Ingvar Kamprad

- Ingvar Kamprad -

Biografie
Nachname: Kamprad
Vorname: Ingvar
Geburtsdatum: 1926-03-30
Geburtsort: Elmtaryd Agunnaryd
Sternzeichen: Widder 21.03 - 20.04


Der schwedische Bauernsohn und gelernte Tischler baute mit 17 Jahren einen Versandhandel auf, aus dem sich seit den 1950er Jahren ein weltweit erfolgreiches Möbel- und Einrichtungshaus entwickelte. Ingvar Kamprad verdankt diesen Erfolg dem einzigartigen Unternehmenskonzept von IKEA, das dessen typische Kombination von preisgünstigem und qualitativ gutem Angebot hervorbrachte... "



Ingvar Kamprad: Möbelpionier Ingvar Kamprad, der Pionier auf dem Gebiet der Mitnahmemöbel, ist ein brillianter und unorthodoxer Geschäftsmann. Er legte sich mit den etablierten Möbelproduzenten in Schweden an und konnte sich durchsetzen. Am Ende bekamen die Kunden von Ikea das, was sie immer wollten und was Kamprad immer prognostiziert hat: gute Qualität zu niedrigen Preisen.

Ingvar Kamprad bietet seinen Kunden durch Vertriebsinnovationen, wie Mitnahmemöbel und Selbstbedienungsprinzip, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Lange vor der Einführung von Einkaufszentren auf der grünen Wiese wurde das Einkaufen bei IKEA zu einem Familienausflug und einem Erlebnis umgestaltet. Als sich Kamprad 1986 aus dem aktiven Tagesgeschäft zurückzog, hatte er den Charakter des Einzelhandels radikal verändert und Tausenden von Unternehmern Anregungen für innovative Veränderungen geliefert.

Stationen und Höhepunkte der Karriere Als Fünfjähriger verkaufte der 1926 bei Agunnaryd (Smaland, Schweden) geborene Kamprad Streichhölzer an die Nachbarn. Als nächstes handelte er mit Fisch und Beeren. Mit dem Verkauf von Sämereien verdiente er dann erstmals richtiges Geld, sodass er sich davon ein Rennrad und eine Schreibmaschine kaufen konnte.

Kamprad war erst 17 Jahre alt, als er 1943 sein Unternehmen Ikea gründete - damals wurde der Firmenname noch mit Apostroph und in Kleinbuchstaben geschrieben. Er kam wie folgt zustande: IK sind die Anfangsbuchstaben des Namens von Ingvar Kamprad, E steht für Elmtaryd - der Name des Bauernhofes seiner Familie - und A für Agunnaryd - sein Heimatdorf. In den Anfangsjahren verkaufte Kamprad alles Mögliche, jedoch durchaus mit Erfolg, denn bald lieferte er nicht mehr nur für den örtlichen Bedarf, sondern baute sein Geschäft zum Versandhandel aus. Mit Zeitungsanzeigen warb er für seine Produkte, die Auslieferung erfolgte dann per Eisenbahn und Milchwagen. Bald lieferte er Dinge wie Kugelschreiber, Bleistifte, Bilderrahmen, Brieftaschen und Uhren in ganz Schweden aus.

1948 schaltete Kamprad zum ersten Mal Werbeanzeigen für Möbel. Mit seiner Entscheidung, Möbel zu verkaufen, wollte er sich einen Vorsprung vor seinem damaligen Hauptkonkurrenten verschaffen. Die Möbel kaufte er bei örtlichen Herstellern ein. Sie waren daher auch im Verkauf preiswert, und die Umsätze entwickelten sich dementsprechend positiv; so positiv sogar, dass er vier Jahre später keine anderen Produkte mehr verkaufte, um sich ganz auf das Geschäft mit preiswerten Möbeln und Haushaltsartikeln zu konzentrieren.

Bis 1953 betrieb Kamprad nur den Versandhandel. Infolge des intensiven Wettbewerbs, der in diesem Handelssegment herrschte, standen jedoch die Produktqualität und die Preise sehr stark unter Druck. Kamprad befand sich in einem brutalen Preiskampf, der nicht lange durchzuhalten war, und das Ansehen der Branche litt darunter, dass viele Konkurrenten schlechte Qualität anboten. Kamprad erdachte sich hier einen Ausweg:
Er wollte seinen Kunden die Möglichkeit geben, die Möbel selbst zu sehen, anzufassen und auszusuchen.
Er kaufte also einen Schreinerbetrieb in Älmult auf, der vor der Schließung stand, und informierte seine Kunden, dass IKEA jetzt auch selbst Möbel herstelle. Wenn die Kunden die im Katalog abgebildeten Produkte sehen wollten, dann könnten sie die IKEA-Möbelausstellung besuchen, die am 18. März 1953 eröffnet werde. Damit war er ein nicht geringes Risiko eingegangen, und war daher am Eröffnungstag sehr nervös. Als er dann die Tür der Ausstellungshalle öffnete, war er jedoch sprachlos. Draußen warteten mindestens 1 000 Kunden: Vielleicht lag der Besucheransturm auch daran, dass er allen Besuchern am Eröffnungstag kostenlos Kaffee und Rosinenbrötchen versprochen hatte.

Es war in dieser Anfangszeit seines Unternehmens, in der Kamprad die heute allseits bekannten IKEA-Prinzipien entwickelte. Eines dieser Grundprinzipien war ein ausgeprägtes Kostenbewusstsein. Kamprad sparte einfach an allem, vom Bindfaden über die Kartons bis zum Packpapier. Eine andere Maxime bestand darin, in seinen Möbelmärkten auch Gastronomie anzubieten. Dabei wurde das Speiseangebot allmählich ausgeweitet. Aus dem Kaffee und Kuchen-Angebot wurden komplette Restaurants mit richtigen Menüs. Für Kamprad hatte dies einen ganz praktischen Grund: Er sagte sich: "Mit einem leeren Magen kann man keine guten Geschäfte machen." Daraus entwickelte sich schließlich das Konzept des IKEA-Erlebniseinkaufs, wo die Kunden den Besuch bei IKEA als eine Art Tagesausflug für die ganze Familie betrachten konnten.

1955 musste Kamprad dann seinen ersten größeren Rückschlag hinnehmen. Die Kunden kamen in hellen Scharen und die Aufträge nahmen zu. Aber wie sich jetzt herausstellte, lief das Geschäft sogar zu gut: Da die Konkurrenten IKEA im fairen Wettbewerb nicht gewachsen waren, griffen sie jetzt zu unlauteren Mitteln. Sie setzten Zulieferer unter Druck, IKEA nicht mehr zu beliefern, und Ingvar Kamprad wurde nicht mehr zu Ausstellungen und Messen der Branche zugelassen. Einmal musste sich Kamprad sogar im Volvo eines Freundes unter einem Teppich verstecken, um eine Möbelmesse besuchen zu können. Aber Kamprad behielt trotz dieser Schikanen die Oberhand. Als die Lieferschwierigkeiten zunahmen, beschloss er kurzerhand, selbst Möbel zu entwerfen und herzustellen. Weil er nicht an Möbelmessen teilnehmen durfte, baute er selbst Ausstellungszentren. Was auch die Konkurrenten unternahmen, Kamprad war nicht zu stoppen.
In der weiteren Entwicklung von IKEA folgten dann die Meilensteine Schlag auf Schlag:
1956 das Prinzip der Bausatzmöbel, 1958 Eröffnung eines 6700 Quadratmeter großen Möbelhauses mit 100 Mitarbeitern, 1965 Einführung der Selbstbedienung, 1999 IKEA verfügt über 150 Möbelmärkte in 30 Ländern, hat 44 000 Beschäftigte und einen Umsatz über sieben Milliarden US-Dollar. Obwohl sich Ingvar Kamprad inzwischen aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen hat, wird er von vielen immer noch als der eigentliche Führer des Unternehmens betrachtet. Trotz des phänomenalen Reichtums, den er inzwischen angehäuft hat - aus steuerlichen und rechtlichen Gründen lebt er in der Schweiz - scheint Ingvar Kamprad immer noch der gleiche Mensch geblieben zu sein, der vor vielen Jahren in der schwedischen Provinz als kleiner Junge Streichhölzer verkaufte.

Meine Aufgabe besteht darin, die breite Masse der Normalverbraucher zu beliefern. Die Frage, die sich dabei stellt, ist: Wie kann man feststellen, was die Verbraucher wünschen, wie soll man sie am besten beliefern? Meine Antwort lautet, man muss den normalen Verbraucher kennen. Und im Grunde meines Herzens bin ich einer von ihnen.

Was hat Ingvar Kamprad bewirkt? Bevor er Schweden verließ, fasste Kamprad sein einzigartiges Managementkonzept für seine Mitarbeiter in einem "Vermächtnis eines Möbelhändlers" zusammen. Dieses unternehmerische Glaubensbekenntnis sagt genauso viel über Kamprad selbst aus wie über IKEA. Es enthält einfache Feststellungen, wie zum Beispiel:

Das Sortiment ist unsere Identität. Der IKEA-Geist ist stark und lebt. Gewinne geben uns Gestaltungsmöglichkeiten. Gute Ergebnisse mit geringen Mitteleinsatz erzielen. Einfachheit ist eine Tugend. Wir machen es anders. Um erfolgreich zu sein, müssen wir uns konzentrieren. Es ist unser Privileg, Verantwortung zu übernehmen. Es ist noch viel zu tun. Kamprad hat mit den Werten, die ihm seine karge Heimat Smaland in seiner Kindheit und Jugend mitgegeben hat, einen internationalen Möbelkonzern aufgebaut. Er machte vieles anders als sonst in der Branche üblich - eben auf seine persönliche Art und Weise. Auch deshalb bietet die Erfolgsstory von IKEA ein Vorbild für alle Unternehmen.