Sehr geehrter Besucher!

Hier erhalten Sie jede Woche einen interessanten Auszug über die Charttechnik.
Lesen Sie nach, warum die Charttechnik funktioniert aber vorallem, wie man sie anwendet. Lernen Sie verschiedene Trendumkehrformationen und Trendfolgeformationen kennen, um die Kursbewegungen auf dem Kapitalmarkt zu verstehen.

Kapitel 2

Das Chartbild

Das wichtigste Hilfsmittel der Technischen Analyse ist der Chart. Hierbei erfolgt die grafische Darstellung des Kursverlaufes von Wertpapieren, Indizes, Rohstoffen oder Währungen innerhalb einer Periode. Des Weiteren wird der Chart häufig durch die Einzeichnung einer gleitenden Durchschnittslinie, Indikatoren und um die zugehörigen Börsenumsätze ergänzt. Speziell handelt es sich um Datenreihen von:

Kursen und Zeit
Indikatoren
Volumina

Der Chart weist in der Regel die Form eines zweidimensionalen Koordinatensystems auf, wobei auf der horizontalen Achse der Zeitablauf dargestellt wird und auf der vertikalen Achse die Kurshöhe des zugrundeliegenden Analyseobjektes dokumentiert ist. Die einzige Ausnahme in der Darstellung bildet der Point- & Figure-Chart. Darin fehlt mit der horizontalen Achse die Zeitebene. Da dieser Chart eine Besonderheit der Technischen Analyse ist und von der eigentlichen Handhabung abweicht, wird er nicht näher erläutert.

Im Wesentlichen verwendet die Technische Analyse folgende Arten von Charts zur Analyse:

Liniencharts
Balkencharts
Candlestick-Charts

Liniencharts

Im Linienchart werden nur die Schlußkurse bzw. die Kassakurse des Titels auf der vertikalen Achse zeitgerecht eingetragen. Es entsteht eine Linie, die den Verlauf der Schluß- bzw. Kassakurse wiedergibt.

Dieser Chart wird bei der Darstellung eines festgestellten Einheitskurses, der Titel minimalen Schwankungen unterliegt bzw. der Aufwand für Notierungen von Eröffnungs-, Schluß-, Höchst- und Tiefkursen nicht lohnenswert ist, angewendet. Die unkomplizierte Darstellung und die einfache Form sind damit die wichtigsten Vorteile der Liniencharts.

Balkenchart

Der Balkenchart ist wohl die häufigste Darstellungsform in der Technischen Analyse. Er ist die grafische Darstellung von vier notierten Kursen, den Höchst-, Tiefst-, Eröffnungs- und Schlußkursen einer Periode.

Für jeden Tag wird der höchste mit dem tiefsten Kurs durch einen senkrechten Balken verbunden. An diesem Balken wird dann mit einem waagerechten Strich der Schlußkurs rechts und mit einem waagerechten Strich der Eröffnungskurs links angesetzt. Liegt der Schlußkurs näher am Tiefstkurs, wird der Balken rot dargestellt. Ist der Balken grün, so liegt der Schlußkurs in der Nähe des Höchstkurses. Diese sehr detaillierte Form des Charts, gibt sehr schnell die Angebots- und Nachfragesituation eines Tages wieder.

 

Candlestick-Charts

Bei Candlestick-Charts werden die Höchst-, Tiefst-, Anfangs- und Schlußkurse einer Periode in anderer Form notiert.

Der breite Teil des Candlesticks wird Kerzenkörper genannt. Er stellt die Spanne zwischen Eröffnungs- und Schlußkurs dar. Ist der Schlußkurs niedriger als der Eröffnungskurs, so ist der Kerzenkörper schwarz. Der Kerzenkörper ist weiß, wenn der Schlußkurs über dem Eröffnungskurs liegt. Die dünnen Linien unter dem Körper geben den Höchst- bzw. den Tiefstkurs einer Periode an und werden Schatten bzw. Docht genannt. Auch mit dieser Darstellungsform liegt eine sehr detaillierte Information über Angebot und Nachfrage vor.

 

Monatscharts

Monatscharts können ohne weiteres eine sehr lange Zeitperiode, die über vierzig Jahre sein kann, darstellen. Der Monatschart ist besonders geeignet den Primärtrend ausfindig zu machen.

Hierbei ist sehr deutlich zu erkennen, dass sich bestimmte Kursmuster im Chart häufig wiederholen. Ein Balken im Monatschart stellt die Kursbewegung eines ganzen Monats dar.

Wochencharts

Im Wochenchart werden Kurse bis zu drei Jahren wiedergegeben. Da ein Balken den Kursverlauf einer Woche darstellt, steht hier nicht mehr der langfristige Trend im Mittelpunkt, sondern es erfolgt ein Blick auf die Zwischentrends, den Sekundärtrends.

Über die Wochencharts lässt sich schnell erkennen, ob ein Trend noch intakt ist oder ob die Kurse evtl. vor einer Trendwende stehen.

Tagescharts

Der Tageschart ist ein optimales Werkzeug um "Trading" zu betreiben. Tagescharts weisen für gewöhnlich eine Zeitspanne von sechs bis acht Monaten auf. Sie zeigen dabei sehr schön die Tertiärtrends an.

Jeder einzelne Balken stellt die Kursentwicklung eines Tages dar. Durch diese sehr detaillierte Darstellungsform lassen sich Informationen ablesen, die nur kurzfristig Kurse bewegen.

Die folgenden Abbildungen zeigen die Entwicklungen einer Aktie im gleichen Zeitraum, jedoch in unterschiedlichen Zeitraumdarstellungen.