktion vom Mai mit Jawlenskys „Heilandsgesicht“ bei 320.000 Euro, Schloß Ahlden ebenfalls mit dem abstrakten Kopf „In Vergessenheit“ von Jawlensky bei 200.000 Euro, Hauswedell & Nolte mit dem Holzschnitt „Junges Mädchen“ von Ernst Ludwig Kirchner bei 177.000 Euro und Karl & Faber mit dem „Bildnis einer jungen Dame mit großem Hut“ bei 164.000 Euro je ein Objekt besteuern.

    Diese Konzentration auf Grisebach sah in den beiden zurückliegenden Halbjahren noch anders aus, da sich dort vermehrt Kunstwerke aus dem Segment „Alte Meister“ und „Kunst des 19. Jahrhunderts“ fanden, die nicht zu den Spezialitäten der Berliner gehören. So waren unter den Auktionshäusern auch Bolland & Marotz, Van Ham und Nagel zu finden, die in diesem Jahr nicht auftauchen. Gerade in der zweiten Jahreshälfte 2002 konnte Lempertz aus Köln 14 von 26 Arbeiten aus dem Ranking für sich beanspruchen. Grund für das klare Abschneiden von Grisebach dürfte darin liegen, dass es mit den „Ausgewählten Werke“ vom 7. Juni seine 100. Versteigerung feierte und deswegen einige Spitzenwerke für diese Auktion zurückgehalten hat.

    Bei Grisebach plazierten sich dann noch Karl Schmidt-Rottluff Ölbild „Gewitter zieht auf“ mit 720.000 Euro auf Rang 2, Hermann Max Pechsteins „Rettungsboot“ auf Rang 4 und dessen „Löwenbändigerin“ mit 280.000 Euro auf Rang 10, Gabriele Münters volkstümliches „Stilleben im Kreis“ mit 330.000 Euro auf Rang 7. Als einziger Nicht-Deutscher aus der klassischen Moderne schaffte beim Berliner Auktionator Pablo Picasso mit einem ungewöhnlichen Objekt die Aufnahme in die Hitliste: Dem Druckstock zu der Lithografie „La Femme à la Résille“, der sich im Besitz von Picassos Freund und Drucker Fernand Mourlot befand, zollten die Kunstfreunde mit 310.000 Euro ihren Tribut und hievten ihn somit auf Platz 9.

    Außer Konkurrenz für das Ranking wurde mit einem hohen Zuschlag von 400.000 Euro bei Nagel ein Namban-Lackkabinett in der Asiatica-Auktion bedacht. Das in Japan im 16. oder 17. Jahrhundert für den Export nach Portugal gefertigte Möbelstück erzielte damit das höchste Einzelergebnis, das bisher in Deutschland für asiatische Kunst gewährt wurde. Auch sonst konnte sich das Stuttgarter Auktionsunternehmen über die Asiatica-Auktion nicht beklagen. Mit einem Bruttoerlös von über 3 Millionen Euro war es die umsatzstärkste Auktion in diesem Segment nicht nur bei Nagel sondern - nach Angaben des Hauses - auch in ganz Deutschland. Wertmäßig spielte die Auktion 120 Prozent der Schätzpreissumme ein.

    Das dürfte Nagel gefreut haben. Denn wie bei den meisten anderen deutschen Versteigern ging in vielen Segmenten der Verkauf zurück. Losbezogen war die Zuschlagsquote oft zwischen 5 und 10 Prozent niedriger als im Vergleichzeitraum des Vorjahres. Etliche Auktionatoren beklagten ein fast vollständiges Fehlen der Kunsthändler in ihren Räumen. Diese haben wegen der schwachen Konjunktur die Lager noch voll und brauchen keine neue Ware. Deswegen wurde zwar in diesem Frühjahr die Kunst auf den Auktionen nicht günstiger, aber man bekam ein Stück leichter, da es weniger Mitstreiter gab. Das war auch Anlass für einige Versteigerer, die Gebühren zu erhöhen, um so die Umsatzausfälle zu decken: Bei Nagel beispielsweise muss der Käufer nun schon ein Aufgeld von 33 Prozent auf die Zuschlagssumme zahlen.

    Auffällig an der Hitliste ist das fast vollständige Fehlen von zeitgenössischer Kunst und der Skulptur. Beide Bereiche nehmen in Deutschland nicht den gleichen Stellenwert ein, wie in den Kunstmarktzentren von London oder New York. Mit Willi Baumeister und Emil Schumacher haben nur zwei in Deutschland handelbare Nachkriegskünstler den Sprung in das Ranking geschafft: Baumeisters „Metaphysische Landschaft“ wurde bei 270.000 Euro Elfte und Schumachers monochrom blaue Leinwand „Tecnis“ belegte mit 180.000 Euro Rang 17. Im oberen Segment des Marktes ab 50.000 Euro finden sich bei den Zeitgenossen dann nur noch Ernst Wilhelm Nay, Marcel Broodthaers, Thomas Ruff und Andy Warhol. Symptomatisch für die schlechte Stellung dieses Segments in Deutschland war auch die Absage der Auktion „Kunst der Gegenwart“ bei Grisebach. Sie soll wieder im Herbst stattfinden.

    Auch die Skulptur spielt in Deutschland nicht diese Rolle wie im internationalen Auktionsgeschehen. So wurde bei Christie’s in New York im Mai mit dem Bronzekopf „Dana´de“ von Constantin Brancusi ein neuer Weltrekord für eine Skulptur aufgestellt. 16,5 Millionen Dollar war einem Privatmann das Porträt von Brancusis Muse, Margit Pogany, wert. Skulptur und Zeitgenössische Kunst spielt sich in Deutschland weitestgehend im mittleren und unteren Preissegment bis 50.000 Euro ab, die stückmäßig mit über 99 Prozent der angebotenen Lose den größten Marktanteil ausmachen. Bei einem Durchschnittspreis von rund 6.000 US-Dollar, die laut der TEFAF-Studie „Der europäische Kunstmarkt im Jahr 2002“ die Kunstwerke auf deutschen Auktionen erzielen, dürfte auf dem Kunstmarkt also für jedermann etwas zu finden sein.



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    Einflussfaktoren des Kunstmarktes

    Einige Untersuchungen weisen auf einen engen Zusammenhang zwischen dem internationalen Kapitalmarkt und dem Kunstmarkt hin. Nicht wenige Beobachter erklären ihn damit, daß der Kunstmarkt überwiegend von Überschußliquidität aus den Finanzmärkten profitiere. Diese Rückwirkung sollte man allerdings nicht überbewerten. Zwar können die Kapitalmärkte dem Kunstmarkt in Hausse-Phasen durch Gewinnmitnahmen und Umschichtungen vorübergehend Impulse geben; das langfristige Preisverhalten des Kunstmarktes bestimmen sie aber nicht. Dieser konnte auch in Zeiten schwächeren Wachstums und unattraktiver Kapitalmarktentwicklung deutlich zulegen.
    Während sich beispielsweise die realen Aktienkurse in den zwanziger Jahren relativ stark befestigten und sich sogar nach dem legendären Crash von 1929 sehr schnell erholen konnten, lagen weite Teile des Kunstmarktes unter tendenziellem Abgabedruck. Umgekehrt konnten die realen Aktienkurse in England auch nach der starken Kurs-Rallye der achtziger und neunziger Jahre gerade das Niveau nach dem Crash von 1929 zurückerobern und leicht übertreffen, während der breite Kunstmarkt real bereits sein in der ersten Dekade dieses Jahrhunderts erreichtes Spitzenniveau zurückgewann und in vielen Sektoren aktuell sogar deutlich übertrifft (Grafik 1).

    Wie ersichtlich, hat sich der Kunstmarkt über den betrachteten Zeitraum klar vom Aktienmarkt abgekoppelt. Dies bedeutet jedoch nicht, daß der Umkehrschluß zulässig wäre, nämlich, daß sich Aktienkurse und Kunstmarktpreise gegenläufig entwickeln. Auch die Schlußfolgerung, daß bei sinkenden Aktienkursen ein verstärkter Tausch in Kunstinvestitionen stattfindet, ist nicht allgemein haltbar.

    Interessant ist in diesem Zusammenhang die Wechselwirkung zwischen den Aktienbörsen und dem Kunstmarkt seit den achtziger Jahren. Während sich die Weltfinanzmärkte, insbesondere der US-Aktienmarkt (Grafik 2), mit Ausnahme der japanischen Börse in diesem Zeitraum deutlich befestigten, vermochte der Kunstmarkt diesen nur bis 1990 zu folgen.

    Noch heute laboriert der Kunstmarkt an den Folgen der Spekulationsblase in den späten achtziger und Anfang der neunziger Jahre, die japanische Finanzinvestoren durch exzessive Käufe vor allem impressionistischer Gemälde ausgelöst hatten. So bewilligte der japanische Papiermagnat Ryoei Saito im Mai 1990 82,5 Mill. US$ für ein Werk van Goghs. Nach dem Einbruch am japanischen Aktienmarkt Anfang 1990 kam es zu „Zwangsexekutionen“, die den gesamten Kunstmarkt unter Druck brachten (Grafik 3).

    Hohe Positionen aus der Fehlspekulation dieser Jahre sind eine potentielle Belastung für den Kunstmarkt. Marktkenner gehen allerdings davon aus, daß das Material bei der sich derzeitig stabilisierenden Nachfrage absorbiert werden dürfte. Dieses Beispiel zeigt im übrigen, daß eine Investition in Kunstwerte nicht als kurzfristige Spekulation angelegt sein darf, sondern fachkundig abgesichert sein muß. Der erfolgreiche Sammler besitzt entweder Fachkenntnisse oder wird sich entsprechender fachlicher Unterstützung versichern. Exorbitante Steigerungen an den Finanzmärkten mit gewinnsichernden Umschichtungen in Kunstwerte können die Preisbildung in diesem Markt stören.

    Insgesamt bleibt festzuhalten, daß der Kunstmarkt in eigener Weise auf das allgemeine ökonomische und soziologische Umfeld reagiert und nur temporär von den Bedingungen an den Kapitalmärkten beeinflußt wird.



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    Einfluß der konjunkturellen Situation auf den Kunstmarkt

    Es stellt sich die Frage, wie sich das Kunstmarktgeschehen in einzelnen konjunkturellen Phasen gestaltet. Im folgenden wird untersucht, ob und wie der Kunstmarkt auf Veränderungen der Weltwirtschaftslage reagiert.
    Eine im New Yorker Kunsthandel verbreitete These lautet, daß der Kunstmarkt „Wachstums- und Rezessionszyklen wie die Weltwirtschaft“ aufweise, er jedoch „stets phasenverschoben, mit einer Verzögerung von sechs bis neun Monaten“ reagiere. Diese These kann jedoch in beiden Punkten widerlegt werden:

    So zeigt ein Rückblick auf Krisenzeiten der Vergangenheit – Herchenröder nennt beispielhaft den Ersten Weltkrieg, die Weltwirtschaftskrise, die erste Nachkriegsrezession 1967 und die Ölkrise von 1973/1974 -, daß zumeist nur Teilbereiche des Kunstmarktes, i. d. R. durch spekulative Überlegungen der Nachfragerschaft überhitzt, einem rezessiven Einfluß unterlagen. Währenddessen hatte der Markt für qualitativ hochwertige und einmalige, museumswürdige Kunstwerke auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Bestand. Für einen umfassenden Zusammenbruch des Kunstmarktes ist nach Auffassung Herchenröders ein kollektiver Zusammenbruch der Weltwirtschaft erforderlich. Vereinzelte Kurseinbrüche wie bei den Börsencrashs der jüngeren Vergangenheit aus den Jahren 1987 und 1989 oder die Aktienkurseinbrüche an der Börse Tokios bewirken hingegen keinen generellen Nachfragerückgang.

    Außerdem führt die vermehrte Nachfrage insbesondere seitens der Industrieunternehmen, Banken und Investment-Fonds dazu, daß der Kunstmarkt in den letzten Jahren nicht mehr mit zeitlicher Verzögerung der wirtschaftlichen Entwicklung folgt, sondern eher parallel mit ihr verläuft.

    Die nachfolgenden Überlegungen gelten eher für das aus dem Spekulations- und Anlagemotiv heraus getragene Kunstmarktgeschehen, wohingegen sich der Markt der Sammler für Kunstgut höherer Qualität weitgehend unabhängig von der konjunkturellen Wirtschaftslage entwickelt.

    In rezessiven Zeiten wird entsprechend einem allgemeinen Nachfragerückgang auch die Nachfrage nach Kunstwerken zurückgehen, dies um so mehr, als es sich bei Kunstwerken um nicht existenznotwendige Güter handelt. Neben Privatpersonen schränken auch Unternehmen ihre Ausgaben für Kunstkäufe und sonstige Kultursponsoring-Aktivitäten ein, da der Druck zu strengem Kostenmanagement Unternehmer dazu zwingt, insbesondere an nicht für die Fortführung der Geschäftstätigkeit erforderlichen Kosten zu sparen. Als Folge des veränderten Verhaltens ergibt sich sowohl eine direkte als auch eine indirekte Beeinflussung des Kunstmarktgeschehens. Durch Reduktion des für Kunstkäufe zur Verfügung stehenden Budgets geht unmittelbar die Nachfrage nach Kunstwerken zurück oder die Nachfrage verlagert sich auf weniger kostenträchtige Kunstsegmente. Von einer indirekten Beeinflussung kann gesprochen werden, wenn Unternehmen ihre Ausgaben für sonstige, nicht auf den Erwerb von Kunstwerken gerichtete Kunstsponsoring-Ausgaben wie z.B. Unterstützungszahlungen an Museen einschränken.

    Als Folge der Rezession und der damit einhergehenden Sparmaßnahmen privater und öffentlicher Förderer verschlechtert sich auch die finanzielle Situation der Museen, so daß auch sie gezwungen sind, ihr Nachfrageverhalten zu ändern.

    Durch den generellen Nachfragerückgang entsteht ein Angebotsüberhang an Kunstwerken, der zu einem Preisrückgang führt. Allerdings gestaltet sich der Preisverfall auf dem Kunstmarkt im Vergleich zu anderen, von der schlechten konjunkturellen Phase betroffenen Teilmärkten wie insbesondere der Börse weniger drastisch. Ein Vergleich der Preisentwicklungen von Kunstwerken mit den Notierungen börsengängiger Anlagen zeigt, daß der Kunstmarkt weniger konjunkturreagibel und somit beständiger ist.

    Die ist u. a. darauf zurückzuführen, daß

    - sich Besitzer von Kunstwerken wegen der nur geringen Preiserwartungen in rezessiven Phasen in der Hoffnung auf künftige Preissteigerungen nur ungern und somit vorrangig in wirtschaftlichen Notlagen von ihrem Kunstbesitz trennen,
    - sich die Nachfrage auf anspruchsvolle, qualitativ hochwertige Kunstwerke konzentriert, mit der Folge einer Zweiteilung des Kunstmarktes in einen Markt für erstklassige Kunstwerke, die auch weiterhin bei recht stabilem Preisniveau nachgefragt werden, und einen Markt für minderwertige Kunstwerke, deren u. U. in Boomphasen überhitztes Preisniveau nun ihrer minderen Qualität angepaßt wird. Es erfolgt demnach eine Angleichung von Preis- und Qualitätsniveau.
    - der Kunsthandel seine Marketing-Aktivitäten ausbaut und verstärkt Kunstwerke aus eigenen Beständen dem Kunstmarkt zuführt.

    In einer rezessiven Phase gibt es zwar nur relativ wenige Sammler, die es sich leisten können, Spitzenobjekte namhafter Künstler zu erwerben, während sicherlich eine Reihe von Sammlern weiterhin bei angemessenem Qualitätsniveau Werke der mittleren Preisklasse erstehen. Drastische Preiseinbrüche sind aber nur bei überhitzten Teilgebieten des Kunstmarktes zu verzeichnen, wohingegen die Preise für qualitativ hochwertige Kunstwerke vergleichsweise stabil bleiben.

    Dagegen ist in einer Hochkonjunkturphase i. d. R. ein drastischer Preisanstieg nicht nur in qualitativ hochwertigen Kunstsegmenten, sondern auch bei minderwertigen Kunstgegenständen zu verzeichnen. Dies ist darauf zurückzuführen, daß – wie oben gezeigt – mit einer Hochkonjunkturphase zumeist auch eine inflationäre Entwicklung einhergeht. Anleger neigen dann dazu, ihr Geld in Sachwerten anzulegen, so daß die Nachfrage nach Kunstwerken zunimmt und ihr Preis steigt. Dabei erstreckt sich die Nachfrage durch die zunehmende Verknappung des Angebotes an hochrangigen Kunstwerken bald auch auf zweitklassige Kunstwerke.

    Bei internationalen Transaktionen ist neben den bereits zuvor aufgezeigten Aspekten der Wechselkurs - verstanden als Austauschverhältnis zwischen zwei Währungen – eine wesentliche Determinante für den Erwerb bzw. Verkauf von Kunstwerken im Ausland. Die Bereitschaft zu Verlagerung von Aktivitäten ins Ausland steigt mit einem für den Betrachter günstigen Wechselkurs, da durch diesen unmittelbar die Höhe des zu zahlenden bzw. des erhaltenen Betrages in Inlandswährung beeinflußt wird. Bei der Betrachtung der Währungsparitäten zwischen DM und englischem Pfund bzw. US-Dollar in den letzten Jahren variierte die Bewertung eines englischen Pfundes zwischen ca. DM 2,50 und DM 4,70 die eines US-Dollars zwischen DM 1,46 und DM 3,20. Bei einer höheren Bewertung der ausländischen Währung ist es für Inländer relativ uninteressant, Kunstwerke im Ausland anzukaufen [...], da durch den ungünstigen Wechselkurs der zu zahlende Preis in Inlandswährung höher [...] ist als bei günstigeren Wechselkursen. Wechselkurse, Wechselkursänderungen und erwartete Wechselkursänderungen determinieren demnach die Bereitschaft zum Erwerb bzw. Verkauf von Kunstwerken im Ausland und nehmen damit mittelbar Einfluß auf das Geschäftsvolumen von Kunsthandels- und Kunstauktionsunternehmen.

    Einerseits werden in Hochkonjunkturphasen die Lagerbestände der Kunsthandlungen i. d. R. weitgehend abgebaut. Der Kunsthandel ist bald nicht mehr in der Lage, für den Erlös aus dem Verkauf von hochwertigen Kunstwerken gleichwertige Materialien zu beschaffen, so daß die Funktionsfähigkeit des Kunsthandels eingeschränkt ist. Andererseits kann sich aber auch die nachfolgend geschilderte Situation ergeben. In Abhängigkeit von der konjunkturellen Situation kann es zu einer unterschiedlichen Präferierung der Absatzwege „Auktion“ und „Kunsthandel bzw. Galerie“ kommen. Während in einer Phase der Hochkonjunktur wegen der größeren Außenwirkung tendenziell der Verkauf eines Kunstwerkes über eine Auktion präferiert wird, bevorzugen (insbesondere gesellschaftlich im Mittelpunkt des Interesses stehende) Kunstbe-sitzer u. U. in einer Rezession den Absatz über den Kunsthandel, um nicht den Eindruck eines Zwangsverkaufs infolge eines finanziellen Engpasses in der Öffentlichkeit zu erwecken. „Wenn einer jetzt was auf die Auktion gibt (...) weiß doch jeder gleich, der alte Onkel ist schlecht bei Kasse“. Auf diese Weise können Kunsthandlungen ihren Lagerbestand in rezessiven Zeiten u. U. zu vergleichsweise günstigen Konditionen ausweiten. Es ist jedoch auch möglich, daß gerade wegen der tendenziell größeren Breitenwirkung in der Hoffnung auf Erzielung eines vergleichsweise höheren Preises trotz der Gefahr eines negativen Images der Absatzweg über die Auktion gewählt wird. In diesem Fall profitieren die Versteigerungshäuser von der finanziellen Engpaßsituation der Veräußerer. Eine eindeutige Aussage über die Marktentwicklung im Sinne einer Verlagerung der Absatzwege kann demzufolge nicht getroffen werden.

    Zusammenfassend kann festgehalten werden, daß der Kunstmarkt insbesondere im Vergleich zum Aktien- und Immobilienmarkt weniger konjunkturreagibel ist. Drastische Preisänderungen als Folge einer schlechten wirtschaftlichen Situation sind nicht zu vermuten und empirisch nicht festzustellen. Diese resultieren eher aus den von Jaquet als intern verursachte Schwankungen des Kunstmarktes bezeichneten Geschmacksveränderungen und modischen Strömungen.



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    Drei unterschiedliche Methoden

    Angesichts der vergleichsweise großen Zeiträume, die unserer Analyse des Kunstmarktes zugrunde liegen, und der zum Teil bruchstückhaften Datenlage stellt sich die Frage, wie die „Rendite“ von Kunstobjekten ermittelt werden kann.
    Fest steht, daß Kapitalanlagen in Kunst – ebenso wie z.B. Investments in Grundstücken – keine laufende, in finanziellen Größen ausdrückbare Rendite abwerfen. Zahlungen fallen lediglich bei Erwerb und Veräußerung der u.U. mehrfach weitervererbten Gegenstände an. Die Gesamtrendite ergibt sich daher – unter Ausklammerung eventueller laufender Kosten aus Lagerung und Restaurierung sowie steuerliche Aspekte – aus dem direkten Vergleich von Verkaufs- und Einstandspreis.

    Aus den zur Verfügung stehenden Daten für Cézanne-Gemälde lässt sich herleiten, dass ein um 1874 für 1 Pfund erworbenes (synthetisches) Werk des Künstlers – korrigiert um die seit damals kumulierte Erhöhung der allgemeinen Lebenshaltungskosten (Inflationsbereinigung) – heute einen Wert von etwa 39.000 Pfund hätte. Dies bedeutet eine Wertsteigerung um insgesamt rund 3,9 Millionen Prozent. Indessen gibt es im Bereich der Kunst keine allgemein akzeptierte Methode, die jahresdurchschnittliche Rendite für die Zeit zwischen Kauf und Verkauf zu bestimmen. Drei Methoden sind denkbar:

    1. Untersucht man, welche Rendite ein Investor im Zeitraum 1874-1999 durchschnittlich hätte erzielen können, wenn er – ein höchst unwahrscheinlicher Fall – das Gemälde jeweils ein Jahr nach Kauf wieder veräußert hätte, so beläuft sich dieser (arithmetische) Durchschnitt auf rund 78% p.a. Dabei muß man allerdings die hohe kurzfristige Volatilität der Preise bedenken; im (theoretischen) Extremfall hätte ein Spekulant 1957/58 einen Gewinn von über 2.300% erzielen können, 1984/85 hingegen nahezu Totalverlust (-86%) erlitten.

    2. Berechnet man, welche Rendite ein Sammler bzw. seine Erben hätten erzielen können, wenn sie das 1874 erworbene Stück nach 1, 2, 3, ..., 124, 125 Jahren verkauft hätten, so ergibt sich als arithmetischer Durchschnitt der jeweiligen einschließlich Zinseszinseffekten berechneten jahresdurchschnittlichen Renditen eine Verzinsung von 8,3 % p.a.

    3. Nimmt man an, dass das Werk im Jahre 1874 gekauft und 1999 veräußert wurde, so beträgt die durchschnittliche Rendite unter Berücksichtigung von Zinseszinseffekten 8,8% p.a.



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    Ziele und Strategien einer Anlagepolitik

    Betrachtet man Kunstwerke, unter Nichtbeachtung ihrer ästhetischen Qualitäten, allein als Werkzeug zur Geldanlage, so muss sich Kunst heute mit den gleichen Maßstäben messen lassen wie andere, konventionellere Anlageformen.
    Ebenso wie beispielsweise Aktien und Immobilien muss primär die Frage nach Rentabilität, Sicherheit und der Liquidität des Investments untersucht werden.

    Rentabilität

    Rentabilität ist der Gradmesser für den finanziellen Erfolg einer Geldanlage. Diese kann bei Kunst im Einzelfall extrem hoch liegen. Die späten 80er Jahre brachten einen ungeheuren Aufschwung des Kunstmarktes mit sich, der die Preise in kurzer Zeit um ein Vielfaches steigen ließ. Nicht nur einzelne Künstler, sondern die Vertreter ganzer Malerschulen und Stile stiegen en bloc innerhalb weniger Jahre um mehrere hundert Prozent. Beispiel hierfür war vor allem der Markt für französische Impressionisten, der vornehmlich durch Ankäufe japanischer Investoren sein Umsatzvolumen von 1988 bis 1990 verdreifachten konnte. Kritiker behaupten jedoch, dass dieses Phänomen als einmalige Entwicklung anzusehen sei, die sich nicht mehr wiederholen werde. Ein Blick in die Vergangenheit des Kunstmarkts beweist jedoch, dass die Preise seit dem zweiten Weltkrieg konstant steigen und plötzliche Preisschübe nach oben für einzelne Sammelgebiete periodisch auftauchen. Obgleich diese überhitzten Marktphasen immer wieder nach unten korrigiert werden (wie es auch zu Beginn des Jahres 1990 der Fall war), lässt sich über längere Zeiträume (10-20 Jahre) ein stetiges Wachstum belegen, welches mit einer prozentualen Wertsteigerung von durchschnittlichen 5 bis 10 Prozent pro Jahr gleichzusetzen ist.

    Der Ertrag einer Sachwertanlage wird jedoch nicht wie bei Geldwertanlagen regelmäßig, sondern einmalig beim Verkauf ausgeschüttet und ist vorher unbekannt. Der Kunstinvestor muss also bestimmen, wann er sein Kunstwerk verkaufen möchte und kann gegebenenfalls so lange warten, bis er ein lohnendes Verkaufsangebot bekommt. Kunst als Geldanlage setzt daher viel Geduld voraus. Kurzfristige Transaktionen auf dem Kunstmarkt können zwar auch beachtliche Gewinne abwerfen, erfordern aber meist Fach- und Marktkenntnisse über die der normale Anleger nicht verfügt. Es empfiehlt sich daher, nur etwa 10 bis 20 Prozent seines anzulegenden Kapitals in Kunst zu investieren und in Zeiträumen von mindestens 5 bis 10 Jahren zu denken. Sollte man im Notfall kurzfristig Geld benötigen, so verfügt man noch über andere, leichter liquidierbare Geldanlagen und muss seinen Kunstbesitz nicht kurzfristig veräußern.

    Zur Frage der Rentabilität wird häufig der Einwand vorgebracht, dass die Rentabilität durch die Versicherungskosten gemindert werde. In der Tat sind die Versicherungskosten für Museen und Galerien hoch, dem Privatmann bietet sich jedoch die Möglichkeit seinen Kunstbesitz in die Hausratsversicherung mit einzuschließen, um der Einbuße auf diese Weise wirksam entgegenzuwirken. Kosten für Restaurierungen und Pflegemaßnahmen spielen für den Kunstinvestor hingegen keine Rolle, da beim Ankauf von Kunst als Investment nur Stücke in tadellosem Zustand in Frage kommen und Kunstwerke wie Ölbilder in der Regel nur alle 30 bis 50 Jahre einer Reinigung bedürfen.

    Sicherheit

    Bei der Sicherheit einer Investition stellt sich die Frage, ob und wie sicher die Erhaltung des Anlagebetrages und seine nominale Rückzahlung gewährleistet ist. Kunst erweist sich hier als eine besonders sichere Geldanlage. Der totale Wertverlust wie zum Beispiel bei Termingeschäften ist unmöglich.

    Ein Kunstwerk kann zwar im Preis schwanken, wird jedoch seinen Wert nie völlig verlieren. Im Bereich der Vermögensverwaltung fallen jährlich immer wieder eine Großzahl von Anlegern auf Betrüger herein, ebenso werden jährlich Unsummen von Geld an der Börse verloren. Zwar gibt es auch im Kunstmarkt die Möglichkeit, eine Fälschung zu erwerben, dies lässt sich jedoch einfach vermeiden. Seriöse Fachhändler, Art Consultants sowie die großen Auktionshäuser garantieren für die Echtheit ihre Objekte. Zudem kann man bei einem größeren Ankauf vorher den Händler beauftragen, sein Werk beim „Art Loss Register” überprüfen zu lassen, welches alle gestohlenen Kunstwerke europaweit registriert. Manche Händler gehen darüber sogar hinaus und garantieren zusätzlich zu jeder Zeit den Rückkauf inklusive eines banküblichen Zinssatzes.

    Schließlich bleiben noch die beiden Risiken des Diebstahls und der Zerstörung zu erwähnen, die Kunstbesitz mit sich bringt. Beides verliert durch eine angemessene Versicherung an Bedeutung. Für manche Eigentümer erweist sich ein derartiger Unglücksfall sogar als Segen, da das Objekt damit liquidiert ist. Vor allem Kunsthändlern widerfährt dies gelegentlich, geht ihre Ware doch auf Messen und in der eigenen Galerie oft durch die Hände Tausender. Passiert einmal ein Malheur oder eine wertvolle Prozellantasse entgleitet einem Interessenten, so gilt das ungeschriebene Gesetz: „Broken is sold.“

    Liquidität

    Die schlechte Liquidität von Kunstbesitz gilt als der größte Nachteil der Investition in Kunst. Im Gegensatz zu Aktien oder Geldanleihen lässt sich Kunst ähnlich wie Immobilien nicht innerhalb eines Tages in Geld umwandeln. Viele Anleger befürchten daher, nur nach langer und schwieriger Suche einen Abnehmer für ihren Besitz zu finden, oder, im schlimmsten Falle, ganz darauf sitzen zu bleiben. Die Praxis zeigt jedoch, dass hochwertige Objekte zu angemessenen Preisen nahezu problemlos einen Abnehmer finden. Probleme bei der Liquidierung von Kunst lassen sich daher durch den gezielten Ankauf extrem hochwertiger Objekte vermeiden. Während Massenware und stark restaurierte bzw. beschädigte Objekte meist nur stockenden Absatz finden, sind die seltenen Spitzenstücke in musealer Qualität auf dem Markt selbst in Krisenzeiten begehrt und finden raschen Absatz. Dies gilt jedoch mit der Einschränkung, dass der Verkauf von Kunstbesitz grundsätzlich ein gewisses Maß an Zeit erfordert. Wem nicht direkt der Verkauf an einen Sammler oder Händler gelingt, der muss im Auktionswesen mit einer Dauer von drei bis zwölf Monaten bis zum Verkauf rechnen.

    Kunstanlagen sind daher von Natur aus Langzeitanlagen. Dieser Umstand wird meist als Nachteil ausgelegt, besitzt jedoch auch seine positiven Seiten. Anders als die Aktienmärkte bewegt sich der Kunstmarkt nur in Zeitlupe, die Marktströmungen halten viele Jahre an. Auch die Preise entwickeln sich in der Regel nicht über Nacht, sondern über Monate und Jahre. Dieser Umstand lässt den Sammler ruhiger schlafen und erfordert vom Besitzer keine schnellen Entscheidungen.

    Steuerminimierung

    Kunst zählt offiziell nicht als wirtschaftliches Anlageinstrument. Gewinne aus An- und Verkauf von Kunst müssen daher in der Regel nicht versteuert werden, solange man einige elementare Grundregeln befolgt. Zudem lässt sich der Kauf von Kunst als Einrichtung von Büro- und Geschäftsräumen in Einzelfällen sogar von der Steuer absetzen. [...]

    Bekannt ist, dass Kunst häufig als Mittel zur Steuerhinterziehung genutzt wird. Im Gegensatz zu den im Grundbuch eingetragenen Immobilien besitzt der Staat meist nicht die Möglichkeit den wahren Umfang des Kunstbesitzes eines Steuerzahlers zu ermitteln. Viele kostbare Stücke befinden sich heute weitgehend unbekannt in privaten Wohnungen oder Banksafes. Man muss daher leider davon ausgehen, dass, grob geschätzt, zwischen 50 und 70 Prozent der im Kunstmarkt kursierenden Gelder nicht verbuchtes Schwarzgeld sind.



    Nolde

    Was sollte ich über die Preisentwicklung wissen?

    Preise vergleichen

    Qualitätvolle Werke junger Künstler und Künstlerinnen, die bereits erste künstlerische Anerkennung erfahren haben, sind gelegentlich schon unter 2000 DM erhältlich.
    Je nachdem, wie groß der bisherige Erfolg innerhalb der jungen Karriere bisher war und wie stark die gegenwärtige Marktnachfrage nach dem betreffenden Werk des jeweiligen Künstlers ist, kann der Einstiegspreis wesentlich darüber, gelegentlich aber auch darunter liegen. Auktionsergebnisse können nur selten zu Preisvergleichen hinzugezogen werden, da die junge Kunst kaum im Auktionshandel gehandelt wird. Dagegen bietet sich jedoch der Vergleich im Angebot der Galerienszene an. Am leichtesten gelingt dies bei regelmäßigen Besuchen von Messen zeitgenössischer Kunst. Dabei sollten nicht nur die Preise des favorisierten Künstlers oder der Künstlerin im Blickfeld stehen, sondern auch die Preise von vergleichbaren Werken anderer junger Kunstschaffenden, einmal beobachtet werden. Erst dann lässt sich nach und nach ein Gefühl dafür entwickeln, ob die Preise für die künstlerischen Werke, die man erwerben möchte, fair oder überteuert sind. Hat sich ein Vertrauensverhältnis zwischen Galeristen, Künstler und Käufer gebildet, kauft man dort regelmäßig oder gleich mehrere Kunstwerke, so lässt sich der Galerist oder auch der Künstler in der Regel auf deutliche Preisnachlässe ein. Wie groß diese ausfallen können, hängt zum einen von der Höhe des geforderten Verkaufspreises, zum anderen aber auch vom Verhandlungsgeschick des einzelnen ab.

    Mut zum antizyklischen Handeln entwickeln

    Generell bieten sich beim Sammeln in den Gebieten die meisten Chancen, in denen noch nicht allzuviele andere Sammler ebenfalls aktiv sind. Wie in allen Bereichen der Investitionen steigt der Preis bei wachsender Nachfrage. Es gilt daher Nischen zu entdecken und sich hier schnellstmöglich Spezialwissen anzueignen. Nur dann besteht die Chance, früher als andere Sammelwürdiges zu entdecken und zu erwerben, das deutliches Entwicklungspotential in sich birgt. Dieses Prinzip hat auch bei dem Sammeln junger Kunst seine Gültigkeit. Es ist allerdings auch auf diesem Sammelgebiet viel leichter, solches zu erwerben, das schon allgemein Anerkennung erlangt hat und in vielen prominenten Sammlungen vertreten ist. Preise für diese Kunstwerke liegen jedoch in der Regel schon sehr hoch. Spannender erscheint es, eigene Wege zu gehen und sich mittels gewachsener eigener Kompetenz und sorgfältiger Beratung individuelle Favoriten innerhalb der Kunstszene zu suchen. Es ist sicherlich ein mühsamer, aber zugleich auch chancenreicher Weg. In Zeiten, in denen allgemein figürliche Kunst im öffentlichen Blickfeld steht, werden beispielsweise abstrakt oder konzeptionell arbeitende Künstler und Künstlerinnen weniger honoriert. Auch solche, die nicht in eine der gerne von Kritikern gewählten Stilschubladen passen, finden oftmals zunächst weniger Aufmerksamkeit. Hier bieten sich nach kritischer Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Werk die Möglichkeit, Qualitätvolles, aber zurzeit Unterbewertetes mit guten Entwicklungsmöglichkeiten zu entdecken.

    Persönlichen Kontakt zum Künstler herstellen

    Hat man innerhalb des breiten Kunstmarktangebotes einige Künstler und deren Werk für sich entdeckt, so bietet sich in Absprache mit dem jeweiligen Künstler und den ihn vertretenden Galeristen der Besuch im Künstleratelier als sinnvolle und zugleich höchst wertvolle Möglichkeit der vertiefenden Information an. Wie sonst als im direkten Dialog mit dem Künstler und dessen Werk lassen sich erste Eindrücke vertiefen und auch Einschätzungen der Schlüssigkeit von Ästhetik, Aussage und Gesamtkonzept bestätigen oder revidieren. [...]

    Der Besuch im Künstleratelier und die Auswahl eines zu erwerbenden Werkes hat noch ganz andere, praktische Vorteile. Zum einen ist die Auswahl hier wesentlich größer als im Angebot der Galerien, zum anderen erweist sich eine Bestätigung, dass im Atelier des Künstlers (auch unter möglicher Vermittlung des Galeristen) gekauft wurde, Jahrzehnte später als positiv. Sind der Künstler und sein Werk mittlerweile bekannt geworden und sind die Preise auf Grund stark gewachsener Nachfrage stark gestiegen, so wird gelegentlich auch das Thema der Kunstfälschung aktuell. Kann bei einem gewünschten Verkauf eines Werkes nachgewiesen werden, dass es direkt beim Künstler erworben wurde, so wirkt sich dieses verkaufsfördernd aus.



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    Welche Kunstwerke eines Künstlers sollte ich kaufen?

    Auf Qualität setzen

    Erst einmal von den Reizen der Kunst in Bann gezogen, fällt es gelegentlich schwer, die Kauflaune zu zügeln und sich an die alte, aber immer noch gültige Regel zu halten, statt auf Quantität lieber auf Qualität zu setzen.
    So macht es auch unter dem Aspekt eines gewünschten zukünftigen Wiederverkaufes mehr Sinn, wenige herausragende charakteristische Werke zu besitzen als viele kleine, eher nebensächliche Arbeiten. Diese können zwar vielleicht wichtige Studien sein, die zu einem Hauptwerk führen, auf dem Kunstmarkt werden jedoch in der Regel die markanten, exemplarischen Bilder oder Skulpturen in repräsentativem Format höher honoriert. Stehen mehrere Bilder eines Künstlers zur Auswahl, so gilt es ein typisches Werk auszuwählen. Es könnte sich beispielsweise um eine Arbeit aus einer frühen Werkphase handeln, die aber davon zeugen muss, dass der Künstler oder die Künstlerin sich von möglichen Vorbildern abgenabelt und einen eigenen Weg gefunden hat. Noch interessanter erscheinen Werke, die aus einer nachfolgenden, gereifteren, gefestigten künstlerischen Phase stammen, Werke, die in inhaltlicher wie gestalterischer Hinsicht Schlüsselpositionen im Œuvre einnehmen. Arbeiten, die eine Sonderstellung im künstlerischen Konzept einnehmen, die in formaler wie inhaltlicher Hinsicht untypisch für das Werk des Künstlers sind, sollten eher bei der ersten Wahl ausgeklammert werden. Oftmals sind sie Ergebnis eines künstlerischen Versuches, eines Weges, den der Künstler nicht weiterverfolgte. Manchmal sind sie als Nebenprodukte entstanden, auf der Suche des Künstlers nach der geeigneten Lösung.

    Unikate bevorzugen

    Druckgraphik, Auflagenobjekte zu erschwinglichen und manchmal sogar äußert niedrigem Preis reizen zum Kauf. Viele Galeristen haben hier ein großes Angebot zu bieten. Kunstmessen wie die Ars Multiple in Düsseldorf helfen dem Sammler sich einen Überblick zu schaffen. Originaldruckgraphik oder Auflagenobjekte haben den Vorteil, dass man auf Grund des nur geringen finanziellen Einsatzes kaum ein Risiko eingeht. Manche begehrten Multiples erfahren erstaunliche Wertsteigerung. Beispiele hierfür sind unter anderem der “Schlitten” von Joseph Beuys, 1969 in einer Auflage von 50 erschienen, oder “Victoire de Samothrace” von Yves Klein, 1962 in einer Auflage von 175 herausgegeben. Heute werden beide jeweils im siebenstelligen DM-Bereich gehandelt. Bei der Wahl von Auflagenobjekten sollte der Sammler auf eine nicht zu hohe Auflage achten. Außerdem sollten ausschließlich Arbeiten ausgewählt werden (und hier erweitern wir den Blick auf die Kunst generell des 20. Jahrhunderts), die zu Lebzeiten des Künstlers oder der Künstlerin herausgegeben wurden. Es kursieren zahlreiche posthum entstandene Multiples, die vom Sammler aus kunsthistorischer Sicht und dem Blickwinkel des Kunstinvestments besser unberücksichtigt bleiben sollten.

    In der Regel werden jedoch die Unikate, zum Beispiel charakteristische Gemälde, Zeichnungen oder Skulpturen aus dem Schaffen der Künstler, vom Kunstmarkt wesentlich höher bewertet als Auflagenobjekte. Auch wenn der Einstiegspreis zunächst über den von Auflagenobjekten liegt, sollte der strategische Käufer sich daher lieber zum Erwerb eines einzelnen, typischen Werkes einer Künstlerin oder eines Künstlers entschließen als zu einem oder mehreren Auflagenobjekten. Ist das Budget begrenzt, so empfiehlt es sich, unter dem Gesichtspunkt der Wertsteigerung, in der Regel lieber nur ein qualitätvolles Unikat oder wenige exemplarische Werke zu erwerben als viele Multiples.

    Die Rolle des Formates beachten

    Bei einem späteren Verkauf eines Kunstwerkes stellt neben zahlreichen anderen Aspekten auch das Format einen nicht zu unterschätzender Faktor dar. Kunstwerke in extremen Größen, die zum Beispiel im Auftrag für eine spezielle Räumlichkeit geschaffen wurden, lassen sich oftmals nur schwer wieder verkaufen. Der Käufer müsste über einen ähnlichen Raum verfügen wie der Vorbesitzer. Dies schränkt die Zahl der potentiellen Käufer immens ein. Einige junge Künstler vertreten die Meinung, ihre Ideen nur auf riesigen Bildformaten ausleben zu können. Möglich ist es, dass sich eines dieser Bilder hervorragend in das großzügig geschnittene Loft eines Kunstliebhaber oder die Eingangshalle einer Firma fügt. Ob sich jedoch bei einem gewünschten Verkauf ein zweiter Liebhaber mit geeignet großen Räumen findet, ist fraglich. Ebenso sollte man bei einem Kauf auf allzu kleine Werke eher verzichten. Im Bereich der jungen Kunst sind Preisunterschiede zwischen kleinen und repräsentativeren Formaten nicht sehr groß. Die Analyse der Verkaufserfolge zum Beispiel bei den Auktionen und auf Kunstmessen zeigt, dass die repräsentativeren Formate die gesuchteren sind. Nun kann es sein, dass das kleine Format zum Konzept der Künstlerin oder des Künstler gehört. Oftmals handelt es sich dabei um Werke, die ihre Wirkung erst in der Serie entfalten. Ist dies der Fall, so empfiehlt es sich, sogleich eine ganze Serie der kleinen Formate zu erwerben.

    Erhaltungszustand, konservatorische Aspekte berücksichtigen

    [...] Gerade erst entstanden, sollten die Zeichnungen, Gemälde, Skulpturen, Fotografien oder Videos eigentlich in gutem Zustand sein. Trotzdem gilt es vor dem Kauf genau hinzuschauen und mit dem Galeristen oder/und dem Künstler auch über die verwendeten Materialien zu sprechen. Die Frage nach der Beständigkeit mancher dick aufgetragenen oder neu erprobten Farben und Materialien ist legitim. Werke mit bereits offensichtlichen Blessuren an den Oberflächen und Rändern sollten nicht erworben werden. Ein Wiederverkauf ist vor einer fachgerechten Restaurierung wenig aussichtsreich. In dem seit einigen Jahren auf dem Kunstmarkt boomenden Bereich der Fotografie und der Videokunst lohnt es ebenfalls, konservatorische Aspekte zu berücksichtigen. Welches Material hat Einsatz gefunden? Verspricht oder besser noch garantieren Galerist und Künstler, dass der Fotoabzug nicht nach wenigen Jahren sich verfärbt oder anderweitig drastisch verändert? Wird das Video langfristig erhalten bleiben oder ist mit einem - möglicherweise irreparablen Verfallsprozess zu rechnen? Zuletzt muss man sich als Käufer auch selbst die Frage stellen, ob in den eigenen Räumen geeignete, den Erhaltungszustand der Kunstwerke schonende konservatorische Voraussetzungen bestehen. Werden empfindliche Fotografien, Zeichnungen und Druckgraphiken beispielsweise nicht direktem Licht ausgesetzt? Sind große Temperaturschwankungen und zu hohe oder zu niedrige Raumfeuchtigkeit auszuschließen?



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    Worauf sollte ich bei den Künstlern achten?

    Nach Eigenständigkeit suchen

    Es sollte der Augenmerk auf künstlerische Arbeiten gelegt werden, die aus kunsthistorischer Sicht inhaltlich wie formal eine eigene Positionen aufweisen.
    Diese steht zudem oftmals in einem deutlichen Zusammenhang mit den gegenwärtigen, dringlichen Themen der Zeit. Nicht die zwanghafte Suche nach dem Neuen, der ästhetischen Reizsteigerung, der sinnlichen Sensation sollte dabei den konsequenten Sammler bei der jungen Kunst allzusehr in seinen Bann ziehen. Oftmals faszinieren im breiten Spektrum des in Ausstellungen und auf Messen Gezeigten ungewohnte und spontan verblüffende Materialverwendungen und neue formale Experimente. Hier erscheint es wichtig, nochmals zu hinterfragen, ob das eingesetzte Material und das neue Experiment Mittel zum Zweck oder aber eigentlicher Inhalt sind. Handelt es sich um einen Fall pfiffiger Effekthascherei und Materialverliebtheit oder ist die Entscheidung des Künstlers inhaltlich bedingt? Letzteres ist das Entscheidendere auf der Suche nach eigenständiger Kunst von langfristiger Wirkung und Wert.

    Das überzeugende, ernsthafte Konzept und nicht das modisch kurzlebige Spielerische gilt es zu entdecken. Der Rückblick auf die Entwicklung der bildenden Kunst seit der Moderne in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hilft bei der eigenen Entscheidungsfindung. Bei so manchem Kunstwerk, das auf den ersten Blick verblüfft und fasziniert, wird auf den zweiten Blick deutlich, dass man lediglich ältere Konzepte aufgriff und zeitgemäß variierte, dass hier nicht neu erfunden und empfunden wurde. Nur höchst wenigen Künstlern innerhalb der großen auf dem Kunstmarkt vertretenen Schar gelingt die Findung neuer und nicht neumodischer Entwicklungen.

    Kontinuität im Werk berücksichtigen

    Junge Künstlerinnen und Künstler können noch auf kein umfangreiches Œuvre zurückblicken. Trotzdem lohnt der Blick nicht nur auf die jüngsten der Werke, sondern auch auf das, was beispielsweise in der Studienzeit oder auch dem Zeitraum danach geschaffen wurde. Hier zeichnen sich schon Eigenarten, erste Schwerpunkte und Tendenzen ab. Es wird oftmals deutlich, ob suchend von einer in die andere Position gesprungen wurde, ohne dass es letztlich zur Findung eines überzeugenden einheitlichen Konzept kommt. Trotz aller wünschenswerten Freiheiten des Experiments zeichnet sich bei einigen wenigen viel versprechenden Künstlern eine logische Entwicklungslinie, eine gewisse Kontinuität auf dem Weg der Erarbeitung eines eigenen künstlerischen Schaffens ab. Diese gewisse inhaltliche und/oder formale Beharrlichkeit innerhalb der Entwicklung ist trotz aller vielleicht gleichzeitig zu verzeichnenden gestalterischen Seitensprünge durchaus ein Hinweis auf die Fähigkeit zu Konzentration und die Ernsthaftigkeit bei der Verfolgung des eigenen künstlerischen Weges.

    Erste Erfolge beachten

    Begegnen wir einem gänzlich unbeschriebenen Blatt oder kann die Künstlerin, der Künstler auf erste bemerkenswerte berufliche Erfolge zurückblicken? Dies ist eine nicht unerhebliche Frage bei der Suche nach entwicklungsfähiger, viel versprechender Kunst der Gegenwart. Eine Reihe unterschiedliche Aspekte lassen das Bild von einem Kunstschaffenden am Beginn eines erfolgreichen Weges verdichten. Der Abschluss eines Studiums an einer arrivierten Kunstakademie unter einem bedeutenden Professor kann ebenso ein positives Signal sein wie die Aufnahme in das Programm einer oder besser noch mehrerer namhafter Galerien, die für das Engagement für junge Positionen bekannt sind. Auch lässt die Künstlerliste im Anhang der Kataloge zeitgenössischer Kunstmessen sehr deutlich erkennen, welche der Künstler auf dem Kunstmarkt besonders häufig vertreten und gefragt sind. Tauchen über einige Jahre hinweg immer wieder Namen auf, die von einer zunehmenden Zahl von Galerien vertreten werden, so ist dies ein Indiz für die hohe oder gewachsene Marktnachfrage nach eben diesen Künstlern. Ebenso stellt die Teilnahme an Ausstellungen zum Beispiel in Kunstvereinen und überregional bedeutenden Museen oder Kunsthallen einen markanten Hinweis auf ein engagiertes, künstlerisch bemerkenswertes Werk dar. Eine Einladung zur Teilnahme an der documenta in Kassel oder Biennale in Venedig ist bereits eine weitere markante Erfolgstufe. Allerdings muss man auch darauf hinweisen, dass nicht jeder der Künstler, der an arriviertem Ort ausstellte einen zukünftig erfolgreichen Weg eingeschritten hat.

    Nicht nur die rege Ausstellungstätigkeit kann ein erstes Erfolgszeichen sein. Preise und Stipendien, die Künstler erhalten haben, verweisen ebenfalls auf Anerkennung ihrer Leistungen durch Experten. Allerdings gilt es auch hier genau hinzuschauen, welche Bedeutung, welchen Ruf die betreffenden Auszeichnungen genießen und wie sich die Expertengremien zusammensetzen.

    Ein Hinweis auf erfolgreiches Wirken des Künstlers kann auch die Erwähnung und Abbildung in Begleitkatalogen prominenter Ausstellungen sein. Ebenfalls ist die Aufnahme in wissenschaftlichen Publikationen ein Indiz für künstlerischen Erfolg. Vielleicht widmet sich ein Forscherteam jungen Tendenzen in der Kunstszene, analysierte das Werk ausgewählter Künstler und publiziert dieses. Oder namhafte Autoren schreiben in Buchveröffentlichungen über Künstler, deren Formulierungen ihnen bahnbrechend erscheinen. Ebenso können Fachzeitschriften mit Veröffentlichungen zu bemerkenswerten künstlerischen Tendenzen wertvollen Hinweis auf wichtige und erfolgversprechende junge Künstler geben.



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    Lernen Sie, wie Galerien zu verkaufen

    Sammler können ihre Kunstwerke überall einkaufen. Viele unter ihnen entscheiden sich aber dazu, ausschließlich in Galerien einzukaufen.
    Auf die Frage, warum sie das tun, antworten viele, dass Galerien einen meistens mit weniger Problemen konfrontieren als die Künstler selbst. Dies muss aber nicht immer so sein. Auch Künstler, die in keiner Galerie ausstellen, können ihre Verkaufszahlen verbessern, indem sie sich die Verkaufspraktiken der Galerien aneignen.

    Den Hauptvorteil, den Sie Galerien und Händlern gegenüber haben, sind Sie selbst. Sie kennen sich am besten mit Ihrer Kunst aus und sind am besten geeignet, sie zu repräsentieren. Es liegt in Ihrer Hand, den Besuch für Ihren Sammler jedes Mal zu einem aufregenden und freudigen Ereignis werden zu lassen, bei dem Ihr Besucher etwas dazulernt und Spaß hat.

    Einige der folgenden Vorschläge entsprechen vielleicht nicht Ihrem Geschäftsverständnis. Aber wenn es Ihr Ziel ist die Verkaufszahlen zu steigern, werden Sie umso mehr Erfolg haben, je mehr Sie den Vorschlägen folgen. Falls keiner davon etwas für Sie ist, dann haben Sie wenigstens einen Einblick in die Verkaufsstrategien von Galerien erhalten.

    Halten Sie Ihre Geschäftszeiten ein. Egal ob es eine oder vierzig Stunden pro Woche sind, seien Sie zu festen Zeiten erreichbar. Dies spart potentiellen Kunden die Mühe, mit Ihnen einen Termin auszumachen.

    Bemühen Sie sich darum, dass sich die Sammler bei Ihnen wohlfühlen. Beantworten Sie ihre Fragen, zeigen Sie ihnen, was sie sehen wollen, und erklären Sie ihnen, wie Sie arbeiten. Halten Sie ihre Biographie, Ausstellungsgeschichte und andere relevanten Informationen zum Lesen bereit.

    Lassen Sie die Sammler wissen, was Sie machen und warum Sie es machen. Halten Sie Ihre Erklärungen einfach, und vermeiden Sie es, lehrmeisternd zu wirken. Gehen Sie erst dann ins Detail, wenn die Leute Interesse an einem vertieften Gespräch zeigen.

    Reservieren Sie einen Bereich Ihres Studios zum Ausstellen fertiger Arbeiten. Je mehr Sie in Ihrem Ausstellungsbereich Galerieverhältnisse schaffen, desto besser. Sammler werden es einfacher finden, die Wirkung einer Arbeit zu verstehen, wenn sie in sauberen, gut belichteten Räumlichkeiten betrachtet werden kann.

    Lassen Sie die Interessenten Ihre gesamte Auswahl an Werken sehen, egal, was Sie persönlich von manchen Werken halten. Wenn jemand ein Stück gut findet, das Ihnen nicht gefällt, na dann umso besser. Nicht alle Geschmäcker sind gleich. Wenn man sich mehr für Ihre alten als Ihre neuen Stücke interessiert, dann ist dies auch völlig in Ordnung.

    Wenn Sammler gewisse Präferenzen zum Ausdruck bringen, dann bieten Sie ihnen an, etwas in dieser Richtung vorzuführen. Wenn Sie versuchen, die Interessenten vom Gegenteil zu überzeugen, verringern Sie Ihre Chancen etwas zu verkaufen, denn Geschmäcker sind oft sehr individuell.

    Sammler erwähnen häufig Namen anderer Künstler, von denen sie bereits Arbeiten besitzen. Egal, was Sie von diesen Künstlern oder deren Werken halten, machen Sie keine negativen Bemerkungen und reagieren sie wohlwollend. Vermeiden Sie es, Vergleiche anzustellen oder abwertende Kommentare zu machen.

    Seien Sie etwas entgegenkommend gegenüber Käufern mit bescheidenen Budgets. Bemühen Sie sich bei jedem, der interessiert genug ist und bei Ihnen nach Preisen fragt.

    Lassen Sie Sammler Arbeiten für eine bis zwei Wochen zur Probe mit nach Hause nehmen. Es ist für viele Leute nicht einfach, sich beim Kunstkauf schnell zu entscheiden. Es wird deshalb gerne gesehen, wenn man den potentiellen Käufern die Zeit gibt, sich in Ruhe Gedanken zu machen.

    Bieten Sie an, Sammlern privat oder am Arbeitsplatz Werke vorzuführen. Je zugänglicher Sie Ihre Werke machen, desto einfacher ist es, sie zu verkaufen. Sammler fühlen sich geehrt, wenn man ihnen ermöglicht, solche Arten von Veranstaltungen abzuhalten.

    Verlangen Sie nichts für die Anlieferung, falls die Käufer nicht in der Lage sind, die Werke selbst zu transportieren.

    Machen Sie Ihre Preise im voraus fest, und bringen Sie sie sichtbar bei den Kunstwerken an, oder erstellen Sie eine verlässliche Preisliste. Falls Sie ständig unterschiedliche Preise machen, erwarten Sie keine schnellen Kaufentscheidungen. Zögernde Preispolitik gibt Sammlern den Eindruck, dass Preise von Ihrer Laune abhängen und sich nach der Person richten, der Sie eine Arbeit anbieten.

    Markieren Sie die Arbeiten deutlich, die nicht zum Verkauf bereit stehen.

    Verlangen Sie ein bisschen weniger als andere Künstler mit ähnlicher Erfahrung und Qualifikation.

    Machen Sie Ihre Preise nicht von Ihrer momentanen finanziellen Situation abhängig, egal wie diese sich gerade darstellt.

    Lassen Sie sich die Verkaufspreise nicht zu Kopf steigen. Sie schaffen sich Probleme, wenn Sie jedes Mal, wenn es um Geld geht, emotional werden. Egal wie viel Sie für eine Arbeit bekommen, es bleibt nach wie vor ein und dasselbe Kunstwerk.

    Seien Sie flexibel. Wenn ein Sammler in der Lage ist in angemessener Manier mit Ihnen zu verhandeln ohne dabei Respekt und Höflichkeit zu vergessen, dann sollten Sie es in Erwägung ziehen, den Preis vielleicht um zehn bis zwanzig Prozent zu drücken. Ist ein Interessent jedoch unhöflich, beleidigend oder will Ihre Werke für ein Apfel und ein Ei, dann sind Sie natürlich zu nichts verpflichtet.

    Solange Sie dabei keine Verluste machen, sollten Sie Ratenzahlungen oder andere Zahlungsvereinbarungen zulassen.

    Seien Sie nicht schüchtern, wenn es darum geht, alte Schulden einzutreiben. Wenn Sie wissen, dass Sie mit solchen Dingen Schwierigkeiten haben, machen Sie sich im voraus Gedanken, wie Sie sich in einer solchen Situation verhalten sollen. Vielleicht sollten Sie Kunstwerke bis zu Ihrer vollen Bezahlung nicht aushändigen oder einen richtigen Kaufvertrag abschließen.

    Versorgen Sie die Käufer mit schriftlichem Begleitmaterial und Erklärungen zu Ihren Werken, so dass sie wissen, wer Sie sind und was Ihnen an Ihrer Kunst wichtig ist. Galerien geben nur Belege und Sekundärliteratur aus. Bei Ihnen zuhause können Sie es persönlicher gestalten.

    Wenn Ihnen diese Vorschläge etwas zu weit gehen oder Sie Schwierigkeiten haben, direkten Kontakt mit den Sammlern zu pflegen, dann sollten Sie lieber nach einem Agenten suchen oder in einer Galerie ausstellen.



    Mit Geduld zum Ziel

    Frage: Vor ungefähr fünfzehn Jahren kaufte ich mir eine kleine Skulptur von einer zeitgenössischen Künstlerin, als sie gerade ihre Karriere begann. Damals zahlte ich ungefähr 100 Dollar dafür. Ähnliche Stücke werden heutzutage in Galerien für 1.000 bis 1.500 Dollar verkauft.
    Kann ich meine Statue für einen ähnlichen Preis verkaufen? Wo wäre der beste Ort, um sie zu verkaufen? Ich habe schon ein paar Auktionshäuser angerufen, aber die zeigten kein Interesse.

    Antwort: Solange der Künstler nicht berühmt ist, die Nachfrage nach seinen Werken gering ist oder das Angebot hoch ist, liegen die Wiederverkaufspreise normalerweise ein ganzes Stück unter dem Galerieverkaufspreis. Gründe hierfür sind, dass der Künstler noch am Leben ist und noch immer Kunstwerke schafft, und dass somit die Galerien, die dessen Werke ausstellen, so viele Stücke haben können, wie sie wollen, ohne dafür bezahlen zu müssen. Galerien nehmen mindestens 40 % Kommission pro verkauftem Werk. Das würde Ihnen einen realen Verkaufspreis von 900 Dollar geben (gesetzt den Fall das Werk hat einen Wert von 1500 Dollar, und die Galerie nimmt genau 40 % Kommission).

    Ein anderer Faktor, der Preise von zeitgenössischen Kunstwerken schmälert, insbesondere wenn der jeweilige Künstler sich gerade am Höhepunkt seiner Karriere befindet, ist die Tatsache, dass Sammler oft dazu tendieren, lieber die allerneuesten Stücke des Künstlers zu erwerben, anstatt sich mit etwas älterem zufriedenzugeben. Zumeist bevorzugen sie auch den direkten Kontakt mit dem Künstler oder seinem direkten Händler und kaufen nur ungern von anderen Sammlern, die ein Werk schon vor längerer Zeit gekauft haben. Oft hat das Sammeln von zeitgenössischer Kunst auch gesellschaftliche Hintergründe: wer die Künstlerszene durch seine Sammlung unterstützt, erhält somit auch Zugang zu dieser.

    Die einzige Möglichkeit, seine Kunstwerke für Sammler attraktiv zu machen, ist sie unter Preis anzubieten. In Ihrem Fall wären 500 Dollar wahrscheinlich eine gute Verhandlungsbasis. Wenn Sie das Stück wirklich mögen, das Geld nicht wirklich benötigen und es Sie es nur hätten verkaufen wollen, wenn Sie einen Spitzenpreis erzielt hätten, dann behalten Sie es einfach. Die Prognosen für den Künstler sind gut. Falls er weiterhin Werke auf den Markt bringt, diese sich gut verkaufen lassen, und er an Popularität gewinnt, werden frühe Werke, so wie das Ihre, die gesuchtesten und wertvollsten sein.




    Auktionshäuser

    Sothebys (Auktionshaus)

    Christie`s (Auktionshaus)

    TEFAF (Kunst)

    Kunstmarkt

    Kunst

    Art-News

    ArtBusiness.com

    Antiquorum (Auktionshaus)

    Uhren Muser (Auktionshaus)

    Galerie Koller (Auktionshaus)

    Ketterer Kunst (Auktionshaus)

    Lempertz (Auktionshaus)

    Auction (Auktionshaus)

    Oldtimer (Auktionshaus)

    Van Ham (Auktionshaus)

    Venator Hanstein (Auktionshaus)

    Villa Grisebach (Auktionshaus)

    Louvre (Museum)







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