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Hier erhalten Sie jede Woche einen interessanten Auszug über die Charttechnik.
Lesen Sie nach, warum die Charttechnik funktioniert aber vorallem, wie man sie anwendet. Lernen Sie verschiedene Trendumkehrformationen und Trendfolgeformationen kennen, um die Kursbewegungen auf dem Kapitalmarkt zu verstehen.

Kapitel 4

Gaps-wichtige Lücken im Chart

Gaps sind im Chartbild sehr einfach zu erkennen und bieten hilfreiche Informationen zur allgemeinen Marktverfassung. Hiermit ist es möglich den Trendbeginn, das Trendende oder die Lage der Widerstands- bzw. Unterstützungslinien zu klären.

Als Gap bezeichnet man einen Kurssprung von einem Kurs zum anderen, ohne dass zwischen den beiden Kursen ein Handel stattgefunden hat.

Ein Beispiel soll dieses verdeutlichen: Der Schlußkurs an einem Freitag betrug Euro 40,00. Der Eröffnungskurs nach dem Wochenende lag bei Euro 50,00. Dabei hat zwischen diesen beiden Kursen kein Handel stattgefunden.

Die Lücke, die zwischen zwei entfernten Balken liegt, wird als Gap bezeichnet. Es gibt verschiedene Arten von Gaps, welche unterschiedliche Informationen liefern. 

Gewöhnliche Gap= common gap

Gewöhnliche Gaps haben keine große Bedeutung. Sie treten in trendlosen Märkten auf und sind dadurch eher unspektakulär. Für die folgende Kursentwicklung liefern sie uns jedenfalls keine brauchbaren Informationen.

Darum ist es auch nicht verwunderlich, dass gewöhnliche Gaps wieder "geschlossen" werden. Im Chartbild wird die Lücke durch einen nachfolgenden Balken "geschlossen". Dies muß nicht immer unmittelbar nach dem Auftreten eines gewöhnlichen Gaps vollzogen werden, sollte sich aber auch nicht Tage hinziehen.

Ausbruchsgap= breakaway gap

Hat der Kursverlauf den trendlosen Markt oder die Seitwärtsbewegung in eine Richtung nach oben oder nach unten verlassen, so wird von einem Ausbruchsgap gesprochen. Dabei sollte dieser Ausbruch mit einem enormen Kurssprung und großer Dynamik verbunden sein.

Ein Ausbruchsgap signalisiert für gewöhnlich den Beginn eines neuen Trends. Diese Form der Kurslücken bleibt "ungeschlossen". Demzufolge gehen die Kurse maximal auf das Niveau der Kurslücke zurück, damit dient die Kurslücke als Unterstützung oder Widerstand. Sollten die Kurse das Gap, innerhalb kürzester Zeit dennoch "schließen", so haben wir es unter Umständen mit einer "Bullen-/ Bärenfalle" zu tun. Das Ausbruchsgap wäre damit als Signal falsch interpretiert worden.

Ausreißer Gap= runaway gap

Diese Gaps treten meistens innerhalb eines bereits etablierten Trends auf. Sie sind deshalb von großer Bedeutung, da sie für gewöhnlich in der Mitte des Trends vorkommen.

Laut Ausreißer Gap legt die zukünftige Kursentwicklung nun noch einmal die gleiche Strecke zurück wie vor dieser Lücke. Dies ist auf das psychologisch bedingte Verhalten der Anleger zurückzuführen. Sieht die Masse, dass sich ein Trend etabliert hat und bestehen bleibt, so laufen auch diejenigen den Markt an, die vorher skeptisch waren, nun von den Kurssteigerungen überzeugt sind und an das Fortbestehen des Trends glauben.

Erschöpfungsgap= exhaustion gap

In der letzten Phase des Trends sind Erschöpfungsgaps zu beobachten. Sie signalisieren das nahe Ende des vorherrschenden Trends. Die Trendwende wird dann signalisiert, wenn auch der letzte Anleger kauft oder investiert.

Die letzten Anleger, die auf den schon lange fahrenden Zug auf- oder abspringen, sind für einen Chartisten von großer Bedeutung, da sie die Erschöpfungsgaps verursachen.

Lesen Sie im nächsten Kapitel: Chartformationen und deren Deutung