Börsen - Psychologie (Behavioral Finance) !!!


Gerade an der Börse, wo eigentlich Besonnenheit, emotionsloses Kalkül und Berechnung vorherrschen sollten, übernehmen oft die Emotionen der Marktteilnehmer die Herrschaft über die Kursentwicklung. Der Grund ist dabei eigentlich leicht nachzuvollziehen. An der Börse geht es um sehr viel Geld - da ist es kein Wunder, daß Gefühle wie Angst, Gier oder Hoffnung nicht selten die Kurse bestimmen. Doch auch diese Börsenpsychologie läßt sich durchschauen und meistern, wenn man einige, typische Verhaltensweisen kennt und sie richtig einordnen kann. Dazu die erste Regel:

Psychologisch motivierte Reaktionen äußern sich zumeist durch schlagartige, starke Kursbewegungen mit riesigen Umsätzen. Eine zügellose Hausse ist ebenso ein Machwerk der Börsenpsychologie wie ein Börsencrash. Wichtig ist dabei zu wissen: Mittelfristig wird sich immer die Logik und Besonnenheit durchsetzen, während die Emotionen an der Börse regelmäßig eine nur sehr begrenzte Lebensdauer haben. Und daher ist es wenig verwunderlich, daß ein Börsencrash für diejenigen Anleger eine ideale Gelegenheit für riesige Gewinne darstellt, die sich von der allgemeinen Panik abkoppeln können und in aller Ruhe die Wertpapiere einsammeln, die andere angsterfüllt zu Schleuderpreisen verkaufen! Und das führt gleich zu einer weiteren Regel der Börsenpsychologie:

Die Mehrheit der Anleger liegt immer falsch. Es ist belegt, daß nur ein sehr kleiner Prozentsatz der Anleger zu den dauerhaften Gewinnern gehört. Und dabei ist es gar nicht so schwer, wenn man weiß, wo das Problem liegt:

Die überwiegende Mehrheit kauft nun einmal erst dann Aktien, wenn die Kurse bereits sehr stark und lange gestiegen sind. Denn das gibt Ihnen das trügerisch sichere Gefühl, daß es nun "ewig" so weitergehen wird. Und genauso sehen viele Anleger erst einmal wochen- oder monatelang zu, wie die Kurse fallen, bevor sie die Hoffnung aufgeben und am Ende entnervt verkaufen - meistens kurz, bevor die Kurse wieder steigen.

Richtig wäre es gewesen, schon bei kleineren Verlusten auszusteigen, wenn sich die Börsenlage verschlechtert - und dann einfach abzuwarten, bis der Zeitpunkt zum Neueinstieg gekommen ist.

Es ist altbekannt, daß die Schwankungen der Börsen oft nur auf diese Phänomene der Börsenpsychologie zurückzuführen sind: Angst, Gewinne zu verpassen, Hoffnung, daß sich die Kurse wieder erholen werden, die Gier, noch mehr zu kaufen um noch mehr Gewinn zu erzielen. Das führt dann letztendlich dazu, daß auch bei weniger dramatischen Ereignissen alle gleichzeitig kaufen oder verkaufen wollen. Doch für Sie sollte das kein Problem, sondern vielmehr eine riesige Chance sein. Wir empfehlen Ihnen daher:

Alles, was Sie aus dem Bereich der Börsenpsychologie haben müssen, sind genau die zwei Eigenschaften, die den anderen fehlen: Geduld, auf den richtigen Moment zum Kauf oder Verkauf zu warten und den Mut, etwas anderes zu tun als die Masse der Anleger. Und diese beiden Eigenschaften kann man lernen! Auf diese Weise können Sie mit der richtigen psychischen Einstellung Gewinne erzielen, von denen andere ihr Leben lang träumen werden!



Börsenpsychologie


Bei Börsengeschäften geht es prinzipiell um Entscheidungen. Selbst nach gründlicher Analyse und sorgfältiger Information bleibt stets eine Auswahl zwischen Alternativen.

Bewegt sich der Kurs nach oben, verkauft der Anleger oft zu früh. Bewegt er sich nach unten, dagegen oft zu spät. Ein Verkauf im Minus bedeutet Verlust. Nimmt man diesen Verlust hin, so ergeben sich oft negative Emotionen: Hat man etwas übersehen, falsch recherchiert oder ist man gar zu dumm? Das Selbstwertgefühl leidet in jedem Fall. Verluste laufen lassen, ist eine Möglichkeit diese negativen Emotionen zu verdrängen.

Im Extremfall entsteht folgende "psychologische Dynamik der Verlustentwicklung":

Dynamik Verlustentwicklung Einstiegskurs



1. Phase:
Suche nach Meinungen, die die Eigene bestätigen.

2. Phase:
Man kann sich nichts mehr vormachen.
Frust macht sich breit.

3. Phase:
Kampf mit sich selbst. Beim Einstiegskurs verkaufe ich.

4. Phase:
Verdrängung und Depression.

5. Phase:
Absolute Resignation. Der Ausstieg ist unvermeidbar geworden.





Tipp: So vermeiden Sie größere Verluste:
Setzten Sie sich feste Marken bei denen Sie verkaufen.
Das kann in Abstufungen erfolgen.

Sie können auch ein Stopp-loss setzen, dann verkauft Ihr Broker automatisch beim festgesetzten Kurs.



Die "Börsenformel"

Oder die Psychologie beim Aktienkauf

Laut einer aktuellen Studie aus den USA können 82 % aller großen Bewegungen im amerikanischen Aktienindex Standard & Poor's ökonomisch nicht erklärt werden.

Eine ähnliche Entdeckung machte auch André Kostolany. "Kurz- und mittelfristig macht die Psychologie an der Börse und in der Wirtschaft 90 % aus", schrieb der Börsen-Guru.

Die nachfolgende "Börsenformel" beinhaltet die Psychologie der Börsen und die spezielle Psychologie einer einzelnen Aktie gleichermaßen. Sie gibt als Ergebnis das Kurspotential eines Wertpapiers an. Genauer gesagt ein mögliches Ansteigen bzw. Fallen des Kurses.

Die "Börsenformel"

Psychologie des Marktes + Psychologie des Wertpapiers = Kurspotential des Wertpapiers


Boersenformel Nebenstehendes Beispiel zeigt, dass selbst ein positiv
bewertetes Wertpapier (grüner Balken) sich nicht einem
stark negativ eingestellten Markt (roter Balken)
widersetzen kann.

Das Kurspotential des Wertpapiers (schwarzer
Balken) ist leicht negativ.

Die beiden Stimmungsfaktoren (Markt- und
Wertpapierpsychologie) sind das Produkt einer großen
Zahl untergeordneter Faktoren.

Marktpsychologische Faktoren:

Die allgemeine Stimmung an der Börse ist sehr wichtig. Entschließt sich ein Börsenprofi morgens nach reiflicher Überlegung seine Wertpapiere zu verkaufen, so wird er seinen Plan ändern, sobald bei Börsenstart eine sehr optimistische Stimmung herrscht.

Stimmungs-Indikatoren, (z.B. » Bull/Bear Index) erlauben eine genauere Quantifizierung der optimistisch, pessimistisch und neutral eingestellten Börsianer. Je mehr Optimisten (Bulls) es gibt, desto weniger potentielle Käufer und desto mehr potentielle Verkäufer sind vorhanden (überkaufter Markt). Eine andere Methode zur Erfassung der Börsenstimmung ist die Auswertung der jeweils positiv und negativ gestimmten Börsenbriefe oder des Umsatz-Verhältnisses von Put- zu Call-Option, das sog. » Put/Call-Ratio.

Die Charttechnik funktioniert nur, weil viele daran glauben. Dennoch wird die Stimmung der Börsenteilnehmer immer mehr beeinflusst. Je mehr die Geschäfte am Computerbildschirm abgewickelt werden, desto wichtiger werden Grafiken, die Optimismus oder Pessimismus wecken.

Medien machen Meinung. Dazu gehören Printmedien, Fernsehen und Internet. Die vorherrschende Meinung ist ein wichtiger Indikator für einzelne Wertpapiere und für den gesamten Markt. In Newsgroups wird gepuscht und gebasht. Gerüchte sind das Salz in der Suppe der Börse. Aussichten auf steigende Gewinne, Fusionen o.ä. sorgen für die nötige Phantasie und bewegen den Anleger zum Kauf.

Die Börse hasst die Unsicherheit. Kriege und herannahende Wirtschaftskrisen verursachten in der Vergangenheit große Kurseinbrüche.

Wertpapierpsychologische Faktoren:

Steigende Kurse üben eine unwiderstehliche Anziehung aus. Die Anleger versuchen oft ohne Überlegung noch schnell auf den fahrenden Zug aufzuspringen.

Anleger verhalten sich oft wie im Supermarkt. Sie suchen an den Wühltischen nach den billigsten Aktien. Vor allem bei Neuemissionen und Splits glauben Anleger die Aktien seien unterbewertet.

Modethemen und » Börsentrends wirken sich positiv auf die Psychologie eines Wertpapiers aus, besonders wenn sie schlüssig und allgemein verständlich sind. Dazu gehören:

Der Einstandspreis bei dem die Masse der Marktteilnehmer in eine Aktie investiert hat, ist ein wichtiges psychologisches Merkmal. Wird der Einstandspreis nach wiederholten Kursschwankungen wieder erreicht, stellen viele Markteilnehmer ihr Engagement wieder glatt.

Fazit:

Lediglich mit der langfristigen Strategie des legendären Börsenfachmanns Kostolany, der die Theorie vertrat: "Qualitätsaktien kaufen, dann liegen lassen und die Kursentwicklung nicht weiter beachten", ist man gegen die psychologischen Einflüsse weitgehend abgesichert.



Börsenpsychologie

" Der Tag, an dem der sonst hartnäckige Optimist zum Pessimisten wird, ist höchstwahrscheinlich der Wendepunkt in der Kurstendenz. Und natürlich auch umgekehrt. Wenn der eingefleischte Pessimist zum Optimisten wird, muß man so schnell wie möglich aus der Börse aussteigen. "

Emotionen bestimmen das Handeln


An der Börse, wo eigentlich Besonnenheit, emotionsloses Kalkül und Berechnung vorherrschen sollten, übernehmen oft die Emotionen der Marktteilnehmer die Herrschaft über die Kursentwicklung. Der Grund ist dabei leicht nachzuvollziehen, da es an der Börse um sehr viel Geld geht. So ist es kein Wunder, daß Gefühle wie Angst, Gier und Hoffnung nicht selten die Kurse bestimmen.

Zur Beurteilung und Einschätzung der Börse genügt es daher nicht, allein nur Daten und Fakten zusammenzustellen und auszuwerten. Wichtig ist vor allem auch die Einbeziehung der psychologischen Stimmung der Marktteilnehmer, denn die Stimmung der Marktteilnehmer hat erheblichen Einfluß auf die Entwicklung der Börse.

Die psychologische Verfassung des Marktes, also die Stimmung der Börsianer, erkennt man aber nicht am Kursverlauf. So sah die Kursgrafik des Dow Jones Index 1994 nach guter Stimmung aus, hatte doch der Markt seit dem Oktober-Crash von 1987 bereits wieder um 120 Prozent auf knapp 4000 Punkte zugelegt. Tatsächlich aber waren die Börsianer äußerst negativ gestimmt. Im Gegensatz zum Sommer 1987, als man sich an der Wall Street in Champagner-Laune befand, waren 1994 viele pessimistisch und aus Angst vor einem erneuten Crash ausgestiegen - viel zu früh, wie heute bei einem Dow Jones von rund 11000 Punkten zu erkennen ist.
Wer in seiner Börsenanalyse die Psychologie berücksichtigte, erkannte diesen feinen, aber entscheidenden Unterschied, hielt an seinen Aktienpositionen fest und verdiente kräftig.

Psychologisch motivierte Reaktionen äußern sich zumeist durch schlagartige, starke Kursbewegungen mit riesigen Umsätzen. Eine zügellose Hausse ist ebenso ein Machwerk der Börsenpsychologie wie ein Börsencrash. Dabei sollte nicht vergessen werden, daß sich mittelfristig immer die Logik und Besonnenheit durchsetzen wird, während die Emotionen an der Börse regelmäßig nur eine sehr begrenzte Lebensdauer haben.

Börsenlogik

Diejenigen Anleger profitieren von einem Börsencrash am meisten, die sich von der allgemeinen Panik abkoppeln können und in aller Ruhe die Wertpapiere einsammeln, die andere angsterfüllt zu Schleuderpreisen verkaufen.      

Auf den ersten Blick erscheint es unlogisch, daß die Kurse steigen, wenn alle pessimistisch sind, und fallen, wenn alle Anleger optimistisch sind. Doch wer angibt, optimistisch zu sein, will in der Regel nicht erst kaufen, sondern hat sich bereits positioniert am Markt. Dieser Marktteilnehmer fällt damit als zukünftiger Käufer aus.
Wer hingegen pessimistisch ist, wird nicht erst verkaufen, sondern hat bereits verkauft und sitzt nun auf Cashbeständen. Dieser Kandidat ist damit ein potentieller Käufer von morgen, denn die Erfahrung hat gezeigt, wenn die Börse erst einmal steigt, springen selbst die eingefleischtesten Pessimisten auf den fahrenden Zug.

Es ist belegt, daß nur ein sehr kleiner Prozentsatz der Anleger zu den dauerhaften Gewinnern gehört, während die Mehrheit der Anleger immer falsch liegt.

Die überwiegende Mehrheit kauft erst dann Aktien, wenn die Kurse bereits sehr stark und lange gestiegen sind. Denn das gibt ihnen das trügerisch sichere Gefühl, daß es nun "ewig" so weitergehen wird. Und genauso sehen viele Anleger erst einmal wochen- oder monatelang zu, wie die Kurse fallen, bevor sie die Hoffnung aufgeben und am Ende entnervt verkaufen - meistens kurz, bevor die Kurse wieder steigen.

Besser wäre, schon bei kleinen Verlusten auszusteigen, wenn sich die Börsenlage verschlechtert - und dann einfach abzuwarten, bis der Zeitpunkt zum Neueinstieg gekommen ist.

  Um dem oben gezeigten Verhalten entgegenzuwirken, benötigt ein Anleger im Grunde nur zwei Eigenschaften:

Um die psychologische Stimmungslage  der Marktteilnehmer (engl. Sentiment), und um wichtige Zeitpunkte, die unmittelbar vor bedeutenden Trendwenden auftreten, klarer darstellen zu können, werden verschiedene Indikatoren der Sentimenttechnik zu Hilfe genommen.



Sentimenttechnik

Wird in der BILD-Zeitung zum Kauf von Aktien geraten oder sieht man in der U-Bahn immer mehr Fahrgäste Börsenmagazine statt Auto- oder Modezeitschriften lesen, geht es beim Kaffeeklatsch nicht mehr um Frisuren, sondern um trendige Aktien und an den Stammtischen nicht mehr um Fußball, sondern um den Neuen Markt, ist Vorsicht angesagt. In dieser Situation, in der sich auch die Analysten, Fondsmanager und Börsenjournalisten mit Kaufempfehlungen überschlagen, ist der Markt "überkauft" und reif für einen Rückschlag.

Mahnen die Experten hingegen zur Vorsicht, geht es beim Kaffeeklatsch wieder um Frisuren und am Stammtisch wieder um Fußball, haben in den U-Bahnen wieder die Mode- und Automagazine Einzug gehalten, ist Kaufzeit für Aktien.

Diese alltäglich erkennbaren Indikatoren sind nützliche Hilfen, um die psychologische Verfassung zu analysieren. Das Problem: Sie geben natürlich nur ein subjektives Bild und zeigen sich nur in extremen Börsensituationen deutlich.

Repräsentativer sind deshalb folgende Indikatoren:

Putt/Call-Ratio des Optionsmarktes

Dieser wohl bekannteste Indikator zur Identifizierung der psychologischen Stimmung der Marktteilnehmer setzt börsentäglich die Anzahl gekaufter Puts mit der Anzahl gekaufter Calls in Beziehung.
Die dahinter stehende Logik ist einfach: Der Käufer eines Puts erwartet fallende Kurse, während der Käufer eines Calls von einem steigenden Kursniveau ausgeht. Statistisch erwiesen ist, daß ca. 80 Prozent der Käufer einer Option den Markt falsch interpretieren. Somit lassen sich aus der aktuellen Vorliebe der Optionskäufer für Calls oder Puts oft wertvolle Hinweise auf bevorstehende Trendwenden des Marktes erkennen.

Positiv & negativ gestimmte Börsenbriefe

Ein hervorragender Indikator für das im Markt vorherrschende Sentiment ist aber auch die Anzahl positiv gestimmter Berater, die eine hohe negative Korrelation zur tatsächlichen Kursentwicklung aufweist. Setzen beispielsweise nahezu alle Analysten auf einen Kursanstieg des Dollar, entwickeln sich die Kurse häufig in die Gegenrichtung.
Denn häufig lassen sich die Analysten erst durch die jüngste Kursentwicklung zu ihren Prognosen bewegen. Das heißt, daß oftmals die Kurse die Prognosen "machen" - und nicht umgekehrt.

"Odd Lot Balance-Index"

Dieser sentimenttechnische Indikator wird leider für die Deutsche Börse noch nicht berechnet. In ihn fließen lediglich Aktienkäufe und -verkäufe bis zu 100 Stück ein, also die Aufträge der Privatanleger. Von der Erfahrung ausgehend, daß sich diese Anlegergruppe in der Regel auf der falschen Seite der Börse positioniert, lassen sich aus den Kauf- und Verkaufstransaktionen dieser Marktteilnehmer wertvolle Rückschlüsse auf die wahrscheinliche künftige Börsenentwicklung ziehen.

AAII-Index

Der American Association of Individual Investor`s Index stellt die optimistische und pessimistische Haltung der Börsianer graphisch dar. Hierzu wird der Prozentsatz der Pessimisten von dem der Optimisten abgezogen. Die neutral eingestellten Börsianer werden bei dieser Rechenmethode nicht berücksichtigt. Liegt ihr Anteil allerdings sehr hoch, z.B. weit über 50 Prozent, kann auch die Differenz zwischen Optimisten und Pessimisten keine hohen Werte erreichen.

Nach Beobachtungen der vergangenen zwölf Jahre signalisieren Werte von 40 Prozent und mehr einen "überkauften" Markt und gelten als Verkaufssignale. Werte von minus 20 Prozent und niedriger zeigen hingegen Kaufkurse an.

So gab der Indikator (s. Grafik) im Augusttief 1998 der Asienkrise eindeutige Kaufsignale, was sich ja auch ausgezahlt hat.


Die Kurve des AAII-Index zeigt, wie stark die Stimmung der Börsianer schwankt. Deutlich wird, daß die meisten pro- und nicht antizyklisch handeln, denn bei steigenden Kursen steigt auch die Zahl der Optimisten.




Die Börsenpsychologie  


Damit Sie immer richtig handeln!!!

Wer kennt es nicht die Aktien-Kurse entwickeln sich oft nicht logisch, sondern verändern sich plötzlich oft ohne eindeutigen Grund.
Grund hierfür ist die Denkweise der Markteilnehmer und ihre Emotionen.
Gerade als Einsteiger sollte man sich nicht durch solche irrationalen Faktoren falsch leiten lassen.

Panik an der Börse:
An den Finanzmärkten kommt es oft zu Panikreaktionen die zu einem Crash führen.Die Kurse fallen viel stärker als es durch z.B "neue Nachrichten" begründet wäre.
Dabei ist gelegentlich zu beobachten, dass solche Ausschläge nach unten künstlich gesteigert werden.
Dies ist oft im Interesse einiger Anleger, da Sie so viel günstiger an die Aktien solcher Unternehmen kommen.Oft bleiben Einsteiger hierbei die Verlierer weil Sie aus Angst vor noch grösseren Rückschlägen ihre Aktien sehr billig "verscherbeln".
Gezielte Gerüchte und Verkaufswellen sollen diese Kursbewegungen noch beschleunigen. Meistens ist aber der Höhepunkt der Panik, "Ein Kursverfall auf breiter Front" Ausgangspunkt für einen neuen Aufschwung.

Schnell Ansteigende Kurse:

In Zeiten rascher Kursanstiege gewinnt die Börse bei den Einsteigern immer mehr an Popularität.Sie werden Angezogen von Traumrenditen in der Vergangenheit und Prognosen die in "den Himmel" wachsen.Aktien werden nicht mehr aus fundamentalen Gründen gekauft, sondern nur weil ihr Kurs in der Vergangenheit so schnell gestiegen ist. Psychologisch gesehen ist der Käufer in solch einer Situation davon überzeugt, dass die Kurse weiter so schnell steigen.
Sollte aber einmal der rasente Kursanstieg auf sehr hohen Niveau ins stocken kommen, werden die vorher von den Experten hoch angesehen Aktien wieder verkauft.Immer mehr Anleger sehen nun, dass ein solcher Aufschwung nicht weiter gehen kann und verkaufen.
Dies ist der Ausgangspunkt für einen neuen "Crash".

So handeln Sie richtig: Nehmen Sie Stimmungen an den Börsen immer zur Kenntnis, aber lassen Sie sich nicht von ihnen anstecken.
Nehmen Sie immer ein bisschen Distanz von Guru´s und anderen Leuten die übertreiben.Bleiben Sie immer ruhig und gelassen und konzentrieren Sie sich immer auf die fundamentalen Daten.Auf lange Sicht bestimmen diese nämlich die Kurse und nicht die Stimmungen.


In der Vergangenheit ist es immer zu Überreaktionen gekommen wie Anfang 2000, wo einige "schlechte" Aktien viel zu teuer gehandelt wurden.Auch bei guten Wachstumsreaktionen bekamen die Anleger zu viel Phantasie und kauften diese Werte zu teuer.
Aber auch schlimme Kursstürze wie 1987 bedeuteten nicht das Ende aller Tage.Am langen Ende ging es immer Aufwärts in die neuen Zwischentiefs lagen fast immer höher als die Alten.
Handeln Sie also immer rational und nie Emotianal, sonnst werden Sie oft enttäuscht werden.

Alle Angaben sind unverbindliche Empfehlungen



Psychologietraining Teil 1: Die Risikospirale


Die Konsquenz des Satzes "Die Börse ist keine Einbahnstraße." - ein Ausspruch, den Altbörsianer gebetsmühlenartig rezitieren - trifft Börsianer mit wenig Handelserfahrung oft recht unvorbereitet. Dementsprechend irrational sind in vielen Fällen auch die Reaktionen - besonders dann, wenn das Depot tief ins Minus rutscht.

Eine Beobachtung, die ich im regen Austausch mit Anlegern gemacht habe, ist die Tendenz zu einem Verhalten, das ich "Risikospirale" nenne. Was bei köperlichen Auseinandersetzungen als "Gewaltspirale" bekannt ist, wird von einigen Anlegern offensichtlich auch auf das eigene Anlageverhalten übertragen. Während bei der Gewaltspirale die Gegner immer schwerere Geschütze auffahren, steigern Anleger das Risiko ihrer Anlagen. Und drehen sich so immer tiefer in die Risikospirale hinein - ein Spiel mit schlimmen Auswirkungen.

Gerade in Phasen, in denen die Gewinne nicht auf der Straße liegen und der Blick auf das eigene Depot Kopfschmerzen verursacht, versuchen viele Anleger ihre Verluste durch immer risikoreichere Anlagen zu kompensieren. Insbesondere Anlageformen, die ein hohes Maß an Erfahrung und Kenntnissen voraussetzen, werden zur Anlaufstelle vieler Börsenneulinge. Die wenigen, die damit Erfolg haben, stehen der Masse derer gegenüber, die dieses Spiel mit dem Totalverlust ihres Depotkapitals bezahlen.

Warum sind diese Aktionen meist zum Scheitern verurteilt ? Während sich Börsianer oft sehr gründlich auf ihre ersten Handelserfahrungen vorbereiten, wird in diesen Situationen oft gedankenlos drauf los gehandelt. Gerade bei hohen Verlusten gewinnen Anleger oft das Gefühl, diese nicht mehr mit den bisher benutzen Anlageinstrumenten (z.B. Aktien) kompensieren zu können. Daher wird meist auf sehr risikoreiche Termingeschäfte (z.B. Optionsscheine) gesetzt. Die nötige Erfahrung zum erfolgreichen Einsatz dieser Papiere mit Hebelwirkung ist jedoch in den seltensten Fällen vorhanden. Vor dem Hintergrund der aktuellen Verluste, scheint der Ausgleich dieser wahrscheinlicher als weitere Rückschläge. Manchmal wird der Einsatz risikoreicher Wertpapiere auch mit dem "Ausnahmezustand" gerechtfertigt: "Nur dieses eine Mal - schnell ein paar Tage Gewinne machen bis die Verluste ausgeglichen sind - dann handele ich wieder normal."

Erfolgversprechender ist eigentlich das gegenteilige Handeln. Hat man hohe Verluste erlitten, kann man Handelsentscheidungen kaum mehr rational treffen. In dieser Situation empfielt sich eine kleine Handelspause. Es bewirkt oft Wunder, den Handel für nur einige Tage bzw. Wochen zu unterbrechen. Danach ist der Blick auf das eigene Depot und künftige Anlagen um ein Vielfaches neutraler. In der handelsfreien Zeit hat der Börsianer die Gelegenheit, sich an seine Verluste zu "gewöhnen". Sie werden akzeptiert und von künftigen Handelsentscheidungen abgekoppelt. Gedanken wie "Jetzt hole ich mir mein Geld zurück." weichen Vorhaben wie "Ich habe etwas falsch gemacht, muß meine Strategie überdenken und mein verbliebenes Kapital erhalten."

Wer die Finger überhaupt nicht vom Markt lassen kann, sollte aber zumindest sein Risiko reduzieren. Das Verkleinern von Positionsgrößen ist eine Maßnahme, die die Psyche des verlustgeplagten Anlegers oft erheblich entspannen kann.

Ich kann jedem Anleger nur raten, neue Investitionen isoliert von Verlusten und Gewinnen der Vergangenheit zu betrachten, das Risiko neutral einzuschätzen und den Anlagestil an den persönlichen Kenntnissen und Fähigkeiten auszurichten. Begriffe wie Risikostreuung und Verlustbegrenzung sind keine Oberlehrersprüche von spießigen, langweiligen Altbörsianern, sondern wichtige Grundsteine für langfristigen Börsenerfolg.



Psychologietraining Teil 2:Versäumnisangst


Erinnern Sie sich an Ihre Kindheit ! Kennen Sie nicht auch das Verhalten kleiner Kinder, die ständig Angst haben, etwas zu verpassen ? Am Schönsten ist es zu beoachten, wenn abends Besuch im Haus ist. Es ist wohl kaum anzunehmen, daß sich Junior für die tiefgreifenden Alltagsgespräche der Erwachsenen interessiert. Dennoch geht er an diesen Tagen nur unter großem Protest und zuweilen einigen Tränen ins Bett. Dabei ist es recht unwahrscheinlich, daß plötzlich der Held aus der Lieblingskindersendung erscheint.

Auch wenn man annehmen könnte, daß die meisten Börsianer aufgrund ihres Alters auch zu geistiger Reife gelangt sind, kann man dieses Verhalten immer wieder bei Tradern beobachten. Gerade dann, wenn der Bargeldbestand im Depot ungewöhnlich hoch ist, lauern Anleger auf gute Gelegenheiten ihr Geld einzusetzen. Das dumme daran ist, daß solche Gelegenheiten an der Börse nicht auf Bestellung zu haben sind. Es erfordert mit unter einiges an Geduld, den richtigen Einstiegszeitpunkt abzuwarten.

Schlimmer wird die Angst etwas zu verpassen noch, wenn man sich auf der Suche nach einer aussichtsreichen Handelsmöglichkeit in diversen Internetboards herumtreibt. Dort wimmelt es nur so vor "Supertips" die von heute auf morgen reich machen. Sie werden dort nur selten Börsianer treffen, die ihre letzten Verluste beklagen oder philosophieren, ob "sie nicht besser noch ein wenig gewartet hätten". Dafür finden sie umso mehr Erfolgsstories der letzten Trades ala "habe gerade 80% mit Aktie xy gemacht" oder "die geh´n ab - wer jetzt noch nicht drin ist, ist selber Schuld". Gerade solche Statements geben dem ungeduldigen Trader das Gefühl, daß eigentlich Alle große Gewinne einfahren - nur er nicht.

Die Versuchung ist groß, sein Geld in einen dieser heißen Tips zu investieren, vor allem dann, wenn man tagelang den steigenden Kursen hinterher schaut. Kurioser Weise investiert der "wartende Börsianer" in diesen Situationen meist dann sein Geld, wenn der Trend unmittelbar vor dem Kippen ist. Versäumnisangst überkommt Trader aber nicht nur mit einem aktienleeren Depot. In vielen Fällen befinden sich auch sorgfältig ausgesuchte Aktien im Depot. Doch leider sind es nicht diese, die über Tage hinweg die Gewinnerlisten anführen, sondern andere - vielleicht die heißen Tips aus den Internetboards. Auch hier besteht, die Gefahr, daß man sich zu einer Umschichtung hinreißen läßt.

Die Aktionen, die von Versäumnisangst getriebene Trader durchführen sind sehr unterschiedlich. Zum Teil sind sie auch von der Persönlichkeit abhängig. Einige springen Tips hinterher, ohne selbst die Gründe für eine Kauf/Verkaufsentscheidung recherchiert zu haben. Da die Wahrscheinlichkeit, daß ein Trend anhält größer als die eines Trendbruchs ist, ist dies wahrscheinlich noch die bessere Wahl. Andere entwickeln eine Art Trotz und investieren in die Gegenrichtung. "Wenn ich schon nicht am Anstieg profitiert habe, dann werde ich wenigstens den Absturz mitnehmen". Da antizyklisches Verhalten in starken Trends sehr risikoreich ist, gehen solche Engagements selten profitabel aus.

Versäumnisangst kann zu einer der teuersten Ängst im Börsenleben werden. Machen Sie sich immer wieder klar, wo Sie sich befinden ! An der Börse gibt es immer wieder großartige Chancen - jeden Tag, jede Woche, jedes Jahr. Nur, weil Sie an der letzten Rally von Wert xy nicht teilgenommen haben, brauchen Sie sich nicht einreden etwas verpaßt zu haben. Während Sie sich darüber ärgern, wird wahrscheinlich schon die nächste Tradingchance geboren. An oberste Stelle Ihres Handelns an den globalen Kapitalmärkten sollte immer die Erhaltung Ihres Kapital stehen. Ihr Kapital ist Ihr Arbeitsmittel ! Eine vermeintlich verpaßte Chance hat noch keinen Börsianer in den Bankrott getrieben - das Hinterherhecheln hinter den Chancen der Anderen schon.




Psychologietraining Teil 3: Der Umgang mit Handelsverlusten I



Der Handel an der Börse kennt nur zwei Ergebnisse - Gewinn und Verlust. Dem Verlust wollen wir dabei die weitaus höhere Aufmerksamkeit schenken. Diese Ansicht mag auf den ersten Blick ein wenig verwirren - denn wer spekuliert schon an der Börse, um als erstes über Verluste nachzudenken ? Richtig, die Wenigsten ! Und genau das ist auch der Grund, warum die Meisten verlieren.

Wenn man sich mit Tradern unterhält und sie zum Thema Verluste befragt, kann man die interessantesten Beobachtungen machen. Da sind einerseits die häufig noch recht unerfahrenen Profilneurotiker, die natürlich "überhaupt keine Verluste machen". Vertreter dieser Klientel finden Sie besonders häufig in den diversen Internetboards. Dort wird es meist als "uncool" angesehen, über seine Verluste zu sprechen. Wenn man schon im realen Handelsgeschäft keinen Erfolg hat, so kann man doch wenigstens vor den anderen Boardteilnehmern den "erfolgreichen Börsenprofi" mimen. Zur Relativierung: Oft finden sich in den Boards aber auch sehr ehrliche Antworten. Aus meiner Arbeit für einen Börseninformationsdienst indes kann ich von vielen E-Mails berichten, in denen Trader sich sichtlich verweifelt über ihre Handelsverluste geäußert haben.

Genau zwischen diesen beiden Extremen reihen sich die wirklich erfolgreichen Händler ein. Dort wird man auf die Frage nach Handelsverlusten immer wieder die gleiche Antwort erhalten: "They are part of the game" - zu deutsch: "Sie sind Teil des Spiels." Genau hier liegt der Schlüssel zum Erfolg. Es gibt nämlich keine Person und keine Strategie, die immer richtig liegt. George Soros, Spekulant und Multimillardär, hat einmal gesagt:

Es ist nicht wichtig, dass ich öfter richtig als falsch liege. Es ist wichtig, dass ich, wenn ich falsch liege, weniger verliere, als ich gewinne, wenn ich richtig liege.

Im Klartext: Es gilt nicht den einzelnen Trade zu betrachten, sondern das Gesamtbild. Verluste sind unvermeidbar und der Umgang mit ihnen muss von jedem Börsianer gelernt werden. Was aber macht es eigentlich so schwierig für uns, mit Verlusten umzugehen?

Einsicht ist der beste Weg zur Besserung

Zunächst einmal muss realisiert werden, dass man sich im Falle eines Verlustes in der Markteinschätzung getäuscht hat. Dumm dabei: Genau das einzusehen, fällt vielen Börsianern extrem schwer. Dabei sagt schon der alte und -zugegebenermaßen oberlehrerhafte - Spruch "Einsicht ist der beste Weg zu Besserung", dass es nicht das Dümmste ist, sein Handeln hin und wieder in Frage zu stellen. Hat man erst einmal eingesehen, dass man sich geirrt hat, fällt die Korrektur dieses Fehlers schon viel leichter. Man bräuchte schließlich nur diese eine Position glatt zu stellen.

Statt dessen beginnt jedoch bei vielen Tradern einer der teuersten Prozesse der Börse - der Prozess des "Hoffens". Obwohl der Trader genau weiß, dass er falsch lag und dass es ebenso falsch ist, einfach abzuwarten, kreisen im Kopf eines verlustgeplagten Börsianers oft die Worte: "Bitte lass mich dieses eine Mal mit plus-minus-Null wieder herauskommen." Nur interessiert das in den meisten Fällen weder den Kurs noch die anderen Marktteilnehmer.

Auch Trader, die eigentlich nicht zu diesem Verhalten neigen und ihre Verluste normalerweise gelassen tragen, geraten hin und wieder auf diesen Abweg. Typischerweise passiert ihnen so etwas nach einer längeren Verlustphase. "Nach so vielen Verlusten, muss man doch wieder gewinnen, man kann doch nicht immer falsch liegen", so der Gedankengang. In einer Art Trotzreaktion werden dann oft Verluste laufen gelassen. Eine andere Situation, in der dieses Verhalten auch bei erfahrenen Tradern zu beoachten ist, ist die, wenn die eingetretenen Verluste höher als erwartet sind. Setzt sich ein Trader zum Beispiel üblicherweise eine maximale Verlusttoleranz von zehn Prozent (beim Positionstrading) und der Wert eröffnet mit einem Minus von 30 Prozent, schlägt oft das Gefühl des Kontrollverlustes zu. Das ist ein Gefühl, mit dem wir Menschen naturgemäß nur sehr schlecht umgehen können. Die vermeintlich kontrollierbare Position - man hat ja einen mentalen Stop Loss gesetzt - erscheint nun völlig außerhalb des eigenen Einflussbereiches.

Neben dem Prinzip des Hoffens sind noch zwei andere Varianten im Umgang mit Verlusten zu beobachten. Einige Börsianer betreiben erfolgreich die geistige Verdrängung ihrer Verluste, wenden sich für einige Zeit von der Börse ab. Dieses Vorgehen ist gar nicht so schlecht, um Distanz zum Investment zu gewinnen. Leider jedoch bleiben in den meisten Fällen die Positionen unabgesichert und da sich die Börse für die Pausen des Aktionärs nur in den seltensten Fällen interessiert, sind weitere Verluste durchaus wahrscheinlich.



Psychologietraining Teil 4: Der Umgang mit Handelverlusten II


Nachdem im letzten Teil unseres Psychologietranings vor allem die negativen Einflüsse von Verlusten auf die Rationalität des Handels beleuchtet wurden, werden nun mögliche Lösungen präsentiert:

Die mentale Vorbereitung

Menschen, die an der Börse agieren, bereiten sich meist in jeglicher Hinsicht auf ihr Vorhaben vor. Sie lesen Bücher, studieren Zeitschriften, sprechen mit Bekannten, tauschen sich im Internet aus oder lesen Beiträge wie diesen. Es wird versucht, dem Phänomen Börse mit Wissen, Logik und Intelligenz beizukommen. Dabei wird allzu oft vergessen, dass man selbst der größte Hemmschuh für anhaltende Gewinne ist. Wir sollten uns und unsere Psyche auf den Handel und damit auch auf Verluste vorbereiten. Je nach Aktivität des Handels kann dies auf unterschiedliche Weise geschehen.

Ein Anleger, der sein Depot nur wöchentlich oder seltener umschichtet, braucht weniger Vorbereitung als jemand, der mehrere Tage aktiv an der Börse handelt. Im Falle des mäßig aktiven Anlegers hat es sich bewährt, einige Grundsätze zum Umgang mit Verlusten aufzustellen und diese aufzuschreiben. So hat man immer wieder die Gelegenheit, sich diese in Erinnerung zu rufen. Mögliche Grundsätze lauten:

Notizen für ein besseres Handeln

Wie man sieht, können diese niedergeschriebenen Grundsätze ruhig anschauliche Beispiele und schlüssige Argumente enthalten. Wer nun gegen die eigenen Grundsätze verstößt und dabei Glück hat - prima! Hatte man kein Glück und kassierte große Verluste, dann sollte dieser Fall bei den aufgeschrieben Grundsätzen nicht fehlen. Zur Verstärkung: Aufschreiben, was man bei der schlussendlichen Realisierung des Verlustes gedacht hat und wie sehr man sich gewünscht hat, den Verlust zu begrenzen, als er noch klein war.

Diese Notizen sind nur für einen selbst, man braucht sich also keine Mühe geben, alles fachgerecht auszuformulieren oder zu schematisieren. Einfach so schreiben, dass es einen beim Lesen immer wieder anspricht. Lesen muss man natürlich, sonst ist dieses Vorgehen wertlos.

Für aktive Anleger lässt sich dieses Vorgehen intensivieren. Viele erfolgreiche Daytrader schreiben eine Art Tagebuch - ein so genanntes Trading-Logbuch. Das hilft, sich wiederholende Fehler zu erkennen und daraus zu lernen. Auch die in Psychologie-Seminaren beliebten Spiele, bei denen man sich selber einen Brief schreibt, haben sich im Bereich des aktiven Tradings bewährt. Nach einem verlustreichen Tag sollte man einfach einen Brief schreiben. Einen Brief darüber, wie man sich gefühlt hat und was die Verluste verursacht haben könnte. Neben dem Therapieeffekt - man schreibt sich den Kummer von der Seele - lässt sich so erstaunlich viel über das eigene Trading und die eigenen Psyche lernen.

Fazit: Man sollte bei jedem Handel daran denken, dass ein Verlustgeschäft keine persönliche Niederlage ist. Auch die besten Investoren liegen häufig falsch. Die eigenen Bemühungen sollen sich darauf konzentrieren, die Verluste möglichst schnell zu begrenzen und die Gewinne zu maximieren. Es geht nicht um die Verbesserung der "Trefferquote". Verluste müssen als Teil des Spiels akzeptiert und als Lehrgeld begriffen werden.



Psychologietraining Teil 5: Gewinnmitnahmen töten doch!
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"An Gewinnmitnahmen ist noch niemand gestorben!" - dieser Spruch, der mit Vorliebe von gewissen deutschen TV-Börsenkorrespondenten zitiert wird, klingt zwar vordergründig plausibel. Er beinhaltet aber einen Irrtum, der viele aktive Anleger das Handelskapital kostet.

Neben der zu späten Begrenzung von Verlusten ist das zu frühe Mitnehmen von Gewinnen der kritischste Faktor des Handelns. Wer sein maximales Verlustrisiko (Stop Loss) genauso hoch ansetzt wie das Niveau auf dem er Gewinne mitnimmt, braucht (inklusive der Gebühren) eine hohe Trefferquote, um profitabel zu handeln.

Warum nehmen viele Börsianer Gewinne zu früh mit?

Im Gegensatz zu Verlusten, die oft als persönlicher Fehler und Demütigung angesehen werden, wirken Gewinne als Bestätigung des eigenen Könnens und Börsen-Know-hows. Eben diese Bestätigung, wenn sie denn einmal als Buchgewinn auf dem Konto steht, lässt man sich nur ungern wieder nehmen. Es ist also meist die Verlustangst, die Anleger Gewinne zu früh mitnehmen lässt.

Natürlich ist diese Problematik ein zweischneidiges Schwert. Wenn Kurse innerhalb kürzester Zeit stark steigen, befällt oft eine anderes Gefühl die Börsianer - die Gier! Es gilt also, das Optimum zwischen zittriger Gewinnrealisierung und hoffnungsgetriebener Gier zu finden.

Dafür gibt es mehrere Lösungsansätze. Eine sehr wirkungsvolle Methode ist ein Tradingplan. Man arbeitet hierbei vor dem Eingehen eines Engagements eine komplette Strategie mit mehreren Szenarien aus.



Psychologietraining Teil 5: Gewinnmitnahmen töten doch!
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Beispiel für einen Tradingplan:

1. Die Aktie wird verkauft, wenn sie mein persönliches Kurziel von xx Euro erreicht hat.
2. Die Aktie wird verkauft, wenn sie den maximal von mir tolerierten Verlust von xx Prozent bei xx Euro erreicht hat.
3. Die Aktie wird verkauft, wenn sie innerhalb von xx Tagen/Monaten mein anvisiertes Kursziel nicht erreicht hat oder die Gründe für das Eingehen der Position nicht mehr vorhanden sind.

Ein solcher Tradingplan kann ein sehr gutes Hilfsmittel für den Handel sein. Wenn ein Anleger eine Aktie im Depot hat, wird es ihm in den meisten Fällen unmöglich sein, diese neutral zu beurteilen. Entweder wird gehofft, dass der Kurs steigt oder gezittert, wenn der Kurs fällt. Ein vorher aufgestellter Tradingplan hält für jedes Szenario die entsprechenden Entscheidungen bereit.

Die Marken für Kursziel und Stop Loss sollte man mit Hilfe der Charttechnik bestimmen. Wichtig ist, sich anschließend das Chance/Risiko-Profil vor Augen zu führen. Dabei sollte man darauf achten, dass die Chance (Kursziel) das Risiko (Stop Loss) deutlich übersteigt. Erfolgreiche Händler berichten immer wieder, dass sie ein Chance/Risiko-Verhältnis von mindestens 1:3 als Maßstab anlegen. Natürlich ist der Parameter "Chance" immer subjektiv. Da man diesen aber vor dem Kauf der Aktie festlegt, fällt die Entscheidung mit Sicherheit objektiver aus als bei einem spontanen Verkauf.

Es gibt auch Tradingpläne, die keine festen Kursziele verwenden. Gemäß dem Motto "Gewinne muss man laufen lassen" werden hier andere Regeln für den Ausstieg formuliert. Eine solche Regel kann etwa wie folgt lauten:

"Nach jeweils xx Prozent Kursanstieg hebe ich das Stop Loss um yy Prozent an."

Auch hier ist im Vorfeld des Aktienkaufes genau festgelegt, wie man sich zu verhalten hat. Die Prozentzahlen in diesem Modell sollten angepasst an die Volatilität der Aktie festgelegt werden.

Es gibt darüber hinaus noch viele weitere Varianten von Tradingplänen. Dieser Artikel sollte lediglich ein Gefühl dafür vermitteln, welcher Vorteil daraus entsteht, wenn man seine Entscheidungen vor dem Handel plant. Ein Tradingplan ist neben einem Tradingtagebuch aus meiner Sicht eines der wichtigsten Hilfsmittel, die ein Börseneinsteiger verwenden sollte. Gerade die Kombination mit dem Tradingtagebuch macht es möglich, die Qualität der Handelsentscheidungen im Nachhinein zu überprüfen.



Hintergrundwissen

Grußwort aus dem Buch Psychologie für Börsenprofis (s. Bibliographie) von André Kostolany.

2 x 2 = 5 - 1   - Börse ist Psychologie

Sehr verehrte Leser, liebe Börsenkollegen,

ich lade Sie herzlich zur Lektüre dieses Buches ein, das Sie nicht nur lesen, sondern auch auswendig lernen sollten.

Für die Börsentendenzen habe ich schon vor Jahren ein Postulat festgelegt: An den Börsen sind 2 mal 2 nie 4, sondern 5 minus 1. Auf lange Sicht kommt zwar alles so, wie es logisch kommen muß, aber zwischendurch gibt es Irrwege. Darum behaupte ich, daß das Geld, das man an der Börse macht (obwohl nicht immer verdient) eigentlich nur "Schmerzensgeld" ist. Erst kommen die Schmerzen, dann kommt das Geld. Wer auf dieses Postulat vorbereitet ist, der wird die "5" überschlafen und mit minus "1" Recht bekommen. Wem dies gelingt, der kann erfolgreich an der Börse operieren.

Oft geschieht es, daß ein Spekulant mit seiner Idee Recht bekommt, aber zwischenzeitlich seine Position aus Angst löst. Dann hat er also gut spekuliert, aber falsch gespielt, weil er die zitierte Gleichung nicht respektiert hat. A la longue werden die Fundamentaldaten und damit die Logik triumphieren. Aber zwischendurch machen die emotionalen Reaktionen des Publikums immer wieder einen Strich durch die Rechnung.

Die Beurteilung einer Aktie aufgrund der Preis-Gewinn-Relation ist rein psychologischer Natur. Es kann vorkommen, daß der Markt, d.h. letztlich die Volkswirte, bei einer bestimmten Aktie eine Preis-Gewinn-Relation von 15 : 1 als zu tief beurteilen und damit der Meinung sind, das Papier sei unterbewertet. Und zu einem anderen Zeitpunkt bezeichnen Sie das Papier als überbewertet. Denn nicht die tatsächlichen Ereignisse und Fakten bestimmen die Kurse, sondern die Reaktionen von hunderttausenden von Börsenteilnehmern.

Um diese Reaktionen vorauszusehen, nützen keine Studien der Wirtschaftswissenschaften, keine Computer, denn die Massen sind wie Alkoholiker, die oft bei guten Nachrichten weinen und bei schlechten lachen. Anstatt Nationalökonomie zu studieren, ist es sehr viel nützlicher, das berühmte Werk "Die Psychologie der Massen" des französischen Wissenschaftlers Gustave le Bon (1895) zu lesen.

Die Rolle der Psychologie an der Börse kann gar nicht überschätzt werden. Kurzfristig und mittelfristig macht sie - an der Börse und in der Wirtschaft - 90 Prozent aus. Oft sind die Nachrichten aus der Außenwelt, wie auch immer sie interpretiert werden (und sie werden meistens falsch interpretiert!) überhaupt nicht ausschlaggebend für die Kursentwicklung. Die Anleger sind pessimistisch, ohne einen wirklichen Grund dafür zu haben.

Es liegt auf der Hand, daß die Kurse der Aktien nie ihrem wahren Wert entsprechen; sie sind immer höher oder tiefer. Hat eine Aktie überhaupt einen meßbaren Wert? Wäre dem so, dann könnte man den genauen Wert eines Unternehmens angeben, und es gäbe überhaupt keine Börse. Wir hätten einen festen Preis für die Aktien, der mit Hilfe eine Computers berechnet wäre. Dies ist aber nicht der Fall, und deshalb versagen auch alle Experimente, mit Computern eine Tendenz voraussagen zu wollen.

Die Beurteilung einer Aktie hängt von der Psychologie der Börsenteilnehmer ab: Ein und derselbe Mensch hat aber zur Zukunft eines Unternehmens jeden Tag eine andere Ansicht! Viele Faktoren beeinflussen das Urteil: Nicht nur die gute oder die schlechte Stimmung des Käufers, sogar persönliche Probleme spielen eine große Rolle. Es ist auch schwer zu sagen, wie eine Stimmung überhaupt entsteht, denn sie hat nichts mit der Zukunft, sondern mit der Gegenwart zu tun. Das was wir Stimmung oder Klima an der Börse nennen, folgt keiner Logik und überrascht auch Experten. Die Börsenlogik ist mit der Alltagslogik nicht identisch. Sogar mancher, der die Theorie des antizyklischen Handelns kennt, im Krach zu kaufen und in der Euphorie zu verkaufen, ändert im letzten Moment, wenn der Krach da ist, unter dem Druck der Massenpsychose, seine Meinung. Er sagt sich: "Jetzt müßte ich antizyklisch handeln und einsteigen, doch diesmal ist die Situation anders." Es stellt sich erst später heraus, daß auch diesmal antizyklisches Handeln das Beste gewesen wäre. Man muß sehr trainiert sein, um sich der Massenhysterie zu entziehen und sagen zu können: "Die Leute sind Dummköpfe, jedenfalls weiß ich es besser." Zugegeben, das ist kein schöner Charakterzug, aber unumgänglich, um selbständig denken zu können und die "condition sine qua non" zum Erfolg. Deshalb gelingt es an der Börse auch nur einer Minderheit, erfolgreich zu spekulieren. Die Mehrheit zählt zu den Verlieren.

Wer Börsenkurse oder Tendenzen mit wissenschaftlichen Methoden voraussagen will, ist entweder ein Dummkopf oder ein Scharlatan oder beides zur gleichen Zeit. Wir Börsianer befinden uns alle in einem dunklen Raum. Aber gewiß wird sich jener, der schon seit Jahrzehnten in diesem Zimmer ist, sicherer bewegen, als einer, der erst vor kurzem eingetreten ist. Die Psychologie der Börse ist eine permanente Improvisation. Man kann die Ereignisse und die Reaktionen des Publikums nie voraussehen, sondern nur erraten. "Die Massen sind unwissend", schrieb Gustav le Bon. Und das ist auch dann gültig, wenn die Masse aus besonders klugen und nachdenklichen Menschen besteht. Denn wenn hundert höchst intelligente Menschen in einem Raum zusammengepfercht werden, dann wird diese Masse nicht vom Verstand sondern nur von Emotionen gelenkt!

Für langfristige Tendenzen indes ist Psychologie nicht so wesentlich. Die großen Unternehmen von heute wären nie das geworden, was sie sind, wenn sie keine fundamentalen Gründe für ihren Erfolg gehabt hätten. Es war nicht die Psychologie, die die Aktien dieser Konzerne so hoch steigen ließ, sondern die wirtschaftliche Entwicklung. Zwar sagte schon John Maynard Keynes: "Langfristig sind wir alle tot." Doch es ist die langfristige Entwicklung eines Unternehmens oder einer Branche, die Qualität und Rendite, welche über die zukünftigen Preise entscheiden. Wer dies auf mehrere Jahre voraussieht, kann viel davon profitieren.

Kurz und gut: Die Psychologie der Börse hat nichts mit exakter Wissenschaft zu tun. Denn wie sagte der größte Physiker der Welt, Sir Isaac Newton, ein leidenschaftlicher Börsenspekulant, der sein ganzes Vermögen in der Südsee-Spekulation von 1720 verloren hatte: "Die Bahn der Himmelskörper kann ich auf Zentimeter und Sekunden berechnen, aber nicht, wie eine verrückte Menschenmenge die Börsenkurse in die Höhe oder Tiefe treiben kann."

André Kostonlany
Auswertung der empirischen Analyse




Einleitung

Weltweit haben die Aktienmärkte in der Vergangenheit immer wieder "verrückt gespielt", besonders die Hightechbörsen glichen in den letzten fünf Jahren eher einem Spielkasino als einer seriösen Kapitalanlagemöglichkeit. Indexschwankungen von fünf Prozent innerhalb eines Tages spiegeln die Realität wider, Kurskapriolen einzelner Aktien von 40, 50 oder sogar 100 Prozent sind keine Seltenheit mehr. Anleger betrachten die Geschehnisse oftmals nur mit Verwunderung. Ihnen stellt sich die Frage: Hat der "tägliche Wahnsinn" an der Börse Methode? Immer dann, wenn an den Wertpapiermärkten besonders übertrieben wird, sei es entweder nach oben oder nach unten, offenbaren sich extreme menschliche Verhaltensmuster, wie kollektive Gier oder Panik. Egal auf welche Anlagestrategie der einzelne Börsianer auch vertraut, kaum ein Anleger kann bestreiten, daß ein Großteil des Börsengeschehens von psychologischen Faktoren bestimmt wird. Unklarheit herrscht lediglich darüber, in welchem Ausmaß die Psychologie Einfluß auf die täglichen Ereignisse an den Aktienmärkten nimmt.

Diese Erkenntnis wurde von Ökonomen und Wirtschaftsexperten lange Zeit angezweifelt. Gegenwärtig stellt die Markteffizienzhypothese der "Urväter" J. Lintner, W. F. Sharpe und J. Mossin, die ihrerseits grundlegende Arbeiten von H. M. Markowitz und F. Modigliani/ H. Miller nutzten, das Fundament der modernen Kapitalmarkttheorie dar. Vereinfacht besagt die Markteffizienzhypothese, daß alle relevanten Nachrichten jederzeit in den Wertpapierkursen eingepreist sind, da jeder Börsianer über vollkommene Informationen verfügt. Dabei geht dieser theoretische Ansatz davon aus, daß sich alle Marktteilnehmer stets streng rational verhalten. Der Börsianer wird zum abstrakten "homo oeconomicus" degradiert, der bei einer Vielzahl von verfügbaren Informationen immer gleichgerichtet handelt. Das Modell trifft auf Basis bestimmter Annahmen Aussagen darüber, wie Gleichgewichtskurse risikobehafteter Wertpapiere unter explizitem Kalkül der Portfoliodiversifikation entstehen. In dieser idealisierten Welt strukturieren alle Marktteilnehmer den durch den Grad ihrer Risikoaversion bestimmten Anteil unsicherer Anlagen ihres Gesamtvermögens in Form des sogenannten Marktportfolios genau gleich. Ein Blick in die entsprechenden Quellen zeigt, daß die moderne Kapitalmarkttheorie ursprünglich weder mit einem normativen noch mit einem direkten, empirisch deskriptiven Anspruch formuliert worden ist.

In der Vergangenheit erschienen jedoch zunehmend mehr Arbeiten, welche die wesentlichen Grundlagen der modernen Kapitalmarkttheorie hinterfragten. Verhaltensforscher wiesen darauf hin, daß Individuen in ihrem Informations- und Entscheidungsverhalten regelmäßig systematischen Irrtümern und Fehleinschätzungen unterliegen, ihre Anlageentscheidungen also keineswegs aufgrund rationaler Erwägungen treffen. Erst unter Berücksichtigung dieser Aussagen wurde das zyklische Auftreten von kollektivem Fehlverhalten und übertriebener Markteuphorie verständlicher. Diese als Behavioral Finance bezeichnete Finanzmarkttheorie hat sich in den letzten Jahren als alternatives Modell zur Markteffizienzhypothese herausgebildet. Sie nimmt an, daß Individuen aufgrund zahlreicher physischer, mentaler und neuronaler Beschränkungen nur begrenzt rational handeln. Vernunftwidriges Verhalten und Irrationalitäten erlangen in dieser Theorie eine herausragende Bedeutung. Diese werden nicht als zufällige und unabhängig voneinander auftretende, sondern als systematische und intersubjektiv korrelierte Verhaltensmuster betrachtet. Einige Kritiker der Behavioral Finance werfen der Lehre jedoch vor, sie erkläre die beobachteten Verhaltensanomalien lediglich wieder durch die irrationalen Handlungen einzelner Marktteilnehmer.

Datenerhebung und -basis

Damit die Datenerhebung auch zu der gewünschten Datenbasis führt, ist eine sorgfältige Festlegung des Analysedesigns bereits im Vorfeld notwendig. Beispielsweise war die Frage nach der geeignetsten Methode der Datenerhebung zu klären. Die 30 Fragen zum spezifischen Anlageverhalten wurden mittels einer sechspoligen Skala erfaßt, auf der die Teilnehmer den Grad ihrer Zustimmung (von "trifft gar nicht auf mich zu" bis "trifft voll auf mich zu") zu einer bestimmten Aussage angeben sollten. Durch die sechspolige Skala wurde den Probanden bewußt die Alternative einer indifferenten Antwort genommen. Selbst bei schwierigen Entscheidungen sollten die Teilnehmer dadurch gezwungen werden, sich für eine Antwortmöglichkeit zu entscheiden bzw. eine Tendenz hinsichtlich ihres Zustimmungsgrades anzugeben. Da ein hohes allgemeines Interesse an dem Untersuchungsgegenstand vermutet wurde, erschien die Datenerhebung in Form einer Online-Umfrage als probatestes Mittel. Daneben galt es, den für die Untersuchung zulässigen Teilnehmerkreis zu definieren. Vor dem Hintergrund der Fragestellung der Arbeit lag es nahe, nur private Anleger, die über Börsenerfahrung von mindestens einem Jahr verfügten, anzusprechen.

Die Online-Umfrage startete Anfang September 2001 und dauerte sechs Wochen. Um die im Vorfeld geschätzte Teilnehmerzahl von 1.000 Privatanlegern zu erreichen, wurden mehrere unentgeltliche Kooperationen mit unabhängigen und auf private Marktteilnehmer spezialisierten Finanzinformationsdiensten im Internet eingegangen. Zusätzlich wurde im selben Zeitraum ein Verweis auf der Webseite des an der Universität betreuenden Lehrstuhls eingerichtet. Daneben erfolgte der Versand von eMails an die Ansprechpartner von 329 Investmentclubs in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Diverse Postings wurden auf stark frequentierten Internet-Aktienboards für Privatanleger (z.B. Aktiencheck, Ariva, BioTech-World, Business Channel, Consors, FTOR, Juchu, n-tv Online, RUFO, Stock-World, Wallstreet-Online) eingestellt.

Auf diese Weise wurden bis Mitte Oktober 2001 insgesamt 602 Befragungen durchgeführt. Im Vergleich zu den angestrebten 1.000 Privatinvestoren entspricht dies einer Teilnehmerquote von 60,2 Prozent. Unvollständige bzw. fehlerhafte Umfragen wurden bereits im Vorfeld automatisch aussortiert.

Auffällig ist, daß mit 91,7 Prozent das Gros der Teilnehmer männlich ist. Davon wiederum sind 61,8 Prozent ledig und 34,9 Prozent verheiratet. 2,6 Prozent der Probanden gaben an geschieden, 0,7 Prozent verwitwet zu sein. Ein Blick auf die Altersverteilung zeigt, daß 69,7 Prozent der Teilnehmer zwischen 20 und 40 Jahre alt waren. Wie aus Abb. 4 hervorgeht, ist die Gruppe der 21- bis 25-jährigen am stärksten vertreten, gefolgt von der Klasse der 26- bis 30-jährigen. Dies korrespondiert auch mit der Tatsache, daß 22,3 Prozent der Teilnehmer Studenten sind (s. Abb. 6). Die Klassen mit der geringsten Gewichtung bilden die 51- bis 60-jährigen sowie die 61-jährigen oder älteren Probanden mit 4,7 bzw. 2,7 Prozent.



Der auf der nächsten Seite in Abb. 5 dargestellte Bildungsgrad weist auf ein starkes Übergewicht an Hochschulabsolventen bzw. angehenden Akademikern hin. Insgesamt haben 67,4 Prozent aller Probanden studiert bzw. streben derzeit einen Abschluß an einer Universität an. 5,3 Prozent besitzen sogar eine abgeschlossene Promotion. Da nur etwa ein Fünftel der Teilnehmer keine Hochschulreife hatte, kann im Durchschnitt von einem hohen Bildungsgrad der Probanden ausgegangen werden.



Bei der Frage nach der Berufsausbildung gaben 60,1 Prozent der Teilnehmer an, über eine abgeschlossene Berufsausbildung, 5,7 Prozent sogar über eine bestandene Meisterprüfung zu verfügen. Etwa ein Drittel der Teilnehmer absolvierte keine spezielle Berufsausbildung. Hinsichtlich der in der Stichprobe vertretenen Berufsgruppen läßt sich eine weitgehend gleichmäßige Verteilung feststellen. Die größte Klasse bildeten die Studenten mit 22,9 Prozent. Am zweithäufigsten vertreten war die Gruppe der Selbständigen mit 16,3 Prozent, dicht gefolgt von den mittleren Angestellten bzw. Beamten mit 15,9 Prozent. Dahinter folgten die Klassen der höheren Angestellten bzw. Beamten mit 12,0 Prozent und die der leitenden Angestellten mit 10,3 Prozent. Insgesamt übten mehr als die Hälfte aller Probanden akademische Berufe aus.

Interessanterweise waren die Gruppen der Auszubildenden und Arbeitsuchenden mit 0,3 Prozent fast bzw. Null Prozent überhaupt nicht vertreten. Vor dem Hintergrund der beabsichtigten Entwicklung eines allgemeingültigen Meßmodells zur Erfassung der Auswirkungen des Herding- und Band-wagon-effects auf das Anlageverhalten privater Investoren ist diese Berufsgruppenverteilung positiv zu werten. Trotz der etwas hohen Gewichtung der Klasse der Studenten und dem gänzlichen Fehlen der Arbeitsuchenden konnte eine Verzerrung durch eine starke Überrepräsentation einer einzelnen Gruppe a-priori ausgeschlossen und das Ergebnis auch auf die Allgemeinheit übertragen werden.



Zusammenfassung der Ergebnisse

Das Ziel der vorliegenden Arbeit bestand in der Analyse, ob Privatanleger sowohl in ihrem Verhalten als auch in den von ihnen getroffenen Entscheidungen durch den Herding- und Band-wagon-effect beeinflußt werden. Daneben sollte die Fragestellung beantwortet werden, inwieweit Faktoren wie Risikoneigung, Beharrungsvermögen, Commitment oder Reflexivität die Entstehung massengetriebenen Anlageverhaltens bedingen. Im Anschluß daran erfolgte die Untersuchung, inwiefern der Herding- und Band-wagon-effect Einfluß auf die Performance des privaten Anlegers und dessen persönliche Zufriedenheit nimmt. Schließlich wurden unter Einbeziehung der Aspekte Geschlecht, Alter und Bildung Performancevergleiche für einen einjährigen sowie fünfjährigen Zeithorizont im Vergleich zum DAX und Nemax All Share durchgeführt.

Anhand der entwickelten Indikatoren konnte bei den Probanden der Befragung Herdenverhalten deutlich nachgewiesen werden. Die Resultate der Befragung von insgesamt 602 privaten Investoren ermöglichten weiterhin die Bestimmung erster Motive für menschliches Herdenverhalten und zeigten die Auswirkungen auf wesentliche Erfolgsfaktoren wie Performance und Zufriedenheit:

  • Der Faktor Risikoneigung hat einen signifikant positiven Einfluß auf den Herding- und Band-wagon-effect.
  • Der Faktor Commitment hat einen signifikant negativen Einfluß auf den Herding- und Band-wagon-effect.
  • Der Faktor Reflexivität hat einen signifikant negativen Einfluß auf den Herding- und Band-wagon-effect.
  • Irrationales Herdenverhalten hat einen signifikant negativen Effekt auf die Performance privater Anleger.
  • Irrationales Herdenverhalten hat einen signifikant positiven Effekt auf die Zufriedenheit von Privatinvestoren.
  • Die Performance eines privaten Anlegers wirkt sich signifikant positiv auf dessen persönliche Zufriedenheit aus.
  • Der Faktor Beharrungsvermögen hat keinen signifikanten Einfluß auf den Herding- und Band-wagon-effect.



Kritische Würdigung und Ausblick

Einen Ansatzpunkt für die kritische Würdigung einer empirischen Arbeit stellt stets die Repräsentanz der Stichprobe dar. Die eigene Beobachtung unterscheidet sich im Vergleich zur Gesamtheit der Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland in zwei Merkmalen. So ist zu erwähnen, daß die Online-Umfrage hinsichtlich der Geschlechterverteilung der Probanden mit 91,7 Prozent Männern und nur 8,3 Prozent Frauen nicht als repräsentativ angesehen werden kann. Im Bundesdurchschnitt liegt der Anteil der Männer nur bei 48,8 Prozent. Zudem wurden in der Befragung überwiegend jüngere Teilnehmer erfasst. Das durchschnittliche Alter der Teilnehmer liegt bei 33,1 Jahren (Bundesdurchschnitt: 40,7 Jahre). Eine Ursache hierfür ist in dem Design der Befragung zu sehen, da derzeit vornehmlich jüngere Menschen das Medium Internet nutzen.

Bisher wurde Herdenverhalten in empirischen Analysen dadurch gemessen, daß Forscher ein auffälliges gleichgerichtetes Verhalten bei Käufen und Verkäufen einzelner Wertpapiere, hier vor allem Aktien, ermittelten. Logisch gesehen ist dies zwar eine notwendige, jedoch keine hinreichende Bedingung, da unsystematisches Herdenverhalten nicht generell ausgeschlossen werden kann. Durch das besondere Analysedesign dieser Untersuchung wurde im Gegensatz zu den bisherigen Techniken der ex-post-Auswertung von bestimmtem Anlageverhalten auf Wertpapiermärkten ein neuer Forschungsansatz entwickelt. Die Nutzung abstrakter Fragen in Form von Selbsteinschätzungen und subjektiven Erfahrungen der Teilnehmer öffnete unter Einbezug marketingspezifischer Methoden eine zusätzliche Dimension verhaltenswissenschaftlich orientierter Finanzmarktforschung.

Die in der Online-Umfrage gewonnenen Ergebnisse zum Herding- und Band-wagon-effect ermöglichen erste Erklärungsansätze. In letzter Konsequenz können diese zu einem einzelwirtschaftlich orientierten und verhaltenswissenschaftlich fundierten Modell mit präskriptivem Charakter und zu "Verhaltensregeln" für Anlageentscheidungen auf Finanzmärkten führen. Marktteilnehmer erhielten die Chance, ihre Verhaltensweisen auf Rationalität und Zielbezogenheit zu überprüfen und damit letztendlich ihre Performance an den Aktienmärkten zu optimieren. Daneben könnten Institutionen wie die Deutsche Börse AG angehalten werden, ähnlich dem WpHG oder der ad hoc-Publizitätspflicht bei kursrelevanten Unternehmensmeldungen Schutzmaßnahmen zu treffen, um speziell private Anleger vor irrationalem Herdenverhalten zu bewahren.

Zusätzliche praxisorientierte Resultate

Im folgenden Teil wurden unter Einsatz der deskriptiven Statistik Performancevergleiche durchgeführt. Von besonderem Interesse waren hierbei die Faktoren Geschlecht und Alter sowie der Bildungsgrad der Probanden. Ziel dieser Untersuchung war die Identifikation erfolgswirksamer Indizien und eine theoretische Einordnung der eigenen Forschungsergebnisse. Als Benchmarks wurden der DAX und Nemax All Share herangezogen. Die Untersuchung erfolgte einerseits für das Jahr 2000 und andererseits für den Zeitraum Januar 1996 bis Dezember 2000 einschließlich.

Die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung in Tab. 14 weisen darauf hin, daß Männer im einjährigen Horizont durchschnittlich eine höhere Performance als Frauen aufweisen. Langfristig scheint die Performance keine geschlechtsspezifischen Unterschiede aufzuweisen. Dieses Resultat ist insoweit erstaunlich, da die herrschende Meinung postuliert, daß Frauen und Männer in gleichen Situationen über eine unterschiedlich ausgeprägte Risikobereitschaft verfügen. A. Oehler bestätigte diese Annahme in seiner nicht repräsentativen Analyse und vermutete ebenfalls, daß weibliche Anleger mehrheitlich eher risikoarme Anlageformen bevorzugen.



Auf Basis der eigenen Untersuchung wird aus Tab. 15 ersichtlich, daß mit steigendem Alter die Performance speziell im einjährigen Horizont tendenziell zunimmt. Dabei weisen die Gruppe der 41- bis 50-jährigen und die der 61-jährigen oder noch älteren Teilnehmer sowohl im Performancevergleich für das Jahr 2000 als auch im Zeitraum von Januar 1996 bis Dezember 2000 einschließlich die höchsten durchschnittlichen Ausprägungen auf. Zwei Gründe mögen in dem Aspekt, daß mit steigendem Alter im allgemeinen das Vermögen zunimmt, liegen. Größere Wertpapierportfolios bieten beispielsweise höhere Diversifikationsmöglichkeiten. Zudem sinken die relativen Transaktionskosten mit steigendem Ordervolumen. Da hohe Tradingaktivitäten sich aufgrund der Transaktionskosten negativ auf die Performance auswirken, wäre eine Untersuchung hinsichtlich der Anzahl der Käufe und Verkäufe im Bezug zur nachstehenden Übersicht interessant. Die langfristige Performance (fünf Jahre) der Privatinvestoren bleibt deutlich hinter der vergleichbarer Benchmarks zurück.



Wie aus Tab. 16 hervorgeht, nimmt die Performance mit steigendem Bildungsgrad tendenziell zu. Privatinvestoren, die nur einen Hauptschulabschluß besitzen, erzielten im Jahr 2000 eine durchschnittliche Performance von 2,7. Dies entspricht der Gruppe "minus 15 bis Null Prozent". Demgegenüber erwirtschafteten Marktteilnehmer mit einem hohen Bildungsstand, wie einer Promotion oder Habilitation, mit Werten von 3,8 bzw. 4,0 (Gruppe "Null bis plus 15 Prozent") eine deutlich höhere Performance. Dasselbe Bild ergibt sich für den fünfjährigen Horizont. Aufgrund der geringen Anzahl überproportional gebildeter Teilnehmer läßt sich derzeit kein Schluß bezüglich der Grundgesamtheit ziehen.

Eine Aufgabe künftiger Studien wäre daher, diese Aussage zu verifizieren. Insgesamt bestätigt das Ergebnis die einschlägige Literatur, der zufolge private Anleger im Sinne von eher unzureichend informierten Noise Tradern schlechter als Institutionelle und vergleichbare Benchmarks abschneiden. Mit Sicht auf fünf Jahre liegt die hier ermittelte Performance klar unter der des DAX oder Nemax All Share. Selbst Börsianer mit einem hohen Bildungsgrad (Dissertation und Habilitation) vermochten in dem gemessenen Zeitraum im Durchschnitt keine Überrendite zu realisieren. Das eigene Resultat unterstützt die These, daß es privaten und institutionellen Anlegern auf Dauer unmöglich ist, systematische Überrenditen zu erzielen.



Schließlich gilt es, die Anlagestrategie der Probanden zu analysieren. Aus Sicht der Finanzmarkttheorie bedingen Faktoren wie ein vergleichsweise geringes Informationsniveau, eine hohe Tradingaktivität und die Selbstüberschätzung der eigenen Fähigkeiten Verzerrungen in der anlegerspezifischen Risikoneigung und somit irrationale Anlageentscheidungen. In einer Befragung von R. C. Lease/ W. G. Lewellen/ G. G. Schlarbaum gaben Privatanleger an, daß die Wertpapieranlage mit erheblichen Risiken einhergeht ("To make money, an investor must be prepared to take substantial risks"). Dies bestätigte sich ebenso in der eigenen Untersuchung. Auf die Frage nach der persönlichen Anlagestrategie antworteten 43,9 Prozent, daß sie für höhere Ertragsaussichten auch Wertschwankungen und Verlustrisiken akzeptieren. 26,9 Prozent der Befragten gaben sogar an, daß sie ihren primären Vermögensaufbau überwiegend durch Kursgewinne risikoreicher Wertpapieranlagen zu erzielen versuchen.

Hinweis:
Bei der hier vorliegenden Veröffentlichung der Ergebnisse handelt es sich um einen sprachlich stilisierten Auszug aus der entsprechenden Diplomarbeit.



Börsenpsychologie:

Auch wenn nachfolgende Grafik den meisten in anderer Form bereits bekannt ist, möchten wir an dieser Stelle aus aktuellem Anlaß nochmal den typischen Stimmungsverlauf vieler Anleger abbilden.

Die Grafik spricht für sich - die meisten Anleger wollen zwar billig kaufen und teuer verkaufen, nur ist die Realität meist anders rum. Warum ? Sicherlich hat die Presse eine gewisse Mitschuld dafür. Im Februar 2000 haben wir einige Boulevardblätter zitiert: "Die Bild Zeitung berichtet auf der ersten Seite "Run auf die Internet Aktien". Harald Schmidt erzählt bei SAT 1 in der Late Night Show über eine Biotechnologie-Aktie. Am nächsten Tag steigt der Aktienkurs um 30%. TZ bringt eine Serie "Aktienfieber" Wer den richtigen Riecher hat, kann IN WENIGEN TAGEN reich werden. Was hat das alles noch mit anlegen zu tun? Wenn die Oma Call und Put kaufen will und auf die Frage, welchen Call oder welchen Put, zuckt sie mit den Schultern und antwortet "Egal - am besten beide. Hauptsache ich bin dabei." (TZ)" Wer solche Meldungen liest, der will dabei sein - koste es, was es wolle. Die Gier bricht aus. Wenn dann aber Weltuntergangsmeldungen, der Zusammenbruch der Finanzmärkte, Abzockerei und ähnliches Zeug in der Presse verbreitet werden, dann erfasst Panik die Menschen und man verkauft zu Tiefstkursen. Ruhe bewahren und regelmäßig investieren - das ist wohl der beste Rat, dem man generell im Moment geben kann. Stellen Sie niemals die Langfristigkeit der Geldanlage in Frage.



Risiko Börsensucht: Schnelltest

Börsenpsychologie

Anleger sind auf dem Weg zur Börsen-Abhängigkeit, falls sie die folgenden Aussagen alle bejahen können.

1. Sie spekulieren wiederholt seit einem Jahr an der Börse.

2. Die wiederholten Spekulationen bringen Ihnen keinen Gewinn, doch Sie setzen die Geschäfte trotz subjektivem Leidensdruck und Störung der sozialen und beruflichen Funktionsfähigkeit fort.

3. Sie empfinden einen Drang zu spekulieren, der nur schwer kontrolliert werden kann. Sie sind nicht in der Lage, Ihre Börsenspekulation längerfristig zu unterbrechen.

4. Sie denken dauernd an Börsenspekulation oder an das Umfeld der Börse.



Die 10 goldenen Regeln

Die Lust am Börsengeschäft muss nicht zwangsläufig zur Last werden. So vermeiden Sie den privaten Börsen-Crash:

1. Maßvoll investieren. Stecken Sie nur so viel Geld in Börsengeschäfte, dass Sie bei einem Verlust nicht finanziell ruiniert werden.

2. Nicht auf Pump. Spekulieren Sie nie auf Kredit, sonst droht eine Schuldenspirale.

3. Nicht spontan entscheiden. Kaufen Sie nur, was Sie nach gründlicher Information gut kennen, und entwickeln Sie vorher eine Anlagestrategie.

4. Risiko streuen. Verteilen Sie Ihr Kapital auf mehrere Anlageformen.

5. Stopp-Signal setzen. Halten Sie unbedingt die Stop-Loss-Kurse ein.

6. Die Mischung macht´s. Nehmen Sie Standardwerte neben Aktien aus der zweiten Reihe in Ihr Depot.

7. Geldgier vermeiden. Nehmen Sie Gewinne mit, bevor die Kurse in Verluste umkippen.

8. Zu Fehlern stehen. Machen Sie nicht die Börse für Ihre Verluste verantwortlich.

9. Depot checken. Anlage regelmäßig prüfen und nur die Papiere behalten, die Sie wieder oder nachkaufen würden.

10. Geduld. Besonnen reagieren.


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