Charttechnik

Die Charttechnik (auch technische Analyse oder Chartanalyse) ist eine Form der Aktienanalyse, bei der durch die Beurteilung von Charts kurz- und mittelfristige Kursprognosen gestellt werden.

Chartanalysen werden von sog. Chartisten durchgeführt. Sie versuchen anhand von sog. Indikatoren und charttypischen Formationen mögliche Kursentwicklungen vorauszusagen.


Wichtige Begriffe der Charttechnik


Chart
Chart, Linien-Diagramm Ein Chart ist die graphische Darstellung von Kursverläufen einzelner Aktien oder Börsenindizes. Je nach Beobachtungs-
zeitraum werden Tageszahlen oder längerfristige Daten in überschaubaren Kurven abgebildet.
Gängige Zeiträume: 1 Woche - 1, 3, 6 Monate - 1, 3, 5 Jahre.
Intraday-Charts zeigen den Kursverlauf innerhalb eines Tages.

Candlestick-Diagramm (Kerzenchartanalyse)
Candlestick Ein Candlestick-Diagramm stellt Kursveränderungen in einer bestimmten Form dar: Der Körper der Kerze zeigt die Differenz zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs. Kursanstieg wird grün, Kursverlust wird rot dargestellt. Die Dochte an der Kerze zeigen die Höchstkurse (oben) und die Tiefstkurse (unten) an. Ein Candlestick-Diagramm zeigt die Stimmungen an den Märkten.

Balken-Diagramm
Balken-Diagramm Ein Balken-Diagramm zeigt zusätzlich zum Kursverlauf die Kursschwankungen innerhalb eines Tages an. Die Länge des Balkens zeigt die Differenz zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs. Der entsprechende Eröffnungs- bzw. Schlusskurs wird durch zusätzliche horizontale Striche eingetragen.

Gleitender Durchschnitt
Gleitender Durchschnitt Ein gleitender Durchschnitt stellt die Kursbewegungen von Aktien einheitlicher und übersichtlicher dar. Er wird als Linie in einen Chart eingezeichnet.
Gängige Betrachtungszeiträume: 38, 90, 100 oder 200 Tage.

Trendkanal
Trendkanal Der Trendkanal besteht aus einer oberen Widerstandslinie und einer unteren Unterstützungslinie. Anhand des Trendkanals kann der Anleger die generelle Richtung einer Kursentwicklung erkennen.

Widerstandslinie
Widerstandslinie Die Widerstandslinie zeigt, dass auf einem bestimmten Kursniveau das Angebot die Nachfrage nach Aktien übersteigt. An dieser Stelle neigt der Aktienkurs deswegen tendenziell zur Schwäche. Die Widerstandslinie ist das Gegenstück zur Unterstützungslinie. Der rote Punkt beschreibt ein Kaufsignal.

Unterstützungslinie
Unterstützungsline Die Unterstützungslinie bezeichnet die untere Begrenzungslinie eines Trendkanals. Wird diese Linie oft durchbrochen, sinkt häufig der Kurs der Aktie. Die Unterstützungslinie ist das Gegenstück zur Widerstandslinie. Der rote Punkt beschreibt ein Verkaufssignal.

W-Formation
W-Formation Die W-Formation ist eine der bekanntesten Trendumkehr-
formationen. Sie besitzt folgende Kennzeichen:
Der Gipfelbildung ging ein langer Aufwärtstrend voran. Um als zuverlässiges Signal zu dienen, sollte der Kursanstieg in der linken Schulter von einem hohen Umsatzvolumen begleitet werden. Dem Kursrückgang in der linken Schulter folgt bei allerdings geringerem Volumen anschließend ein weiterer Kursaufschwung, der zu einem neuen Höchststand führt. Anschließend kommt es wieder zu einem Kursrückgang. Dieser sollte unterhalb der linken Schulterspitze zum Ende kommen, damit man von der Ausbildung eines Kopfes sprechen kann. Bei der folgenden Aufwärtsbewegung wird nicht mehr die Spitze des Kopfes erreicht. Der rote Punkt beschreibt ein Kaufsignal.

M-Formation
M-Formation Die M-Formation ist ebenfalls eine Trendumkehrformation. Die beiden unteren Spitzen sind markante Tiefpunkte. Sie sind Rückschläge nach kurzen Kursanstiegen. Bei der nun folgenden Abwärtsbewegung werden diese Spitzen unterschritten.
Der rote Punkt beschreibt ein Verkaufssignal.

Wimpel-Formation
Wimpel-Formation Die Wimpel-Formation ist eine kurzfristige, dreieckige Konsolidierungsformation. Das Volumen geht in der Zeit der Wimpelausbildung stark zurück. Wimpel bestätigen den bisherigen Trend normalerweise. D.h. bei einem Abwärtstrend setzt sich der Ausbruch aus dem Wimpel nach unten fort. Wimpel gelten als verlässliche Kursformationen.

Weitere Indikatoren



Chartanalyse - Formationen und ihre Interpretation


Chartanalyse - Technische Indikatoren


Viele Online-Börsendienste bieten mittlerweile die Möglichkeit zusätzliche Indikatoren anzuzeigen, z.B Momentum, MACD, RSI, Slow/Fast Stochastik, Volume Price Trend, Money Flow Index, etc.. Gute Erklärungen dieser z.T. ziemlich komplexen Indikatoren gibt's hier:

Toplink Alle Indikatoren von A-Z bei http://www.technical-investor.de/ unter:
    Know How - Themenbereich Indikatoren


Chartanalyse - Wertpapieranalyseverfahren
Fundamentalanalyse
  • systematische Auswertung von Daten über die in Betracht gezogenen Unternehmen und deren ökonomische Rahmenbedingungen
  • Auffinden von Fehlbewertungen
  • momentane Börsenbewertung im Vergleich zu den Zukunftserwartungen der AG zu hoch oder zu niedrig
  • relevanten Daten befassen sich mit Angaben über die finanzielle Situation, die internen Strukturen und den Zukunftschanchen des betrachteten Unternehmens
  • bedarf einer "kaufmännischen Ausbildung" mit einem vertieften Studium der Analyseverfahren
  • für den Privatanleger nur begrenzt einsetzbar

Technische Analyse

  • zukünftige Kursbewegungen nur mit den Aktienkursen und den Umsatzzahlen der Vergangenheit begründen
  • jeder Anleger geht mit gleichen Chancen an den Start
  • Teilgebiet Chartanalyse
  • Charttypen :
  • linear und logarithmisch
  • Balkencharts (Spanne innerhalb innerhalb des Zeitraums, Schlußkurs mit kleinem Querstrich dargestellt)
  • Point & Figure (Faktor Zeit wird vernachlässigt)
  • Liniencharts (unterschlägt Informationen über Kursschwankungen)
Trendlinie
  • bei aufwärtsstrebenden Kursen verbindet man die jeweiligen Zwischentiefs (Intermediate Lows)
  • bei abwärtsgerichteten Kursen die jeweiligen Zwischenhochs (Intermediate Tops)
  • bei Durchbruch Änderung der Aktienbewertung
  • Funktion einer Warnglocke
  • Signal grundsätzlich 3% nach Durchbruch

trendlinie.jpg (25498 Byte)

Trendkanal

  • großer Bruder der Trendlinie
  • Verbindung der Tops und Lows
  • geschicktes Ausnutzen zu Tradinggeschäften
  • elegant, aber risikoreich
  • Primär,Sekundär und Tertiärtrends

trendk.jpg (24922 Byte)

Rechteck (Rectangle)

  • Abbild einer Konsolidierungsphase
  • Top- und Bottom-Punkte liegen auf einem Niveau
  • mindestens einen Monat, meist aber länger
  • Volumen nimmt stetig ab
  • Interpretation : ungewiß

Gleichseitige Dreiecke (Symmetrical Triangle)

  • es bilden sich fallende Tops und steigende Bottoms
  • Volumen nimmt stetig ab
  • dauert zwischen 1,5 und 3 Monaten, höchstens 1 Jahr
  • je weiter die Kurse zur Spitze laufen, um so weniger Ausbruchspotential wird dem Kurs zu gesprochen
  • Interpretation : ungewiß, Richtung des Ausbruchs ungewiß
  • Volumenerhöhung und 3%

glsedr.jpg (22651 Byte)

Aufsteigende Dreiecke auch rechtwinklige (Ascending Triangle)

  • eine Begrenzungslinie läuft parallel zur Abzisse
  • Bottompunkte von Kursbewegung zu Kursbewegung höher und damit ansteigende Linie folgen
  • Volumen und Zeit wie bei gleichseitig
  • rechtwinklig, weil Ausbruch rechtwinklig zur horizontalen Begrenzungslinie
  • umgekehrt Absteigende Dreiecke (Descending Triangle)
  • Interpretation : auf bullish ab bearish
  • W-Formation M-Formation
  • zwei oder mehrere gleichhohe Spitzen, liegen mindestens 30 Tage auseinander
  • Umsätze bei der 1 Spitze höher , Reaktion bei 20 %

aufstdre.jpg (25529 Byte)

Umgekehrte Dreiecke (Broadening Formation)

  • Kursausschläge werden größer
  • Spitze des Dreiecks liegt in der Vergangenheit
  • Trendlinien laufen auseinander
  • kein charakteristischer Umsatzverlauf
  • Interpretation meist bearish

 

Keile

  • Grenzlinien eines Dreiecks auf- bzw. Abwärts
  • verläuft kurz- bis mittelfristig gegen den dominierenden Trend
  • also Konsolidierungsformation
  • Grenzlinien steigend > "Rising Wedge" Grenzlinien fallend > Falling Wedge
  • in der Regel länger als drei Wochen
  • Volumen nimmt ab
  • kann Teil einer größeren Formation sein, z.B. Head Shoulder

Flagge und Wimpel

  • reine Konsolidierungsformation und besonders zuverlässig wenn
  • steile Kursbewegung voran ging
  • Volumen nimmt stetig ab und bei Ausbruch klar zu
  • spätestens nach 4 Wochen Ausbruch

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Schulter-Kopf-Schulter

  • Steiler Kursanstieg und Rückfall > linke Schulter
  • Erneute Aufwärtsbewegung, Top liegt über linke Schulter
  • Rückfall bis auf Nackenlinie (Neck Line)
  • erneuter Anstieg, jedoch nicht mehr bis auf Höhe des Kopfes, wieder Rückfall bis auf Linie
  • Bestätigung erst nach 3% unter Nackenlinie, dann SKS
  • Zeit meist 2 bis 3 Monate
  • Volumen nimmt stetig ab

sks.jpg (26268 Byte)

Schüssel, Untertasse

  • Umkehrformationen
  • Umsätze verringern sich um so näher dem Tiefpunkt, danach höher
  • Plattform, Kaufsignal bei lösen von Platt mit höheren Umsätzen

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Fächer

  • Kurse durchstoßen kurzzeitig die Trendlinie
  • Rückfall in den Major-Trend, anschließend neue Trendlinie
  • Wiederholung oft noch ein- oder zweimal

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Widerstand und Unterstützung

  • Kursbereiche, in denen eine Kursbewegung mehrmals ihre Aufwärtsdynamik einbüßt
  • umgekehrt
  • Hemmschwellen psychologischer Art
  • Beispiel RWE 280-200 Käufer sagten wenn Einstandskurs erreicht verkaufen

widstue.jpg (22605 Byte)

Tips

  • Suche nach Formationen ohne Vorurteil
  • da ein Chart in Bezug auf Formationen eine sehr unvollständige Information darstellt, können Phantasie und Wunschvorstellungen zu Deutungen verführen, die einer nüchternen Betrachtung nicht standhalten
  • ein Chart ist geduldig, er läßt selbst die kühnsten Interpretationen über sich ergehen
Allgemein
  • weiteres Instrument der Aktienanalyse
  • algebraisch oder geometrisch aufbereitete Daten
  • Fähigkeit zugesprochen, gewisse bevorstehende Entwicklungen an der Börse anzeigen zu können
  • Zielsetzung ist das Abgeben von Kauf- und Verkaufssignalen
  • meistverwendeten sind Gleitender Durchschnitt(Moving Average), Momentum., OBOS
  • Relative Stärke (Relative Strength)

Gleitender Durchschnitt

  • GD ist eine laufend fortgeführte Reihe von Mittelwerten einer Bezugsperiode
  • Fortschreibung ergibt eine dynamisierte Linie
  • zeigt den Trend der Kurse an
  • ferner Widerstand-/Unterstützungsfunktion zugesprochen Test der GD
  • Signale wenn Kurse des kürzeren GD durch den längeren GD durchbrechen
  • Richtung des GD(steigend,fallend,waagerecht)
  • Entfernung vom GD
  • Hauptsignale, wenn die Kurse den etwa waagerechten GD durchbrechen
  • von unten > Kaufsignal, von oben > Verkaufssignal
  • Durchbruch bei steigendem GD > noch kein Verkaufssignal umgekehrt

Advance/Decline

  • Bei der Berechnung wird folgendermaßen verfahren: Für jeden Tag wird ermittelt, wieviele Werte gestiegen (advance) und gefallen (decline) sind.
  • paralleler Verlauf von Aktienindex und A/D > Bestätigung des laufenden Trends
  • Nichtbestätigung (Divergenz) > Trendwende

Momentum

  • Das Momentum gehört zu den einfachen Indikatoren. Es zeigt die Schwungkraft, deren aktuelles Stadium, sowie die Intensität der Kursveränderung an. Es wird eine fortlaufende Differenz aus dem Aktienkurs und dem Kurs vor n-Tagen gebildet. Es werden zur Berechnung je nach Zielsetzung üblicherweise 10 oder 28 Tage berechnet. Die Kurve pendelt um eine Nullinie, wobei die Werte über null positiv sind, da der Kurs gegenüber n-Tagen gestiegen ist und unter Null negativ zu deuten sind, da hier eine Abschwächung von n-Tagen stattgefunden hat. Die Anzahl der zu erechnenenden Tage (siehe Einstellungen) kann frei eingestellt werden. An der Skala links wird die Differenzsumme angezeigt, um die der Kurs gefallen bzw. gestiegen ist. Das Erreichen der Nullinie von oben nach unten deutet auf eine Trendumkehr hin und ist negativ zu werten. Es ist Positiv wenn die Nullinie von unten nach oben durchstoßen wird.
  • Chartanalyse möglich, z.B. Trendgerade in die Momentumkurve
  • oszillieren um eine Nullachse, kaufen bei Durchstoßen und umgekehrt

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OBOS

  • zeigt Situationen an, in denen der Markt "überkauft" oder "überverkauft" ist
  • Kaufwelle folgt Verkaufswelle und umgekehrt
  • 50% ausgeglichen über 90% überkauft unter 10% überverkauft

Relative Stärke

  • mißt das Kursverhalten des einzelnen Titels im Vergleich zum den Gesamtmarkt repräsentierenden Aktienindex
  • je größer der R.S. Wert desto stärker war die Aktie im Vergleich zum Index gestiegen oder gefallen
  • gibt Aufschluß, ob sich Aktie stärker oder schwächer als Index bewegt > Volatilitätskennzahl
  • zu Beginn eines allgemeinen Kursanstiegs kauft man Aktien mit einer hohen relativen Stärke
  • da sie überproportional profitieren werden

Weitere Indikatoren

  • Coppock

    Der Coppock Indikator ähnelt dem Momentum, basiert jedoch auf gewichteten gleitenden Durchschnitten.. Als Kaufsignal kann das Durchstoßen der Nullinie von unten nach oben gewertet werden, aber auch eine Trendwende zum positiven, wenn der Graph sich im negativen Bereich befindet.

  • DMI -Directional Movement Index (DMI)

    Der DMI ist ein komplexer Indikator, der auf Hoch-, Tief- und Schlußkursen basiert. Zum DMI werden 2 Signallinien (PDI undMDI) dargestellt, deren Farbe Sie einstellen können.

    Als Kaufsignal kann es gewertet werden, wenn
    1. Der DMI sich im Aufwärtstrend befindet und
    2. die PDI Signallinie die MDI Signallinie von unten nach oben schneidet.

    Als Verkaufssignal kann es gewertet werden, wenn
    1. Der der Aufwärtstrend im DMI sich abschwächt oder
    2. die PDI Signallinie die MDI Signallinie von oben nach unten schneidet.

  • MACD -Moving Average Convergence/Divergence (MACD)

    Der MACD nimmt im Gebiet der technischen Indikatoren eine Doppelstellung ein, da er sowohl als Trendfolger als auch als Oszillator interpretiert werden kann. Da er auf exponentiell gleitenden Durchschnitten basiert, liegt der Schwerpunkt jedoch eindeutig auf der Trendfolgefunktion.Vor allem in den letzten Jahren erfreut sich der MACD einer außerordentlichen Beliebtheit sowohl bei Privatanlegern als auch bei Börsenprofis - vor allem wohl auch auf seine Vielseitigkeit zurückzuführen. Die MACD-Linie stellt die Differenz zweier exponentiell gewichteter gleitender Durchschnitte (EGGD) dar. Der längerfristige EGGD wird dabei vom kurzfristigen EGGD abgezogen. Die MACD-Linie oszilliert um die Null herum und kann ähnlich wie das Momentum interpretiert werden. Seine eigentliche Raffinesse gewinnt der MACD jedoch erst, indem er einen dritten exponentiellen GD ins Spiel bringt. Dieser wird von der MACD-Linie gewonnen und dient als Signallinie, genannt "Trigger". Die Schnittpunkte zwischen MACD- und Signallinie werden dann als die eigentlichen Kauf- und Verkaufsempfehlungen interpretiert. Eine Long-Position wird eröffnet (=Kaufsignal), wenn der MACD den Trigger aufwärts schneidet. Wird der MACD vom Trigger wieder eingeholt, wird die Position wieder geschlossen. Möglich ist auch die Verwendung des MACD nur als Trendanzeiger, wenn man zum konkreten Ein- und Ausstieg auf andere Indiaktoren vertraut. Auf diese Weise wird umgangen, daß der MACD einerseits zuverlässiger wird, je langsamer er eingestellt ist, andererseits dann aber auch oft Trends "verschläft". Eine dritte Möglichkeit der Interpretion des MACD besteht in der Suche nach Divergenzen, d. h. gegenläufiger Tendenz von MACD-Linie und Kurs. Bildet der Kurs etwa neue Tiefststände heraus, während der MACD schon wieder Aufwärtstendenz zeigt, so könnte dies ein Anzeichen für einen nahenden Trendumschwung auch im Basiswert sein.

  • Paraboloc Time/Price System
    Das PTPS gehört zu den eher kurzfristig orientierten Indikatoren und liefert ausgezeichnete Signale. In einem beginnenden Aufwärtstrend eines Wertes startet das PTPS etwas niedriger als der Kurs und beginnt immer stärker zu steigen. Erreicht das PTPS den Kurs des Wertpapiers, zeigt dies einen beginnenden Abwärtstrend an und stellt ein Verkaufssignal dar. Nun startet das PTPS etwas höher als der Kurs und beginn immer stärker zu fallen. Erreicht das PTPS den Kurs, zeigt dies einen Aufwärtstrend an und stellt ein Kaufsignal dar.
  • Stochastik
    Dieser Indikator basiert auf Hoch-, Tief- und Schlußkursen eines Wertpapiers. Er hat eher kurzfristigen Charakter und erzeugt in relativ schneller Abfolge Kauf- und Verkaufssignale. Die Interpretation der Stochastik kann komplex sein. Aus der Vielzahl der Methoden seien hier zwei angeführt.

    Methode 1:
    Kaufen, wenn Signallinie 1 die Signallinie 2 von unten schneidet. Verkaufen, wenn Signallinie 1 die Signallinie 2 von oben schneidet. Die Farbe der beiden Signallinien können Sie mit Einstellung|Farben einstellen.

    Methode 2:
    Kaufen wenn die Stochastik die 50% Marke von unten durchbricht und der Kurs des Wertpapiers angestiegen ist. Verkaufen, wenn die 50% Marke von oben durchbrochen wird und der Kurs des Wertpapiers gefallen ist.
    TBI -Der TBI stellt das Verhältnis zweier gleitender Durchschnitte dar. Es wird hierbei für jeden Tag der Quotient aus dem kürzeren GD und dem langfristigen GD gebildet. Ein TBI unter 1 zeigt, das der kürzere GD unter dem langfristigen liegt. Dies deutet auf eine technische Schwäche des Kurses hin. Bei einem TBI über 1 dagegen, liegt der kurzfristige GD über dem langfristigen und deutet somit einen positiven Trend an.
    Das Durchschreiten der 1er Linie deutet auf einen Trendwechsel hin. Sie können daher schon frühzeitig einsteigen und somit Ihre Gewinne bei richtigem Timing zusätzlich erhöhen.

Charttechnik

Charttechnik - Begriffe und Signale der Charttechnik - Unternehmenskennzahlen

Beim Aktienkauf zählen Auswahl und Zeitpunkt, denn mit den richtigen Aktien kann man zum falschen Zeitpunkt Geld verlieren, z.B. bei Kursrückgängen. Diese sind im Gesamtmarkt nur selten vorhersehbar, da sie so überraschend kommen, wie die Ereignisse, die sie herbeirufen (Kriegesausbruch, politischer Skandal oder Großunternehmens-Konkurs).

Charttechnik
Eine wichtige Hilfe für den richtigen Einstiegszeitpunkt ist die Charttechnik, die in Verbindung mit anderen Informationen eine bessere Investitionsentscheidung ermöglicht. Allerdings ist sie nur begrenzt zuverlässig.

Charts
Man kann aus dem bisherigen Verlauf einer Aktie, eines Index oder eines Wechselkurses vorhersehen, wie er sich weiterentwickeln wird. Bei dieser Überlegung wird auch berücksichtigt, daß viele Anleger eine psychologische Kaufentscheidung treffen.

Beispiel:
Steigt eine Aktie seit längerem, nutzen Anleger jeden kleinen Rückgang zu neuen Käufen, wodurch der Kurs bald seinen kleinen Verlust wettgemacht hat und erneut steigt. Sobald sie einen neuen Höchststand erreicht hat, verkaufen einige mit Gewinn und der Kurs geht wieder ein wenig zurück. Dieser Rückgang wird von anderen zum Einstieg genutzt usw. Durch die Verbindung der jeweiligen Hoch- und Tiefpunkte ergibt sich ein Aufwärts-Trend (Kanal).

Charts für den DAX-Verlauf findet man in der Tagespresse und im Internet. Das "Lesen" dieser Charts ist einfach und wird in der Folge Erläutert. Daneben gibt es noch weitere Charttechniken, die bekannteste Art ist dabei die

Candlestick Charttechnik
(Kerzentechnik - durch das kerzenähnliche Aussehen). Neben den Tageshoch- und Tiefkursen sind auch der Anfangs- und Schlußkurs in diesen Charts enthalten. Das Lesen ist sehr viel schwieriger, weil es erheblich mehr Kombinationsmöglichkeiten gibt. Somit ist die Erzeugung der Kerzencharts wesentlich aufwendiger und teurer, so daß diese Charts meist nur Profis nutzen.

Begriffe und Signale der Charttechnik
Verschiedene Hilfsmittel und Signale, die durch die Kursverläufe angezeigt werden, deuten auf Kauf- oder Verkaussignale hin.

1. Trendkanal
Er ist das wichtigste Signal der Charttechnik. Er kommt durch Bewegungen wie beim anfangs erwähnten Beispiel zustande, kann allerdings genauso in der Gegenrichtung verlaufen. Dann nutzen Anleger jeden kleinen Anstieg zum Aussteigen. Das läßt den Kurs fallen, wodurch zum Tiefstkurs wieder Kaufinteresse entsteht usw. Die Verbindung der Hoch- und Tiefpunkte ergibt hier einen Abwärtstrend (Kanal).

Beim Seitwärtstrend steigen viele Anleger aus, wenn das bisherige Hoch erreicht ist, und steigen neu ein, wenn der Kurs wieder nahe seinem Tief steht. Beispiel für die Nutzung dieses Charts: Innerhalb eines solchen Seitwärtstrendes können Trader, die unten kaufen und oben verkaufen, Geld verdienen. Wer die Aktie hält, gewinnt oder verliert gar nichts.

Einen langfristigen Trend kann man leicht erkennen. Führt er aufwärts, läuft er bald wieder nach oben. Solche Trends können jahrelang dauern große Gewinne ohne besondere Mühe bescheren, wie beim US-Unternehmen GILLETTE.

Aus dieser einfachen Anlagestrategie leitet sich das Börsianersprichwort "the trend is your friend" ab und sagt: Folge dem Trend und steige nie in einem Aufwärtstrend aus und nicht in einem Abwärtstrend ein. Wichtig: Acht geben, ob der Trendkanal intakt bleibt. Fällt der Kurs einer Aktie unter die untere Linie eines solchen Aufwärtstrends, droht die Gefahr, daß dieser zu Ende ist und weitere Kursverluste könnten folgen. Wer die Charttechnik benutzt, sollte jetzt aussteigen.

Umgekehrt bedeutet der sogenannte "Ausbruch" aus einem Abwärtstrend über die obere Linie des Abwärtstrendes, daß eine Kurserholung möglich ist. Charttechisch ist die Aktie dann wieder interessant. Ein Kaufsignal stellt der Ausbruch aus einem Seitwärtstrend über die obere Begrenzung dar. Im Börsenjargon, "der Weg ist frei für neue Höchststände", also einsteigen. Umgekehrt ist es sehr schlecht, wenn der Kurs aus einem Seitwärtstrend unter die untere Begrenzung fällt. Dann drohen schnell weitere Verluste, man sollte aussteigen.

2. Unterstützungen und Widerstände

Aus dem Seitwärtstrend abgeleitet ergeben sich zwei weitere charttechnische Signale: die obere Begrenzung nennt man eine Widerstandslinie, die untere eine Unterstützungslinie.

Widerstände entstehen aus Hochpunkten, die mehrmals nicht überschritten werden konnten. Da dies den Anlegern aus der Kursentwicklung der Vergangenheit bekannt ist, ist es höchstwahrscheinlich, daß Verkäufe nahe dem Hochpunkt wieder einen Kursrückschlag hervorrufen. Das gleiche gilt für Kursrückgängen. Drehte der Kurs auf einem bestimmten Niveau schon einmal, so ist die Chance gut, daß er an dieser Stelle erneut sein Tief sieht. Es bildet sich eine Unterstützung.

Stößt ein Widerstand nach oben durch, bildet er ab da eine Unterstützungslinie, die nicht so leicht wieder nach unten gebrochen wird. Das umgekehrte passiert, wenn eine Unterstützung nach unten fällt, sie verwandelt sich in einen Widerstand, der erst einmal geknackt werden muß.

Es kann immer wieder vorkommen, daß die Hoch- oder Tiefpunkte von Kursen mehrere Monate oder Jahre zuvor noch immer Widerstände/Unterstützungen darstellen. Oftmals bilden sich in der Nähe dann weitere Extrempunkte, es entstehen Widerstands- bzw. Unterstützungszonen, die damit noch schwerer zu überwinden sind.

Solche Zonen sind meistens sehr stabil und es kann lange dauern, bis sie in der einen oder anderen Richtung überwunden werden.

Beispiel für eine massive Unterstützungszone:
Im japanischen NIKKEI-Index existierte über Jahre eine Unterstützung bei 14500 Punkten. Als diese im Spätsommer 98 nach unten gebrochen wurde, fiel der NIKKEI in nur einem Monat um weitere 1500 Punkte. Mit dem Überwinden der nun als Widerstand fungierenden Marke erreichte der Index dann anschließend in nur zwei Wochen die Marke von 16000 Punkten. Wer auf die Charttechnik hörte, konnte "auf der Welle mitschwimmen".

3. gleitende Durchschnitte

So wichtig wie Trendkanäle und Unterstützungen/Widerstände sind die gleitenden Durchschnitte. Diese werden in den Chart eingezeichnet und ergeben sich durch den Durchschnitt einer bestimmten Zahl vergangener Handelstage. Die gleitenden Durchschnitte der letzten 5, 30, 90 oder 200 Börsentage werden häufig verwendet.

Das Überschreiten ist ein Kaufsignal, das Unterschreiten ein Verkaufssignal, weil bei Kursen oberhalb der entsprechenden Linie ein positiver Trend zu sehen ist, unterhalb dagegen eine Abwärtstendenz vorherrscht. Wichtig sind auch die Richtungen der gleitenden Durchschnitte. Es ist positiv, wenn sie steigen, negativ , wenn sie fallen. Vorsicht bei Schneidungen verschiedener Trendlinien. Fällt die 30-Tage-Linie unter die 200-Tage-Linie, ist es ein besonders schlechtes Zeichen.

Während die letzten 5 Tage, die für sehr kurzfristige Anleger interessant sind, sind die 30 und 200-Tagelinie manchmal auch in Tageszeitungen zu finden, da sie auch Richtung auf etwas längere Sicht vorgeben und damit für Kleinanleger wichtig sind. Die 30-Tage-Linie zeigt den Trendverlauf auf mittlere Sicht. Interessant ist diese Linie für Anleger, die Aktien mehrere Monate halten wollen. Fällt der Kurs unter diese Linie, sollte die Aktie verkauft werden. Liegt die Aktie unter der Trendlinie und durchstößt sie nach oben, ist dies ein Kaufsignal. Die 200-Tage-Linie ist vor allem für Langfristanleger interessant, die nur bei möglichen starken Kursrückgängen aussteigen möchten.

Beispiel:
Wie gewinnbringend die Beobachtung der Trendlinien sein kann, zeigen die beiden Crash's 1997/98. Wer 1997 auf den 30-Tage-Durchschnitt im DAX reagierte, konnte mehr als 20 Prozent Verlust vermeiden. Wer erkannte, daß der Kurs anschließend nicht unter die 200-Tage-Linie fiel, hätte bis Mitte des 1998 mit dem DAX über 60 Prozent Gewinn machen können.

1998 hätte man nach dem Unterschreiten der 30-Tage-Linie einen Großteil der vorangegangen Gewinne retten können. Auch wer beim Unterschreiten der 200-Tage-Linie bei einem DAX-Stand von gut 5000 verkaufte, konnte sich noch freuen. Anschließend ging es nämlich in nur einem Monat um mehr als 1000 Punkte nach unten. Insgesamt fiel der DAX in der Spitze damit um fast 40 Prozent.

ABER: Die Charttechnik kann für Kaufentscheidungen nützlich sein, löst aber auch immer mal "Fehlalarm" aus, wenn beispielsweise eine Unterstützungslinie kurz gebrochen wird, der Anleger panisch verkauft und der Kurs danach wieder ansteigt. Das heißt: Die Charttechnik immer gut im Auge behalten.Viel entscheidender für eine Kaufentscheidung sind die....


Markttechnik

Unter dem Begriff Markttechnik versteht die Börse auf Formeln basierende Systeme - Indikatoren genannt - die Auskunft über den momentanen Zustand eines Index, einer Devise, Aktie oder des Rentenmarktes geben. Ändert sich dieser Zustand eines Marktes deutlich, erzeugen die markttechnischen Indikatoren entweder ein Kauf- oder Verkaufssignal, welches dem Anleger zeigt, daß ein Wert kaufenswert ist oder man ihn jetzt besser verkaufen sollte. Die Erwartung nach einem Kaufsignal ist ein weiterer Kursanstieg, im Gegenzug nach einem Verkaufssignal ein Kursrückgang.

Die Indikatoren werden - je nach ihrer speziellen Aufgabe - in vier Gruppen unterteilt. Wir stellen Ihnen nun diese Gruppen vor und nennen zu jedem Bereich den jeweils bekanntesten, am meisten verwendeten Indikator als Beispiel. Im Anschluß folgen Sie einige interessante Tips zum optimalen Umgang mit der Markttechnik.

Die für den Anleger sicherlich wichtigste Gruppe sind die Trendfolgeindikatoren.Sie messen, ob der Auf- oder Abwärtstrend eines Wertes noch intakt ist. Der am häufigsten verwendete Trendfolgeindikator ist dabei der sogenannte MACD. Dieser Indikator setzt sich aus verschiedenen, komplex berechneten Durchschnittswerten des beobachteten Kurses zusammen. Daraus entsteht der Indikator selbst und eine Signallinie. Überkreuzt der Indikator diese Signallinie nach oben, liegt ein Kaufsignal vor. Damit wird angezeigt, daß ein vorher bestehender Abwärtstrend beendet ist und nun ein Kursanstieg folgen wird. Fällt der Indikator unter diese Signallinie, wird ein Verkaufssignal erzeugt, das heißt: der Aufwärtstrend ist zu Ende, ein Abwärtstrend kann beginnen.

Die Indikatoren aus der Gruppe der Oszillatoren zeigen an, ob ein Markt zu weit nach oben oder unten gelaufen ist und daher eine Gegenbewegung zu erwarten wäre. Die meisten dieser Oszillatoren bewegen sich dabei in einer Werteskala, die von 0 bis 100 reicht. 0 bedeutet einen viel zu stark gefallenen, 100 einen deutlich zu stark gestiegenen Kurs. Der bekannteste Vertreter dieser Gruppe ist der Stochastik-Oszillator. Er besteht aus einer zumeist durchgezogen dargestellten Indikator- und einer in der Regel gestrichelt gezeichneten Signallinie. Diese beiden bewegen sich innerhalb einer Skala von 0 bis 100, wobei Werte über 80 einen zu stark gestiegenen, das heißt überkauften Markt anzeigen, Stochastik-Werte unter 20 hingegen einen zu stark gefallenen, überverkauften Markt bedeuten. Ein Kaufsignal liegt beim Stochastik-Oszillator dann vor, wenn der Indikator seine Signallinie nach oben überkreuzt und zudem aus der überverkauften Zone unter 20 nach oben steigt. Für ein Verkaufssignal gelten die gegenteiligen Voraussetzungen, das heißt ein Überkreuzen des Indikators und der Signallinie nach unten und der Rückgang unter 80.

Die Sentimentindikatoren, auch Stimmungsindikatoren genannt, basieren auf der immer wieder bewiesenen Erkenntnis, daß ein Markt zumeist dann kurz vor einer Trendwende steht, wenn die Stimmung einen Extremwert erreicht. Der Grund ist eigentlich völlig logisch: Wer zum Beispiel optimistisch für den Aktienmarkt ist, also steigende Kurse erwartet, hat natürlich bereits Aktien gekauft. Sind nun alle Marktteilnehmer zu Optimisten geworden, bleibt niemand mehr übrig, der noch Aktien kaufen könnte. Die Konsequenz ist, daß die Kurse dann mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder zurückgehen werden. Umgekehrt ist es ein gutes Zeichen, wenn jedermann mit fallenden Kursen rechnet. Hat auch der letzte Anleger wegen dieser negativen Meinung seine Aktienbestände verkauft, sind keine weiteren Verkäufe mehr zu erwarten, die Kurse können also wieder steigen.

Ein viel verwendeter Indikator aus diesem Bereich ist der TRIN. Es mißt - vereinfacht ausgedrückt - anhand der Umsätze in Calls und Puts im Bereich des Optionsmarktes die Stimmung der Marktteilnehmer. Liegen zum Beispiel die Umsätze der auf steigende Kurse ausgerichteten Calls sehr hoch, ist das ein Beleg für zu hohen Optimismus - und bedeutet, daß die Wahrscheinlichkeit eines baldigen Kursrückganges hoch ist. Werden umgekehrt sehr viele auf fallende Kurse ausgerichtete Puts gehandelt, ist der Pessimismus der Marktteilnehmer folglich bereits sehr hoch, die Börse kann also bald wieder steigen.

Wichtig ist im Zusammenhang mit Stimmungsindikatoren zu wissen, daß man sie nicht für sich alleine gestellt verwenden sollte, da sie keine eigentlichen Kauf- oder Verkaufssignale erzeugen. Sie können aber eine durch andere Indikatoren suggerierte Situation bestätigen. Wenn zum Beispiel der MACD ein Verkaufssignal erzeugt und damit zeigt, daß ein Aufwärtstrend zu Ende ist und der TRIN gleichzeitig einen sehr hohen Optimismus anzeigt, ist die Wahrscheinlichkeit eines stärkeren Kursrückgangs besonders hoch.

Nachdem wir nun die Trendfolgeindikatoren und Oszillatoren kennen, deren Kauf- oder Verkaufssignale einen guten Anhalt für die zu erwartende Richtung der Kurse geben und diese Erkenntnisse noch zusätzlich durch Hinweise der Stimmungsindikatoren untermauert werden, bleibt uns die Markttechnik nur noch die Antwort auf die letzte, offene Frage schuldig: Lohnt es sich überhaupt, bei einem Kauf- oder Verkaufssignal zu investieren oder anders gesagt: Existiert überhaupt ein Trend, der stark genug ist, um ausreichende Gewinne zu erzielen? Denn die Börse bewegt sich nicht nur auf- oder abwärts, sondern manchmal auch einfach träge seitwärts. Und dann wäre es sicherlich besser, sein Geld in einem anderen Bereich zu investieren. Die Antwort auf diese Frage geben uns die Trendintensitätsindikatoren. Der ADXR ist hierbei einer der bekanntesten. Er zeigt ausschließlich an, ob ein Trend vorliegt oder nicht. Die Trendrichtung hingegen muß man danach zum Beispiel anhand des MACD ablesen. Dies Interpretation des ADXR ist dabei sehr einfach: Steigt die ADXR-Linie an, besteht ein Trend, fällt sie, ist kein Trendverhalten mehr vorhanden, eine Investition egal ob auf fallende oder steigende Kurse daher wenig lukrativ.

Die Kenntnis der oft sehr komplexen Formeln zur Berechnung der Indikatoren ist für die korrekte Anwendung nicht notwendigerweise erforderlich. Es gibt aber bei der Anwendung markttechnischer Indikatoren einige einfache Tips, die es zu beachten lohnt:

Wir hatten bereits angesprochen, daß man für eine Kauf- oder Verkaufsentscheidung nicht nur einen Indikator alleine heranziehen sollte. Am besten ist es, jeweils einen Indikator aus jeder Gruppe zu benutzen und das daraus entstehende Gesamtbild dann am besten noch mit der charttechnischen Situation zu vergleichen. Denn vergessen Sie bitte nicht: Indikatoren sind keine Zauberei und daher niemals hundertprozentig treffsicher. Aber je mehr Indikatoren die gleiche Aussage haben, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, daß Sie auf der richtigen Seite stehen werden, wenn Sie den Signalen folgen.

Sie sollten wirklich immer erst dann aktiv werden, wenn die Indikatoren ein Signal generiert haben. Viele Anleger greifen schon vor einem ihrer Meinung nach sicher bevorstehenden Kauf- oder Verkaufssignal zu, um nach Möglichkeit noch mehr Gewinn zu erzielen. Doch oft setzt ein Indikator auf seiner Signallinie wieder auf und dreht in die Gegenrichtung. Sie stünden dann auf der falschen Seite und müßten Ihre Position mit Verlust wieder verkaufen - Geduld und Gelassenheit machen sich also wirklich bezahlt!

Jeder Indikator kann unterschiedliche Zeithorizonte aufweisen, ganz nach Ihren Wünschen. So kann sich der Stochastik-Indikator zum Beispiel auf die Tageskurse genauso wie auf Wochen- oder gar Monatskurse eines Wertes beziehen. Sie sollten für Ihre Zwecke am besten nur den Zeithorizont verwenden, der Ihrem persönlichen Anlagestil entspricht. Sind Sie ein langfristiger Anleger, sind Sie mit einem Stochastik-Indikator auf Wochen- oder Monatsbasis am besten beraten, denn die Vielzahl von Kauf oder Verkaufssignalen einer Tages-Stochastik betreffen nur jeweils kurzfristige Trends!




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